Umgestaltung von Hausgärten



Mit dem Bau von Haus, Garage und Nebengebäuden, mit der Anlage von Wegen und Plätzen sowie mit der Pflanzung von Gehölzen werden Gartenelemente eingebracht, die über einen langen Zeitraum hindurch wirken. Sollten später größere Veränderungen erforderlich werden, so kann das sehr aufwendig sein. Deshalb ist die Gestaltung des Gartens gut zu durchdenken, denn sie sollte eventuelle spätere Nutzungsänderungen nicht blockieren. Nun gibt es aber nicht selten eine Situation, in der ein älterer Garten einer weitgreifenden und grundsätzlichen Maßnahme zur Umgestaltung unterzogen werden muss. Die Gründe dafür sind so vielfältig, wie die Gartensituationen selbst und die Nutzungswünsche ihrer Bewohner. So kann es z. B. erforderlich werden, größere Gehölze zu entfernen, oder es besteht einfach der Wunsch nach einem anderen Aussehen des Gartens, nach einem weiteren Sitzplatz, einer Pergola, einem Brunnen, neuen Pflanzungen. Anlass für verändernde Eingriffe kann auch sein, dass Bauteile aus Holz verrottet sind und der Renovierung bedürfen, dass Plattenbeläge nicht mehr ihre Funktion erfüllen, ein Gartenteich verlandet ist und vieles mehr. Möglicherweise hat ausladendes Gehölzwachstum auch zu Konflikten mit Nachbarn geführt, sodass eine Lösung herbeigeführt werden muss.

Inhalt

  Gärten entwickeln sich langsam
  • Garten-Neuanlage (Plan)
  • Garten nach 10 Jahren (Plan)
  • Garten nach 20 Jahren (Plan)

  •   Gründe für die Umgestaltung
      Vorüberlegungen bei der Umgestaltung
      Maßnahmen zur Umgestaltung
  • Verjüngung von Hecken und Sträuchern
  • Verjüngung von Bäumen und Großsträuchern
  • Umgestaltung
  • Gärten entwickeln sich langsam

    Ein Garten ist etwas Lebendiges, deshalb ent-wickelt er sich und verändert damit ständig sein Aussehen. Eigentlich müsste man die Pflanzung alle 5 Jahre überdenken. Zunächst sind Bäume und Sträucher noch klein, die Gartenplätze gut besonnt und alles ist recht durchsichtig. Nach 4 - 5 Jahren hat sich die Hecke geschlossen und die Bäume fangen an, eine Krone zu entwickeln. Es bilden sich erste Schattenpartien unter Gehölzen. Nach 10 Jahren hat man das Gefühl, man habe einstmals zu dicht gepflanzt. Auslichtungen beginnen, einzelne Sträucher werden entfernt, damit andere sich entfalten können. Auf Staudenbeete, die anfangs in voller Sonne standen, werfen jetzt Gehölze ihre Schatten. Die Pflanzungen müssen den veränderten Verhältnissen angepasst werden. Ist der Garten 20 Jahre alt, so kann man ihn als gereift betrachten. Er wirkt nun wie eine Waldlichtung. Wurzeln durchziehen seinen Boden, Sträucher rahmen ihn ein und Bäume breiten den Schirm ihrer Kronen darüber. Die sonnigen Plätze haben sich verkleinert, auch wenn seither immer wieder ausgelichtet wurde. Es gibt reichlich Raum für schattenliebende Unterpflanzung. Bäume und Sträucher zeigen ihren individuellen Habitus. Auch wenn Großbäume, sofern sie gepflanzt wurden, noch lange nicht ihre volle Größe erreicht haben, so hat man doch den Eindruck, der Garten habe einen Ruhestand erreicht, da die naturbedingten Veränderungen nicht mehr so rasch ablaufen, wie in den Anfangsjahren. Trotzdem sind kleinere gestalterische Eingriffe im Rahmen der üblichen Pflege immer erforderlich, weil es nicht möglich ist, Wachstum und Leben an einem Punkt anzuhalten. Ein Ist-Zustand kann nur durch beständigen Formschnitt oder ähnlich arbeitsintensive Pflegemaßnahmen aufrecht erhalten bleiben. Im Grunde erfolgt also die Gestaltung und Umgestaltung eines Gartens während seines gesamten Reifeprozesses.
     Nach oben
     

    Garten-Neuanlage

     Nach oben
     

    Garten nach 10 Jahren

     Nach oben
     

    Garten nach 20 Jahren

     Nach oben
     

    Gründe für die Umgestaltung

    Der häufigste Anlass für eine Umgestaltung oder Neubelebung dürfte in einer Nutzungsänderung bestehen. Wenn Kinder dem Garten entwachsen sind, steht ihr Spielraum für andere Zwecke zur Verfügung. Passionierte Gärtner werden im Laufe der Zeit ihre Pflanzungen vergrößern, neue Zusammenstellungen ausprobieren, andere ergänzen. Andererseits ist es möglich, dass inzwischen wieder mit Kleinkindern, etwa den Enkeln, im Garten zu rechnen ist. Dann muss Gefährliches aus dem Weg geräumt werden, damit die Kleinen nicht zu Schaden kommen, und Gefährdetes ist vor ihnen zu schützen. Es kann auch sein, dass die Kräfte der Gartenbesitzer nachlassen und ein Nutzgarten sowie größere Staudenpflanzungen aufgegeben werden müssen. Dann verwandeln sich Gemüsebeete in eine Rasenfläche und der Staudensaum an der Hecke macht niedrigen Gehölzen Platz. Arbeitsaufwendige Wechselpflanzungen werden von bodendeckenden Stauden abgelöst. Dies alles stellt keinen allzu großen Eingriff in den Bestand des Gartens dar. Es ist nur darauf zu achten, dass Übergänge harmonisch verlaufen und sich alles wieder gut zusammenfügt. Größere Veränderungen, wie beispielsweise die Errichtung eines neuen Gebäudes auf einem eingewachsenen Grundstück oder An- und Umbauten machen einschneidendere Maßnahmen und Umgestaltungen erforderlich. Nicht selten werden dabei umfangreiche Bestände entfernt und Erhaltenswertes in Mitleidenschaft gezogen.
     Nach oben
     

    Vorüberlegungen bei der Umgestaltung

    Bei der Umgestaltung älterer Hausgärten ist vor allem anderen ein behutsames Vorgehen anzuraten. Manchmal ist es sehr gut, wenn nicht alle Veränderungen auf einmal vorgenommen werden. Das gibt einem die Chance, sich einzuleben, die Situation zu erspüren, um dann erst gestalterisch tätig zu werden. Dies trifft vor allem bei Besitzerwechsel zu. Der neue Eigentümer will dann vieles anders machen, als der Vorbesitzer, was durchaus verständlich und wohl auch richtig ist, denn jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche. In manchen Fällen möchte man jedoch dem neuen Besitzer dringend dazu raten, den bereits eingewachsenen Garten zunächst ein ganzes Jahr lang nur zu beobachten. Er kann dann besser einschätzen, was er von allem, was hier wächst und lebt, behalten und weiter pflegen möchte und ebenso, was seinen Vorstellungen nicht entspricht. Auf jeden Fall sollte größeren Eingriffen eine genaue Bestandsaufnahme und deren Bewertung vorausgehen. Der nächste Schritt besteht darin, sich klarzumachen, wozu der Garten dienen soll und wie man sich sein Aussehen wünscht. Das ist nicht anders als bei einer Neuanlage. Der Unterschied besteht nur darin, dass man in einem älteren Hausgarten eben mit einem vorhandenem Bestand zu rechnen hat. Den muss man zunächst kennen und dann entscheiden, was erhalten bleiben und was verändert werden soll. Erst danach kann die Planung und schließlich die Gestaltung einsetzen.
     Nach oben
     

    Maßnahmen zur Umgestaltung

    Gestaltende Veränderung in eingewachsenen Gärten erfordern immer Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Kleinere Auslichtungen und Umpflanzungen stellen meist keine besondere Schwierigkeit dar. Aber auch sie wollen gut überlegt sein. Bei der Entfernung von Großgehölzen ist - sofern vorhanden - die Baumschutzsatzung der jeweiligen Gemeinde zu beachten. Im Zweifelsfalle muss man eine Genehmigung einholen. Baumaßnahmen stellen aufgrund ihres Umfanges meist einen massiven Eingriff in den Garten dar und verändern sein Bild oftmals grundlegend.
     Nach oben
     
    Verjüngung von Hecken und Sträuchern
    Ein spezielles Problem älterer Gärten besteht darin, dass Hecken, Sträucher und Kleinbäume, die zu dicht beieinander stehen, sich gegenseitig in die Höhe treiben und von unten her auskahlen. Im Extremfall hat man dann von oben viel Schatten und unten wenig Sichtschutz. Solchen Entwicklungen kann man entgegenwirken, indem man einzelne Gehölze ganz entfernt, damit sich die anderen voll entfalten können. Dabei ist auf jeden Fall sorgfältig zu prüfen, wie die Situation ohne den jeweiligen Strauch oder Baum aussieht, bzw. wie sich die entstandene Lücke auswirkt. Eine gute Lösung kann auch sein, Sträucher „auf den Stock zu setzen", d. h. sie etwa 30 cm tief über dem Boden abzusägen und sie mit diesem kräftigen Rückschnitt zu verjüngen. Sie treiben dann von unten wieder neu aus. Natürlich darf man dies nur bei höchstens jedem zweiten Strauch einer freiwachsenden Hecke machen, andernfalls käme die Maßnahme einem Kahlschlag gleich. Außerdem eigenen sich dazu nur robuste heimische Arten. Klein halten lassen sich Gehölze mit dieser Methode allerdings nicht, da sie sehr kräftig austreiben und sich oft bereits nach kurzer Zeit wieder zu ihrer vollen Größe auswachsen.
     Nach oben
     
    Verjüngung von Bäumen und Großsträuchern
    Bei Bäumen oder Großsträuchern, die bisher als Sichtschutz dienten, nun aber die unteren Äste abwerfen, ist eine Verjüngung wie bei Heckensträuchern nicht sinnvoll. Da ist es eher ratsam, ihnen eine Unter- und Vorpflanzung geeigneter Gehölze und Stauden beizugeben. Man denke dabei an Eibe, Stechpalme, Buchs oder Kirschlorbeer. Sie sind auch im Winterhalbjahr grün und lassen sich bei Bedarf sogar gut beschneiden. Auf sauren Böden gedeihen an solchen Standorten auch Rhododendren und deren Begleiter.
     Nach oben
     
    Umgestaltung
    Sollten Baumaßnahmen auf dem Grundstück durchgeführt werden, so muss der vorhandene, zu erhaltende Pflanzenbestand geschützt werden, am besten mit einem stabilen Zaun. Ist dann das Gebäude erstellt, werden im Außenbereich Mauern, Treppen, Belagsarbeiten, Wasseranlagen, Holzarbeiten usw. ausgeführt. Danach erfolgt, wo nötig, eine Bodenlockerung und die Andeckung des Oberbodens. Schließlich kann gepflanzt und gesät werden. Bei sehr beengten Verhältnissen kann es unumgänglich sein, auf Maschineneinsatz zu verzichten und die Arbeiten von Hand auszuführen, was die Maßnahme allerdings beträchtlich verteuert. Wird nach den Umbauarbeiten der vorhandene Bestand mit der Neupflanzung richtig kombiniert, so fügen sich die neuen Gebäude bereits innerhalb weniger Jahren wieder harmonisch in die Gartenlandschaft ein.
     Nach oben

     Zur Merkblattübersicht
     Zur Homepage des Landesverbandes
     
    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2000)