2020 – Gartentipp 47 – Der Topfgarten im nahenden Winter

Stauden, klein bleibende Zier- und Obstgehölze pflanzt man in Gefäße, wenn kein Garten oder nur ein sehr kleiner vorhanden ist. Balkone, Terrassen und Hauseingänge werden optisch aufgewertet. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge, wie Sie den Topfgarten auf den nahenden Winter vorbereiten.

In Töpfen sind Pflanzen mobil. Frostbeständige Gefäße lassen sich immer wieder umstellen und verschaffen auch in der kalten Jahreszeit wechselnde Anblicke.

Schutzmaßnahmen für die Gewächse

Um die Pflanzen bei Bedarf schnell zu schützen, werden sie an die Hauswand oder unter eine Überdachung gerückt. Günstig ist auch eine Stelle, bei der die Pflanzen dem Regen und Schnee nicht direkt ausgesetzt sind. So beugen Sie einer möglichen Vernässung des Substrates vor. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können, damit sich keine Staunässe bildet. Dies lässt die Pflanzen absterben. Daher sollten Sie die Untersetzer entfernen.

Kälteschutz von unten bieten beispielsweise Styroporplatten, auf die man die Gefäße stellt. Ein Wasserablauf muss jedoch gewährleistet sein. Die Töpfe und anderen Gefäße bekommen einen Mantel aus Jutegewebe, Noppenfolie, Kokosmatten und ähnlichem. Kleinere Töpfe können Sie in ein größeres Gefäß stellen, das mit Laub oder Rindenmulch gefüllt ist. Anschließend bieten Deckschichten aus Laub- oder Nadelreisig Schutz von oben.

Beginnen Sie die Kälteschutzmaßnahmen nicht zu früh. Einzelne und leichte Fröste verkraften die Pflanzen problemlos, ohne spezielle Schutzmaßnahmen. Erst bei dauerhaftem Frost wird „eingewintert“.

Wassernot im Winter

Stauden und Gehölze sind in der Regel ausreichend frosthart. Das Problem liegt an der Wurzel. Bei Pflanzen, die im Gartenboden wachsen friert es von oben in den Wurzelbereich. Die Wurzeln der Gartenpflanzen reichen bis in tiefere, nicht gefrorene Bodenschichten. Sie können weiterhin benötigtes Wasser aufnehmen.

Anders ist es im Topfgarten. Hier dringt der Frost von allen Seiten an die Wurzel heran. Das ist vor allem für immergrüne Pflanzen problematisch. Doch schädigt weniger die Kälte, sondern die sogenannte „Frosttrocknis“. Durch die kalten Temperaturen gefriert das verfügbare Wasser und die grünen Blätter der Pflanzen können sich nicht versorgen. Im Frühjahr sehen die Pflanzen erfroren aus. Sie sind jedoch vertrocknet, weil sie aufgrund der frostigen Witterung kein Wasser aufnehmen konnten. Gießen Sie deshalb vorsichtig an Tagen mit milden Temperaturen, bevor der Wurzelballen austrocknet. Besonders immergrüne Laubgehölze oder Nadelgehölze verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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