Kernobstschnitt

Viele Gartenbesitzer stehen vor der Frage, wie sie ihre Obstbäume schneiden sollen. Einige Grundfragen werden im folgenden beantwortet. Genauere Angaben auch zum Schnitt von Steinobstbäumen und Beerensträuchern sowie zu Fragen der Veredlung enthält die Broschüre "Obstbaumschnitt in Bildern" von Hans Walter Riess, erschienen im Obst- und Gartenbauverlag München.

Inhalt

  Kronenaufbau
  Auswirkungen des Rückschnittes
  Triebe und Knospen am Kernobst
  Gesetze der Triebförderung
  • Spitzenförderung
  • Spitzen- und Oberseitenförderung
  • Oberseitenförderung
  • Basisförderung
  • Scheitelpunktförderung
  •   Pflanzschnitt
      Formierung der Baumkrone
      Schnitt von Kernobstspalieren

    Kronenaufbau


    Das Hauptgerüst der Krone bilden die Leitäste, von denen drei genügen, um gute Belichtungsverhältnisse zu erzielen.
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    Auswirkungen des Rückschnittes


    Bild links: Starker Schnitt führt zu wenigen, starken Neutrieben.
    Bild mitte: Schwacher Schnitt führt zu vielen, schwachen Neutrieben.
    Bild rechts: Bei ungleichem Schnitt werden die Knospen schwach geschnittener Triebe relativ begünstigt.

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    Triebe und Knospen am Kernobst


    F= Fruchtspieß; FK= Fruchtkuchen; T= Terminalknospe; B= Blattknospe; BL= Blütenknospe;
    Triebe lassen sich in ein- und mehrjähriges Holz gliedern, wobei Blütenknospen bevorzugt an zweijährigen Astpartien gebildet werden.
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    Gesetze der Triebförderung


    Spitzenförderung: Die austreibende Spitzenknospe hemmt das Wachstum der nachgeordneten Seitenknospen.
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    Mischung zwischen Spitzen- und Oberseitenförderung.
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    Oberseitenförderung: An waagrecht wachsenden Zweigen wird der Austrieb von Knospen auf der Trieboberseite begünstigt.
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    Basisförderung: An nach unten wachsenden Zweigen treiben die sonst schwach entwickelten Knospen der Triebbasis verstärkt aus.
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    Scheitelpunktförderung: An gebogenen Trieben wird der Austrieb der im Scheitelpunkt befindlichen Knospen gefördert.
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    Pflanzschnitt


    Bild links: Pflanzware (M = Mitteltrieb, L = Leittrieb, K = Konkurrenztrieb).
    Bild Mitte: Kronenaufbau mit 3 Leittrieben.
    Bild rechts: Pflanzschnitt.
    An der Pflanzware wird der Konkurrenztrieb entfernt, so dass 3 Leittriebe übrigbleiben. Der zu steile linke Leittrieb wird abgespreizt, der zu flache rechte hochgebunden. Anschließend erfolgt der Pflanzschnitt so, dass sich die Spitzenknospen aller Leitäste in gleicher Höhe befinden (Saftwaage) und die Stammverlängerung ungefähr eine Handbreit höher ist als die Leitastspitzen.
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    Formierung der Baumkrone

    Konkurrenztriebe entfernen:
    Konkurrenztriebe und starke, nach innen wachsende Triebe werden auf Ast-Ring entfernt.
    Saftwaage einhalten:
    Leitastverlängerungen werden auf eine einheitliche Höhe mit nach außen weisenden Knospen zurückgeschnitten.
    Blütenbildung fördern:
    Bei älteren Bäumen lässt sich durch Abspreizen der Leitäste die Belichtungsfläche vergrößern und die Fruchtäste setzen wegen des flacheren Winkels verstärkt Blütenknospen an.
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    Schnitt von Kernobstspalieren

    Pflanzschnitt:
    Zwei Leitäste und der Mitteltrieb werden angeschnitten, andere starke Triebe entfernt.
    Schnitt nach dem 1. Standjahr:
    Mitteltrieb und Leitäste werden wieder leicht eingekürzt, Konkurrenztriebe ganz entfernt.
    Schnitt nach dem 2. Standjahr:
    Es werden nur noch der Mitteltrieb zurückgeschnitten und die Konkurrenztriebe entfernt. Leit- und sonstige Triebe werden in flachem Winkel an en Draht gebunden.
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2000)