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Pflanzung von Gehölzen |
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PflanzzeitDie Pflanzzeit orientiert sich an der jeweiligen Art, der Pflanzware, den Bodenverhältnissen und Klimabedingungen. Ballierte oder wurzelnackte Ware wird während der Wachstumsruhe, also im Herbst und im Frühjahr verpflanzt. Nicht gepflanzt wird bei gefrorenem Boden oder nach längeren Regenfällen.Für die Herbstpflanzung spricht, dass der Boden noch warm ist, so dass sich rasch neue Wurzeln bilden können. Für den Neuaustrieb im Folgejahr steht somit eine deutlich größere Wurzelmasse zur Verfügung, die Triebkraft ist stärker und der Gießaufwand wird geringer sein. Letzteres gilt speziell für Gebiete mit trockeneren Sommern. Zum anderen verfügen Baumschulen und der Gartenfachhandel im Herbst noch über vollständige Sortimente. Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze sollten bereits von August bis Anfang Oktober nach Triebabschluss gepflanzt werden, da diese Arten auch im Winter relativ viel Wasser verdunsten. Für empfindlichere Gehölze empfiehlt sich die Frühjahrspflanzung, speziell in Gegenden mit strengeren Wintern und austrocknenden Winden. Auch auf schweren Böden ist das Frühjahr der bessere Pflanzzeitpunkt. Je später gepflanzt wird, desto geringer werden der Neutrieb und das Wurzelwachstum sein und entsprechend umso größer der Bewässerungsaufwand bei Trockenheit sein. Containerware kann grundsätzlich das ganze Jahr gepflanzt werden, also auch in den Sommermonaten. Man sollte sich aber unbedingt bewusst sein, dass hierbei eine besonders intensive Anwachspflege notwendig werden kann. GehölzkaufDer Gehölzkauf sollte bei einer Markenbaumschule oder einem gut geführten Gartenfachgeschäft erfolgen. Dort erhält man fachkundige Auskünfte sowie Anregungen und es besteht die Möglichkeit der frühzeitigen und gezielten Bestellung. Zu den Qualitätsmerkmalen zählen Sortenechtheit, ausgewogener Kronenaufbau, gerader Stamm, entsprechende Triebanzahl, ausreichende Wurzelmasse sowie Freiheit von Krankheiten und Schädlingen.Behandlung des Pflanzgutes - Transport, Schutz vor AustrocknenBeim Transport müssen die Pflanzen vor Sonne und Wind geschützt werden. Am empfindlichsten sind dabei die Wurzeln, sie sind deshalb mit feuchten Tüchern, Sackleinen oder starkem Packpapier zu bedecken. Scharfer Fahrtwind kann zu erheblichen Schäden auch an Blättern, Nadeln und frischen Trieben führen, weshalb diese ebenfalls geschützt werden sollten. Ein Zusammenbinden der Triebe sowie eine stabile Befestigung vermeiden mechanische Verletzungen der Rinde. Können wurzelnackte Gehölze nicht am selben Tag gepflanzt werden, sind sie in feuchte Erde einzuschlagen und kräftig zu wässern.Ausheben der PflanzgrubeDie Größe des Pflanzlochs muss in der Breite mindestens das 1,5 besser 2fache des Durchmessers des Ballens bzw. des Wurzelwerks betragen. Bei Sträuchern sollte es 40-50 cm, bei Bäumen über 60 cm tief sein. Beim Ausheben sind Oberboden (die oberen 20-30 cm) und Unterboden getrennt abzulegen. Je schwerer der Boden, umso wichtiger ist es die Sohle der Pflanzgrube spatentief zu lockern. Zur Vorbeugung von Staunässe kann eine Dränageschicht eingebracht werden. Ebenso sollten die Wände aufgelockert werden, um den Gehölzen das spätere Einwurzeln in den gewachsenen Boden zu erleichtern. Der ausgehobene Oberboden sollte mit organischer Substanz verbessert werden, wodurch Luft und Wasserkapazität erhöht werden. Hierzu eignen sich beispielsweise gut verrotteter Kompost oder Rindenhumus im Verhältnis 1:1. Tiefer als 30 cm sollen organische Materialien nicht in das Pflanzloch gelangen, da es sonst, besonders bei schlecht durchlüftetem Boden, zu Fäulnisprozessen mit der Bildung von Wurzel schädigenden Faulgasen kommen kann.Durchführung der PflanzungWässern des PflanzgutesDie Pflanzware muss bereits zur Pflanzung gut mit Wasser versorgt sein. Bei Gehölzen ohne Ballen wird der Wurzelkörper zunächst für ein bis zwei Stunden in Wasser gestellt. Pflanzen mit Erdballen werden ebenfalls gründlich gewässert oder, wenn möglich, in ein Wasserbad getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Selbiges gilt für Containerware, vor allem wenn in lehmige Böden gepflanzt wird. Pflanzschnitt Beim Roden in der Baumschule verliert ein Gehölz immer einen großen Teil seiner Wurzeln. Das verbleibende Wurzelwerk muss so gut es geht erhalten bleiben. Beschädigte Wurzeln werden bis ins gesunde Gewebe zurück geschnitten, überlange Wurzeln nur leicht eingekürzt. Faserwurzeln bleiben ungeschnitten. Die Schnittfläche sollte nach unten zeigen, da es sich erwiesen hat, dass dadurch eine schnellere Wurzelbildung erfolgt. Um ein Gleichgewicht zwischen verkleinerter Wurzelmasse und den oberirdischen Pflanzenteilen wiederherzustellen, können auch bei den Trieben Schnittmaßnahmen notwendig werden. Sträucher werden ca. um die Hälfte zurück geschnitten, wodurch die verbleibenden Knospen zum Austrieb angeregt werden. Bei Bäumen ist die Krone bereits durch Schnitt und Erziehung geformt. Der Pflanzschnitt beschränkt sich auf ein Auslichten beschädigter, zu dicht oder zu steil stehender Triebe. Entfernt werden vor allem die Konkurrenztriebe. Bei Ballen oder Containerware entfällt in der Regel der Wurzelschnitt. Standen Pflanzen längere Zeit im Topf oder Container, ist der Wurzelballen manchmal verfilzt und entlang der Topfwand haben sich Ringelwurzeln gebildet. In solchen Fällen schneidet man diese Ringelwurzeln an und lockert den Wurzelballen auf. Baumpfahl Bäume und größere Sträucher bieten dem Wind Widerstand und werden somit bewegt. Diese Bewegungen werden bis in die Wurzeln übertragen, wodurch die neu gebildeten Wurzeln abreißen können. Die Gehölze müssen deshalb für die ersten 13 Jahre gut verankert sein. Hierfür kommen verschiedene Möglichkeiten in Frage. Schwächere Gehölze werden in der Regel mit Einzel oder Doppelpfahl gestützt. Der Pfahl wird bei wurzelnackten Pflanzen vor dem Einsetzen 40-50 cm tief in den gewachsenen Boden getrieben und darf nur bis zum Ansatz der unteren Äste reichen, nicht bis in die Krone, um Schürfwunden zu vermeiden. Er ist in Hauptwindrichtung zu stellen. Der Abstand von Pfahl zum Stamm sollte letztlich ca. 10 cm betragen. Bei Gehölzen mit Ballen wird der Pfahl nach dem Pflanzen schräg gesetzt, um so den Ballen nicht zu beschädigen. Einsetzen, Pflanztiefe, Antreten, Angießen, Anbinden Bei wurzelnackten Gehölzen pflanzt man am besten zu zweit. Eine Person hält die Pflanze in die Grube und zwar auf der Höhe, wie sie in der Baumschule gestanden ist, was sich an der unterschiedlichen Färbung am Wurzelhals erkennen lässt. Zunächst wird der Unterboden und dann der verbesserte Oberboden eingefüllt. Beim Einfüllen wird die Pflanze mehrmals senkrecht gerüttelt, damit der Boden gut zwischen die Wurzeln einrieseln kann. Ist das Pflanzloch locker gefüllt, kontrolliert man nochmals die Höhe der Pflanze und stellt sie gerade. Zu beachten ist, dass sich die Erde und damit die Pflanze in der Folgezeit noch um 1020 % setzen können. Das häufig empfohlene Antreten der Erde darf nicht übertrieben werden, vor allem auf schweren Böden können dadurch schädliche Verdichtungen bewirkt werden. Bei leichter Kraftanstrengung sollte sich das Gehölz gerade nicht mehr herausziehen lassen. Anschließend wird mit Gießkanne oder vollem, langsam fließenden Strahl aus dem Schlauch angegossen, bis kein Wasser mehr versickert. Dadurch werden die letzten Hohlräume gefüllt und die Wurzeln erhalten so den notwendigen Bodenschluss. Da sich die Erde im Pflanzloch durch das Angießen setzt, wird nachgefüllt, ein kleiner Erdwall als Gießrand in der Größe des Pflanzloches angelegt und abschließend nochmals langsam, aber ausgiebig angegossen. Das Anbinden sollte fest genug erfolgen, darf aber die Pflanze beim Absacken des Bodens nicht festhalten. Ein zu lockeres Binden führt zu Scheuerstellen an der Rinde. Als Bindemateial haben sich Kokosstricke bewährt, die in Achterschlingen um Stamm und Pfahl gelegt und nachgewickelt werden oder spezielle Baumgurte aus Gummi. Bei Ballenpflanzen sollte das Ballentuch bis zum Einstellen in das Pflanzloch an den Wurzeln verbleiben, Container werden entfernt. Die Pflanzen werden in der richtigen Höhe in die Pflanzgrube gestellt und Erde bis ca. zur halben Ballenhöhe eingefüllt. Nun wird die Pflanze erstmals eingeschlämmt und Höhe und Ausrichtung kontrolliert. Anschließend wird das Ballentuch aufgeknotet oder geschnitten und aufgeklappt. Das Material verrottet und kann deshalb im Pflanzloch verbleiben. Selbiges gilt für Gehölze mit Drahtballierung. Schließlich wird Erde bis zum Rand aufgefüllt, wobei zwischendurch nochmals eingeschlämmt werden kann. Ist das Pflanzloch aufgefüllt, wird wie bereits beschrieben ein Gießrand angelegt, angegossen und angebunden. |
| © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2005) |