Rasen und Blumenwiese

Rasen ist eine dichtwachsende Pflanzendecke, die aus kurz geschnittenen Gräsern besteht. Durch umfassende Pflege - regelmäßiger Schnitt, Bewässerung, ausgewogene Düngung - wird aus dieser Vegetationsschicht eine strapazierfähige Rasennarbe, die eine intensive Nutzung ermöglicht. Der Pflegeaufwand und die Zusammensetzung der Gräser variiert je nach den Ansprüchen, die an die Fläche gestellt werden. Mit steigender Intensität der Nutzung nimmt der Pflegeaufwand zu und verringert sich die Artenzahl. Die Anlage eines Rasens ist überall dort angebracht, wo eine dauernde Nutzung eine hohe Strapazierfähigkeit voraussetzt, wie auf Sportplätzen. Blumenwiesen sind natürlichen Pflanzengesellschaften aus Gräsern und ein- oder mehrjährigen blühenden Kräutern nachempfunden. Je nach Standort und Pflegeaufwand ändert sich die Zusammensetzung, die aber immer artenreicher ist als bei einem Rasen. Damit die Struktur der Wiese erhalten bleibt, ist es notwendig, dass die Kräuter aussamen und sich so weiter verbreiten können. Deshalb ist die Anlage einer Blumenwiese nur dort sinnvoll, wo der erste Schnitt nicht vor Juni notwendig und die Nutzung der Fläche dadurch nicht einschränkt ist.

Inhalt

  Anlage einer Rasenfläche
  • Pflegemaßnahmen
  • Probleme

  •   Anlage einer Blumenwiese
  • Pflegemaßnahmen
  • Probleme

  •   Wichtige Regelsaatgutmischungen (RSM)
      Rasentypen nach DIN 18917
      Ausdauernde blühende Kräuter für Blumenwiesen

    Anlage einer Rasenfläche

    Vor der Anlage der Rasenfläche ist es sinnvoll, den Standort zu untersuchen. Rasengräser benötigen einen leicht sauren, nährstoffreichen Boden und sind lichtbedürftig. Wichtig ist die Verwendung von Qualitätssaatgut. Empfehlenswert sind die so genannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM). Sie enthalten die für die jeweiligen Standorte und Nutzungen am besten geeigneten Gräser.
    • Zur Saatbettbereitung wird das Areal tiefgründig gelockert. Bei kleinen Flächen kann dies mit Spaten oder Grabegabel geschehen. Bei größeren und stark verdichteten Flächen empfiehlt sich der Einsatz von Maschinen. Sind die Nährstoffgehalte des Bo dens zu gering, kann gleichzeitig Kompost oder Dünger eingearbeitet werden.
    • Die Oberfläche wird vorzugs-weise mit einem breiten Holz-rechen geebnet. Ziel ist ein dem gewünschten Geländeverlauf angepasstes Profil. Je genauer dieser Arbeitsschritt durchgeführt wird, desto ebener ist die Rasenfläche nach der Fertigstellung. Danach soll sich der Boden setzen.
    • Bei kleinen Arealen wird das Saatgut von Hand auf die Fläche ausgebracht. Dabei muss die erforderliche Menge an Saatgut so verteilt werden, dass keine Fehl-stellen entstehen. Eine besonders gleichmäßige Verteilung wird mit Saatmaschinen erreicht. Die optimale Aussaatstärke ist von der gewählten Rasenmischung abhängig und auf der Verpackung vermerkt (bei Qualitätssaatgut ca. 25 g/m²).
    • Nach dem Ausbringen muss der Samen oberflächlich eingearbeitet werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Körner nicht zu tief liegen, da Gräser zu den Lichtkeimern gehören. Abschließend wird die Fläche gewalzt, um einen guten Kontakt des Samen s mit dem Boden zu erreichen. Je nach Witterung ist eine leichte Bewässerung der Fläche notwendig, um ständig eine aus-reichende Bodenfeuchte zu erhalten.
    • Sind die Gräser ca. 6-10 cm hoch, werden sie um 1/3 zurückgeschnitten und, wenn nötig, gedüngt. Voraussetzung für das Mähen ist, dass die Rasen-fläche trocken, fest und begehbar und die Messer des Mähers scharf sind.
     
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    Pflegemaßnahmen
    Regelmäßiges Mähen ist der wichtigste Teil der Rasenpflege. Die Häufigkeit des Schnittes ist von der Witterung, der Jahreszeit, der Intensität der Nutzung und der Narbenzusammensetzung abhängig. Das heißt, je besser die Standortbedingungen des Rasen sind und je intensiver die Nutzung der Fläche ist, desto häufiger muss gemäht werden. Auch wenn eine starke Strapazierung des Rasens eine gleichmäßige Wasserversorgung notwendig macht, so ist eine zusätzliche Wassergabe nur in den seltensten Fällen notwendig. Dabei gilt, lieber einmal durchdringend zu bewässern, als oft wenig Wasser zu verabreichen.
    Bei starker Trittbelastung der Rasenfläche und bei zur Verdichtung neigenden Böden kann nach einigen Jahren der Untergrund so verfestigt sein, dass Ausfallerscheinungen zu erkennen sind. Durch das Vertikutieren werden Verfilzungen aus dem Rasen herausgeschnitten. Dadurch können die Grasbüschel wieder besser wachsen und die Verzweig ung der Gräser wird ebenfalls angeregt. Der Boden wird dabei nicht gelockert. Als weitere Standort-verbesserung können bei intensiv genutzten Flächen jährlich ca. 2 - 3 Liter reifer, fein abgesiebter Kompost pro m² ausgebracht werden.

     
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    Probleme
    Im artenarmen Rasen sind Schäden wesentlich häufiger als in einer artenreichen Blumenwiese. Dennoch treten nur selten ernsthafte Schädigungen auf, die meist von schlechter Pflege, Nährstoffmangel, Standortproblemen oder Überstrapazierung herrühren. Unerwünschter Aufwuchs von Moos und Kräutern ist v. a. bei ungünstigen Wachstumsbedingungen für Gräser zu beobachten. Durch konsequente Rasenpflege und Nachsaat erhält man i. d. R. dichten und strapazierfähigen Rasen. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten nicht notwendig.
     
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    Anlage einer Blumenwiese

    Da die meisten Kräuter einer Blumenwiese auf eine sonnige Lage und mageren, durchlässigen Boden angewiesen sind, ist eine vorhergehende Bodenuntersuchung auf jeden Fall notwendig. Erweist sich der Boden als zu nährstoffreich, ist eine Abmagerung durch die Beimischung von nährstoffarmen Substraten ratsam. Die Neuanlage einer Blumenwiese unterscheidet sich kaum von der einer Rasenfläche. Da aber die Keimung und Entwicklung der meisten blühenden Kräuter wesentlich langsamer verläuft als bei Rasengräsern, verschiebt sich die erste Mahd bis nach der Blüte und Samenreife der Kräuter. Soll eine bestehende Rasenfläche zu einer Blumenwiese umgebaut werden, genügt es nicht, Samen der Kräuter auszustreuen, da die Keimung nur im offenen Boden befriedigend verläuft. Deshalb können über die Rasenfläche verteilt kleinere Flächen von den Gräser befreit werden und diese offenen Stellen mit einer Kräutermischung eingesät werden. Ebenso ist eine Umgestaltung mit der Pflanzung vorkultivierter Kräuter möglich. Von diesen Stellen aus verbreiten sich die Arten, denen der Standort behagt. Zeitpunkt der ersten Mahd dieser Inseln ist ebenfalls nach dem Ausreifen der Samen.
     
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    Pflegemaßnahmen
    Die wichtigste Pflegemaßnahme einer Blumenwiese ist die Mahd und die Abfuhr des Schnittgutes. Um die Artenvielfalt der Blumenwiese zu erhalten, sollte das Schnittgut einige Tage auf der Fläche trocknen, um so die Verteilung der Samen zu fördern. Schnittzeitpunkt und -häufigkeit richten sich nach der Zusammensetzung der Wiese. Ratsam ist es, den Zeitpunkt der Hochblüte und Samenreife (etwa Ende Juni/Anfang Juli) abzuwarten. Für die Vegetation ist eine abgestufte Pflege am vorteilhaftesten, d. h. die Wiese wird in aufeinander folgenden Abschnitten gemäht. Eine Nährstoffzufuhr ist in der Regel nicht notwendig, da die meisten Pflanzen einer Blumenwiese Zeigerpflanzen für magere Böden sind.
     
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    Probleme
    Das größte Problem, das bei einer neuangelegten Blumenwiese auftreten kann, ist die Abnahme der Artenvielfalt. Viele Kräuter, die in Samenmischungen enthalten sind, sind einjährige Pflanzen, die im Laufe der Jahre immer mehr von ausdauernden Pflanzen verdrängt werden. Die Zusammensetzung der Pflanzen einer Blumenwiese verändert sich ständig und passt sich den Standortbedingungen an. Diesen Wandel sollte man akzeptieren, da nur mit aufwändigen Eingriffen w ie regelmäßiger Bodenbearbeitung und Neuansaat gegengesteuert werden könnte.
     
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    Wichtige Regelsaatgutmischungen (RSM)

    RSM 1 Zierrasen RSM 3 Sportrasen RSM 6 Extensive Dachbegrünung
    RSM 2 Gebrauchsrasen RSM 5 Parkplatzrasen RSM 7 Landschaftsrasen

     
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    Rasentypen nach DIN 18917

    Rasentyp Anwendungsbereich Eigenschaften Pflegeansprüche
    Zierrasen Repräsentationsgrün Dichte teppichartige Narbe aus feinblättrigen
    Gräsern, gute Optik, Belastbarkeit gering
    hoch bis sehr hoch
    Gebrauchsrasen Öffentliches Grün, Wohnsiedlungen, Hausgärten Widerstandsfähig gegen Trockenheit, mittlere Belastbarkeit, geringere ästhetische Ansprüche mittel bis hoch
    Strapazierrasen (Sportrasen) Sport- und Spielflächen, Liegewiesen, Parkplätze Ganzjährig hoch belastbar, gute Optik mittel bis sehr hoch
    Landschaftsrasen (Extensivrasen Extensiv genutzte und ge-pflegte Flächen im öffentlichen und privaten Grün, in der Landschaft, an Verkehrswegen, Erstbegrünung auf Rohböden Übergang zur Wiese, ansprechende Optik durch Artenreichtum, widerstandsfähig insbesondere gegen Trockenheit durch standortgerechte Zusammensetzung, gering belastbar gering bis mittel

     
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    Ausdauernde blühende Kräuter für Blumenwiesen

    Deutscher Name Botanischer Name Blüte: Zeit, Farbe
    Wiesenmargerite Leucanthemum vulgare VI-X, weiß
    Wiesenflockenblume Centaurea jacea VI-X, violett
    Kleine Bibernelle Pimpinella saxifraga VII-IX, weiß
    Wiesenlabkraut Galium mollugo V-IX, weiß
    Scharfer Hahnenfuß Ranunculus acris V-X, gelb
    Skabiosenflockenblume Centaurea scabiosa VI-IX, violett
    Rote Lichtnelke Silene dioica IV-VI, rot
    Rundbl. Glockenblume Campanula rotundifolia VI-X, blau
    Wiesensalbei Salvia pratensis V-IX, blau
    Frühlingsschlüsselblume Primula veris IV-VI, gelb

     
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Januar 2001)