Zimmerpflanzen schmücken jede Wohnung mit frischem Blattgrün, interessanten Blattfarben und -formen sowie farbenfrohen Blüten und tragen somit ein großes Stück zur Wohlfühlatmosphäre bei. Darüber hinaus wird durch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit das Raumklima verbessert. Einige Pflanzenarten filtern zudem beachtliche Mengen Staub und Schadstoffe aus der Umgebungsluft. Dank eines vielfältigen Sortiments an Zimmerpflanzen aus aller Welt lassen sich für jeden Raum geeignete Gewächse finden, die zum jeweiligen Einrichtungsstil passen.
Von entscheidender Bedeutung ist es dabei, die Standortansprüche der Pflanzen zu beachten. Nur wenn die Licht- und Temperaturverhältnisse und die Luftfeuchtigkeit am Verwendungsort den Anforderungen entsprechen, wird man dauerhaft Freude an gesunden Pflanzen haben. Wer also Zimmerpflanzen möchte, sollte sich zuerst überlegen, wo er sie hinstellen will, bevor er sich für eine Pflanze nach seinem Gefallen entscheidet. Ebenso sind das jeweilige Substrat sowie Pflegemaßnahmen wie Bewässerung und Düngung oder rechtzeitiges Umtopfen den Bedürfnissen anzupassen.
Inhalt
Standortansprüche beachten
Substrat
Bewässerung
Düngung
Umtopfen
Standortansprüche beachten
Lichtverhältnisse: In Räumen ist die Lichtstärke meist deutlich geringer als im Freien. Viele Zimmerpflanzen haben ein mittleres Lichtbedürfnis. Sie wollen hell stehen, sind aber vor starker direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Westfenster bieten ein hohes Maß an Helligkeit ohne sengende Mittagshitze und sind deshalb für sehr viele Arten ein guter Standort. Selbiges gilt für Ostfenster, die insgesamt aber etwas kühler sind. Für helle bis halbschattige Standorte ist die Auswahl am größten. Bewährte Blattschmuckpflanzen sind u. a. Scheinrebe, Grünlilie, Kroton, Birkenfeige, Marante, Zwergpfeffer, Zimmeresche, Strahlenaralie, Bubiköpfchen, Kastanienwein und Dreimasterblume. Beispiele für bewährte Blühpflanzen sind Schamblume, Glanzkölbchen, Zimmerhafer, Fransenbeutel, Wachsblume, Zimmerhopfen, Kussmäulchen, Becherprimel, Zimmerazalee, Kranzschlinge, Drehfrucht und Zimmerkalla.
Nordfenster sind kühl und schattig, trotzdem für mehrere Grünpflanzen geeignet. Bewährte Arten sind beispielsweise Fittonie, Schusterpalme, Bergpalme, Zimmeraralie, Gummibaum, Kentiapalme, Fensterblatt, Baumfreund, Efeu und verschiedene Farne. Bei Blühpflanzen, die in der Regel mehr Licht benötigen, ist die Auswahl deutlich eingeschränkt. Für schattigere Lagen könnten das Usambaraveilchen und das Einblatt verwendet werden.
Südfenster sind zwar gut geeignet für lichthungrige Arten im Winter, im Sommer sind jedoch Hitzestau und Verbrennungsschäden möglich. Etwas Abhilfe ist erreichbar, indem während der Mittagsstunden schattiert sowie ausreichend gelüftet wird. Blühpflanzen mit einem hohen Lichtbedürfnis sind z. B. Wüstenrose, Goldtrompete, Hibiskus und Flammendes Käthchen, bei den Grünpflanzen sind Palmlilie, Bogenhanf, Madagaskarpalme, Zimmerbambus und Zypergras zu nennen. Nicht zu vergessen sind natürlich die Kakteen und Sukkulenten.
Temperatur: Im Sommer ist die Temperatur durch Lage des Raumes weitgehend vorgegeben. Bei Beachtung der Lichtansprüche werden auch die Temperaturwerte in der Regel den Pflanzen entsprechen. Zu heiß kann es an sehr sonnigen Plätzen werden. In den Wintermonaten spielen vor allem die Nachttemperaturen eine wesentliche Rolle. Für wärmebedürftige Arten aus dem tropischen Regenwald sollten 16-18 °C nicht unterschritten werden. In wenig geheizten Räumen liegen die Temperaturen oft nur bei 12-16 °C. Geeignete Pflanzen hierfür sind Schönmalve, Zierpfeffer, Kamelie, Alpenveilchen, Azaleen, Glockenblume und Zimmerlinde.
Für einige Pflanzenarten ist eine ausreichend lange Phase von mehreren Wochen bis Monaten mit niedrigeren Temperaturen wichtig für die Blütenbildung. Neben den Kakteen zählen hierzu beispielsweise Klivie, Brunfelsie, Jasmin, Kranzschlinge, Schamblume, Losbaum, Kussmäulchen und die Medinille.
Viele Zimmerpflanzen reagieren empfindlich auf einen "kalten Fuß". Probleme treten vor allem dann auf, wenn die Pflanzen auf eine kalte Fensterbank oder auf einen sehr kalten Fußboden gestellt werden. Abhilfe schafft man mit einer Unterlage aus Kork, Styropor, Wellpappe oder einer Teppichfliese.
Luftfeuchtigkeit: Braune und vertrocknende, sich einrollende Blattspitzen und Blätter, abfallende Blütenknospen und Blüten können durch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit verursacht werden. Diese fördert darüber hinaus das Auftreten von Schädlingen wie Schild- und Schmierläusen, Spinnmilben und Thripsen. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, bieten sich verschiedene Maßnahmen an. Üblich und auch wirkungsvoll ist das regelmäßige Besprühen mit einer Sprühflasche oder einem Zerstäuber. Dies erfolgt am besten morgens, da die feinen Wassertröpfchen wie Brenngläser wirken können. Das Wasser muss zimmerwarm und kalkarm sein. Pflanzen mit weichen, behaarten Blättern wie z. B. das Usambaraveilchen werden nicht besprüht, ebenso wenig wie Blüten generell.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von mit feuchtem Kies oder Blähton gefüllten Schalen. Darauf werden die Pflanzen gestellt, eventuell auf einen umgedrehten Untersetzer. Der Wasserstand in der Kies- oder Blähtonschicht muss unbedingt so niedrig bleiben, dass der Kulturtopf nicht ständig im Wasser steht. Weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind die Befestigung von Wasserverdunstern bzw. Luftbefeuchtern an Heizkörpern, das Aufstellen von wassergefüllten Schalen auf der Heizung sowie die Verwendung von Zimmerbrunnen.
Substrat
Für alle Zimmerpflanzen gibt es fertige Blumenerden zu kaufen. Das Angebot ist vielfältig und die Preise variieren stark, leider gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Eine hochwertige Blumenerde weist eine gute Strukturstabilität auf, ist locker und luftdurchlässig und gibt der Pflanze sicheren Halt. Das Wasser wird gut aufgenommen, gespeichert und wieder abgegeben, die Nährstoffversorgung ist für den angegebenen Zeitraum gesichert und der pH-Wert liegt im günstigen Bereich. Erreicht werden diese Anforderungen u. a. durch wertvolle Zuschlagstoffe, die auch einen höheren Preis rechtfertigen. Selbstverständlich ist das Substrat frei von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern.
Verstärkt werden torffreie oder torfreduzierte Blumenerden angeboten. Der Torfanteil ist hier beispielsweise durch die Zugabe von Kokosfasern, Holzfasern oder Rindenhumus reduziert. Für besondere Kulturen - Orchideen, Kakteen, Bonsai, Palmen oder Azaleen - gibt es Spezialerden.
Bewässerung
Regelmäßige Wassergaben sind wichtig, doch meint man es oft zu gut. Zu reichliches Gießen zählt sicherlich zu den häufigsten Fehlern in der Pflanzenpflege. Ist der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und beginnen zu faulen. Beim Gießen sind folgende Punkte zu beachten:
Das Substrat sollte vor allem bei tropischen Gewächsen gleichmäßig feucht, aber nicht nass sein.
Bei vielen Arten gießt man besser seltener, dafür kräftiger, als häufig nur geringe Wassermengen zu verabreichen. Zwischen den Wassergaben sollte die Ballenoberfläche abtrocknen.
Gegossen wird so viel, dass der Ballen gründlich durchfeuchtet wird. Überschüssiges Gießwasser, das sich im Untersetzer oder Übertopf ansammelt, wird nach ca. 15-30 Minuten weggeschüttet.
Bei Pflanzen mit empfindlichen Knollen oder dicken Blattpolstern wie Alpen- und Usambaraveilchen, Gloxinien und Bubiköpfchen wird das Wasser möglichst in den Übertopf oder Untersetzer gegeben.
Die Wurzelballen von Farnen und vielen Ampelpflanzen saugen am besten Wasser, wenn die Töpfe in größeren Abständen getaucht werden.
Am besten geeignet ist zimmer- bis handwarmes Wasser, in den meisten Fällen sollte dies auch kalkarm sein.
Pflanzen in Tontöpfen müssen häufiger gegossen werden als solche in Plastiktöpfen. Der Wasserbedarf bei Tontöpfen lässt sich auch durch eine "Klopfprobe" erkennen. Je heller und hohler der erklingende Ton, desto trockener ist die Blumenerde.
Düngung
Für die Nährstoffversorgung gibt es zahlreiche Fertigdünger in flüssiger oder gekörnter Form, als Stäbchen oder Granulate, auch mit Langzeitwirkung. Einige Punkte sind bei der Düngung zu beachten:
Werden Flüssigdünger verwendet, erhalten die meisten Zimmerpflanzen während der Wachstumsperiode ca. alle 14 Tage eine Gabe. Starkzehrende Arten wie Goldtrompete und Hibiskus werden wöchentlich, schwachzehrende Arten wie Farne, Primeln und Usambaraveilchen nur alle 3-4 Wochen gedüngt.
Im Winter werden die Gaben meist stark eingeschränkt oder ganz eingestellt.
Auf trockenes Substrat darf nicht gedüngt werden, die Erde ist vorher anzufeuchten.
Die angegebene Düngerkonzentration darf auf keinen Fall erhöht werden.
Im Zweifelsfall ist eine niedrigere Dosierung zu wählen. Nährstoffmangel lässt sich leichter beheben als ein Nährstoffüberschuss.
Wurde zu viel Dünger gegeben, sollten die Nährstoffe mit einem schwachen Strahl ausgespült werden. Diese Prozedur ist zwei- bis dreimal für 15 Minuten zu wiederholen. Ebenfalls möglich ist ein teilweiser Austausch des Substrates, indem man die Pflanze umtopft. Dabei sollte möglichst viel Erde vom Ballen gelöst werden.
Umtopfen
Zwar entwickeln sich Pflanzen im Zimmer langsamer als am natürlichen Standort, aber trotzdem wird ihnen irgendwann das Gefäß zu eng und ein Umtopfen notwendig. Die Abstände sind von Art zu Art unterschiedlich, in vielen Fällen gilt, dass junge, stark im Wachstum befindliche Pflanzen jährlich, ältere und schwächer wachsende nur noch alle 2-4 Jahre umgetopft werden. Bei manchen Gewächsen können die Abstände noch größer sein.
Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist der Beginn der Wachstumsperiode, also meist im zeitigen Frühjahr. Während der Blüte und in der Ruhezeit sollte man generell nicht umtopfen. Der neue Topf sollte nur einen etwa 2-3 cm größeren Durchmesser haben als der vorige. Ist er zu groß, verwendet die Pflanze viel Kraft zur Wurzelbildung, Neuaustrieb und Blüte werden beeinträchtigt. Einige Arten wie die Klivie setzen bei zu großen Gefäßen längere Zeit mit der Blüte aus. Ist die Gefäßgröße nicht mehr zu steigern, lässt sich der Wurzelballen vorsichtig verkleinern und der neu gewonnene Raum wird mit neuer Erde aufgefüllt. In den ersten Wochen nach dem Umtopfen ist gut darauf zu achten, dass das neue Substrat nicht vernässt.
Zur Merkblattübersicht
Zur Homepage des Landesverbandes
|