2020 – Gartentipp 39 – Schadwanzen erobern die Gärten

Grüne Reiswanzenlarve auf Paprika

Grüne Reiswanze – Saugschäden Tomate

Wanzen treten bei warmer Witterung stärker auf. Sie sind somit Gewinner des Klimawandels. „Leider gibt es auch Tiere, die durch ihre Saugtätigkeit starke Schäden an Obst und Gemüse verursachen“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

In der letzten Zeit treten immer wieder neue, eingeschleppte Wanzen auf, die von heißen Sommern mit milden Wintern profitieren. Dazu gehören die schädigende Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze. In warmen Gärten Bayerns wurden die Tiere nun auch gesichtet. Ihnen fehlen die natürlichen Gegenspieler, die dafür sorgen, dass sich die Schädlinge nicht zu arg ausbreiten.

Allgemeines zu Wanzen

Grüne Reiswanze Larvenstadium 3

Grüne Reiswanze Larvenstadium 5

Die Wanzenfamilie ist groß. Etwa 3000 Arten leben allein in Europa. Wir finden sie in Hecken, Bäumen, Wiesen oder im Wasser. Typisch für Wanzen ist neben dem eckigen Aussehen der Stechrüssel, denn Mund- und Kauwerkzeuge besitzen sie nicht. Die meisten Tiere saugen Pflanzensaft, manche leben räuberisch. Es gibt nützliche Raubwanzen, die Schädlinge dezimieren, Lästlinge, die oft in großer Menge auftreten wie Feuerwanzen, und auch Schadwanzen. Diese schädigen Obst und Gemüse, was zu teilweise großen Ertragseinbußen führt. Zwischen Ei und erwachsenem Tier liegen meist fünf Larvenstadien. Nach jeder Häutung ähneln sie dem ausgewachsenen Insekt mehr, wobei gerade die ersten Larvenstadien oft noch nicht auf die Gestalt des erwachsenen Tieres hinweisen. Viele Wanzen scheiden bei Gefahr ein stinkendes Sekret aus und werden auch „Stinkwanzen“ genannt.

Die Grüne Reiswanze

Grüne Reiswanze

Die erwachsene Grüne Reiswanze ist eine komplett grüne Wanze (lediglich drei weiße Punkte am Halsschild) und bleibt deshalb oft unbemerkt im Grün der Pflanzen. Die Larven dagegen ähneln „bunten Marienkäfern“: schwarze, rötliche, gelb-weiße Punkte und später grüne Flecken sowie eine kugelige Form. Oft findet man viele Individuen auf einmal, wodurch sie auffällig werden. Sie sitzen dann zusammen an Früchten oder Blättern und saugen gemeinsam den Pflanzensaft. Leider haben die Tiere ein sehr großes Wirtsspektrum und schädigen Obst, Gemüse besonders Bohne, Paprika und Tomate sowie andere Zierpflanzen und Kräuter. Durch das Einstechen des Saugrüssels bilden sich unter der Schale der Obstfrüchte braune Stellen, die zu Verformungen oder Einschnürungen führen. Bei Tomaten und Paprika sind die Einstichstellen schließlich fast weiß und schwammig. Ab Ende September suchen schließlich die erwachsenen grünen Wanzen einen Überwinterungsplatz, beispielsweise in Ritzen von Gemäuern, unter Rinde oder unter Falllaub, nicht jedoch in Gebäuden.

 

Die Marmorierte Baumwanze

Marmorierte Baumwanze

Eine weitere eingeschleppte schädigende Wanze ist die Marmorierte Baumwanze. Sie besitzt ebenfalls ein sehr großes Wirtsspektrum bei Obst (wie Apfel, Birne, Weintrauben) und Gemüse (vor allem Fruchtgemüse). Die Wanze ist sehr mobil und auch ein guter Flieger, sodass sie sich rasch verbreiten kann. Die älteren Larvenstadien sind schwarz-grau und besitzen kleine Dornen im Brustbereich. Die erwachsenen Tiere sind leicht mit der Grauen Gartenwanze zu verwechseln. Die Marmorierte Baumwanze besitzt jedoch fünf helle Flecken auf dem Rücken und die transparenten Flügelteile besitzen Streifen. Die erwachsenen Tiere überwintern an und in Gebäuden und können daher im städtischen Bereich auch sehr lästig werden.

Wanzen gesucht!

Haben Sie die Grüne Reiswanze oder/und die Marmorierte Baumwanze in Ihrem Garten entdeckt? Dann unterstützen Sie das LTZ Augustenberg (Landwirtschaftliches Technologiezentrum). In einem Projekt wird die Ausbreitung verschiedener neuer Schadorganismen ermittelt. Hier finden Sie weiterführende Informationen https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/ProgRAMM (externer Link). Oder Sie wenden sich mit Ihrem Wanzenfund an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz IPS 3d: https://www.lfl.bayern.de/ips/kleingarten/191738/index.php (externer Link).

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig© Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/254719/index.php

2020 – Gartentipp 38 – Bunter Herbst in Gefäßen

Fruchtschmuck

Mauerpfeffer

Sommerblumen im Balkonkasten haben ihren Höhepunkt schon länger überschritten. Doch bis zum kalten Winter dauert es noch. „Mit einer neuen Bepflanzung von Töpfen und anderen Gefäßen können wir unsere Umgebung neu gestalten und den Herbst genießen“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und stellen eine kleine Auswahl vor.
Der Gartenfachhandel bietet nun eine Fülle an Pflanzen für Gefäße. Sie begeistern durch Blüten, bunte Blätter oder durch ihre Wuchsform. Es macht dann noch richtig Spaß auf Balkon oder Terrasse eine Tasse Kaffee zu genießen.

Blütenpflanzen

Cyclamen

Im Herbst ist die Blütezeit noch nicht vorbei, auch wenn die Blüten eine etwas untergeordnete Rolle spielen, da sie den Winter nicht überstehen. Chrysanthemen, reichblühende Astern vor allem in Weiß sowie rosa und lila Tönen, Braunelle und Günsel bleiben niedrig und zeigen attraktive Lippenblüten. Die Fette Henne darf nicht fehlen. An sonnigen Tagen werden die Blütendolden von vielen Insekten umschwirrt. Klassisch sind Stiefmütterchen und deren Verwandte. Immer häufiger sieht man Mini-Alpenveilchen, deren Blüten noch Temperaturen um den Gefrierpunkt überstehen.
Nach der Blüte erscheinen Früchte. Deshalb sind auch fruchttragende Pflanzen für eine Herbstbepflanzung gut geeignet. Die meist kugelige Form der Beeren bringt noch einmal einen neuen Aspekt in die Pflanzkombination. Oft sieht man deshalb Johanniskraut mit kugeligen Früchten auf aufrecht stehenden Stängeln. Die Schein- oder Rebhuhnbeere (Gaultheria procumbens) und die Topfmyrte (Pernettya mucronata) besitzen rote, rosa und manchmal weiße runde kleine Früchte.

Blattschmuckpflanzen

Heuchera rot

Blätter müssen nicht einfarbig und grün sein, sondern sind schon allein bunte Farbtupfer. So zeigen die vielen verschiedenen Sorten der Purpurglöckchen (Heuchera) rotlaubige, kupferfarbene, silbrige, grüne oder fast schwarze Blätter. Diese sind manchmal stark gekraust und mehrfarbig mit auffälligen, attraktiven Blattzeichnungen.
Silbergraue oder silbergrüne Blätter besitzen Silberblatt, Stacheldrahtpflanze und Heiligenkraut sowie Wollziest. Efeu und Mühlenbeckie besitzen einen hängenden Wuchs und umspielen das Pflanzgefäß. Die verschiedenen Mauerpfefferarten (Sedum) schmücken mit Blattformen und Farben sowie mit Blüten.

Gräser

Gräser bereichern das herbstliche Arrangement durch die filigrane Leichtigkeit. Sanft wehen die Halme im Wind. Bei Tau oder später bei Raureif sitzen die Tropfen wie Perlen in den Blütenständen. Andere besitzen farbige Halme. Die Gräser-Auswahl ist sehr groß, so dass nach Gefäßgröße entschieden werden kann. Besonders schön sind Lampenputzer- oder Federborstengras (Pennisetum), Rutenhirsen (Panicum), Seggen(Carex) oder niedriges Chinaschilf (Miscanthus).

 

Bepflanzung

Wolfsmilch

Die meisten Pflanzen wachsen jetzt nicht mehr sehr viel, sodass eine dichtere Pflanzung möglich ist. Besonders schön ist ein Wechsel zwischen hohen und niedrigen bzw. stehenden und hängenden Pflanzen. Blühendes steht mit Blattschmuck im Wechsel.
Achten Sie auf ein gutes Pflanzsubstrat. Dies sollte vor allem luftdurchlässig und daher mit strukturstabilen Materialien versetzt sein, z.B. Lavastückchen, gebrochene Tonkugeln. Im Herbst und Winter gibt es immer wieder stärkere Regenfälle und Wasser muss abfließen können, damit die Pflanzenwurzeln nicht verfaulen, wenn die Erde zu lange zu nass ist. Bei Trockenheit des Substrates darf das leichte Gießen nicht vergessen werden.

Beedabei auch im Herbst

Beedabei: ein Kunstprojekt , das die Bienen unterstützt. Gelbe Balkonkästen sind mit bienenfreundlichen Blütenpflanzen bestückt und dienen als Futterplätze für Bienen. Verschiedene regionale Gärtnereien bieten gezielt „Bienenpflanzen“ und die speziellen Kästen an. Ziel ist, dass sich die Kästen schließlich im ganzen europäischen, vor allem städtischen Raum verbreiten und damit die Bienen bei der Nahrungssuche unterstützen. Auch für den Herbst gibt es ein reichhaltiges Sortiment mit Pflanzen, die auch noch in der kälteren Jahreszeit Nahrung für Insekten bieten. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite https://beedabei.de/

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/254187/index.php

2020 – Gartentipp 37 – Frühlingsblühende Zwiebeln pflanzen

Tulpenvielfalt

Zwiebelblumen in der Wiese

Im Gartenfachhandel, den Gartencentern und selbst im Supermarkt liegen oder hängen nun eine Vielzahl Tüten, gefüllt mit Zwiebeln der beliebter Frühlingsblüher. „Im Herbst wird es schon Zeit für den Frühling“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und geben Tipps, damit Schneeglöckchen, Tulpen, Narzissen und Co. auch in Ihrem Garten gut gedeihen.

Gesunde Zwiebeln, eine gute Bodenvorbereitung und die richtige Pflanzung sorgen für ein üppiges Blütenmeer im kommenden Jahr.

Blumenzwiebeln einkaufen

Frühlingsblüher – Zwiebeln

Tulpenzwiebeln im Netz

Die Vielfalt frühlingsblühender Zwiebelblumen ist riesengroß. Vielfältige Arten und Sorten liegen und hängen in Tüten nun im Gartenfachhandel, in Gartencentern und sogar im Supermarkt. Auch im Internet wird man vor allem bei Spezialfirmen schnell fündig. Diese bieten oft auch besondere Zwiebelblumen an. Die Qualität der Blumenzwiebel entscheidet über den Erfolg im Frühjahr. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie beim Kauf dicke Zwiebeln. Diese bringen größere Blüten oder mehr Blütenstände hervor.

Tipps für die Pflanzung

Der September ist der optimale Pflanzmonat. Aber auch im Oktober und November ist es noch möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.

rote Tulpen

Tulpen lila-weiß

Freifläche mit Zwiebelblumen

Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: zweimal so tief pflanzen wie die Zwiebel hoch ist, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden sollte deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einbracht sowie die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder gar im Rasen wohl, wo manche auch verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder ab.

Leider mögen auch Wühlmäuse die Blumenzwiebeln. Wer Problem hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.

Bunter Jahresbeginn

Winterlinge

Frühlingsblüher – Krokus

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar Winterling und Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokus, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen Kugeln des Zierlauchs.

 

 

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie sowie Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/253170/index.php

2020 – Gartentipp 36 – Salate für die kalte Jahreszeit

Blattsalate im Herbst

In den letzten Jahren erlebten wir einen immer längeren Herbst, bevor kalte Temperaturen die Winterruhe brachten. „Das bietet in vielen Regionen die Möglichkeit auch jetzt noch Salate im Garten zu pflanzen, um später ernten zu können“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres Anbau- und Erntefenster, sodass ein Gemüsegarten lange Zeit grün da steht. Wir können fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden.

 

Letzte Salate pflanzen

Lollo rosso mit Reif

Herbstsalat

Entstehen nun auf den Beeten Lücken durch Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen, so lässt sich problemlos Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat pflanzen. Manche Gärtner bieten außerdem Chinakohl- und Zuckerhutpflanzen an. Durch warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Oft sind es nur wenige einzelne Nächte, die diese Maßnahme erfordern. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls noch möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.

Feldsalat

Feldsalat

Beliebt ist der Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Im September wird noch gesät: breitwürfig, besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. Viele Gärtnereien bieten mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen an. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus auch noch später. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen geeignet sind. Eine Vliesauflage bei strengem Frost im Winter schützt vor Schäden.

Spinat

Salate für Herbst und Winter

Als Nachkultur der Sommergemüse eignet sich auch Spinat. Das Aussäen in einer Reihe erleichtert das Hacken und Unkrautjäten. Alle drei bis fünf Zentimeter kommt ein Saatkorn in die Rille. Sind mehrere Reihen auf dem Beet, so beträgt der Reihenabstand mindestens 25 Zentimeter, damit die Pflanzen genügend Abstand zueinander haben. Dann hält man die Aussaat feucht bis die Keimblätter erscheinen. Falls das Saatgut schlecht keimt, kann es daran liegen, dass der Boden einen sehr hohen Humusanteil besitzt, was der Spinat nicht mag.

Weitere Gemüsearten für die Ernte im Spätherbst

Doch es gibt noch andere Gemüsearten, die nun leere Plätze im Beet einnehmen können. Schnellwachsend sind Radies, die mit Frühjahr- und Herbstsorten gesät werden. Gartenkresse und Salatrauke sind ebenfalls schnelle Lückenfüller. Durch die kühleren Tage und Nächte besteht jetzt die Chance Blätter ohne Löcher zu kultivieren. Verursacher war den Sommer über der Erdfloh, der sich bei heißer und trockener Witterung massiv vermehrt hatte.

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/253087/index.php

2020 – Gartentipp 35 – Die Tücken des Sommers

geplatztes Gemüse

Wir freuen uns über die vielen Erfolge im Garten. Doch die Witterung macht uns einen Strich durch die Rechnung. „Oft gibt es Hitzeschäden und Sonnenbrand“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. „Kommt plötzlich starker Regen dazu platzen manche Früchte“.

Die Sommer zeigen immer mehr Extreme. Manche Gebiete leiden unter hoher Sonneneinstrahlung mit Hitze und Trockenheit und andere Regionen erleben Starkregen und Hagel. Das alles kann Obst und Gemüse im Garten schaden.

 

Sonnenbrand und Hitzeschäden

verbrannte Blätter

Oft ist nicht bekannt, dass auch Pflanzen unter der Hitze und der Sonneneinstrahlung leiden, selbst sogenannte „Sonnenkinder“ wie Tomaten und Gurken. Bei sehr hohen Temperaturen um 38 °C und hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn die Hitze mit intensiver Sonneneinstrahlung auf feuchtes und trübes Wetter folgt. Verbrennungen zeigen sich meist als hell ockerfarbene bis braune Flecken an Blättern. Geschädigte Früchte verfärben sich ebenfalls hell und das Gewebe wird sehr weich und matschig und somit unbrauchbar. Besonders starke Schädigungen treten bei Pflanze auf, die vor Mauern und in Gefäßen stehen.

Sonnenbrand an Himbeeren

Weichhäutiges Beerenobst wie jetzt die Herbsthimbeeren sind am stärksten betroffen, aber auch andere wie Zwetschgen, Äpfel und Birnen sowie die Früchte der Tafeltrauben zeigen Sonnenbrandschäden. Denkt man doch, dass Tomaten und Paprika zu den sonnenliebenden Pflanzen gehören. Auch sie können bei großer Hitze und starker Sonneneinstrahlung geschädigt werden und weisen weiche „gekochte“ Schadstellen auf. Durch die Schädigung des Pflanzengewebes können Fäulnis und Schimmel eindringen, so dass Früchte schnell verderben. Allgemein treten nun verstärkt physiologische Störungen wie Blütenendfäule und Grünkragen bei Tomaten auf.

Etwas anders verhält es sich bei der Bohne. Sie reagiert auch auf hohe Ozonwerte.  Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Hängen schon kleine Böhnchen an der Pflanze, bilden sie oft Fäden oder nur wenig Kerne.

Hitzeschaden rote Rosen

Auch Zierpflanzen leiden unter starker Sonneneinstrahlung und Hitze. Blüten mit dunklen Farben werden besonders geschädigt. Bei roten Rosen oder Geranien schrumpfen die Blüten regelrecht ein, färben dunkel und vertrocknen. Allgemein färbt sich geschädigtes Blatt- und Blütengewebe meist hell und vertrocknet. Sogar trockenheits- und hitzeverträgliche Schwert- und Taglilien zeigen Blattschäden. Wenn ein Rückschnitt von Hecken ansteht, sollte dies zu einer kühleren Zeit geschehen und nicht in einer heißen Phase.

Vorbeugemaßnahmen

Empfindliche Pflanzen könnten schattiert werden. Geeignet sind spezielle Schattiergewebe, aber auch weiße Tücher. Die Materialien dürfen jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich sonst die Hitze stauen würde. Ein Luftzug muss gewährleistet sein. Stellen Sie doch einen Sonnenschirm auf. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den Halbschatten. Führen Sie den Sommerschnitt von Obstgehölzen nicht zu früh durch, so können die Blätter der Triebe noch die Früchte beschatten.

Im Kleingewächshaus steigen die Temperaturen noch weiter an. Hilfreich ist eine Schattierung, am besten von außen. Das Benetzen des Weges mit Wasser während der heißen Mittagsstunden lässt die Luftfeuchte ansteigen und senkt die Temperaturen zumindest kurzzeitig um ein bis zwei Grad Celsius. Öffnen Sie Türe und Fenster, um eine Zirkulation der Luft im Gewächshaus zu ermöglichen.

Schäden durch Starkregen und Hagel

geplatze Tomaten

Kräftige Niederschläge führen nach Trockenheit bei vielen Pflanzen zu einem starken Wachstum. Früchte platzen auf, denn die härtere Fruchthaut kann nicht mitwachsen. Besonders Tomaten zeigen diesen Schaden, wenn sie im Freien ohne Dach stehen. Geplatzte Früchte sollten schnell verwertet werden, bevor sich Schadpilze oder Schadinsekten vermehren können.

Boden lockern

Starkregen und Hagel verletzen gelegentlich Blätter und Früchte. Sorgfältiges Ausputzen geschädigter Pflanzenteile beugt weitere Schädigungen vor. Auch noch unreife schadhafte Früchte von Obst und Gemüse werden entfernt, denn schnell können sich Fäulnis und Schimmel ausbreiten.

Trocknet der Boden wieder ab, verkrustet er oft und bildet Risse. Hier hilft das Aufhacken, das auch die Verdunstung senkt, sodass die Bodenfeuchtigkeit besser erhalten bleibt.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Bayerische Gartenakademie)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/252824/index.php

2020 – Gartentipp 34 – Mein Garten – mein Schlaraffenland

Bellamira-Frucht

Paprikavielfalt

Der Garten bietet nun eine Fülle an reifem Gemüse und Obst. „In den Sommerwochen ist Schlemmen angesagt“, schwärmen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Während Erntekörbe schnell mit leckeren Köstlichkeiten gefüllt sind, leuchten bunte Blüten und schmücken Beete und Vasen.
Aber nur ein vielfältiger Garten bietet eine solche Üppigkeit. Menschen und Tiere fühlen sich wohl im heimischen Schlaraffenland und genießen die warmen Sommertage.

Reiche Ernte auf dem Gemüsebeet

Tomatenernte

Paprikafrüchte

Wichtig ist regelmäßiges Durchpflücken. Einerseits legt die Pflanze ständig neue Blüten und Früchte an, andererseits erhalten wir somit immer junges und reifes Gemüse. Zucchini lässt man besser nicht zu groß werden. Besonders zart sind die Früchte bei einer Ernte von 20 bis 25 Zentimetern. Auch bei Bohnen wartet man nicht zu lange. Sonst werden sie zäh und setzen Samenkörner an.
Ausreifen hingegen müssen Tomaten. Dann schmecken sie am besten, haben ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und ihr typisches Aroma. Orange, rot, schwarz oder gelb liegen die Tomaten verzehrfertig im Erntekorb. So unterschiedlich die Farben, so verschieden sind Geschmack, Form und Größe. Dattelförmig, rund oder gebuchtet, winzig klein bis handgroß präsentieren sich die Tomatensorten. Ähnlich vielfältig zeigen sich Paprika-Früchte: spitz, blockig, klein oder faustgroß, in den Farben gelb, orange, rot, braun oder violett. Grün sind sie zunächst alle und färben mit zunehmender Reife um.
Doch der Gemüsegarten bietet noch mehr: Gurken, Auberginen und Mangold können stetig geerntet werden. Frühkartoffeln kommen aus dem Boden, wenn das Laub abstirbt. In einem warmen sonnigen Sommer wachsen sogar (Mini-)Melonen. Erste saftige Früchte sind nun reif.

Erntesegen im Obstgarten

Brombeerfrüchte

Äpfel am Zweig

Viele Obstarten reifen im Sommer: saftige Pfirsiche, (Früh-)Zwetschgen und süße Mirabellen. Hier stehen wir oft in Konkurrenz mit Wespen. Nach den Johannisbeeren läuft schon einige Zeit die Ernte von Heidelbeeren sowie den leckeren Herbsthimbeeren und Brombeeren. Pflücken Sie alle zwei Tage die köstlichen Früchte. Erntet man nicht rechtzeitig, fallen die Beeren ab oder werden von der Kirschessigfliege geschädigt.
Manch einer wartet schon auf den ersten Apfel im Jahr. Die ersten Frühäpfel sind sogar schon durch, da sie nicht haltbar sind und sofort verzehrt werden. Jetzt kommen weitere Sorten und erste Birnen.

Wohin mit den vielen Köstlichkeiten?

Kartoffelernte

kleine runde Tomaten

Am besten ist das sofortige Genießen des frischen Obst und Gemüses. Doch manchmal ist es so viel, dass ein Sofortverzehr nicht möglich ist. Doch bei vielen Gerichten kann man in Gemüse schwelgen da fällt der Verzicht auf Fleisch nicht schwer; sei es Gazpacho, Ofen- oder Grillgemüse, bunte Salate oder Smoothies. Kuchen, Chutneys und Aufstriche schmecken herzhaft mit Gemüse oder süß mit Obst. Frisches Erntegut kann auch eingefroren werden und später weiter genutzt und verwertet. Kräuter lassen sich durch Trocknen, Tiefgefrieren und als Kräutersalze konservieren.
Verschenken Sie Freude indem Sie Ihr üppiges Erntegut mit Freunden und Nachbarn teilen, die nicht den Luxus eines Gartens besitzen.

Bunte Blumen im Beet

Schmuckkörbchen

Mit Sommerblumen zaubern Sie den Sommer in die Wohnung. Üppige Sträuße verwandeln das Zimmer in ein Sommerparadies. Der Schnitt regt viele Pflanzen wieder zur Neubildung von Knospen an. Manche Sommerblumen wie Schmuckkörbchen und Ringelblumen haben bereits Samen angesetzt. Diese können Sie sammeln, um sie im nächsten Jahr auszusäen.

 

 

 

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig© Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Bayerische Gartenakademie)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/252113/index.php

2020 – Gartentipp 33 – Apfelbeere – die blau-schwarze Superfrucht

Urban Gardening Aronia

Superfood aus dem eigenen Garten? „Mit der Apfelbeere ist das kein Problem“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Jetzt reifen die dunklen, kugeligen Beeren am Strauch. Als „Ganzjahrespflanze“ wächst die genügsame Apfelbeere (Aronia) im Garten und sogar in Gefäßen.
Der Anbau von Aronia nimmt allgemein zu, da die Früchte wertvolle Inhaltsstoffe besitzen. Immer mehr findet man die gesunde Frucht in Müsliriegel, Säften oder als getrocknete Ware; und dies nicht nur in Reformhäusern.

Gesunde Früchtchen

Apfelbeere – Aronia

Die prallen, fast schwarzen, rohe Früchte eignen sich für den Frischverzehr nur bedingt. Selbst bei Vollreife sind sehr herb und adstringierend trotz hohem Fruchtzuckergehaltes. Dies zeugt von wertvollen, gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Besser lassen sich die Früchte verzehren, wenn man sie wie Rosinen trocknet oder gar natürlicherweise am Strauch eintrocknen lässt. Dann mischt man die Beeren einfach in das Müsli oder den Joghurt. Auch zu Säften, Smoothies und Fruchtaufstrichen können sie verarbeitet werden. Obstarten wie Apfel, Birne und Zwetschge eigen sich gut als Mischungspartner, um den herben Geschmack der Apfelbeere zu mildern. Auffallend ist der äußerst stark färbende Fruchtsaft, weshalb Aronia auch zur industriellen Färbung von Lebensmitteln verwendet wird. Selbst eine Mischung von Apfel- und Aroniasaft im Verhältnis 7:1 bringt noch eine violette Farbe.

Eine Pflanze für das ganze Jahr

Aronia-Blüte

Es gibt nicht viele „Ganzjahrespflanzen“. Die Aronia gehört jedoch dazu. Jetzt reifen die violett-schwarzen, oft wachsartig überzogenen Früchte. Erbsengroß stehen bis zu 15 Stück in einer Dolde. Später schmückt den Strauch eine leuchtend rote Herbstfärbung der Laubblätter. Im nächsten Frühjahr erscheinen zunächst glänzende hellgrüne Blätter, die im Laufe des Sommers immer dunkler werden. Wenn die Spätfröste im Mai vorüber sind öffnen sich cremeweiße bis blassrosa Blütendolden, wobei eine einzelne ein wenig an kleine Apfelblüten erinnern. Durch die späte Blütezeit sind Aronien wichtige Bienen und Insektenpflanzen. Im Laufe des Sommers entwickeln sich dann die schließlich dunkel verfärbten Früchte.

Pflegeleicht im Garten

Apfelbeere am Strauch

Der zu den Rosengewächsen gehörende Strauch ist sehr frosthart und robust. Selbst Schädlinge und Krankheiten kennt er kaum. Auch die gefürchtete Kirschessigfliege schädigt (bis jetzt) kaum. Solange der Gartenboden humos ist und weder Verdichtungen aufweist noch zu lehmig ist wächst die Apfelbeere gut. Bei sehr kalkhaltigem Standort können Blattaufhellungen durch Eisenmangel auftreten. Volles Sonnenlicht lässt einen schönen, lockeren Wuchs erwarten. Allerdings wächst sie langsam, so dass es einige Jahre dauert bis die endgültige Höhe von eineinhalb bis höchstens zwei Metern erreicht wird. Lediglich ältere Triebe schneidet man, vor allem im Inneren, gelegentlich bodennah ab. Die Apfelbeere ist selbstfruchtbar, weshalb schon eine Pflanze im Garten genügt, um Früchte ernten zu können. Besserer Ertrag stellt sich jedoch durch eine zweite Aronia-Sorte ein.
Selbst in einem Kübel wächst die Apfelbeere und kann deshalb den Balkon oder die Terrasse bereichern. Auch beim „Urban Gardening“ können die Pflanzen ihren Platz finden. Verwenden Sie beim Kultivieren in Gefäßen am besten Kübelpflanzenerde. Die Aronia ist ausreichend frosthart. Lediglich bei stärkeren Frösten sollte der Topfbereich geschützt werden.

Apfelbeere im Gefäß im Herbst

Die Aronia trägt zur Biodiversität bei. Sie schmückt als Einzelpflanze, lässt sich aber auch in den Obstgarten oder gar in eine lockere freiwachsende Hecke integrieren. Außerdem sind die Blüten eine Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Bleiben die Früchte über den Winter hängen, so fressen Vögel die getrockneten Früchte.
Hat Sie die Superfrucht überzeugt? Dann pflanzen Sie diese im Herbst und verwenden Sie spezielle Fruchtsorten, da diese größere Einzelbeeren liefern. Beispielsweise ‚Aron‘, ‚Viking‘, ‚Nero‘ und ‚Rubina‘ sind in gut sortierten Baumschulen oder auch im Versandhandel erhältlich.

(Bildautoren: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Hubert Siegler © LWG)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/251919/index.php

2020 – Gartentipp 32 – Die Artischocke – Distel mit Mehrwert

Artischockenblüte

Artischocke

Bei einer Fahrt über Land, entdeckt man gelegentlich ganze Felder mit großen lila Blüten auf hohen kräftigen Stängeln. „Es sind blühende Artischocken“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Die Knospen als Gemüse geschätzt, dienen die Blüten zur Dekoration, aber auch als wichtige Nahrungsquelle.
Da wo es jetzt blüht werden die großen Blumen für Floristen oder für den Verkauf auf dem „Grünen Markt“ geschnitten. Vorher wurden schon die großen Knospen für den Verzehr geerntet.

Große Distelblüten

Artischockenblüte mit Hummel

Artischockenblüte

Unverkennbar ist beim Erblühen der Artischocke die Verwandtschaft mit der Distel. Zunächst liegen die Knospenschuppen fast wie bei einem „Tannen-Zapfen“ dicht zusammen bevor sie sich öffnen und nach und nach eine Vielzahl violett-blaue Röhrenblüten herausschieben. Schließlich erreicht die Korbblüte mit durchschnittlich 15 Zentimetern eine imposante Größe. Die schweren Blüten sitzen auf sehr dicken, fleischigen und starren Stängeln. Die Blüten sind wahre Hingucker: bedingt durch die auffallende Größe, aber auch, weil sie wie ein Magnet eine Vielzahl von Insekten anlocken. Diese graben sich regelrecht durch die Röhren-Blüte. Zeitweise kann man bis zu zehn Hummeln und Bienen in einer Blüte finden, die sich am Pollen und Nektar laben.
Blütezeit ist meist ab August. Je nach Witterung und bei überwinterten Pflanzen erscheinen die lila Blüten auch schon einige Wochen früher. Schneidet man die Blüten ab, halten sie sehr lange. In einer Vase ohne Wasser trocknen sie ein und bleiben so mehrere Monate attraktiv.

Stattliche Größe

Artischocken im Spätherbst

Die Artischockenpflanze benötigt ausreichend Platz, damit sie sich zu ihrer vollständigen Größe entfalten kann. Die aufrecht wachsende Staude verzweigt sich und erreicht eine Höhe von 1,50 Metern und benötigt etwa einen Quadratmeter Platz. Bis 80 Zentimeter lange, stachelige und graugrüne Blätter treiben aus der Erde. Im Gemüsegarten überragt sie viele Gemüsearten im Beet. Selbst in einem Ziergarten fällt die Pflanze mit ihrer stattlichen Größe auf. Ein naturnaher, biodiverser Garten kann mit der Artischocke Gemüse und Zierwert auf einfache Weise verbinden.

Gewinner des Klimawandels

Artischocke überwintern

überwinterte Artischocke

Als Staude friert die Pflanze jedes Jahr zurück. Doch infolge der Klimaveränderung gelingt vor allem in milden Gebieten die Überwinterung. Da sie nicht zuverlässig im nächsten Jahr wieder austreibt, benötigt die Artischocke auf alle Fälle einen Winterschutz. Dies kann eine dicke Schicht Herbstlaub oder Stroh sein. Wird es ganz kalt, schützt zusätzlich ein Vlies. Nasse und kalte Böden mag die Artischocke gar nicht. Es besteht die Gefahr, dass die Wurzeln faulen.
Nach einer erfolgreichen Überwinterung bringt sie in den nächsten Jahren mehr große Knospen und Blüten hervor. Mit einer früheren Ernte ist dann zu rechnen.

Artischocke als Gemüse nutzen

Artischocke, Sorte Madrigal

erntereife Artischocke

Möchte man Artischocken aus dem Garten als Gemüse ernten, so muss rechtzeitig gehandelt werden und die Pflanze darf nicht zum Blühen kommen. Man nutzt nur gut geschlossene Knospen. Damit diese aber möglichst groß werden, entfernt man die Nebenknospen am Trieb. Verwendet werden nur die inneren und unteren Teile der Knospenschuppen sowie der Blütenboden.
Artischockengemüse ist beim richtigen Erntezeitpunkt eine wunderbare Delikatesse: die Knospenschuppen liegen noch dicht und die Knospe fühlt sich prall und fest an. Verfärben sich die Schuppen oder spreizen sich schon ab, so wird es im Inneren zäh. Dann lassen Sie die Artischocke lieber aufblühen. Dies erfreut die Insekten.

(Bildautoren: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Bayerische Gartenakademie © LWG)

(Bildautoren: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Mareike Wurdack © LWG)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/251494/index.php

2020 – Gartentipp 31 – Die Kirschessigfliege – Schädling mit massiven Folgen

Himbeer-Versuch Stutel 2016-1

Die Erntezeit von Heidelbeeren und Himbeeren ist in vollem Gange. Doch leider bemerkt man nun verstärkt weiche und saftende Früchte. „Dies sind Schäden durch die Kirschessigfliege“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Ein durchschnittlicher Sommer wie 2020 ohne längere Phasen mit heißen Tagen, jedoch höherer Feuchtigkeit durch Tau und Niederschläge begünstigt das Auftreten des Fruchtschädlings, der gesundes reifendes oder reifes Obst befällt.

Warum tritt die Kirschessigfliege dieses Jahr wieder stärker auf?

Himbeere-KEF

Aus dem asiatischen Raum eingewandert machte die Kirschessigfliege besonders in den Jahren 2014 und 2016 von sich reden, da es zu großen Ernteschäden im Wein- und Obstanbau kam. Doch auch im Garten und in der Flur schädigt sie zunehmend Früchte, die im Sommer und Herbst reifen.
Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter, wie wir es in den letzten Wochen hatten. Immer wieder Regen, hohe Luftfeuchte (auch durch Taubildung) und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind optimale Lebensbedingungen und führen zu einer schnellen Vermehrung. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege liegt meist nur zwischen 14 und 21 Tagen. Zwischen dichten Sträuchern und in Hecken hält sie sich besonders gerne auf, da es dort länger kühl und feucht bleibt. Hätten wir wie in den letzten Jahren einen heißen und trockenen Sommer mit Temperaturen über 30 Grad, wären kaum Schäden zu erwarten. Bei diesen Bedingungen stellt die Kirschessigfliege ihre Vermehrung ein.

Schäden durch die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) schädigt, im Gegensatz zu den heimischen Arten der Frucht- und Essigfliegen, völlig intakte Früchte. Da die weiblichen Tiere einen kräftigen sägeartigen Legebohrer besitzen können sie die weiche Fruchthaut ansägen und ihr Ei dort ablegen. Leider ist die Kirschessigfliege nicht auf bestimmte Obstarten beschränkt. So schädigt sie vor allem späte Kirschen, späte Sommer- sowie Herbsthimbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, aber auch sehr reife Johannisbeeren; später folgen dann Kiwi, Schwarze Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, (blaue)Tafeltrauben und Wildfrüchte in der Flur.
Befallene Früchte sehen zunächst normal aus, denn die Fliegenlarven fressen unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch. Es entstehen erst kleine Dellen. Später fällt die Frucht immer mehr zusammen und saftet. Ist die Frucht noch nicht ganz zerstört, treten auf leichten Druck an der Einstichstelle Safttropfen aus. Das lockt vermehrt Wespen und andere Fruchtfliegen an, die weiter schädigen.

Vorbeugung und Bekämpfung der Kirschessigfliege

Brombeere-KEF

Brombeere-Kirschessigfliege

Da die Kirschessigfliege eine hohe Luftfeuchte liebt, unternehmen Sie alles, was dem entgegenwirkt wie ein lockerer Aufbau von Baumkronen und Sträuchern. Meiden Sie hohe Stauden und Gräser, damit die gefährdeten Obstarten leichter und schneller abtrocknen können. Das frühzeitige, das heißt deutlich vor der Reife, und dichte Einnetzen kleinerer Pflanzen ist eine effektive Methode. Die Maschenweite der feinen Netze beträgt 0,8 Millimeter (Gemüsefliegennetze, Moskitonetze). Erfolgreich geschützt werden einzelne Fruchttrauben beim Weinstock mit dem Eintüten in Organzabeuteln. Im Weinbau wird vorbeugend Kaolin (Heilerde) in der Traubenzone eingesetzt. Dies führt zu einem weißen Belag, der aber bei der Weinerstellung keine Probleme bereitet.
Ist schon Befall mit der Kirschessigfliege vorhanden, ist das zügige und vollständige Ernten wichtig. Herabgefallene sowie geschädigte Früchte müssen aus dem Garten entfernt werden und dürfen nicht einfach auf den Kompost gelangen bevor die Fliegenlarven abgetötet sind. Dies kann durch Überbrühen der Früchte mit kochendem Wasser sein, durch Ertränken in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel oder in geschlossenen Behältern mehrere Tage in der Sonne stehend.

Und in Zukunft?

Das Auftreten der Kirschessigfliege ist vornehmlich abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit im Sommer. Je nach Wetter wird es in den Jahren mehr oder weniger Schäden geben. Verschiedene Institute forschen an der Kirschessigfliege. So auch an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.
Nachfolgend finden Sie verschiedene weiterführende Informationen zur Kirschessigfliege sowie zum Forschungsprojekt.
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/gartencast/223595/index.php (Gartencast)
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php (Infoschrift)
http://www.lwg.bayern.de/weinbau/rebe_weinberg/083836/index.php (Forschungsprojekt)
http://www.lwg.bayern.de/weinbau/rebe_weinberg/109175/index.php

(Bildautoren: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Mareike Wurdack © LWG)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/250564/index.php

2020 – Gartentipp 30 – Urlaub zuhause – Genieße die Hängematte

Ruheplatz

Schattige Ecke

Die Urlaubszeit rückt näher, aber Weit-Wegfahren findet in diesem Jahr bei vielen nicht statt. „Der Garten kann so schön für eine Auszeit sein“ wissen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Mit ein paar Dekorationselementen lässt sich eine persönliche Oase schaffen.
Für viele Gartenbesitzer ist der Garten nicht nur mit Arbeit verbunden, sondern ein Ort um Kraft zu tanken und zu erholen, den Alltag für eine Zeit zu vergessen. Somit besonders in diesem Jahr auch die Möglichkeit seinen Urlaub zu verbringen.

Erholung und Entspannung

Warum immer in die Ferne schweifen? Der eigene Garten oder Balkon bietet so viel: er ist leicht zu erreichen und mit dem ausgestattet, was man für die Erholung braucht: eine Sitzecke, eine Liege oder eine Hängematte, umgeben vom blühenden Grün. Jeder hat eigene Bedürfnisse und kann diese in seinem Garten aus- und erleben. Rosenumrankte romantische Ecken, blühende Naturgärten, üppige Gemüse- und Obstgärten, Wasserstellen oder Teiche und bepflanzte Gefäße bieten nicht nur uns Wohlgenuss, sondern sind auch Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere. Nutzen Sie die freie Zeit, um zu beobachten und die Vielfalt im Garten zu genießen.

Schmetterling auf Sonnenhut

Frau Scheu-Helgert mit Hängematte

kleine Pause

Eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch, Grillen mit Freunden oder der Familie können individuelle und manchmal überraschend neue Möglichkeiten der Erholung sein, die leicht im Garten durchführbar sind. Manch einer entspannt auch bei der Gartenarbeit. Ein Garten lässt sich mit allen Sinnen erleben: sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise und nehmen Sie auch andere mit, z.B. Kinder. Der Garten lässt sich so ganz neu erleben und wird zu einem persönlichen Schatz und einer Kraftquelle.
Der Mensch in der Hängematte: dies ist Sinnbild für Entspannung und Loslassen vom Alltag. Der Hängematte wurde sogar ein eigener Feiertag gewidmet. Passend im Sommer ist es der 22. Juli. In einer Hängematte im Garten lässt sich der Sommer wunderbar genießen. Garteninitiativen, Kreisfachberater und die Bayerische Gartenakademie haben diesen Tag gewählt und in verschiedenen Regionen Gartenbotschafter in der Hängematte interviewt. Sie nehmen uns mit in ihren Garten. (www.gaerten.bayern.de ab 22. Juli)

 

 

Ideen aus anderen Gärten

Der berühmte „Blick über den Gartenzaun“ gibt Einblicke in andere Gartenschätze. Dort finden Sie oft sehr kreative Szenen, die zu Veränderungen im eigenen Garten anregen. Mit Stift und Papier oder dem Foto können Sie die Ideen aufnehmen. Umgestaltungen mit Pflanzen lassen sich dann schon im Herbst durchführen.
Die Gartenkultur ist sehr vielfältig. Allein schon private Gärten sind sehr unterschiedlich; sei es größenbedingt oder aufgrund der Nutzung. Besuchen Sie Gärten in Ihrer Umgebung und entdecken Sie die Vielfalt des Grüns, das unweit vom Zuhause liegt. Dies können öffentliche Parks oder Schlossgärten sein, aber auch Gärten von Privatpersonen, die diese öffnen, um an ihrem Kleinod teilhaben zu lassen. Wo Sie diese in Bayern finden sowie weitere Informationen erhalten Sie unter dem Link www.gaerten.bayern.de

(Bildautor: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/250345/index.php