Argumente für Laubbäume



Obwohl der Baum als Symbol des Lebens, des Schutzes und der Geborgenheit seit alters her ein fester Bestandteil in unserer Gartenkultur ist, wurden noch nie so viele Bäume gefällt wie in unserer Zeit. Erschreckend und folgenschwer sind die vielen kleinen tagtäglichen Abholzaktionen.
Durch eine in allen Bereichen beeinflusste Sauberkeitsmanie, haben es Gartenbauvereine schwer, die Verwaltung und Bürger von der Notwendigkeit von Laubbäumen im Siedlungsbereich zu überzeugen. Bäume haben keine Lobby und können sich nicht gegen den Unverstand und die Rücksichtslosigkeit des Menschen wehren. Dieses Merkblatt soll deshalb die Bedeutung der Laubbäume für unsere Umwelt betonen und Argumente für den Erhalt und die Neupflanzung von Laubbäumen liefern, denn es darf niemandem gleichgültig sein, ob unsere Gärten und Siedlungen vielfältig genutzt werden oder ob unser Umfeld zur Sterilität verkommt.


Inhalt

  Vom Nutzen der Laubbäume
  Hausbäume sind Laubbäume!
  Als Hausbäume eignen sich auch viele Obstgehölze
  Wohin mit dem Laub?
  Laub als wertvolle Bodenabdeckung
  Laub auf Rasen
  Herbstlaub kompostieren
  Auswahl geeigneter Hausbäume

Vom Nutzen der Laubbäume

Die Bedeutung, die Bäume in ästhetischer, gesundheitsfördernder, ökologischer sowie biologischer Hinsicht haben, ist unschätzbar. Ein Dorf oder eine Stadt, die harmonisch in die Landschaft eingebunden sind, sind durch ihre Bäume und Sträucher gekennzeichnet. Haus- und Hofbäume, Obstbäume und Hecken überragen und unterbrechen immer wieder die Linien und Flächen der Gebäude und beleben sie. Dadurch wird aus einer Aneinanderreihung von Gebäuden eine lebendige Siedlungsgemeinschaft. Austrieb, Blüte, kühlender Schatten, Herbstfärbung und winterliche Ruhe verbinden uns mit den Jahrszeiten.
Mit Bäumen bindet man nicht nur Gebäude in die Landschaft ein, man schafft damit auch Lebensräume für Mensch, Tiere und Pflanzen. Bäume sind zusammen mit Sträuchern die wichtigsten Gestaltungselemente eines Gartens. Sie bilden das Gerüst, um das herum sich der Garten entwickelt. Die Verbindung von Bäumen, Sträuchern und Stauden wirkt harmonisch und sollte wenigstens annäherungsweise in jedem Garten verwirklicht werden.

Ästhetische Bedeutung

Bäume …
  • sind die Grundlage zur Gestaltung einer lebenswerten Heimat
  • sind Spiegelbild für den Zustand unserer Kultur
  • erfreuen Herz und Gemüt
  • verwandeln graue Dörfer und Städte in grüne Oasen
  • verbergen leere, hässliche Fassaden
  • verdecken Planungsfehler und Bausünden
  • sind ein Naturerlebnis.

    Gesundheitliche/ökologische Bedeutung

    Ein großkroniger Laubbaum …
    • filtert stündlich 4000 m³ Luft
    • nimmt täglich ca. 10 kg CO2 auf
    • reinigt jährlich die Luft von über 100 kg Staub
    • bindet Schadstoffe
    • liefert den Sauerstoff für 10 Menschen
    • verbessert das Klima durch Verdunstung von Wasser
    • gibt Schatten an heißen Tagen
    • vermindert Lärm und bremst den Wind.
  • Biologische Bedeutung

    • Bäume sind lebenswichtig für den Naturhaushalt
    • Bäume bieten Tieren Nistgelegenheit, Nahrung und Unterschlupf (auf einem Obstbaum leben bis zu 20.000 Insekten, die wiederum Nahrungsgrundlage sind für viele andere Tiere)
    • Bäume liefern Falllaub, das Pflanzen und Tiere zum Überleben benötigen (Viele nützliche Tiere wie Igel, Schwebfliegen, Laufkäfer, Marienkäfer, Schmetterlingsraupen finden dort Unterschlupf. Die Blätter sind wichtige Nahrungs- und Humusquelle.)
    • Die Blätterdecke schützt den Boden, die Bodenlebewesen und die Pflanzenwurzeln vor Frösten, Sonneneinstrahlung und Austrocknung
    • Bäume verhindern die Bodenerosion und erhalten die Bodenfruchtbarkeit
    • Laub liefert einen hervorragenden Kompost und Kompost ist im Garten durch nichts Besseres zu ersetzen.
    • Alles Leben ist auf Vielfalt angelegt. Je größer die Vielfalt, umso reicher, stabiler und fruchtbarer ist das Leben.

    Das Laub ist bestimmt nicht mehr lästig, wenn man sich der vielen Vorteile bewusst ist!

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    Hausbäume sind Laubbäume!

    Nadelbäume werfen auch im Winter Schatten, wenn man sich nach der Sonne sehnt. Die Kinder können nicht darin klettern, keine Baumhäuser bauen, keine Schaukel am Ast befestigen oder eine Hängematte an ihnen festmachen. Laubbäume dagegen bringen Leben in eine Straße, Farbe, bessere Luft und Schatten, wenn man ihn braucht.
    Für großkronige Arten wie Eiche, Linde, Walnuss oder Kastanien wird häufig der Platz fehlen, aber für kleinere Arten wie Eberesche, Hainbuche, Baum-Hasel, Rotdorn, Feld-Ahorn oder manche Weidenarten findet sich fast immer ein geeigneter Standort. Die Herbstfärbung ist eine willkommene Bereicherung, die unbedingt berücksichtigt werden soll. Besonders schöne und sichere Herbstfärbung bringen Ahorne, Ebereschen, Zaubernuss und Felsenbirne.
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    Als Hausbäume eignen sich auch viele Obstgehölze

    Aus Gründen der Tradition, der Zweckmäßigkeit und der Ökologie sollte man unbedingt auch Obstbäume berücksichtigen. Mit einem Apfelbaum kann man nie etwas falsch machen, mit einem Nadelbaum fast immer. Ein Apfelbaum hat in nahezu jedem Garten Platz und lässt noch Raum zum Leben, Sitzen, Gehen und Spielen. Mit keinem anderen Baum durchlebt man so intensiv alle Jahreszeiten. Im Frühjahr sind Obstbäume die schönsten Ziergehölze, im Sommer und Herbst liefern sie schöne Früchte mit vielen Vitaminen und Mineralien.
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    Wohin mit dem Laub?

    So schön Laubgehölze sind, beklagen sich doch viele Gartenbesitzer über die große Arbeitsbelastung, mit der der herbstliche Laubfall verbunden ist. Laub ist jedoch kein Abfall oder gar "Dreck", wie es häufig bezeichnet wird und deshalb in der Mülltonne landet. Das Laub darf nicht fein säuberlich aus dem Garten entfernt werden, sondern soll dort verbleiben. Nur von Gehwegen, Treppen oder Straßen muss es aus Sicherheitsgründen entfernt werden, aber bitte nicht mit dem Laubsauger! Sie sind aus ökologischer Sicht abzulehnen, da sie Energie verbrauchen, viel Lärm machen und viele Kleinlebewesen den Saug- und Zerkleinerungsvorgang nicht überstehen.
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    Laub als wertvolle Bodenabdeckung

    Auf Staudenbeeten und Gemüseflächen kann leicht verrottbares Laub (z. B. von Erle, Ahorn, Linde, Weide, Esche, Obstbäumen) einfach liegen bleiben oder soll sogar zusätzlich aufgebracht werden. Viele Schatten verträgliche Pflanzen wie z. B. Haselwurz, Waldsteinie, Lungenkraut, Elfenblume, Ysander oder Immergrün sind wahre "Laubschlucker". Bei manchen Sonnenstauden sollte mit Beginn des Frühjahrsaustriebes das Laub vorsichtig abgelesen werden, damit die jungen Triebe Licht bekommen.
    Schwer verrottbares Laub (z. B. von Kastanie, Eiche, Walnuss, Platane, Pappel) sollte zwischen Bäume, Sträucher und Stauden gegeben werden. Dort stört auch eine langsame Verrottung von über einem Jahr nicht.
    In windgeschützten Bereichen lassen sich Laubhaufen anlegen als Winterquartier für Igel und Erdkröte. Eine weitere Möglichkeit, Laub sinnvoll und einfach zu verwerten, ist die Anlage eines Hügelbeetes.
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    Laub auf Rasen

    Das Laub kann zunächst bedenkenlos auf dem Rasen liegen bleiben. Beim letzten Schnitt wird das Laub zerkleinert und mit Rasen vermischt. Diese Mischung kann als Bodenabdeckung verwendet oder kompostiert werden.
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    Herbstlaub kompostieren

    Kleinere Mengen Laub können zusammen mit Küchen- und Gartenabfällen kompostiert werden. Wenn es schnell gehen soll, muss das Laub (z. B. mit dem Rasenmäher) zerkleinert werden.
    Größere Mengen eignen sich nicht mehr zum Mitkompostieren. Sie sollten besser in separaten Haufen aufgeschichtet und kompostiert werden. Grundsätzlich ist jede Laubart kompostierbar. Schwer verrottbares Laub (siehe oben) sollte zerkleinert und gemischt mit ande-rem organischem Material aufgesetzt werden.
    Da Laub eher nährstoffarm ist (viel Kohlenstoff, wenig Stickstoff) verrottet es langsam. Zugabe von frischem Grünmaterial (Rasenschnitt) oder Hornmehl (pro m³ Kompost etwa 4 kg) fördert die Kompostierung.
    Um ein Verkleben der Blätter zu verhindern, muss in dicke Laubschichten immer ausreichend Strukturmaterial eingearbeitet werden (z. B. Schreddermaterial alle 20 cm Höhe). Der Laubkompost sollte zum ersten Mal nach ca. 6-8 Wochen und mindestens noch einmal im späten Frühjahr umgesetzt werden. Den Laubkompost nicht austrocknen lassen (z. B. Abdecken mit Vlies), da sich dürres Laub nur schwer wieder anfeuchten lässt.
    Innerhalb von 1-2 Jahren entsteht ein reifer Kompost, der zur Bodenverbesserung und Düngung im gesamten Garten eingesetzt werden kann.
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    Auswahl geeigneter Hausbäume

    I. Kleinkronige Arten

    Haselnuss H 6 m, B 4 m f
    Hauspflaume H 8 m, B 6 m b, f
    Sal-Weide H 10 m, B 6 m b
    Feld-Ahorn H 15 m, B 6 m h
    Vogelbeere H 15 m, B 6 m b, f, h
    Hainbuche H 20 m, B 4-8 m h

    II. Großkronige Arten

    Apfel H 12 m, B 8 m b, f
    Birne H 15 m, B 8 m b, f
    Vogel-Kirsche H 20 m, B 12 m b, f, h
    Rosskastanie H 25 m, B 15 m b, f, h
    Weiß-Birke H 30 m, B 8 m b, f, h
    Spitz-Ahorn H 30 m, B 12 m b, f, h
    Berg-Ahorn H 30 m, B 15 m b, f, h
    Walnuss H 30 m, B 15 m f
    Sommer-Linde H 30 m, B 20 m b, f, h
    Winter-Linde H 30 m, B 20 m b, f, h
    Esche H 35 m, B 18 m f
    Stiel-Eiche H 35 m, B 20 m f, h
    H = Höhe, B = Breite, f = Fruchtschmuck, b = Blütenschmuck, h = Herbstlaubfärbung
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2005)