2020 – Gartentipp 49 – Es ist Advent

Die besinnliche Zeit des Advents beginnt mit dem Entzünden der ersten Kerze. In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Zuhause ein wichtiger Ort des Lebens geworden. Da macht man es sich gemütlich und dekoriert weihnachtlich. Warum nicht auch mit Naturmaterialien? Im Garten oder bei Spaziergängen wird man fündig, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Natur bietet vieles, was sich in weihnachtliche Arrangements und Dekorationen einbinden lässt. Nutzen Sie die Zeit allein, mit dem Partner oder der eigenen Familie und lassen Sie sich inspirieren.

Adventliche Dekorationen

Besonders schön und einfach ist das Gestalten mit Zapfen. Und die Vielfalt ist groß: kleine Zapfen der Erle im Kontrast zu sehr großen Kiefernzapfen. Besonderheiten sind sicherlich die Zapfen der Sumpfzypresse. Aber auch Lärche, Scheinzypresse und Douglasie besitzen schöne Zapfen. Übrigens echte Tannenzapfen findet man nicht, denn bevor sie zu Boden fallen haben sie sich in einzelne Schuppen gelöst. Das Zapfensammeln lässt sich gut mit einem Waldspaziergang verbinden. Zapfen können einzeln dekoriert werden, mit Gold besprüht, aufgehängt oder auch nur eine Menge in einer großen Glasvase gesammelt werden. Kombiniert mit einer kleinen Lichterkette oder mit Glaskugeln, erstrahlt das Gefäß in weihnachtlichem Glanz.

Der Zierapfel aus dem Garten lässt sich ebenfalls für eine winterliche Dekoration nutzen. Allerdings müssen Sie den Zweig abschneiden und ins Haus bringen bevor tiefere Fröste einsetzen Dann lassen sich die Mini-Äpfel sehr vielseitig verwenden, die durch ihre Form und Farbe ein bisschen kleinen Christbaumkugeln ähneln. Ganz einfach geht es, wenn man Fruchtzweige schneidet und sie in eine Vase stellt. In Kombination mit dem Grün von Nadelgehölzen wie Eibe und Tanne kommen die Früchte besonders zur Geltung. Befinden sich noch Flechten am Ast der Zieräpfel unterstreicht dies die Natürlichkeit. Abgeschnittene Fruchtbüschel schmücken Kränze und Gestecke.

Moos, Flechten, bizarre kahle Zweige besetzt mit Hagebutten oder Schlehen, Samenstände von Stauden und Clematis…… so vieles lässt sich für eine natürliche adventliche Dekoration verwenden. Mit Licht und Kugeln kombiniert wirkt es besonders festlich.

Ausgefallen ist ein Weihnachtsschmuck mit getrockneten Chili-Früchten. Die sehr scharfe Sorte ‘Lila Luzy F1‘ trägt den Sommer über kleine Früchte in den Farben lila, gelb, orange und schließlich rot. Die etwa drei Zentimeter großen kompakten Früchte trocknen schon gut an der Pflanze ein oder man trocknet sie zum Zeitpunkt der Rotfärbung. Durch das intensive und anhaltende leuchtende Rot erleben Weihnachtsdekorationen eine neue „Schärfe“.

Barbarazweige

Vergessen Sie den 4. Dezember nicht. Am Barbaratag werden traditionell Tag Zweige von Kirschen oder anderen winter- und frühlingsblühenden Gehölzen wie Winterjasmin, Forsythie, Apfel, Zierquitte, Pfirsich, Mandel, Zierkirsche und anderen geschnitten. Stellen Sie dazu die Triebe in ein Gefäß mit handwarmem Wasser, das alle paar Tage gewechselt wird. Sie sollen bis Weihnachten erblühen. Fröste vor dem Schnitt sorgen für ein gleichmäßiges Erblühen der Knospen.

Übrigens können Sie bis ins Frühjahr hinein derartige Zweige immer wieder neu aus dem winterlichen Garten in die Wohnung holen. Ganz nebenbei lichten Sie so Ihre Blütensträucher oder Obstbäume aus, verjüngen diese und fördern die Vitalität der Pflanze. Achten Sie vor dem Schneiden auf die Knospen am Trieb. Dicke Knospen bringen Blüten hervor, spitze und dünne Knospen dagegen Blätter.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie, LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2020 – Gartentipp 48 – Lagerfäulen beim Apfel

Die Zeit der Apfelernte ist vorbei. Die Früchte liegen im Lager. Dort werden sie stetig kontrolliert und verwertet. Doch immer wieder findet man faulige Äpfel. Momentan gibt es häufig Fragen zu Lagerfäulen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Witterungseinflüsse während des Jahres können ursächlich für unterschiedliche Pilzinfektionen an Apfelfrüchten sein. Sichtbar werden die Schäden oft erst bei der Lagerung.

Lagerfäulen mit unterschiedlichen Erregern

Viele Fruchtfäulen treten erst während der Lagerung auf. Optisch erkennt man sie meist nicht auf den Äpfeln. Jedoch sind verschiedene pilzliche Erreger, oft schon während des Wachstums und der Reife am Baum, auf die Früchte gelangt. Die Sporen haften dann unsichtbar an den Früchten. Im Laufe der Lagerung erscheinen dann erste Faulstellen, vor allem an Äpfeln mit verletzter Fruchthaut.
Eine typische Lagerfäule ist die Alternaria-Schwarzfäule. Hierbei entstehen große schwarze Faulstellen, die jedoch nicht tief in das Fruchtfleisch eindringen. Da die Krankheit im Lager nicht ansteckend ist, treten die schwarzen Früchte nur vereinzelt auf.
Ganz schwarz oder glänzend braun verfärben sich Früchte, die mit Monilia-Schwarzfäule befallen sind. Auch das Fruchtfleisch ist dunkel und lederartig zäh. Später bilden sich weiße Sporenlagertupfen auf der Schale. Die Krankheit ist ansteckend, weshalb befallene Früchte oft zusammenkleben.
Eine ebenfalls ansteckende Lagerfäule, die auch schnell auf gesunde Früchte übergreifen kann, ist die Penicillium-Fruchtfäule. Hier bilden sich zunächst wässrige, weiche hellbraune Flecken, die sich dann schnell vergrößern. Später bilden sich weiße und grünlich-blaue Pilzsporen. Das faulige Fruchtfleisch fällt zusammen und Fruchtsaft tritt aus. Botrytis-Fruchtfäule und Mucor-Köpfchenschimmel sind ebenfalls ansteckend.
Bei der Gloeosporium-Fruchtfäule oder auch Lentizellenfäule bilden sich oft mehrere rundliche braune Faulstellen mit wenigen Zentimetern Durchmesser um die Lentizellen, den Schalenpunkten auf der Fruchthaut. Die „Sporenpunkte“ können schwarz, weiß oder gar rosa gefärbt sein. Nach feuchten Sommern tritt diese Krankheit im Lager häufiger auf. Aufgrund des Geschmacks befallener Äpfel, nennt man die Krankheit auch „Bitterfäule“.

Den Lagerfäulen vorbeugen

Für die Vorratshaltung lagern Sie grundsätzlich bei der Ernte nur gesundes, makelloses und schadfreies Obst ein. An Wunden und geschädigten Stellen siedeln sich leicht pilzliche Erreger an, deren Sporen unsichtbar in Obstlager gelangen. Sorgen Sie für möglichst kühle, jedoch frostfreie Lagerbedingungen.
Für eine vorbeugende Bekämpfung der Lagerfäulen gehört auch die Baumhygiene. Sporen von Fruchtfäule-Erregern haften an Frucht- und Blütenmumien, die über den Winter am Baum hängen geblieben und stark eingetrocknet sind. Diese infizieren dann über die Blüte oder jungen Früchte bereits den neuen Behang, vor allem wenn Verletzungen am Obst entstehen. Entfernen Sie daher diese Frucht- und Blütenmumien beim Baumschnitt, sinnvollerweise vor dem Austrieb.
In Büscheln dicht hängende Äpfel sind durch Lagerfäulen gefährdet. Die Reibung aneinander verletzt die Fruchthaut und Pilzsporen können eindringen. Vereinzeln bzw. Ausdünnen überzähliger Früchte des Büschels bereits im Juni wirkt dieser Gefahr entgegen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2020 – Gartentipp 47 – Der Topfgarten im nahenden Winter

Stauden, klein bleibende Zier- und Obstgehölze pflanzt man in Gefäße, wenn kein Garten oder nur ein sehr kleiner vorhanden ist. Balkone, Terrassen und Hauseingänge werden optisch aufgewertet. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge, wie Sie den Topfgarten auf den nahenden Winter vorbereiten.

In Töpfen sind Pflanzen mobil. Frostbeständige Gefäße lassen sich immer wieder umstellen und verschaffen auch in der kalten Jahreszeit wechselnde Anblicke.

Schutzmaßnahmen für die Gewächse

Um die Pflanzen bei Bedarf schnell zu schützen, werden sie an die Hauswand oder unter eine Überdachung gerückt. Günstig ist auch eine Stelle, bei der die Pflanzen dem Regen und Schnee nicht direkt ausgesetzt sind. So beugen Sie einer möglichen Vernässung des Substrates vor. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können, damit sich keine Staunässe bildet. Dies lässt die Pflanzen absterben. Daher sollten Sie die Untersetzer entfernen.

Kälteschutz von unten bieten beispielsweise Styroporplatten, auf die man die Gefäße stellt. Ein Wasserablauf muss jedoch gewährleistet sein. Die Töpfe und anderen Gefäße bekommen einen Mantel aus Jutegewebe, Noppenfolie, Kokosmatten und ähnlichem. Kleinere Töpfe können Sie in ein größeres Gefäß stellen, das mit Laub oder Rindenmulch gefüllt ist. Anschließend bieten Deckschichten aus Laub- oder Nadelreisig Schutz von oben.

Beginnen Sie die Kälteschutzmaßnahmen nicht zu früh. Einzelne und leichte Fröste verkraften die Pflanzen problemlos, ohne spezielle Schutzmaßnahmen. Erst bei dauerhaftem Frost wird „eingewintert“.

Wassernot im Winter

Stauden und Gehölze sind in der Regel ausreichend frosthart. Das Problem liegt an der Wurzel. Bei Pflanzen, die im Gartenboden wachsen friert es von oben in den Wurzelbereich. Die Wurzeln der Gartenpflanzen reichen bis in tiefere, nicht gefrorene Bodenschichten. Sie können weiterhin benötigtes Wasser aufnehmen.

Anders ist es im Topfgarten. Hier dringt der Frost von allen Seiten an die Wurzel heran. Das ist vor allem für immergrüne Pflanzen problematisch. Doch schädigt weniger die Kälte, sondern die sogenannte „Frosttrocknis“. Durch die kalten Temperaturen gefriert das verfügbare Wasser und die grünen Blätter der Pflanzen können sich nicht versorgen. Im Frühjahr sehen die Pflanzen erfroren aus. Sie sind jedoch vertrocknet, weil sie aufgrund der frostigen Witterung kein Wasser aufnehmen konnten. Gießen Sie deshalb vorsichtig an Tagen mit milden Temperaturen, bevor der Wurzelballen austrocknet. Besonders immergrüne Laubgehölze oder Nadelgehölze verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2020 – Gartentipp 46 – Herbstliche Gärten mit Gräsern

Nackt sehen die Bäume und Sträucher aus, wenn ihr buntes Laub zu Boden gefallen ist. Doch ein Garten sieht auch im Spätherbst und Winter malerisch aus, wenn Gräser integriert sind, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gräser sind sehr verschiedenartig. Durch ihre filigranen Strukturen verbinden sie andere Gartengewächse harmonisch zu einem Bild. In der Herbstsonne leuchten Tautropfen an den Halmen und Blütenständen. Spinnennetze, die zwischen den Halmen gesponnen wurden, sind mit Raureif bedeckt.

Gräser für Jeden

Die Gräservielfalt ist riesengroß. Selbst in kleinen Reihenhausgärten lassen sich bestimmte Arten und Sorten verwenden, genauso wie in großen, parkähnlichen Grundstücken. Sie können Mittelpunkt sein oder zarte Begleiter zu Stauden und Gehölzen. Abhängig von ihrer Art eignen sich Gräser für sonnige Rabatten, als Begleiter für Rosen, in Steppengärten und für Steingärten. Andere gedeihen auch im Halbschatten oder Schatten. Gräser treiben im Frühjahr oft spät aus. Erst im Sommer und Frühherbst erreichen sie ihre Pracht durch ihre Wuchsgröße und die Blütenstände. Horstbildende Gräser können je nach Wuchshöhe im Hintergrund, in der Mitte des Beetes oder auch im Vordergrund stehen. Sie setzen Akzente oder kaschieren manche Lücken.

Bunte Gräser

Manche Zierformen besitzen eine attraktive Blattfärbungen deren Farbpalette von Gelb über Rot zu Kupfer und Bronze reicht. Auch blaue, silberblaue und graue Farbtöne findet man. Andere Gräser bekommen eine regelrechte Herbstfärbung, wenn die Farben im Spätsommer und Frühherbst intensiv werden. Es gibt Sorten mit längsgestreiften oder quergestreiften, weißen oder gelben Bändern in den grünen Blättern.
Die Halme sommergrüner Gräser färben im Herbst oft gelb bevor sie verbräunen. Immergrüne wie Segge und Marbel zieren auch noch im Winter mit grünen Trieben. B

eide Gras-Arten bleiben niedrig und vertragen Halbschatten und Schatten gut.

Bewegte oder ruhende Gräser

Gräser wie Chinaschilf, Ruten-Hirse und Diamantgras wachsen straff aufrecht. Sie schaffen einen formalen Charakter, wenn sie in Reihe gepflanzt werden. Überhängende, bogig wachsende Gräser dagegen verbinden unterschiedliche Pflanzenhöhen und kaschieren im Herbst unschön gewordene Stellen. Außerdem heben diese Gräser die straff aufrechten und dunkelbraunen Samenstände der Sonnenhüte hervor. Dazu gehören Pfeifengräser, Lampenputzergras und Federgras.

Gräserpflanzung und -pflege

Auch wenn jetzt im Herbst Gräser besonders attraktiv sind, pflanzen Sie sie erst im Frühjahr, wenn der Gartenboden erwärmt ist. Auch das Teilen großer Horste und Neupflanzen sollte im Frühjahr geschehen. Es besteht die Gefahr, dass bei einem nassen Winter die Gräser faulen, da sie noch nicht richtig gewurzelt haben. Ausnahme: In Weinbaugebieten und bei durchlässigen Böden können Gräser, außer Pampasgras und Orientalisches Lampenputzergras, auch im Herbst gepflanzt werden. Die Böden sind noch warm, die Vegetationszeit ist durch den Klimawandel länger, bei einer Pflanzung bis Mitte November wurzeln sie noch ein. Wichtig ist dann evtl. Winterschutz mit dünner Laubschicht, wenn es doch sehr kalt werden sollte und Wässern, wenn der Winter trocken bleibt.

Diamant-Gras

Noch bevor die neuen Triebe erscheinen schneidet man sommergrüne Gräser im zeitigen Frühjahr bodennah ab. Blätter und Fruchtstände bleiben über den Winter dekorativ und bieten Vögeln Nahrung aus den Samenständen. Bei Immergrünen entfernt man braun gewordenen Halme und Blätter.
Manche Gräser besitzen einen regelrechten Ausbreitungsdrang! Während horstbildende Arten nach einigen Jahren verjüngt werden, da sie von Innen verkahlen, können ausläuferbildende Arten schnell zu einem Problem im Garten werden, wenn man sie nicht aufhält. Andere Gräser samen sich aus und gehen im Garten auf Wanderschaft.
Gräser gestalten einen Garten. Informieren Sie sich jedoch rechtzeitig und umfassend über die jeweiligen Standortbedingungen und das Wuchsverhalten. Dann haben Sie viel Freude, auch noch im Herbst und Winter!

(Bilder: Christine Scherer, Isolde Keil-Vierheilig© Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2020 – Gartentipp 45 – Süßkartoffel, Yacon und Topinambur: Tolle Knollen für den Winter

Yacon – Blüte

Gemüse aus dem eigenen Garten ist auch in den Wintermonaten beliebt. Dazu gehören Wurzel- und Knollengemüse. Doch es gibt weit mehr als Kartoffel, Sellerie, Möhre und Co. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen weniger bekannte Arten vor.
Wird es nachts kalt und legt sich erster Reif über die Landschaft, dann ist Zeit für die Ernte von Süßkartoffel und Yacon. Topinambur darf noch im Boden bleiben. Winterliche Gerichte mit tollen Knollen aus dem Garten genießt man in der kalten Jahreszeit.

 

Süßkartoffel oder Batate

Mäusefraß an Süßkartoffel

Batate aus der Kiste

Immer häufiger bauen Gemüseliebhaber die erstaunlich problemlose Süßkartoffel im Garten, im Hochbeet oder sogar in einem breiten Balkonkasten an. Die Ernte erfolgt meistens in einem Arbeitsgang, eine frische Ernte – vom Beet in den Kochtopf – wie bei der Kartoffel ist nicht möglich. Frisch geerntete Süßkartoffeln sind nämlich zunächst geschmacklos. Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmt der erste leichte Raureif. Dann wachsen auch die Knollen nicht mehr weiter. Mit einer Grabgabel hebt man sie vorsichtig aus der Erde. Es ist gut, wenn der Boden nicht zu nass ist, dann klebt nämlich weniger Erde an den Knollen. Notfalls die Erde antrocknen lassen und abschütteln. Durch Mäuse angefressenes oder anders geschädigtes Erntegut wird aussortiert und zuerst verwertet. Bis zum „süßen“ Genuss dauert es nun aber noch ein bisschen. Es folgt das „Curing“, eine zweiwöchige Wärmephase bei gut 24 Grad nach der Ernte: Dies macht die Knollen lagerfähig und wandelt Stärke in Zucker um, was dann den süßlichen Geschmack ausmacht. Dabei härtet die Schale aus, die Knollen werden haltbar. Danach hebt man die Süßkartoffeln bei 12 bis 16 Grad auf – moderne Kellerräume, für Kartoffeln viel zu warm, sind für Süßkartoffeln nahezu ideal. Ist es zu kalt, faulen die Knollen leicht.
Lust zum Ausprobieren? Dann pflanzen Sie im nächsten Jahr ab Ende Mai ein paar Pflänzchen. Schnell bedecken sie das Beet mit langen Blätterranken, während sich im Boden die Knollen entwickeln.

Yacon

Yacon-Wurzel

Yacon nach dem ersten Frost

Eher unbekannt ist Yacon. Verwandt mit Topinambur bildet die Pflanze den Sommer über eine imposante Grünpflanze, später erscheinen kleine gelbe Blüten. Diese werden von Bienen gerne besucht. Unterirdisch bildet sich ein verdickter Wurzelstock. Nach den ersten leichten Frösten, wenn sich die Blätter verfärbt haben, wird er vorsichtig aus dem Boden gehoben und geerntet. Anders als Dahlien sitzt in der Mitte eine kompakte Knolle, die ganz ähnlich wie bei Dahlien sehr gut bis ins nächste Jahr lagern kann. Die dicken, strahlenförmig verteilten walzenförmigen Wurzeln werden vorsichtig abgelöst, wie bei Süßkartoffeln gut zwei Wochen bei Zimmertemperatur gelagert und dann gegessen. Von Vorteil ist ein sandiger Boden, da die saftigen Wurzeln leicht brechen. Diese lagert man dann trocken und frostfrei. Verwendet werden die dicken Wurzeln roh, gekocht oder gebraten. Geschmacklich erinnern sie ein bisschen nach Melone und Birne. Wer keine Wurzelknollen hat, kann sich diese über Internetangebote bestellen. Später verwendet man dann seine eigenen für die Weitervermehrung. Nach den Eisheiligen erfolgt die Pflanzung in ein vorbereitetes lockeres Gartenbeet.

Topinambur

Während die zwei vorgenannten Gemüse nicht winterhart sind und rechtzeitig aus dem Boden müssen, ernten viele die Topinambur-Knollen erst zum Ausgang des Winters. Am besten erntet man nach Bedarf, weil die zarten Knollen auch im kühlen Lagerraum sehr schnell austrocknen und dann recht fade schmecken. Verwenden Sie besser die größeren Knollen, auch wenn sie nur gewaschen und nicht zwingend geschält werden müssen. Die Kleinen stecken Sie einfach wieder in die Erde. Dort bilden sie im nächsten Sommer stattliche Pflanzen mit gelben „Sonnenblumen-Blüten“, die im Spätsommer blühen. Wo es Topinambur gefällt, vermehrt sich die Pflanze und breitet sich unterirdisch aus. Wer also nicht den ganzen Garten zugewuchert haben möchte, pflanzt die Knollen mit einer Wurzelsperre oder in ein großes Gefäß.

Alle Drei….

…. lassen sich roh, gekocht und gebraten verwenden. Der Trend geht zu ausgefallenerem Gemüse, das im Garten oder in großen Gefäßen angebaut werden kann und den Speiseplan bereichert. In modernen Kochbüchern oder auch auf Kochseiten im Internet findet man eine Vielzahl kreativer Rezeptideen. Durch die Knollenbildung sind die Gemüse recht genügsam, pflegeleicht und auch für Garteneinsteiger geeignet.

(Bilder: Christine Scherer und Marianne Scheu-Helgert© Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2020 – Gartentipp 44 – Pflanz dein eigenes Obst!

Obst aus dem eigenen Garten gewinnt immer mehr Liebhaber. Das erfahren auch die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon. Der Herbst ist eine ideale Zeit für das Pflanzen von Obstgehölzen. Baumschulen und anderen Gartenfachgeschäften bieten nun eine besonders große Auswahl.
Bei der Pflanzung eigener Obstgehölze greift man gerne auf Liebhaber- oder Lieblingssorten zurück, die der Obsthandel nicht oder nur selten anbietet. So wird der Garten zur besonderen Obst-Oase mit saftigen und leckeren Früchten.

Pflanzung im Herbst

Die Pflanzen gehen in die Wachstumsruhe, wenn die Blätter bunt färben und abfallen. Die Wurzeln jedoch wachsen bei ausreichend warmem Boden und Feuchtigkeit weiter. Somit profitieren Neupflanzungen davon und bilden noch vor dem Winter neue Wurzeln. Herbst- und Winterniederschläge bringen Feuchtigkeit in den Boden. Die Pflanze erhält ideale Startbedingungen für den Austrieb im Frühjahr und übersteht Trockenperioden besser. Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie Gehölze pflanzen. Besonders in Gebieten mit milden Wintern und trockenen Sommern ist eine Herbstpflanzung ideal.
Eine Herbstpflanzung eignet sich für alle nicht frostempfindlichen Obstgehölze. Dazu zählen Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge sowie Beerensträucher wie Johannis- und Stachelbeere. Sie bilden dann einen kräftigen Austrieb im Frühjahr. Lediglich Pfirsich, Aprikose, Tafeltraube sowie andere frostempfindliche Obstarten wie Brombeere, Kiwi, Feige pflanzt man besser im Frühjahr, um den ersten Winter zu umgehen. Auch in sehr rauen Gebieten, wo es schon bald stärkere Fröste gibt, verschiebt man die Arbeiten auf das nächste Frühjahr.

Wurzelnackte Pflanzware

Ab Mitte Oktober, wenn das Laub beginnt von den Pflanzen abzufallen, roden die Baumschulen ihre angezogenen Gehölze von den Feldern und bieten das Baumobst als Hoch- und Halbstämme häufig wurzelnackt an. Wurzelnackte Ware steht nicht in einem Topf (Container). Die Erde wurde von den Wurzeln großzügig abgeschüttelt. Wurzelnackte Pflanzen sind in der Regel preisgünstiger als Topfware. Schützen Sie die empfindlichen Wurzeln bis zum Einpflanzen vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind. Bedecken Sie deshalb die Gehölzwurzeln kurzzeitig mit Erde oder schlagen Sie sie in einen feuchten Jutesack ein, wenn Sie nicht gleich zum Einpflanzen kommen. Beschädigte Wurzeln werden bis zur Bruchstelle abgeschnitten.

Obstgehölze aus dem Topf

Getopfte Pflanzen (Containerpflanzen) können fast das ganze Jahr einen Platz im Garten bekommen. Aber auch hier hat sich die Pflanzung im Herbst bewährt. Oft sind es kleinbleibende Baumobstarten und -sorten auf schwachwachsenden Veredlungsunterlagen oder Beerensträucher. Diese eignen sich für Gärten mit wenig Platz. Nicht nur, dass die Krone kleiner bleibt, auch lassen sich schmale Spaliere ziehen. Selbst ohne Garten finden die Pflanzen einen Platz: auf dem Balkon gedeihen sie mehrere Jahre in einem entsprechend großen Topf. Dann müssen Sie auf ausreichend Winterschutz achten.

Das Pflanzen

Grundsätzlich sollte das Pflanzloch mindestens doppelt so groß wie der Wurzelstock sein. Es ist auch sinnvoll den weiteren Bodenbereich zu lockern. Das erleichtert das Einwurzeln und beseitigt Verdichtungen im Untergrund. Mischen Sie den ausgehobenen Gartenboden mit etwa einem Drittel Pflanzerde und noch etwas Kompost. Bei sehr schweren lehmigen Böden sollten Sie noch Splitt oder Kies unterheben. Nun kommt die Pflanze dran: Ist sie wurzelnackt, werden nur verletzte und zu lange Wurzeln gekappt. Bei Topfware ist es wichtig den Wurzelballen aufzureißen und einen Teil der Wurzeln freizulegen. Haben sich schon sogenannte Ringwurzeln gebildet, müssen diese aufgerissen oder mit der Schere oder dem Messer aufgeschnitten werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Wurzeln nur im Ring weiterwachsen und sich nicht im Gartenboden verankern und Halt finden. Füllen Sie das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde, aber pflanzen Sie nicht zu tief. Nur wenig Erde sollte über der ursprünglichen Pflanztiefe liegen. Nun wird noch etwas festgedrückt und selbst bei nassem Boden mit einem weichen Wasserstrahl angegossen, damit die Wurzeln guten Kontakt mit dem Gartenboden bekommen.

(Bilder: Autorenname © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2020 – Gartentipp 43 – Herbstlaub im Garten

Mit den bunten Farben der Laubblätter zeigt sich die Natur noch einmal von ihrer schönsten Seite. Doch nach den ersten Frösten fallen die Blätter dann zügig von den Gehölzen. Doch wohin mit dem Laub? Von den Fachleuten der Bayerischen Gartenakademie erhalten Sie Tipps, was Sie mit den Blättern tun können.
Bunte Blätter zieren Herbstgestecke und finden Platz in Dekorationen. Im Garten geben die Blätter Schutz und liefern im verrotteten Zustand Nährstoffe. Doch nicht überall sind die gelben, roten und orangefarbenen Blätter erwünscht. Sie können Gefahrenquelle, Überträger von Schadorganismen und Heim für Schädlinge sein.

Wertvolles gesundes Falllaub

Fallen Blätter von Bäumen und Sträuchern, so können sie meist auch dort verbleiben. Sie bedecken den Boden und schützen ihn vor starker Kälte. Als dickere Schicht unterdrücken sie aufkeimende Unkräuter. Ein Zuviel an Blättern können Sie in dünnen Lagen zwischen den Pflanzen der Staudenbeete oder auf dem abgeräumten Gemüsegarten verteilen. Neben dem Winterschutz für Pflanzen sind Laubblätter auch Nahrung für Bodenlebewesen und Mikroorganismen. Diese zersetzen die Laubmasse und geben Nährstoffe frei, die von den Pflanzen in der nächsten Gartensaison genutzt werden.
Belassen Sie die abgestorbenen Blätter an den Stauden. Sie schützen nicht nur die Pflanzen, sondern geben Insekten und anderen Kleintieren zusammen mit den Stängeln eine Überwinterungsmöglichkeit.
Ist dann immer noch Laub übrig, kann es auch kompostiert werden. So bleibt auch schwer zersetzbares Laub von Walnuss und Eiche im Gartenkreislauf. Für die schnellere Verrottung zerkleinert man die Blätter und gibt sie schichtenweise oder vermischt mit anderem grünen Material (z. B. Rasenschnitt) auf die Kompostlege. Ganz einfach: Verteilen Sie das abgetrocknete Laub auf der Rasenfläche und fahren Sie mit dem Rasenmäher darüber.

Unerwünschtes Falllaub

An manchen Stellen im Garten ist Falllaub unerwünscht und kann sogar zur Gefahr werden. Feuchte Laubblätter bilden auf Gehwegen richtige Rutschpartien. Entfernen Sie deshalb die Blätter rechtzeitig, bevor sie auf den Wegen festkleben und vergammeln. Damit die Rasengräser genug Luft bekommen, nehmen Sie dort zumindest größere Blattmassen weg. Hier besteht sonst die Gefahr, dass sich verschiedene Pilzkrankheiten über den Winter ausbreiten. Im Teich sind Blätter ebenfalls unerwünscht. Das eingefallene Laub zersetzt sich und gibt Nährstoffe frei, was im nächsten Jahr das Algenwachstum fördern könnte.

Falllaub aus dem Garten entfernen

Laub kann Überträger von Schadorganismen sein. In feuchten Jahren sind manche Pilzkrankheiten besonders stark ausgeprägt. Problematisch sind hier z. B. Sternrußtau an Rosen oder Cylindrocladium am Buchs. Befallenes Laub, das auf der Erde liegen bleibt, kann mit seinen Pilzsporen schon den Neuaustrieb im Frühjahr infizieren. Entfernen Sie deshalb sicherheitshalber solche Blätter und entsorgen Sie diese über den Biomüll oder den Grüngutabfall.
Laub dient leider auch als Überwinterungsschutz für Wühlmäuse. Unter einer dicken Laubschicht fühlen Sie sich besonders wohl. Gerade um Baumscheiben ist es besser, wenn die Blätterschicht über den Winter abgeräumt wird.

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2020 – Gartentipp 40 – Pflanzen begeben sich auf (Welt)reise

Immer wieder treten neue Pflanzenschädlinge auf, eingeführte Pflanzen vermehren sich explosionsartig „Sicherlich trägt der Klimawandel dazu bei, dass es den neuen Organismen hier bei uns gefällt. Doch eingeschleppt werden sie oft durch den Pflanzentransport. Seien Sie deshalb wachsam, wenn Pflanzen oder Pflanzenteile aus anderen Ländern kommen“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

2020 ist das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit. Ein Grund mehr beim Pflanzenkauf genauer hinzuschauen, informiert das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut JKI).

 

Unbestellte Pflanzen aus der Samentüte

Plötzlich wird man mit Samenpäckchen im Briefkasten überrascht. Der genaue Absender der unbestellten Ware ist oft nicht erkennbar, doch führt die Spur nach Asien. Das JKI warnt jedoch davor, die Pflanzen auszusäen. Auch wenn man es den Samen nicht ansieht, so können sich in oder am Samen schädliche Krankheiterreger befinden, die in Europa zu den Quarantäne-Schadorganismen zählen wie bestimmte Bakterien, Pilze oder Viren. Auch könnte es sein, dass es sich bei den Samen um nicht heimische Pflanzenarten oder Unkräuter handelt, die sich unkontrolliert stark ausbreiten. Deshalb: Entsorgen Sie das Saatgut im Restmüll! Weitere Informationen erhalten Sie beim JKI und unter folgendem Link: https://www.julius-kuehn.de/presse/pressemeldung/news/pi2020-11-das-jki-warnt-unbestellte-pflanzensamen-nicht-aussaeen/

Das Übel aus den Gärten fernhalten

Durch zunehmenden Pflanzenhandel wächst auch die Gefahr Pflanzenkrankheiten und Schädlinge einzuschleppen und zu verbreiten. Das JKI setzt sich dafür ein, Pflanzen und deren Erzeugnisse in Deutschland und der EU vor den Schadorganismen zu schützen, oder zumindest das Auftreten zu verzögern. Regelmäßige Gesundheitssichtungen von Pflanzenfrachtgut an Flughäfen und Häfen dienen zur Kontrolle, um Schaderreger zu entdecken und dann fern zu halten.

Die großflächige Verbreitung der schädigenden Kirschessigfliege geschah über den Im- und Export infizierter Früchte. Durch schadhaftes Beerenobst gelangte sie schließlich auch nach Deutschland. Die milden Winter sorgten dafür, dass sie sich bei uns etabliert hat.

Kennen Sie den Pflanzenpass?

Vielleicht sind Ihnen Aufkleber auf den Töpfen neu gekaufter Pflanzen aufgefallen. Warum jetzt das? Es ist der Pflanzenpass: das Etikett für pflanzliche Waren, die innerhalb der EU gehandelt werden. Er bestätigt, dass die Waren den Pflanzengesundheitsvorschriften entsprechen. Außerdem enthält das Etikett, neben dem botanischen Namen der Pflanze, auch die Registriernummer des Handelsunternehmens bzw. der Gärtnerei, die die Pflanzen angebaut haben.

Manche Pflanzenware bekommt man nur über den Online-Handel. Achten Sie auch hier auf das Pflanzengesundheitszeugnis. Dieses sichert eine nachhaltige Pflanzenproduktion und soll das Einschleppen und Verbreiten von Pflanzenschädlingen verhindern. Somit schützt es die Pflanzen und die Umwelt sowie uns als Verbraucher. Informationen des JKI: https://www.youtube.com/watch?v=fxAf-ZGmNP0&feature=youtu.be

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig© Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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