Schaderreger an Johannisbeere und Stachelbeere

Pilzliche oder tierische Schaderreger behindern die gesunde Entwicklung der Pflanzen und schmälern die Freude am Anbau. Nur wer die Ursachen und die Ausprägungen eines Schadens kennt, kann den Entwicklungskreislauf des Erregers unterbrechen und erfolgreich handeln.

Inhalt

  Blattfallkrankheit
  • Schadbild und Biologie
  • Vorbeugende Maßnahmen
  • Direkte Bekämpfung

  •   Amerikanischer Stachelbeermehltau
  • Schadbild und Biologie
  • Vorbeugende Maßnahmen
  • Direkte Bekämpfung

  •   Gallmilbe an Schwarzen Johannisbeeren
  • Schadbild und Biologie
  • Vorbeugende Maßnahmen
  • Direkte Bekämpfung

  •   Säulenrost an Schwarzen Johannisbeeren
  • Schadbild und Biologie
  • Vorbeugende Maßnahmen
  • Direkte Bekämpfung
  • Blattfallkrankheit

    Diese Pilzkrankheit befällt in erster Linie Rote und Weiße Johannisbeeren, aber auch Stachelbeeren.
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    Schadbild und Biologie
    Der Pilz überwintert auf den abgefallenen Blättern. Von dort aus erfolgt der erste Befall Anfang Mai, der durch sehr kleine, bräunlich-schwarze Flecken an Blättern im unteren Strauchbereich zu erkennen ist. Bei feucht-warmer Witterung in den Monaten Mai und Juni breitet sich die Pilzkrankheit von diesen Infektionsherden explosionsartig aus. Die Menge der sichtbaren Flecken wird deutlich größer. Ab Mitte Juni vergilben die Blätter, die Blattränder rollen sich zur Oberseite hin und trocknen ein. Durch die reduzierte Assimilationsfläche werden die Früchte nicht mehr ausreichend versorgt und verkümmern. Bei starkem Befall kann ein Strauch bereits während der Beerenreife vollkommen kahl sein. Der frühzeitige Blattverlust hat zur Folge, dass der Strauch keine Reservestoffe bilden kann und deutlich geschwächt wird.
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    Vorbeugende Maßnahmen
    Bei Neupflanzungen widerstandsfähige Sorten bevorzugen. Gegen die Blattfallkrankheit sehr robust sind beispielsweise bei Roten Johannisbeeren: `Jonkheer van Tets`, `Rovanda` und `Rondom`; Schwarze Johannisbeeren: `Ometa´ und `Titania`; Stachelbeeren: `Invicta` und `Remarka`. Da die Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum) eine Infektionsquelle darstellen kann, sollte sie nicht in der Nähe von Kultursorten stehen.
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    Direkte Bekämpfung
    Abgefallene kranke Blätter sind so rasch wie möglich zu entfernen. Dadurch wird eine neue Infektion im kommenden Jahr deutlich eingeschränkt. Eine chemische Bekämpfung der Blattfallkrankheit ist im Garten nicht sinnvoll.
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    Amerikanischer Stachelbeermehltau

    Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist eine sehr häufig anzutreffende Pilzkrankheit im Hausgarten. Neben Stachelbeeren können davon auch Schwarze Johannisbeeren befallen werden.
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    Schadbild und Biologie
    Der Pilz überwintert bei Stachelbeeren überwiegend in den Knospen oder verschiedentlich auch auf der Rinde der befallenen Triebspitzen, wodurch der Befallsdruck im kommenden Jahr verstärkt werden kann. Bei Schwarzen Johannisbeeren überwintert der Schaderreger als Pilzgeflecht auf Blättern und Trieben. Bereits beim Austrieb sind die jungen Blätter mit einem mehligen Belag überzogen. Neben dem anfangs abwischbaren Pilzbelag ist ein reduziertes Wachstum der jungen Triebe zu beobachten. Auf den erkrankten Pflanzenteilen bilden sich Sommersporen , die bei optimalen Bedingungen (ab 18 °C und hoher Luftfeuchte) zu einer explosionsartigen Ausbreitung der Krankheit beitragen. Infizierte Beeren sind schon im unreifen Zustand mit einem weißlichen Pilzrasen überzogen, der sich später grau-bräunlich verfärbt . Durch das geschädigte Zellgewebe platzen die Beeren auf und sind ungenießbar. Im Hochsommer werden die Überwinterungsorgane gebildet und die jungen Knospen befallen.
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    Vorbeugende Maßnahmen
    Die Anfälligkeit gegenüber dieser Mehltauart ist stark sortenabhängig. Deshalb sollten bei Neupflanzungen mehltauresistente Sorten wie beispielsweise `Invicta` und `Remarka` Verwendung finden. Durch eine lockere Pflanzung und sachgerechten Auslichtungsschnitt kann für ein möglichst rasches Abtrocknen der Blätter gesorgt werden. Eine übertriebene stickstoffbetonte Düngung, die ein mastiges Zellwachstum fördert, und damit das Eindringen des Pilzes erleichtert, sollte unterbleiben.
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    Direkte Bekämpfung
    Befallene Triebspitzen müssen während des Winters bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und aus dem Garten entfernt werden. Eine chemische Bekämpfung ist im Hausgarten nicht sinnvoll.


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    Gallmilbe an Schwarzen Johannisbeeren

    Die Johannisbeergallmilbe verursacht durch ihre Saugtätigkeit starke Wachstumsstörungen in den Knospen. Oft erweitert sich das Schadbild, weil von ihnen auch Viruskrankheiten übertragen werden können.
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    Schadbild und Biologie
    Die Johannisbeer-Gallmilbe überwintert in den deutlich angeschwollenen, rundlichen Knospen (Milbengalle), die im Frühjahr kaum mehr austreiben. Nach der Knospenöffnung verlassen die Milben das Winterquartier und verteilen sich auf dem Strauch. Durch die geringe Größe (ca. 0,2 mm) werden sie auch durch Wind, Insekten und andere Lebenwesen weiterverbreitet. Die befallenen Knospen vertrocknen und fallen ab. Ab Mai dringen die Milben in die neu gebildeten Knospen ein und vermehren sich im Inneren sehr rasch, wodurch sich die infizierten Knospen vergrößern. Bis zur Auswanderung im Frühjahr können bis zu 40.000 Milben in einer Knospe entstehen. Bei mehrjährigem, starken Befall werden die Pflanzen geschwächt und der Ertrag nimmt ab.
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    Säulenrost an Schwarzen Johannisbeeren

    Der Erreger des Johannisbeer-Säulenrostes gehört zur Gruppe der wirtswechselnden Rostpilze. Im Sommer befällt er als Hauptwirt die Schwarze Johannisbeere, die fünfnadeligen Kiefernarten dienen im Winter als Zwischenwirt. Dort verursacht der Pilz eine Erkrankung, die als Kiefern-Blasenrost bezeichnet wird.
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    Schadbild und Biologie
    Der Pilz überwintert in den Kieferntrieben (1). Im Frühjahr wachsen aus den Verdickungen weißliche blasenförmige Pilzkörper (2). Die infizierenden Sporen werden mit dem Wind übertragen (3) und befallen die Johannisbeeren. Nach etwa zwei Wochen sind die ersten hell-gelben Pusteln (4) auf der Blattunterseite zu erkennen, die auf der Oberseite helle Flecken (5) verursachen. Durch die entstehenden Sommersporen (6) breitet sich die Infektion weiter aus. Bis Ende Juni kann bereits ein Großteil eines Blattes mit deutlich sichtbaren Tupfen überzogen sein. Ab August bilden sich an der Blattunterseite bräunlich-gelbe, etwa 1 mm lange säulchenartige Pilzgeflechte (7). Durch die austretenden Sporen werden wieder neue Kieferntriebe befallen é. Nach der Infektion dauert es zwei bis drei Jahre, bis sich aus den Anschwellungen neue Pilzkörper bilden (2). Unter besonderen Umständen kann der Pilz auch ohne Zwischenwirt auf abgefallenen Johannisbeerblättern überwintern.
    Eine mit Kiefernblasenrost befallene Pflanze bleibt zeitlebens Trägerin der Krankheit und ist somit eine ständige Infektionsquelle. Dagegen kann sich der Schaderreger auf den Johannisbeeren nur eine Wachstumsperiode halten.
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    Vorbeugende Maßnahmen
    Da zur vollständigen Entwicklung des Pilzes beide Wirtspflanzen notwendig sind, ist die Entfernung einer der beiden Wirte die wirksamste Vorbeugungsmaßnahme. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Sporen durch den Wind, aber auch durch Insekten, über größere Distanzen transportiert werden können. Zur wirksamsten vorbeugenden Maßnahme zählt die Auswahl widerstandfähiger Johannisbeersorten wie ´Ometa´ und ´Titania´.
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    Direkte Bekämpfung
    Infizierte (4) und erkrankte, abgefallene Blätter (7) der Johannisbeere und Befallsstellen an Kiefern (2) sollten schnellstmöglich vollständig aus dem Garten entfernt werden, um den Entwicklungszyklus des Pilzes zu unterbrechen.


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    Erstellt in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP)
    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (2001)
    Zeichnungen: Griegel