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Welche Blumenerde nehme ich? |
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Funktionen von BlumenerdenBlumenerden haben viele Funktionen gleichzeitig zu erfüllen. Zu den wichtigsten gehören:Wesentliche Eigenschaften von BlumenerdenDen oben genannten Anforderungen können Blumenerden dann gerecht werden, wenn sie über bestimmte physikali-sche, chemische und biologische Eigenschaften verfügen. Um diesbezüglich dem Freizeitgärtner einen Überblick und zugleich eine gewisse Sicherheit bei der Qualitätsbeurteilung zu geben, wurden von der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzenbau e. V. - ähnlich wie für Substrate im Erwerbsgartenbau - Mindesteigenschaften definiert und Gütekrite-rien eingeführt (Tab. 1). Blumenerden, die ein aufwändiges Gütesicherungs-Verfahren bestanden haben, erhalten das RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft.Tab. 1: Gütekriterien für Blumenerden
*Es dürfen weder große Mengen Stickstoff freigesetzt noch festgelegt werden **Mit Zustimmung des Technischen Fachausschusses Kultursubstrate sind für Spezialerden Abweichungen möglich Ausgangsstoffe für BlumenerdenHäufigster Ausgangsstoff ist Torf, v. a. wenig zersetzter Weißtorf, der nahezu ideale Substrat-Eigenschaften aufweist:Jedoch sollte zur Schonung der ökologisch überaus wertvollen, jedoch nur begrenzt zur Verfügung stehenden und extrem langsam "nachwachsenden" Torfmoorflächen auf Torf weitgehend verzichtet werden. Als Alternativen bieten sich organische Abfall- und Sekundärrohstoffe an, z. B. Kompost, Rinde, Holz, Kokos, Reisspelzen, sowie mineralische oder synthetische Stoffe wie Sand, Ton, Lava, Bims, Blähschiefer, Perlit, Steinwolle und Schaumkunststoffe (Tab. 2). Tab. 2: Auswahl in Frage kommender Ausgangsstoffe für Blumenerden und wichtige Eigenschaften Vielfalt der BlumenerdenIn Gartencentern und Baumärkten gibt es entsprechend der Vielzahl der Ausgangsstoffe und deren Variationsbreite eine riesige Palette an Blumenerden. Im vorliegenden Merkblatt wird aber nur auf solche Erden eingegangen, die in Gefäßen, sprich Töpfen, Balkonkästen, Kübeln oder Containern verwendet werden. Unberücksichtigt bleiben Graber-den oder besondere Mischungen zur Bodenverbesserung. Was nicht heißt, dass man nicht auch gezielt Blumenerden als "Band" in den Mutterboden einarbeiten kann, um z. B. die Keimungsergebnisse bei Direktsaaten zu verbessern. Die im Folgenden beschriebenen Eigenschaften ausgewählter Erden gelten selbstverständlich unabhängig davon, ob man die Blumenerden kauft oder aus verschiedenen Materialien selbst mischt. Zu erwähnen ist noch, dass ein Groß-teil der im Handel angebotenen Blumenerden auf bestimmte Pflanzen oder Pflanzengruppen zugeschnittene Eigen-schaften vorgaukelt, wie Blühpflanzen-, Buchsbaum-, Grünpflanzen-, Palmen-, Rosen- oder Gemüseerde, was jedoch aufgrund der weitgehend gleichen Ansprüche aus pflanzenbaulicher Sicht in keiner Weise gerechtfertigt ist.Aussaat- oder AnzuchterdeEntsprechend den Anforderungen junger, zarter Wurzeln von Keimlingen aller Art zeichnen sich Aussaat- oder An-zuchterden durch eine besonders feine Struktur und hohe Stabilität aus. Grobe Substratbestandteile verbieten sich logischerweise von selbst, ebenso wie eine zu hohe Aufdüngung, da die jungen Pflänzchen äußerst geringe Nährstoff-ansprüche haben und bei zu hohen Salzgehalten Verbrennungen erleiden würden. Manche Hersteller bieten diese Erden gemischt aus Rindenhumus, Holz- und Kokosfaser, somit komplett torffrei an. - Übliche Gehalte: 60-150 mg N/l, 60-150 mg P2O5/l, 80-210 mg K2O/l und 0,3-1,2 g Salz/l.PikiererdePikiererden verfügen über eine ähnlich feine Struktur wie Aussaaterden, können aber höher aufgedüngt sein, da sie zur Weiterkultur der Sämlinge dienen und diese im Verlaufe ihres Wachstums mehr Nährstoffe benötigen. Meist ist aber keine scharfe Abgrenzung zu Aussaaterden gegeben, so dass sie ähnliche Nährstoff- und Salzgehalte aufweisen.Pflanz- oder TopferdeWerden Jungpflanzen an ihren Endstandort verpflanzt oder alte Pflanzen umgetopft, so verwendet man hierfür Pflanz- oder Topferden. Sie können durchaus etwas gröbere Bestandteile aufweisen, sind höher aufgedüngt und als Universal-erden für die meisten Zimmer- und Balkonpflanzen zu betrachten. - Übliche Gehalte: 200-450 mg N/l, 200-500 mg P2O5/l, 300-600 mg K2O/l und 1,5-3,0 g Salz/l.KübelpflanzenerdeMeist enthalten diese Erden neben organischen Bestandteilen vulkanische Gesteine wie Lava, Bims oder auch Bläh-schiefer, was eine - für Kübelpflanzen notwendige - hohe Strukturstabilität der Erde über Jahre hinaus garantiert. - Übliche Gehalte: 200-450 mg N/l, 200-500 mg P2O5/l, 300-600 mg K2O/l und 1,5-3,0 g Salz/l.OrchideenerdeDiese Erden enthalten, orientiert an den Bedingungen der natürlichen Standorte von Orchideen, grobe Bestandteile wie Pinienrinde, Holz- oder Kokosfaser und Styromull, sind stark wasserdurchlässig, gut durchlüftet und wenig gedüngt. - Übliche Gehalte: 50-200 mg N/l, 80-250 mg P2O5/l, 100-350 mg K2O/l und < 1,5 g Salz/l. |
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| © Herausgeber: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (September 2007) |