Treppen im Garten

Funktionsgerechte und harmonisch gestaltete Treppen sind kostenaufwendig, deshalb müssen sie richtig plaziert, sorgfältig geplant und solide gebaut werden. Vor allem haben sie den Schrittgewohnheiten zu entsprechen, damit sie keine Hindernisse sind, sondern elegant und leicht die Höhenunterschiede überwinden lassen. Die Stufen einer Treppe sollen gefällig wirken, möglichst flach (mindestens aber 12 cm) und breit (höchstens 2 - 2,5 m) sein. Sie dürfen das Gelände nicht mit Gewalt bezwingen, sondern haben sich anzuschmiegen und einzuordnen. Schmale und steile Stufen geben keine Sicherheit und lassen das Gefühl für Harmonie und Entsprechung vermissen. Auch die einladende Wirkung für den Benutzer fehlt. Besondere Beachtung ist deshalb dem Verhältnis von Stufenhöhe und Auftrittsbreite zu schenken. Nur dadurch gelingt es, die Treppe als eine Fortsetzung des Weges in steilem Gelände zu betrachten. Treppen erschließen den Garten und machen ihn abwechslungsreich. Sie verbinden die verschiedenen Ebenen und werden dadurch zu einem integralen Bestandteil der für die Gesamtgestaltung ausgewählten Elemente und Materialien. Wenn Stufen und Treppen zu einem interessanten architektonischen Detail in der Ausbildung, Abgrenzung und Verbindung von Gartenräumen werden sollen, sind einige Gestaltungsgrundsätze zu beachten.

Inhalt

  Planungsgrundlagen und Begriffserklärung
  Stufenarten
  Fundamentierung

Planungsgrundlagen und Begriffserklärung

Treppen sind eine Aneinanderreihung von beliebig vielen Einzelstufen, deren Bau ab etwa 10 % Geländeneigung sinnvoll sein kann. Werden mehrere Treppen hintereinander verwendet, spricht man von einem Treppenlauf. Ist ein Treppenlauf in 2 Stücke aufgeteilt und durch ein Podest getrennt, sollten im unteren Teil ca. 2/3 der Stufen und im oberen Teil ca. 1/3 der Stufen untergebracht werden. Die Stufen sind dabei grundsätzlich mit jeweils 0,5 - 1 cm Gefälle einzubauen, um anfallendes Wasser abfließen zu lassen.

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Stufenarten

Stufen können aus unterschiedlichen Materialien (z. B. Beton, Naturstein, Holz, Klinker) mit verschiedensten Oberflächenbearbeitungen und Formen gebaut werden. Dabei hängt die Auswahl von der Gestaltung, dem Nutzungszweck, der Konstruktion und sicherlich auch von finanziellen Erwägungen ab. Man unterscheidet verschiedene Stufenarten:
  • Blockstufen: Bei Blockstufen handelt es sich um massive und sehr stabile Bauteile aus Naturstein oder Beton. Sie sind im Handel meist nur im Maß von 15/35 erhältlich. Das Gewicht liegt je nach Material und Abmessung bei ca. 140 kg/m. Da beim Verlegen zur Erhöhung der Stabilität ein überstand von 2 cm eingehalten werden sollte, berechnet sich in diesem Fall das Schrittmaß nach der Formel: 2 h + a = 63 cm (2 x 15 + 35 - 2 = 63 cm). Daraus ergibt sich ein Schrittmaß von 15/33. Für eine dauerhafte, setzungsunempfindliche Verlegung von höchstens 4 Stufen genügt ein Sand- oder Splittbett mit einer Stärke von 3 - 5 cm über einer 20 cm starken Frostschutzschicht der Körnung 8/32 mm. Erst ab einer Anzahl von ca. 5 Stufen sollte man wenigstens unter der ersten Stufe auf ein Betonfundament aus B 15 (= Maß für die Betonfestigkeit) zurückgreifen, da diese den Druck aller darüberliegenden Stufen aufnehmen muß. Ein Verlegen der Stufen in 5 cm Mörtel erhöht dabei die Stabilität.
  • Stellstufen: Stellstufen eignen sich nur zur überbrückung geringer Höhenunterschiede mit höchstens zwei bis drei Stufen. Sind mehr Stufen notwendig, muß man ein oder mehrere Podeste einplanen. Stellstufen werden zu mindestens in der verdichteten Tragschicht eingebunden und sollten deshalb wenigstens 25 cm hoch sein. Die schmale, aufrechte Einbauweise erhöht zwar die Kippgefahr, ermöglicht es aber, den Wegebelag z. B. mit Steinpflaster, auf der Treppe fortzuführen. Durch Einsetzen in 10 cm Beton B 15 mit Rückenstützen erhalten sie eine dauerhafte Standfestigkeit.
  • Legstufen: Legstufen sind flache, plattenähnliche Gebilde, die auf ein vorgefertigtes Fundament in 3 - 5 cm Mörtel aufgelegt werden. Bei Naturstein liegen die Steinstärken zwischen 3 und 8 cm, bei Beton zwischen 3 und 6 cm. Das Gewicht der Legstufen beträgt, je nach Material etwa 70 kg/m. Eine Variante sind Legstufen mit Unterlegstein, wobei der Unterlegstein den Druck der Stufe aufnehmen muß. Um ein Brechen und ein Verrutschen der einzelnen Legstufen zu vermeiden, ist deshalb ein stabiles frostfrei gegründetes Betonfundament der labilen Fundamentierung einer Schottertragschicht vorzuziehen. Bei Winkelstufen (Betonfertigteile) ist der Unterlegstein mit der Auftrittsplatte verbunden und damit das Verlegen vereinfacht.
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Fundamentierung

Kurze Treppen aus bis zu maximal 4 Block- oder Legstufen können grundsätzlich über einem grobkörnigen, mindestens 20 cm starken Frostschutzmaterial der Körnung 0 - 8/32 mm aufgebaut werden. Die Fundamentsohle soll dabei waagrecht bleiben oder in möglichst wenige waagrechte Teilstücke aufgeteilt werden. Bei frostempfindlichem Untergrund und längeren Treppen empfiehlt sich eine frostfreie (mind. 80 cm tief), stabile, unten waagerechte und nur oben abgetreppte Fundamentierung aus Beton B 15, um den Druck der oberen Stufen abzufangen. Bei Legstufen ist dies immer ein massives Vollfundament zwischen den Podesten, bei Blockstufen kann auch eine leichtere Lösung aus Streifenfundamenten herangezogen werden.

 
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© Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2000)