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Schnitt von Beerenobst |
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JohannisbeerenJohannisbeeren entwickeln die schönsten Früchte am ein bis zweijährigen Holz. Deshalb sollten alle Schnittmaßnahmen darauf ausgerichtet werden, einen möglichst hohen Anteil an fruchtbaren Trieben, sei es als junge Bodentriebe oder als Seitentriebe zu erlangen.Buscherziehung: Die gebräuchlichste Methode ist die Pflanzung von Büschen in Reihen. Der Abstand in der Reihe beträgt bei Schwarzen Johannisbeeren 2 m, bei Roten 1,8 m und bei den schwächer wachsenden weißen Sorten 1,5 m. Als Reihenabstand sind 2-2,5 m zu wählen. Vor der Pflanzung werden schwache Triebe weggeschnitten und die verbleibenden 4-6 Triebe, die späteren Leit oder Gerüstäste, auf ein Drittel oder die Hälfte eingekürzt. Ein gut aufgebauter und gepflegter Johannisbeerbusch sollte jeweils 2-3 ein, zwei, drei und vierjährige Triebe aufweisen, so dass er insgesamt 8-12 Triebe besitzt. Den jährlichen Zuwachs der Leitäste kann man etwa um ein Drittel zurückschneiden und dadurch die Seiten und Tragholzbildung anregen. Entscheidend ist, den Strauch durch regelmäßigen Schnitt zur Bildung junger, kräftiger Bodentriebe anzuregen. Von diesen belässt man jährlich 2-3, die man zum Heranziehen neuer Gerüstäste braucht. Dementsprechend nimmt man die ältesten Gerüst-triebe sowie starke, nach innen wachsende, verkahlende und tief nach unten hängende Aste heraus. Ziel ist es, einen locker aufgebauten Strauch zu erhalten, der in einem Zyklus von 3-4 Jahren erneuert wird. Hecken und Spindelerziehung: Aus dem Erwerbsgartenbau stammende Anbauweisen sind die 3-Ast-Hecke und eintriebige Spindel am Drahtge-rüst. Die Vorteile dieser Verfahren liegen in der Erleichterung sämtlicher Pflegearbeiten und in einer hohen Fruchtqualität. Der Pflanzab-stand beträgt bei der Hecke 0,75-1,0 m. Pro Pflanze belässt man drei Gerüstäste, die an die in einer Höhe von ca. 0,5, 1,0 und 1,5 m gespannten Drähte geheftet werden. Der Pflanzabstand der Spindel ist 0,5 m. Ziel der Hecken und Spindelerziehung ist, ausreichend viele einjährige Seitentriebe an den Gerüstästen zu bekommen. Im 2. Standjahr sind es je nach Wüchsigkeit 2-4 Fruchttriebe, in der Hauptertragsphase 610. Alle überzähligen und abgetragenen Seitentriebe werden auf 2-3 cm lange Stummel zurück geschnitten, aus denen sich das Fruchtholz für das Folgejahr entwickelt. Ab dem 3.-4. Standjahr muss man mit dem Nachziehen neuer Gerüstäste anfangen, um überalterte Gerüstäste ab dem 5.6. Jahr ersetzen zu können. Auch Schwarze Johannisbeeren reagieren dankbar auf einen regelmäßigen, intensiveren Schnitt, da sie am einjährigen Holz am besten tragen. Generell ist als Schnitttermin die Zeit direkt nach der Ernte zu empfehlen. Zu dicht stehende und für den Aufbau des Strauches nicht benötigte Triebe sollten bereits einige Wochen vor der Ernte entfernt werden, da so die Besonnung der Früchte und die Bildung neuer Blütenknospen gefördert wird. StachelbeerenDer Pflanzabstand beträgt für Büsche 1,2-1,5 m, für Hochstämmchen 1,0-1,25 m, für 3AstHecken 0,75 m und für die Spindel 0,5 m. Der Pflanzschnitt ähnelt dem der Johannisbeeren: Büschen belässt man 4-6, Hochstämmchen 5-8 Triebe, die um ungefähr ein Drittel zurück geschnitten werden (d. h. etwas weniger als Johannisbeeren), die übrigen Triebe werden entfernt. Hochstämmchen müssen nach der Pflanzung an einen Pfahl gebunden werden und in der Zeit der Fruchtreife ein Stützgerüst zum Tragen ihres Fruchtbehanges bekommen. Der Anbau von Stachelbeeren als Hecke oder als Spindel am Drahtgerüst, der alle Pflegearbeiten an den Pflanzen erheblich erleichtert, erfolgt wie bei Johannisbeeren. Auch Erziehung und Pflege sind ähnlich wie bei Johannisbeeren. Ein ausgewachsener Stachelbeerstrauch verfügt über 6-8 Gerüstäste, überzählige, nach innen wachsende, zu dicht stehende und verkahlende Triebe werden vollständig herausgeschnitten. Da bei Stachelbeeren ebenfalls das einjährige Holz am ertragreichsten ist, empfiehlt es sich, jährlich den Leitastzuwachs etwas zurück zu schneiden, um die Bildung von Seitentrieben anzuregen. Diese wiederum werden ebenfalls leicht eingekürzt, was die Entstehung von Fruchtholz begünstigt. Durch diese Maßnahmen nimmt zwar der Ertrag etwas ab, dafür die Fruchtqualität zu. Zur Verjüngung werden abgetragene Äste ungefähr alle 5 Jahre durch neue Bodentriebe oder Triebe, die basal aus alten Gerüstästen wachsen, ersetzt. Der günstigste Schnittzeitpunkt ist direkt nach der Ernte. Bei der Hecken und Spindelerziehung werden ebenso wie im Fall der Johannisbeeren zur Fruchtholzbildung die Seiten-triebe auf Stummel geschnitten und die Gerüstäste alle 5-6 Jahre erneuert. Zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau empfiehlt es sich, im Herbst alle Triebspitzen um etwa 5 cm einzukürzen.JostabeerenDa Jostabeeren-Büsche sehr stark wachsen, ist ein Pflanzabstand von 2,5-3 m einzuhalten, um im ausgewachsenen Zustand ein gegenseitiges Beschatten zu vermeiden. Ein Pflanzschnitt der anfangs 3-4 Gerüstäste ist nicht notwendig, weil die Sträucher auf nahezu allen Gartenböden rasch anwachsen und gut gedeihen. Zur vollen Entwicklung eines Strauches gesteht man ihm ab dem zweiten Standjahr zwei weitere Leitäste zu, also insgesamt 5-6. Die Jostabeere trägt sowohl am einjährigen Holz als auch an mehrjährigen Fruchtspießen und verkahlt nicht so stark wie Schwarze Johannisbeeren. Deshalb ist ein regelmäßiges Einkürzen der Gerüstäste und der Seitentriebe nicht notwendig. Hingegen ist ein Entfernen zu dicht stehender Aste, überzähliger Seitentriebe und das Fruchtholz beschattender Zweige vor-teilhaft. Ein Verjüngen der Sträucher durch Herausschneiden alter Leitäste und Nachziehen kräftiger Bodentriebe ist erst nach 5-6 Jahren angebracht, alle sonstigen Jungtriebe sind bodennah abzuschneiden.HimbeerenHimbeeren werden, da sie nicht standfest sind, in Reihen am Drahtgerüst gezogen, wobei die Drähte in einer Höhe von 0,7, 1,2 und 1,7 m gespannt sind. Ein Gerüst mit Drahtdoppelreihen erspart in windgeschützten Lagen ein Anbinden der Ruten und verhindert deren Auseinan-derfallen. Die Abstände zwischen den Reihen betragen 1-1,5 m, innerhalb 0,4-0,5 m. Zur Pflanzung schneidet man die Ruten auf 0,3-0,5 m zurück und setzt sie so tief in den gut gelockerten und etwas mit organischem Material angereicherten Boden, dass die Knospen am Wurzelhals bedeckt sind.Die Ruten, in deren Seitenachselknospen ab Herbst des Vorjahres die Blütenknospenbildung stattfand und im Sommer die Früchte heran-wuchsen, werden nach der Ernte direkt über dem Boden abgeschnitten. Das Gleiche geschieht mit schwachen, krummen Neutrieben, so dass insgesamt nur 8-12 kräftige junge Ruten pro laufendem Meter stehen bleiben. Im Herbst können zu lange Ruten auf ca. 2 m eingekürzt werden. Dadurch erhöhen sich Standfestigkeit, künftige Fruchtgröße und qualität. Bei Herbsthimbeeren werden jährlich nach der Ernte alle Triebe bodennah abgeschnitten. BrombeerenWegen nicht vorhandener Standfestigkeit der Brombeerruten erfolgt die Pflanzung ähnlich wie bei Himbeeren an Spalieren oder Drahtge-rüsten. Der Pflanzabstand beträgt bei rankenden, stachelbewehrten Sorten 3-4 m, bei stachellosen ca. 2 m und bei aufrecht wachsenden 0,5 m. Nach der Pflanzung schneidet man die Ruten auf etwa 20-30 cm zurück.Die aus den bei der Pflanzung mit ca. 5 cm Boden abgedeckten Knospen des Wurzelhalses kommenden Triebe werden fächerförmig am Gerüst verteilt und an die Drähte geheftet. Von enormer Bedeutung ist der Sommerschnitt: Die aus den Blattachseln wachsenden Seiten-triebe (Geiztriebe) werden auf kurze Zapfen zurückgeschnitten. Dies ist im Laufe des Sommers mehrmals zu wiederholen, um einerseits die Bildung des berüchtigten Brombeergestrüpps zu vermeiden. Andererseits gehen aus den verbleibenden Knospen der eingekürzten Sei-tentriebe im nächsten Jahr üppige Blütenstände hervor, aus denen sich große, leicht zu pflückende Beeren entwickeln. Eine andere Vari-ante ist das einmalige Zurückschneiden der Seitentriebe im August auf einen kurzen Stummel von ca. 10 cm mit 2 Augen. Die abgetragenen Ruten werden ebenso wie erfrorene Triebe im zeitigen Frühjahr am Wurzelhals abgeschnitten und beseitigt, zu lange Ranken sind um unge-fähr ein Drittel einzukürzen. Als Folge dieser Schnittmaßnahmen sollte jede Pflanze 4-6, maximal 8 Ruten besitzen. GartenheidelbeerenFür Heidelbeeren sollte der Boden humusreich, feucht, gut durchlüftet sein und einen pH-Wert im Bereich 3,5-5 haben. Als Abstand zwischen den einzelnen Sträuchern sind 12 m zu wählen. Die Pflanzen dürfen nur so tief gesetzt werden, dass der Wurzelballen gerade noch mit Substrat bedeckt ist. Für einen zufrieden stellenden Anbau ist der Standortfaktor Boden bei weitem wichtiger als die regelmäßigen Schnittmaßnahmen.Ein Pflanzschnitt ist nicht notwendig und, da Heidelbeeren relativ langsam wachsen, in den ersten Jahren auch kein weiterer Schnitt. Ab dem 3. Standjahr entfernt man vergreiste, abgetragene Triebe direkt über dem Boden. Dadurch wird ein Neuaustrieb aus dem Wurzelstock gefördert. Durch das regelmäßige Ersetzen älterer Triebe kann man eine Fruchtholzrotation erreichen, die über Jahre hinweg einen gleich bleibenden Ertrag sichert. Ein Strauch sollte ungefähr 6-8 Triebe haben, die nicht älter als drei Jahre sind. Neue und junge Triebe bleiben unbeschnitten. Auch wenn Kulturheidelbeeren selbstfruchtbar sind, wird der Ertrag durch die Nachbarschaft von zwei oder drei Pflanzen, am besten zweierlei Sorten, gesteigert. Sortenspezifische Unterschiede beim Schnitt gibt es nicht. |
| © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2005) |