Gemüse und Obst für Balkon und Terrasse



Mit einem Balkon- oder Terrassengarten wird man zwar nicht zum Selbstversorger in Sachen Gemüse und Obst. Dennoch lässt sich der Speiseplan mit Erntefrischem aus dem eigenen Topfgarten wirkungsvoll bereichern, da sich viele Arten und Sorten problemlos auch in Kästen oder Kübeln ziehen lassen. Bevor es an die Durchführung geht, bedarf es jedoch einiger Überlegungen und Vorbereitungen.

Inhalt

  Gemüse

  • Standort
  • Pflanzgefäße
  • Substrat und Nährstoffversorgung
  • Optische Gestaltung
  • Bepflanzungsbeispiel für einen 80 cm Balkonkasten
  •   Topfobstbäume

  • Pflanzgefäße
  • Die Pflanzerde
  • Sortenwahl
  • Schnitt an Topfobstbäumen
  •   Topfbeerenobst

  • Sortenwahl
  • Schnitt von Beerenobst in Pflanzgefäßen

  • Gemüse

    Fast alle Gemüse-Arten sind sonnenhungrig und somit sozusagen prädestiniert für den Anbau in Blumenkästen.
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    Standort

    Je heller und sonniger der Standort, desto üppiger die Entwicklung und der Ertrag der Pflanzen. Am besten eignen sich Südost- und Südwestlagen. Reine Südlagen sind günstig für Wärme liebende Gemüse wie Tomaten, Paprika und Auberginen - für Blattsalate und Spinat im Hochsommer meist jedoch zu heiß. Hier gilt es besonders auf eine gute Wasserversorgung zu achten. Die meisten Fruchtgemüse bevorzugen einen wind- und regengeschützten Standort. Nach Westen offene Standorte sind bei stürmischem Wetter oder Gewitter Wind und Regen am meisten ausgesetzt.
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    Pflanzgefäße

    Die Auswahl an Materialien, Formen, Größen und Design ist riesig. Als Pflanzgefäße eignen sich Balkonkästen, Töpfe, Ampeln, Schalen aus Ton, Holz, Kunststoff oder Eternit. Auch Substratsäcke oder PE-Beutel kommen in Frage. Auf ausreichende Wasserabzugslöcher oder den Überlauf bei Wasserspeichergefäßen ist besonders zu achten, damit nach Niederschlägen oder zu starkem Gießen keine Staunässe auftreten kann. Die Gefäße sollten lieber zu groß als zu knapp gewählt werden, denn Gemüsepflanzen brauchen für guten Ertrag einen ausreichenden Wurzelraum. Auch die Standfestigkeit hoch wachsender Pflanzen lässt sich dadurch verbessern. Für Tomaten oder Gurken eignen sich Einzelgefäße von 5-15 Liter. Balkonkästen mit 80 cm Länge sind für gemischte Pflanzungen niedrig wachsender Gemüse und Kräuter gut geeignet.
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    Optische Gestaltung

    Die optische Gestaltung des Gemüsegartens auf dem Balkon erfordert Kreativität und Experimentierfreude.
    Die Nutzpflanzen sollten immer mit bunten Kräutern und einigen Sommerblumen ergänzt werden. Hübsche Blütenpflanzen (Artischocken, Feuerbohne, Pepino) können mit bunten Blattgemüsen (Pflücksalat, Mangold, Asiasalat) und duftenden, aromatischen Kräutern (Basilikum, Minze u. a.) gemischt werden.
    Um den knappen Platz auf Balkon oder Terrasse voll auszuschöpfen, sollten alle Ebenen genutzt werden, z. B. die Hauswand (als Rankspalier für kletternde Pflanzen), Decke (für Hängeampeln), Balkonbrüstung und der Boden.
    Die Pflanzen sollten je nach ihrem Wuchscharakter in verschiedenen Ebenen angeordnet werden: aufrecht und hoch wachsende Gemüse bilden die Leitpflanzen. Sie kommen in den hinteren Bereich, mittlere, niedrige oder hängende Arten (Begleitpflanzen) kommen in den vorderen Bereich.
    Bei der Bepflanzung von Balkonkästen kann je nach Pflanzenauswahl etwa 1 Pflanze je 10 cm Kastenlänge gesetzt werden. Bei kleinwüchsigem Gemüse wie Rukola, Schnittsalat, Feldsalat kann die Zahl nach oben variiert werden. In Container kommen je nach Gefäßgröße 1 Leitpflanze und 2-3 Füllpflanzen im unteren Bereich.
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    Bepflanzungsbeispiel für einen 80 cm Balkonkasten

    Tomate ´Red Robin´ Paprika ´Variegato´ Zitronengras Aubergine ´Bambino´
    Basilikum ´Rubra´ Currykraut Brachyscome Zitronenthymian
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    Topfobstbäume

    Die Topfkultur von Obstgehölzen belebt Balkone, Terrassen, Dachgärten, gepflasterte Innenhöfe in Form von Buschformen, Spalieren oder auch mit Mehrsortenbäumchen.
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    Pflanzgefäße

    Dem Baum ist das Material gleichgültig, sofern der Wurzelraum im Sommer nicht zu warm wird und im Winter einen ausreichenden Frostschutz für seine Wurzeln bietet. Geeignet sind Töpfe aus Ton, Steingut, asbestfreiem Eternit oder stabile Kunststoffe. Einfache Tontöpfe sind vom Material her nicht winterfest und müssen vor Frost durch Eingraben in die Erde oder durch eine äußere Isolierschicht geschützt werden. Eine innere Wandauskleidung der Pflanzgefäße jeder Art mit 1 cm dünnen Styroporplatten schützt die empfindlichen Wurzeln vor zu großer Wärme im Sommer und vor Frostschäden im Winter. Ausreichend große Löcher am Boden sind wichtig, um Staunässe zu vermeiden.
    Für ein- oder zweijährige Veredelungen reichen in der Regel zunächst Gefäße mit 15-20 Liter Inhalt. Werden sie dann nach 3-4 Jahren infolge des Wurzelwachstums zu klein, so wird in einen größeren Kübel mit etwa 30 Liter umgetopft. Nach weiteren 4 Jahren kommt der Baum dann entweder in den Garten oder er muss in einen noch größeren Kübel. Wenn dieser auch zu klein wird, bleibt nur noch eine energische Kronenverjüngung bei gleichzeitiger Verringerung des Wurzelraumes, und zwar so weit, dass er wieder in den gleichen Kübel passt und gut noch einige Jahre darin wachsen kann. Wichtig ist, dass der Baum immer so viel Wurzelraum zur Verfügung hat, dass sich sein natürliches Triebwachstum weiter entwickeln kann, ohne zu vergreisen.
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    Die Pflanzerde

    Pflanzerden müssen in ausreichendem Maß Nährstoffe und Wasser speichern können und gleichzeitig selbst in wassergesättigtem Zustand noch genügend mit Luft gefüllte Poren und Hohlräume aufweisen. Zudem sollten sie strukturstabil sein - d. h. auch über Jahre hinweg nicht zu stark sacken - und über ein relativ hohes Gewicht verfügen, damit die Pflanzgefäße nicht bei jeder Windböe umfallen. Geeignet sind deswegen Substratmischungen, unabhängig davon, ob selbst hergestellt oder gekauft, die ein ausgewogenes Verhältnis organischer (z. B. Torf, Kompost, Rindenhumus) und mineralischer Komponenten (z. B. Ton, Lehm, tonig-lehmiger Gartenboden) haben.
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    Sortenwahl

    Bei der Sortenwahl sind von vornherein auszuschließen schlechte Pollenspender, Sorten mit starkem Wuchs und mangelnder Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Schädlingen sowie unregelmäßige (alternierende) Träger.

    Apfel (auf schwach wachsenden Unterlagen):
    ´Katja´, ´Piros´, ´Reglindis´, ´Sommerregent´, ´Alkmene´, ´Ananasrenet-te´, ´Pia´, ´Retina´, ´Muskatrenette´, ´Pingo´, ´Pinova´, ´Renora´, ´Resi´, ´Topaz´.
    Birne (auf schwach wachsenden Unterlagen):
    ´Benita´ (Birne x Nashi), ´Dessertnaja´, ´Guyot´, ´Illinois´, ´Concorde´, ´Harrow Sweet´, ´Santa Maria´, ´Anjou´, ´Condo´, ´Erika´, ´Madame Verté´, ´Uta´.
    Sauerkirschen (Unterlage GiSelA 5 oder Tabel Edabriz):
    ´Karneol´, ´Morina´, ´Safir´.
    Süßkirschen (nur eingeschränkt geeignet; Unterlagen wie Sauerkirschen):
    ´Celeste´, ´Lapins´, ´Skeena´, ´Sweetheart´.
    Pflaumen (Unterlage St. Julien INRA GF 655/2 oder Wangenheimer Frühzwetschge):
    ´Jojo´, ´Top Five´, ´Topper´.
    Pfirsiche (Unterlage St. Julien INRA GF 655/2 oder St. Julien A):
    ´Alexander´, ´Benedicte´, ´Roter Ellerstädter´.
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    Schnitt an Topfobstbäumen

    Der Schnitt beschränkt sich auf das mindest mögliche Maß. Nach der Pflanzung unterbleibt jeder Eingriff, später wird man den Baum durch regelmäßiges "Pinzieren" der Seitentriebe in die gewünschte Form bringen. Dort, wo Triebe aber erkennbar zu lang werden wollen, kneift man in der Wachstumszeit die noch weiche Spitze ab. Nur wenn das Triebwachstum deutlich nachlässt, und infolge hoher Fruchtbarkeit eine gewisse Vergreisung einsetzt, wird man mit der Schere regulierend eingreifen. Bei allen Spalier- und Topfobstbäumen beginnt ein erstmaliges Pinzieren im Mai nach dem vierten Blatt außerhalb der Rosette. Dadurch wird ein Impuls ausgelöst, der das Wachstum zunächst hemmt und anschließend die Bildung von Blütenknospen fördert. Sobald Neutriebe nachwachsen, werden sie wieder auf drei Blätter pinziert. Dadurch erhält der Topfbaum die gewünschte, kompakte Form.
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    Topfbeerenobst

    Neben dem Kern- und Steinobst findet auch Beerenobst in Strauchform oder als Stämmchen immer mehr Liebhaber. Für die Pflanzgefäße und die Pflanzerde gelten die gleichen Bedingungen wie beim Baumobst.
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    Sortenwahl

    Auch beim Beerenobst sollte man bei der Sortenwahl nicht nur auf hohe Erträge und gute Fruchtqualität achten, sondern auch darauf, dass die Pflanzen robust und wenig krankheitsanfällig sind.
    Rote Johannisbeeren: ´Jonkheer van Tets´, ´Rolan´, ´Rovada´.
    Schwarze Johannisbeeren: ´Ometa´, ´Titania´.
    Stachelbeeren: ´Invicta´, ´Redeva´, ´Remarka´.
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    Schnitt von Beerenobst in Pflanzgefäßen

    Der Schnitt der Topfpflanzen gleicht dem der Pflanzen im Freiland: Er erfolgt sofort nach der Ernte und entfernt alle Triebe, die älter als 4 Jahre sind. Ein gut erzogener Strauch hat jeweils 2-3 ein-, zwei-, drei- und vierjährige Triebe, so dass er insgesamt 8-12 Triebe besitzt. Schwache Triebe werden bodengleich entfernt.
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (November 2005)
    Erstellt mit fachlicher Unterstützung der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, Dipl.-Ing. Th. Jaksch und Prof. Dr. F.-W. Frenz