Kräuterspirale und Hochbeet



Kräuterspiralen und Hochbeete sind markante Elemente des Gartens. Sie erleichtern die Bewirtschaftung der Kulturfläche, schaffen Lebensräume für Tiere, bieten Raum für Naturbeobachtungen und erweitern das Standortangebot für Pflanzen im Garten.

Inhalt

  Kräuterspirale
  • Größe und Lage im Garten
  • Material und Bau
  • Geeignete Kräuter
  •   Hochbeet
  • Baumaterial und Größe
  • Bau des Hochbeetes
  • Substrat
  • Bepflanzung

  • Kräuterspirale

    Mit einer Kräuterspirale werden unterschiedliche Standortbedingungen für Kräuter geschaffen. Durch den spiralförmigen Aufbau entstehen sonnige, halbschattige oder sogar schattige Bereiche, kombiniert mit wechselnden Bodenarten, von feuchten und nährstoffreichen bis hin zu sehr durchlässigen, sich schnell erwärmenden, aber nährstoffarmen Abschnitten. Auf diese Weise kann für eine Vielzahl von Kräutern ein geeigneter Standort auf kleinstem Platz geschaffen werden.

    Größe und Lage im Garten
    Um die angestrebten unterschiedlichen Standortbedingungen mit ihren Vorteilen auch wirksam werden zu lassen, ist ein Durchmesser der gesamten Spirale von etwa 3 Meter mit einer Höhe von ca. 1 Meter anzustreben. Dies bedeutet, dass ein Platzbedarf von etwa 7 m² nötig ist. Selbstverständlich können auch kleinere Kräuterspiralen angelegt werden, nur sind dann die Einflüsse der einzelnen Bereiche nicht so ausgeprägt. Damit vor allem die wärmebedürftigen Kräuter ihr volles Aroma ausbilden können, ist ein möglichst sonniger Platz im Garten zu wählen, der auch gut zugänglich ist, denn die Ernte der Kräuter soll ohne Hindernisse oder weite Wege möglich sein.

     Nach oben

    Material und Bau
    Das Aussehen der Spirale wird vor allem von den verwendeten Steinen geprägt. Naturbelassene Steine ergeben ein natürliches, regelmäßig bearbeitete Steinformen ein deutlich formaleres Bild. Nachdem Größe und Form festgelegt und am Boden aufgezeichnet sind, wird der Oberboden entfernt und eine etwa 25 cm hohe Drainageschicht aus grobem Kies oder Schotter eingebracht. Um die notwendige Durchlässigkeit vor allem in den oberen Bereichen zu erlangen, ist es ratsam, in der Mitte der entstehenden Spirale einen Kegel mit grobem Material aufzuschütten. Dadurch spart man außerdem teuere Mauersteine, die ansonsten vom eingefüllten Material verdeckt sind. Auf die Drainageschicht wird nun von außen her die Mauer mit einer leichten Neigung nach innen aufgeschichtet. Große Steine bilden die Basis der Mauer, die sich nach oben hin verschlankt. Zur Stabilisierung werden die Steine wie beim Bau einer Trockenmauer mit kleinen Steinstücken verkeilt. Für ein naturnahes Aussehen können einige Mauerlücken mit schwach wachsenden Steingartenstauden wie Steinbrech oder Mauerpfeffer und klein bleibenden Kräutern bepflanzt werden. Um einem Einstürzen der Mauern vorzubeugen, sollte laufend Substrat in die entstehenden Pflanzbereiche eingefüllt, aber nicht verdichtet werden. Das eingefüllte Substrat, für das sich gute Gartenerde eignet, soll von unten nach oben immer nährstoffärmer und durchlässiger werden. Dies erreicht man am besten durch die Zumischung von Sand, Kies oder Schotter in unterschiedlichen Körnungen. Den Abschluss am unteren Ende der Spirale kann ein kleines, ca. 40 cm tiefes Wasserbecken mit anschließender Sumpfzone bilden.

     Nach oben

    Geeignete Kräuter
    Um die angestrebten unterschiedlichen Standortbedingungen mit ihren Vorteilen auch wirksam werden zu lassen, ist ein Durchmesser der gesamten Spirale von etwa 3 Meter mit einer Höhe von ca. 1 Meter anzustreben. Dies bedeutet, dass ein Platzbedarf von etwa 7 m² nötig ist. Selbstverständlich können auch kleinere Kräuterspiralen angelegt werden, nur sind dann die Einflüsse der einzelnen Bereiche nicht so ausgeprägt. Damit vor allem die wärmebedürftigen Kräuter ihr volles Aroma ausbilden können, ist ein möglichst sonniger Platz im Garten zu wählen, der auch gut zugänglich ist, denn die Ernte der Kräuter soll ohne Hindernisse oder weite Wege möglich sein.

    Zone Eigenschaften Füllung Geeignete Kräuter
    Wasserzone Wasserstelle mit Mini-Teich, nach Süden orientiert Mulde mit Teichfolie auslegen Wasserminze, Brunnenkresse
    Feuchtzone Wenn der Boden Kontakt zur Wasserstelle hat, sorgt die Nachbarschaft zum Teich für einen feuchten Boden vorwiegend Gartenboden, evtl. mit Kompost anreichern Pfefferminze, Sauerampfer, Petersilie, Baldrian
    Normalzone Bodenverhältnisse zwischen frisch und trocken Gartenboden evtl. gemischt mit etwas Sand Wermut, Majoran, Bohnenkraut, Schnittlauch, Dill, Ysop, Estragon, Borretsch
    Trockenzone trockener, durchlässiger und magerer Boden Kies oder Schotter-Sand-Gemisch mit Gartenboden vermischt Thymian, Majoran, Salbei, Rosmarin, Lavendel

     Nach oben

    Hochbeet

    Hochbeete sind ideal für "Rückengeschädigte" und Rollstuhlfahrer. Einmal aufgebaut können an ihnen Saat, Pflanzung, Pflege und Ernte in nahezu aufrechter Haltung oder sitzend erledigt werden. Ebenso bieten sie die Möglichkeit, auch auf schlechten Böden Nutzpflanzen anzubauen.

    Baumaterial und Größe
    Als Baumaterial lassen sich, in der billigsten Variante, ungeschälte Fichtenstangen verwenden. Unbehandelte Holzbohlen binden sich als natürlicher und beständiger Baustoff ebenfalls sehr gut in das Gartenbild ein. Um eine ausreichende Lebensdauer des Hochbeetes zu erhalten, sollte die Bohlenstärke etwa 40 mm betragen. Legt man jedoch Wert auf etwas Dauerhafteres, empfiehlt sich die Verwendung langlebigerer Baustoffe. Die höchste Lebenserwartung weisen Beton-Formsteine, Naturstein-Stelen oder recycelter Kunststoff auf. Werden druckimprägnierte Hölzer im Garten verwendet, sollte generell darauf geachtet werden, dass keine Schwermetallverbindungen als Holzschutzmittel eingesetzt wurden.
    Um einen bequemen Zugriff in unverkrampfter Haltung auf die angebauten Kulturen zu haben, sollte das Hochbeet in der Regel folgende Maße einhalten: Breite 120-150 cm. Dieses Maß gilt, wenn von beiden Seiten ein Zugang zum Hochbeet möglich ist. Ist dies nur einseitig möglich, dann gelten für die Breite 60-75 cm. Höhe 80-100 cm. Auf alle Fälle hängt die Größe des Hochbeetes vom Körperbau der Benutzer ab. So wird ein Hochbeet, das vorrangig von Kindern bestellt wird, niedriger gebaut als bei erwachsenen Nutzern. Ebenfalls sollte bedacht werden, dass etliche Kulturen im Laufe des Jahres eine beträchtliche Höhe erreichen. Die Länge kann je nach Platz und Bedarf variieren. Werden mehrere Hochbeete nebeneinandergebaut, ist zwischen ihnen auf einen Mindestabstand von 80-100 cm zu achten, damit genügend Platz für einen Rollstuhl oder eine Schubkarre verbleibt.

     Nach oben

    Bau des Hochbeetes
    Grundsätzlich ist unabhängig vom gewählten Baumaterial auf eine stabile Bauweise zu achten, denn zum einen darf das Gewicht, welches das eingefüllte Substrat hat, nicht unterschätzt werden. Gerade nach starken Niederschlägen drückt eine gewaltige Masse auf die Außenwände. Und zum anderen soll die Konstruktion über einen langen Zeitraum Bestand haben.
    Nach dem Festlegen von Form, Ausmaß und Ausrichtung im Garten wird der Oberboden etwa spatentief ausgehoben. Dieses Material kann - falls es verwendbar, z. B. frei von Wurzelunkräutern ist - später wieder in das Hochbeet eingefüllt werden. Die Form des Hochbeetes wird nun mit den Eckpfosten fixiert. Hierzu können Kant- oder Rundhölzer, Metallprofile oder Betonstelen verwendet werden. Hölzer sollten mithilfe von Metallankern so eingebaut werden, dass sie möglichst keinen direkten Bodenkontakt haben. Um die notwendige Stabilität zu erhalten, sind bei längeren Hochbeeten auf den Längsseiten im Abstand von maximal 200 cm zusätzliche Pfosten einzubauen. Damit die Pfosten den notwendigen Halt geben, sollten sie etwa zu einem Drittel ihrer Länge im Boden versenkt sein, d. h., bei einer gewünschten Höhe von beispielsweise 100 cm ist eine Gesamtlänge von 150 cm nötig. Die Pfosten werden mit Wasserwaage und einem Schnurgerüst in der Höhe und der Platzierung ausgerichtet. Steht das Grundgerüst, so können von unten nach oben die Wände bis zur gewünschten Endhöhe angebracht werden. Das Befestigungsmaterial muss eine dauerhafte und sichere Verbindung gewährleisten.
    Die Seitenwände werden innen mit einer stabilen Noppenfolie ausgekleidet, um den Kontakt mit dem oft feuchten Substrat zu verhindern und die Haltbarkeit zu verlängern. Damit Schädlinge oder Wurzelunkräuter vom gewachsenen Boden aus die Pflanzen im Hochbeet nicht beeinträchtigen können, sollte vor der Befüllung ein Wurzelschutzvlies und ein engmaschiger Drahtzaun am Boden eingebracht werden.
    Bei gemauerten Hochbeeten ist auf ein ausreichendes Fundament zu achten. Dieses muss frostsicher sein, damit die Konstruktion auch in kalten Wintern nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Werden vorgefertigte Bausätze aufgebaut, so ist es zweckmäßig, dies nach den Aufbauhinweisen des Herstellers auszuführen.

     Nach oben

    Substrat
    Wichtig ist die Wahl des richtigen Bodens. In fast allen Literaturquellen findet man als Füllmaterial von Hochbeeten - von unten nach oben ansteigend - Gehölzschnitt, Laub, Stroh, Kompost, Rasensoden und guten Gartenboden. Diese Zusammensetzung entspricht jedoch nicht der guten fachlichen Gartenpraxis: Zum einen sollen unverrottete organische Materialien (Holz, Laub, Stroh) nicht tief unten eingebracht werden, damit die sauerstoffbedürftigen Ab- und Umbauprozesse reibungslos ablaufen können. Zum anderen stellt eine Aufbringung von 50 cm und bisweilen mehr an nährstoffreichen Rasensoden und Kompost ein Nährstoff-Überangebot zur Verfügung, das im krassen Widerspruch zur sonst propagierten Ausbringung einer Schicht von nur rund 3 mm Kompost steht. Außerdem ist es unvorteilhaft, zuunterst eine Dränageschicht aus grobem Material einzubringen, obwohl man weiß, dass einer der Nachteile von Hochbeeten gegenüber Beeten auf gewachsenem Boden die mangelnde Wasserversorgung ist. Aus diesen Gründen sollte nur mit normalem Mutter- oder Oberboden gefüllt werden, denn ein Hochbeet dient der Erhöhung der Kulturfläche und ist kein bepflanzter Komposthaufen!

     Nach oben

    Bepflanzung
    Auf einem fachgerecht erstellten Hochbeet lassen sich die gleichen Kulturpflanzen wie im gewachsenen Boden anbauen. Einzig auf die Höhenstaffelung sollte geachtet werden, d. h., hohe Pflanzen sollten in der Beetmitte und niedrige oder sogar hängende am Beetrand angepflanzt werden.

     Nach oben

     Zur Merkblattübersicht
     Zur Homepage des Landesverbandes

     
    Herausgeber: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (September 2009)
    in Zusammenarbeit mit der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege;
    Bilder aus: "Die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht, Bildrechte bei pala-verlag