Sichtschutz - Es muss nicht immer Thuja sein



Hecken sind in unseren Gärten wichtige Gestaltungselemente mit vielen Funktionen. Sie prägen die Außenwirkung, dienen als Begrenzung, bieten Sichtschutz, schaffen Gartenräume, dämpfen den Lärm und schützen vor Staub und Wind. Leider werden für diese Zwecke oft nur Thujen gepflanzt, die als "grüne Mauern" unsere Straßenräume in den Siedlungen phantasielos und eintönig erscheinen lassen. Dabei stehen uns viele gleichwertige Alternativen zur Verfügung, mit denen darüber hinaus auch gestalterische Akzente und Farbtupfer gesetzt werden können. So gibt es eine Vielzahl an Gehölzen in unterschiedlichen Farben und Formen, die sich für die Verwendung in einer frei wachsenden Hecke, in einer Schnitthecke oder als Kletterpflanzen in Verbindung mit Sichtschutzelementen sehr gut eignen.

Inhalt

  Thuja als Heckenpflanze

  Laubgehölze als Alternative zur Thuja
 
  • Schnitthecke
  •  
  • Holzzäune und Sichtschutzelemente
  •  
  • Blütenhecke
  •  
  • Wildgehölzhecke
  •   Auswahl an Pflanzen für unterschiedliche Hecken- und Sichtschutzformen
     
  • Schnitthecke
  •  
  • Mehrjährige Kletterpflanzen
  •  
  • Einjährige Kletterpflanzen
  •  
  • Blütenhecke
  •  
  • Wildgehölzhecke
  •  

    Thuja als Heckenpflanze

    Eine Thujahecke bietet sicherlich einen wirkungsvollen, ganzjährigen Sichtschutz und bei regelmäßiger Pflege ein "sauberes" Erscheinungsbild. Aber trotz dieser Vorzüge sollte bedacht werden, dass Thujahecken in unseren Siedlungen sehr fremdartig wirken und für eine naturnahe Gartengestaltung wenig geeignet sind. Darüber hinaus sind sie aufgrund der geringen Lichtdurchlässigkeit in Verbindung mit ihrem dichten Wurzelgeflecht keine gute Gesellschaft für andere Pflanzen. Am sichtbarsten wird dies am Beispiel von verkümmerten und vermoosten Rasenflächen. Auch haben Thujen die Eigenschaft an den Berührungsflächen zu andern Gehölzen zu verkahlen und bei einem zu tiefen Rückschnitt nur schlecht oder gar nicht mehr auszutreiben.

    Laubgehölze als Alternative zur Thuja

    Hecken aus Laubgehölzen spiegeln den jahreszeitlichen Wechsel wieder und machen den Garten reicher an Lebensräumen und gestalterischen Möglichkeiten. So geben unterschiedliche Blattformen und -farben, eine breite Palette an Blütenfarben, vielgestaltige Wuchsformen und Früchte, die sich auch für die Verwertung eignen, dem Garten ein abwechslungsreicheres Gesicht. Auch Laub abwerfende Pflanzen bieten in den Sommermonaten ausreichenden Sichtschutz und haben darüber hinaus im Winter den Vorteil, dass der Garten heller und freundlicher wirkt, was sich auch positiv auf den Wohnbereich auswirkt. Das Laub bzw. das Schnittgut lassen sich leicht kompostieren und somit wieder in den Nährstoffkreislauf des Gartens einbringen. Welche Heckenform und -pflanzen ausgewählt werden, ist, neben den persönlichen Vorlieben, abhängig von der Lage und Größe des Gartens.
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    • Schnitthecke: Diese Heckenform ist wegen ihres geringeren Platzbedarfes vor allem dann geeignet, wenn Sicht- und Windschutz auf kleinem Raum gewünscht sind. Sie erfordert allerdings durch den notwendigen regelmäßigen Schnitt einen höheren Pflegeaufwand als frei wachsende Hecken. Auch ist die Auswahl an geeigneten Pflanzen begrenzt, da nur wenige Gehölze das häufige Schneiden tolerieren.
       
    • Holzzäune und Sichtschutzelemente: Den geringsten Platzbedarf haben doppelt gelattete Zäune oder Sichtschutzelemente, die in unterschiedlichen Höhen erhältlich sind und sich gut mit ein- und mehrjährigen Kletterpflanzen begrünen lassen. Beim Kauf ist vor allem auf Qualität zu achten. So sollten die verwendeten Hölzer langlebig sowie die Holzelemente stabil und so miteinander verbunden sein, dass sie auch stärkeren Belastungen z. B. durch Wind und Wetter, gewachsen sind. In Kombination mit Sichtschutzelementen kann man auch Tröge verwenden, die eine Bepflanzung unabhängig vom gewachsenen Boden möglich machen.
       
    • Blütenhecke: Die Vielfalt an Blütengehölzen bietet genügend Spielraum für die Verwirklichung der individuellen Vorstellungen hinsichtlich Höhe, Breite und Farbzusammenstellung. Eine frei wachsende Blütenhecke eignet sich für nicht ganz kleine Gärten im Siedlungsbereich. Lässt es der Platz zu, kann man durch die Kombination mit Wildgehölzen das Blütenspektrum erweitern und die Hecke noch abwechslungsreicher gestalten.
       
    • Wildgehölzhecke: Liegt der Garten am Ortsrand und ist ausreichend Fläche vorhanden, kann mit einer Wildgehölzhecke ein fließender Übergang zur freien Landschaft geschaffen werden. Als Vorbilder dienen dabei Waldränder oder Feldgehölzhecken.
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    Auswahl an Pflanzen für unterschiedliche Hecken- und Sichtschutzformen

    Schnitthecke

    Deutscher Name
    Botanischer Name
    Blütezeit Blütenfarbe Besondere Merkmale Pflanzen je lfd. m Standortansprüche
    Feld-Ahorn
    Acer campestre
    IV-V unauffällig Vogelschutz; gelbe Herbstfärbung; Bienenweide 0,25-0,3 sonnig bis schattig; Boden sandig, bis lehmig, kalkhaltig
    Hainbuche
    Carpinus betulus
    V unauffällig Laub verbleibt z. T. bis Neuaustrieb im Frühjahr; Vogelschutz 3-4 sonnig bis schattig; Boden mäßig trocken bis feucht, kalkliebend
    Kornelkirsche
    Cornus mas
    III-IV gelb wertvoller Heckenstrauch; Herbstfärbung; Früchte essbar, meist sauer 2-3 sonnig bis schattig; Boden frisch, lehmig bis humos
    Schwarzgrüner Liguster
    Ligustrum vulgare 'Atrovirens'
    VI-VII weiß duftend; Früchte glänzend schwarz; Blätter im Herbst lang haftend 0,2-0,25 sonnig bis schattig; auf allen Gartenböden

    Mehrjährige Kletterpflanzen

    Deutscher Name
    Botanischer Name
    Blütezeit Blütenfarbe Besondere Merkmale Höhe in m Standortansprüche
    Alpen-Waldrebe
    Clematis alpina
    IV-VI blau glockenförmige Blüten, 'Ruby' purpurrosa lange Blüte; 'Frances Rivis' großblütig 2-3 sonnig-halbschattig; Ranker, schwach
    Kletter-Spindelstrauch
    Euonymus fortunei
    VI-VII unauffällig immergrünes Laub, schnittverträglich, bestens für kleine Flächen geeignet 1,5-4 halbschattig-schattig; frische Böden; Haftwurzeln, schwach
    Kletterhortensie
    Hydrangea anomala ssp. petiolaris
    VI-VII weiß goldgelbe Herbstfärbung; früher Austrieb, in Südlagen spätfrostgefährdet 8-10 halbschattig-schattig; kalkmeidend; Haftwurzeln, mittel
    Trompeten-Geißblatt
    Lonicera x brownii
    VI-IX orangerot trockene Lagen fördern Läusebefall; sehr frosthart 2-3 halbschattig; Schlinger, schwach
    Wilder Wein, Jungfernrebe
    Parthenocissus tricuspidata
    VI-VII unauffällig prächtige Herbstfärbung, im Schatten weniger ausgeprägt bis 20 sonnig-halbschattig; Haftscheiben, stark
    Kletterrose
    Rosa
    VI-VII alle Rosenfarben vielfältiges Angebot an robusten Sorten für den Hausgarten 2-4 sonnig, ohne direkte Mittagssonne; Spreizklimmer, mittel

    Einjährige Kletterpflanzen

    Deutscher Name
    Botanischer Name
    Blütezeit Blütenfarbe Besondere Merkmale Höhe in m Standortansprüche
    Glockenrebe
    Cobaea scandens
    VII-X grünlichgelb, purpur, blau starker Wuchs; Blüte ab Juli nur durch Aussaat im Februar möglich bis 4 sonnig bis halbschattig; durchlässiger humoser Boden
    Sternwinde
    Ipomoea lobata
    VII-X rot, gelb verblühend pflegeleicht; schnellwüchsig bis 3 sonnig, wind- und regengeschützt; durchlässiger humoser Boden
    Kapuzinerkresse
    Tropaeolum majus
    VI-IX gelb, orange, rot essbare Blüten 2-3 sehr genügsame Pflanze
    Feuerbohne
    Phaseolus coccineus
    VI-IX rot junge Früchte schmackhaft 3-4 schnellwüchsig; hoher Wasserbedarf

    Blütenhecke

    Deutscher Name
    Botanischer Name
    Blütezeit Blütenfarbe Besondere Merkmale Höhe in m Standortansprüche
    Hartriegel
    Cornus alba in sorten
    V weiß/gelb Rinde und Blätter oft intensiv gefärbt; gelbe bis rote Herbstfärbung 2,5-3 (4) sonnig bis schattig; auf allen Gartenböden
    Deutzie
    Deutzia sp.
    V/VII weiß bis rosa Blüten am mehrjährigen Holz, auffallender Blütenstrauch 2-4 sonnig; frische Gartenböden, trockenheitsempfindlich
    Goldglöckchen
    Forsythia x intermedia
    III-IV gelb breitwüchsig, im Alter bogig über-hängend; ältere Zweige auslichten 2-3 sonnig bis halbschattig; auf fast allen Gartenböden
    Kolkwitzie
    Kolkwitzia amabilis
    V-VI rosa auffallender Blütenstrauch, Blüten am letztjährigen Holz 2-3 sonnig bis halbschattig; frische, humose Böden
    Pfeifenstrauch
    Philadelphus sp.
    V-VI weiß stark duftend; Blüten am diesjährigen Holz 2-3 sonnig bis halbschattig; alle Gartenböden, feuchte bevorzugt
    Blut-Johannisbeere
    Ribes sanguineum
    IV-V gelb Breit aufrechter, dichtbuschiger Wuchs; aromatisch duftende Blätter 1,5-2 sonnig bis halbschattig; geringe Bodenansprüche, nicht zu trocken
    Spiersträucher
    Spiraea sp.
    IV-VI weiß vielblütig; Blüten am letztjährigen Holz; oft überhängende Triebe 1,5-2,5 sonnig bis halbschattig; auf allen Böden
    Weigelie
    Weigela sp.
    V-VI/IX rosa bis rot Blüten am letztjährigen Holz; radikale Verjüngung im Winter möglich 2-5 sonnig bis halbschattig; frischer, humoser Gartenboden

    Wildgehölzhecke

    Deutscher Name
    Botanischer Name
    Blütezeit Blütenfarbe Besondere Merkmale Höhe in m Standortansprüche
    Gewöhnliche Berberitze
    Berberis vulgaris
    V-VI gelb rote Früchte, lange haftend, essbar 2-3 sonnig bis halbschattig; nicht zu schwere Böden
    Roter Hrtriegel
    Cornus sanguinea
    V-VI weiß junge Triebe besonders im Winter tiefrot; leuchtend rote Herbstfärbung 3-4 sonnig bis schattig; auf allen Böden
    Haselnuss
    Corylus avellana
    II-III männliche Kätzchen gelb fruchttragend; radikale Verjüngung möglich 3-6 sonnig bis schattig; keine besonderen Bodenansprüche
    Hundsose
    Rosa canina
    VI-VII hellrosa Vogelschutzgehölz; Fruchtschmuck; auch andere Wildrosen geeignet 3-4 sonnig bis halbschattig; Boden mäßig trocken bis frisch
    Schwarzer Holunder
    Sambucus nigra
    VI-VIII weiß Blüten und Früchte verwertbar, wertvolles Vogel- und Bienennährgehölz 3-8 sonnig bis halbschattig; Boden nährstoffreich, leicht sauer
    Wolliger Schneeball
    Viburnum lantana
    IV-V weiß rote, später schwarze Steinbeeren, gelbe bis rote Herbstfärbung 3-4 sonnig bis schattig; Boden trocken, kalkhaltig
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    © Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (August 2006, überarbeitet Sept. 2007)