Funktionsgerechte und harmonisch gestaltete Treppen
sind kostenaufwendig, deshalb müssen sie richtig plaziert, sorgfältig geplant und solide gebaut werden.
Vor allem haben sie den Schrittgewohnheiten zu entsprechen, damit sie keine Hindernisse sind, sondern
elegant und leicht die Höhenunterschiede überwinden lassen. Die Stufen einer Treppe sollen gefällig
wirken, möglichst flach (mindestens aber 12 cm) und breit (höchstens 2 - 2,5 m) sein. Sie dürfen das
Gelände nicht mit Gewalt bezwingen, sondern haben sich anzuschmiegen und einzuordnen. Schmale und
steile Stufen geben keine Sicherheit und lassen das Gefühl für Harmonie und Entsprechung vermissen.
Auch die einladende Wirkung für den Benutzer fehlt. Besondere Beachtung ist deshalb dem Verhältnis
von Stufenhöhe und Auftrittsbreite zu schenken. Nur dadurch gelingt es, die Treppe als eine
Fortsetzung des Weges in steilem Gelände zu betrachten. Treppen erschließen den Garten und machen ihn
abwechslungsreich. Sie verbinden die verschiedenen Ebenen und werden dadurch zu einem integralen
Bestandteil der für die Gesamtgestaltung ausgewählten Elemente und Materialien. Wenn Stufen und
Treppen zu einem interessanten architektonischen Detail in der Ausbildung, Abgrenzung und Verbindung
von Gartenräumen werden sollen, sind einige Gestaltungsgrundsätze zu beachten.
Inhalt
Planungsgrundlagen und Begriffserklärung
Stufenarten
Fundamentierung
Stufenarten
Stufen können aus unterschiedlichen Materialien (z. B. Beton,
Naturstein, Holz, Klinker) mit verschiedensten Oberflächenbearbeitungen und Formen gebaut werden. Dabei
hängt die Auswahl von der Gestaltung, dem Nutzungszweck, der Konstruktion und sicherlich auch von
finanziellen Erwägungen ab. Man unterscheidet verschiedene Stufenarten:
- Blockstufen: Bei Blockstufen handelt es sich um massive und sehr stabile
Bauteile aus Naturstein oder Beton. Sie sind im Handel meist nur im Maß von
15/35 erhältlich. Das Gewicht liegt je nach Material und Abmessung bei ca. 140 kg/m.
Da beim Verlegen zur Erhöhung der Stabilität ein überstand von 2 cm eingehalten
werden sollte, berechnet sich in diesem Fall das Schrittmaß nach der Formel:
2 h + a = 63 cm (2 x 15 + 35 - 2 = 63 cm). Daraus ergibt sich ein Schrittmaß
von 15/33. Für eine dauerhafte, setzungsunempfindliche Verlegung von höchstens 4
Stufen genügt ein Sand- oder Splittbett mit einer Stärke von 3 - 5 cm über einer 20
cm starken Frostschutzschicht der Körnung 8/32 mm. Erst ab einer Anzahl von ca. 5
Stufen sollte man wenigstens unter der ersten Stufe auf ein Betonfundament aus B 15
(= Maß für die Betonfestigkeit) zurückgreifen, da diese den Druck aller darüberliegenden
Stufen aufnehmen muß. Ein Verlegen der Stufen in 5 cm Mörtel erhöht dabei die Stabilität.
- Stellstufen: Stellstufen eignen sich nur zur überbrückung geringer Höhenunterschiede
mit höchstens zwei bis drei Stufen. Sind mehr Stufen notwendig, muß man ein oder
mehrere Podeste einplanen. Stellstufen werden zu mindestens in der verdichteten
Tragschicht eingebunden und sollten deshalb wenigstens 25 cm hoch sein. Die schmale,
aufrechte Einbauweise erhöht zwar die Kippgefahr, ermöglicht es aber, den Wegebelag
z. B. mit Steinpflaster, auf der Treppe fortzuführen. Durch Einsetzen in 10 cm Beton
B 15 mit Rückenstützen erhalten sie eine dauerhafte Standfestigkeit.
- Legstufen: Legstufen sind flache, plattenähnliche Gebilde, die auf ein
vorgefertigtes Fundament in 3 - 5 cm Mörtel aufgelegt werden. Bei Naturstein
liegen die Steinstärken zwischen 3 und 8 cm, bei Beton zwischen 3 und 6 cm. Das
Gewicht der Legstufen beträgt, je nach Material etwa 70 kg/m. Eine Variante sind
Legstufen mit Unterlegstein, wobei der Unterlegstein den Druck der Stufe aufnehmen muß.
Um ein Brechen und ein Verrutschen der einzelnen Legstufen zu vermeiden, ist deshalb
ein stabiles frostfrei gegründetes Betonfundament der labilen Fundamentierung einer
Schottertragschicht vorzuziehen. Bei Winkelstufen (Betonfertigteile) ist der
Unterlegstein mit der Auftrittsplatte verbunden und damit das Verlegen vereinfacht.
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Fundamentierung
Kurze Treppen aus bis zu maximal 4 Block- oder
Legstufen können grundsätzlich über einem grobkörnigen, mindestens 20 cm starken
Frostschutzmaterial der Körnung 0 - 8/32 mm aufgebaut werden. Die Fundamentsohle soll
dabei waagrecht bleiben oder in möglichst wenige waagrechte Teilstücke aufgeteilt werden.
Bei frostempfindlichem Untergrund und längeren Treppen empfiehlt sich eine frostfreie
(mind. 80 cm tief), stabile, unten waagerechte und nur oben abgetreppte Fundamentierung
aus Beton B 15, um den Druck der oberen Stufen abzufangen. Bei Legstufen ist dies immer
ein massives Vollfundament zwischen den Podesten, bei Blockstufen kann auch eine leichtere
Lösung aus Streifenfundamenten herangezogen werden.
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