Anleitung zur Entnahme von Bodenproben



Nährstoffgehalt, Humusanteil und Kalkversorgung des Bodens üben einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum und den Ertrag der Pflanzen aus. Sowohl zu geringe wie auch zu hohe Werte können negative Folgen verursachen. Ziel einer Bodenuntersuchung ist es, neben dem Säuregehalt (pH-Wert) auch den Gehalt bzw. die Verfügbarkeit ein-zelner Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie bei Bedarf wichtige Spurenelemente festzustellen. Mit Hilfe dieser Ergebnisse lässt sich Höhe und Art der Düngung in Abhängigkeit von der Bodenart bemessen. Nur da-durch kann eine ausgeglichene Nährstoffbilanz gewährleistet, die Gesundheit des Bodens erhalten und seine Frucht-barkeit auf lange Sicht gesichert werden.

Inhalt

  Bodenuntersuchungen - Nützliche Informationen

  • Bodenuntersuchungen helfen Kosten einsparen
  • Untersuchungslabors für Bodenproben
  • Gebühren für Bodenuntersuchungen
  •   Fachgerechte Bodenprobenentnahme

  • 1. Zeitpunkt der Probenahme
  • 2. Fläche und Anzahl der Einstiche pro Fläche festlegen
  • 3. Bodenentnahme
  • 4. Herstellen einer Mischprobe
  • 5. Verpackung und Beschriftung der Bodenproben
  • Bodenuntersuchungen - Nützliche Informationen

    Bodenuntersuchungen helfen Kosten einsparen und Umweltbelastungen vermeiden

    Ergebnisse einer ganzen Reihe in den letzten Jahren durchgeführter Untersuchungen zeigen, dass viele Gartenböden überdüngt sind. Überschüssige Nährstoffe gelangen ins Oberflächenwasser, werden ins Grundwasser ausgewaschen oder reichern sich im Boden an und führen dadurch zu Wachstumsbeeinträchtigungen. Dies ist nachteilig für die Umwelt und für die Qualität der Gartenerzeugnisse. Nur bei Kenntnis der vorhandenen Nährstoffmengen und deren Verfügbarkeit durch eine Bodenuntersuchung sind pflanzengerechte Düngegaben möglich. Damit lassen sich schädli-che Überversorgungen vermeiden und unnötige Geldausgaben einsparen. Die geringen Kosten einer Bodenuntersu-chung machen sich langfristig in mehrfacher Hinsicht bezahlt.

    Zu hohe Konzentrationen einzelner Nährstoffe können die Pflanzen unmittelbar oder indirekt aufgrund ihrer Aufnah-mekonkurrenz mit anderen Nährstoffen schädigen. Dies äußert sich in Wachstumsstörungen oder Mangelerscheinun-gen und damit letztendlich im Absinken der Erträge. Darüber hinaus führen Überdüngungen zu Beeinträchtigungen des Bodenlebens und zu Belastungen des Grundwassers. Dazu können nicht nur unkontrollierte Gaben von minerali-schen sondern auch von organischen Düngern beitragen.

    Die regelmäßige Durchführung von Bodenuntersuchungen im Abstand von 3-5 Jahren, zumindest im Gemüse- und Obstgarten, sollte für jeden Gartenfreund eine Selbstverständlichkeit sein. Dadurch kann man bei überhöhten Nähr-stoffgehalten die Auswirkung auf das notwendig gewordene, veränderte Düngeverhalten überprüfen und, falls erfor-derlich, weitere Korrekturen zur Erlangung einer ausgeglichenen Nährstoffbilanz vornehmen.
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    Untersuchungslabors für Bodenproben

    In Bayern gibt es einige Bodenuntersuchungslabore, die beispielsweise dem Internet-Angebot der Bayerischen Garten-akademie in Veitshöchheim (http://www.lwg.bayern.de, "Freizeitgarten - Infoschriften - Garten allgemein") entnom-men werden können oder bei den Kreisfachberatungen für Gartenkultur und Landespflege an den Landratsämtern in Erfahrung zu bringen sind.

    An der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und an der Abteilung Bioanalytik Weihenstephan vom Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung (ZIEL) werden keine Bodenuntersu-chungen für Hobbygärten mehr durchgeführt.
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    Gebühren für Bodenuntersuchungen

    Die Kosten für die Standarduntersuchung (pH-Wert, Kalkbedarf, Phosphor, Kali) belaufen sich auf etwa € 6,50-12,-.
    Jede zusätzlich gewünschte Untersuchung, z. B. auf Gehalte an Magnesium, Bor, Mangan, Kupfer oder Zink, wird extra berechnet und kostet je Element ca. € 5-10,-. Die Kosten für Analysen von Carbonat, organischer Substanz (Hu-musgehalt) und Gesamtstickstoff liegen in einer Preisspanne von ungefähr € 8-15,-.
    Mengenrabatte können - am besten durch eine Absprache mit dem jeweiligen Labor im Voraus - gewährt werden, wenn für mehrere Bodenproben (z. B. von einer Aktion eines Vereines) eine Sammelrechnung und ein Ergebnisblatt nur an eine einzige Adresse zu senden sind.
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    Richtige Untersuchungsergebnisse nur bei fachgerechter Bodenprobenahme

    Für die Stichhaltigkeit und Aussagekraft der Bodenuntersuchung ist die richtige Bodenprobeentnahme von entschei-dender Bedeutung. Mit der notwendigen Sorgfalt müssen der zu untersuchenden Kulturfläche mehrere Bodenproben entnommen werden, die gewissenhaft durchgemischt (Mischprobe) in ihrer Zusammensetzung einen repräsentativen Querschnitt aller vorhandenen Stoffe liefern. Würde die an die Untersuchungsanstalt einzusendende Bodenprobe nur von einer Stelle stammen, könnte dies zu einem von der Gesamtfläche stark abweichenden Ergebnis aufgrund von Zufallswerten führen.
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    1. Zeitpunkt der Probenahme

    Bodenproben sollen nicht unmittelbar nach einer Düngung oder Bearbeitung der Fläche entnommen werden. Der zweckmäßigste Termin ist nach der Ernte der Kulturen im Spätherbst oder vor einer Neubestellung der Beete im zeitigen Frühjahr.
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    2. Fläche und Anzahl der Einstiche pro Fläche festlegen

    Bodenproben müssen ausschließlich von einer einheitlich genutzten Fläche wie Gemüsebeet, Beerenobstfläche, Blumen- bzw. Staudenbeet oder Rasen jeweils getrennt entnommen und dürfen nicht miteinander vermischt werden. Je nach Flächengröße sind 10-15 Einstiche gleichmäßig zu verteilen, wobei Wege, Randstreifen und sonstige sich von der eigentlichen Nutzung deutlich unterscheidende Stellen ausgespart werden.
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    3. Bodenentnahme

    Es muss gewährleistet sein, dass aus allen Bodentiefen der zu untersuchenden Bodenschicht gleichmäßig viel Bodenmaterial in der Probe enthalten ist. Die Entnahmetiefe bei Gemüse-, Blumen- und Staudenbeeten beträgt 20-30 cm, bei Obstkulturen 30 cm, bei Rasen 8-10 cm.
    Die Entnahme der Bodenproben kann mit verschiedenen Geräten oder Werkzeugen erfolgen, am häufigsten sind Spaten und Bohrstock.

  • Spaten: Mit dem Spaten hebt man zunächst einen Einstich in der erforderlichen Tiefe aus und sticht die Randfläche möglichst senkrecht ab. Anschließend trennt man parallel zu dieser senkrechten Fläche mit dem Spatenblatt eine etwa 3 cm dicke Bodenscheibe ab. Um nicht zu viel Erdreich sammeln zu müssen, kann man links und rechts von der angestochenen Bodenscheibe mehr als ein Drittel des Randes mit einem Messer abschneiden und entfernen. Der verbleibende Mittelstreifen von etwa 3-5 cm Breite wird in einen sauberen Eimer gegeben.

  • Bohrstock: Bohrstöcke von verschiedenen Herstellern sind in unterschiedlichen Ausführungen auf dem Markt, manche Gartenbauvereine und Kreisverbände haben aber für sich auch schon eigene Bohrstöcke anfertigen lassen.
    Man sticht den Bohrstock senkrecht bei gleichzeitiger Drehbewegung in den Boden ein (notfalls vorsichtig mit einem Hammer einklopfen) und zieht den Bohrer - ebenfalls unter Drehen - wieder heraus. Der Bohrkern wird mit einem stabförmigen, schmalen Gegenstand (z. B. Schraubenzieher) aus dem Bohrstock entnommen und in einem gereinigten Eimer gesammelt.
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    4. Herstellen einer Mischprobe

    Nach Beendigung der Entnahme der Einzelprobe wird der gesammelte Boden im Eimer oder auf einer sauberen und befestigten Fläche durch Umschaufeln gut vermischt. Steine und Erdklumpen dürfen nicht entfernt werden.
    Wichtig: Die beschriebene Art der Probenahme und Herstellung einer Mischprobe muss für jede einheitlich genutzte Gartenfläche separat erfolgen.
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    5. Verpackung und Beschriftung der Bodenproben

    Von der Mischprobe werden etwa 500 g Boden in einen ungebrauchten Plastik- oder stabilen Papierbeutel gefüllt, fest verschlossen und gekennzeichnet. Dazu verwendet man wasserfeste Stifte und Klebeetiketten, mit denen die Anschrift des Gartenbesitzers, die Bezeichnung der Fläche, z. B. Gemüsegarten, Obstgarten, Rasen, und der gewünschte Untersuchungsumfang angegeben werden. Ergänzend dazu ist ein unterschriebener Untersuchungsauftrag mit denselben Angaben wie auf dem Beutel der Bodenprobe beizulegen. Die Proben sollten anschließend möglichst umgehend an ein Untersuchungsinstitut weitergeleitet werden.
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Oktober 2008)