Wasser im Garten

Wasser hat eine hohe symbolische Bedeutung als reinigendes und Leben spendendes Element. Das erste Leben hat sich im Wasser entwickelt. Deshalb ist es für Pflanzen zum Keimen, Wachsen, Blühen und Fruchten unverzichtbar. Aber auch Tiere und Menschen können ohne Wasser nicht leben. Wo Wasser fehlt, breitet sich die Wüste aus. So ist das Leben der Pflanzen in mancher Weise unmittelbarer vom Wasser geprägt als das Leben der Tierwelt, denn sie können ohne Wasser keine Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen und weiter transportieren. Ebenso ist die Stabilität der Pflanzen vom Wassergehalt abhängig, da sie bei Wassermangel mehr Flüssigkeit verdunsten, als sie aufnehmen können, und zu welken beginnen. Vor diesem Hintergrund ist es besonders Besorgnis erregend zu sehen, wie tagtäglich riesige Trinkwassermengen verbraucht und wertvolles Regenwasser ungenutzt über die Kanalisation abgeführt wird. Dadurch wird massiv in den natürlichen Wasserkreislauf eingegriffen, was oft mit ungeahnten Folgen verbunden ist.

Inhalt

  Unterstützung des natürlichen Wasserkreislaufes
  Regenwassernutzung im Garten
  Wasserbedarf und Wasserspeicherung im Garten
  Wasserflächen und Feuchtbereiche im Garten
  Empfehlenswerte Pflanzen für Wasserflächen im Hausgarten

Unterstützung des natürlichen Wasserkreislaufes

Durch einen schnellen Oberflächenabfluss werden Hochwasserereignisse begünstig, der Grundwasserspiegel gesenkt und eine Verschlechterung des Kleinklimas z. B. durch eine stärkere Erwärmung in Kauf genommen. Besonders im privaten Umfeld kann ein Beitrag zur Vermeidung von Störungen im natürlichen Wasserkreislauf geleistet werden. So sollten Flächen nur an solchen Stellen versiegelt werden, wo eine unbedingte Notwendigkeit dazu besteht. Überall dort, wo es die Nutzung zulässt und eine Gefährdung des Grundwassers und Bodens ausgeschlossen werden kann, bieten Entsiegelungsmaßnahmen die Chance, ein Stück verlorengegangene Natur zurückzugewinnen. Ist eine direkte Versickerung nicht realisierbar, sollte versucht werden, das Oberflächenwasser in unmittelbarer Nähe der versiegelten Fläche wieder in den Wasserkreislauf zurückzuführen.
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Regenwassernutzung im Garten

Neben der Rückführung in den natürlichen Kreislauf können durch die Nutzung des Regenwassers begrenzte Trinkwasser-Ressourcen geschont und auf diese Weise ein nachhaltiger Beitrag zur Erhaltung ausreichender Grundwasservorkommen geleistet werden. Ein angenehmer Nebeneffekt ist eine oft erhebliche Einsparung von Wasser- und Abwasserkosten. Vor allem der Abfluss von Dachflächen ist für die Sammlung des Regenwassers besonders gut geeignet, da im Normalfall das gesammelte Wasser eine gute Qualität aufweist. Die einfachste Möglichkeit der Regenwassernutzung ist die Regentonne, die unter eine Öffnung im Fallrohr gestellt wird. Das gesammelte Wasser kann im Garten als Gießwasser Verwendung finden. Bei geeigneter Größe der Tonne kann, abgesehen von langen Trockenperioden, beinahe der komplette jährliche Gießwasserbedarf gedeckt werden. Ist ein größerer Wasserbedarf abzudecken, besteht die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von unterschiedlich dimensionierten Auffangbehältern auszuwählen. Bevor das Regenwasser allerdings in einen Sammler geleitet wird, sollte es gefiltert werden, denn besonders die ersten abfließenden Niederschläge waschen den Schmutz von den Flächen ab und sind stark verunreinigt. Seit einigen Jahren sind Filtersysteme zur Grobreinigung des Wassers im Handel erhältlich, die direkt in das Fallrohr eingesetzt werden, eine beachtliche Reinigungsleistung erbringen und dabei einen sehr geringen Wartungsaufwand erfordern.
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Wasserbedarf und Wasserspeicherung im Garten

Als Faustzahl für den Verbrauch von Gießwasser im Garten werden pro Jahr 60 Liter pro m² angesetzt. Der tatsächliche Verbrauch hängt von den angebauten Kulturen, der Bodenart, den Gießgewohnheiten und den natürlichen Niederschlägen ab. So kann in trockenen Jahren der Wasserbedarf bei feuchtigkeitsliebenden Gemüsepflanzen durchaus bis zu 300 Liter pro m² betragen. Wenn man von einer zu bewässernden Fläche von 100 m² ausgeht, beläuft sich der gesamte Bedarf auf 6 bis 30 m³ im Jahr. Da in unseren Breiten Regenpausen von über 3 Wochen sehr unwahrscheinlich sind, ist ein Speichervorrat für den Bedarf von 4 Wochen mehr als ausreichend. Zur genauen Ermittlung des Speicherbedarfes ist es ratsam, das Gießwasseraufkommen über eine Vegetationsperiode zu protokollieren. Ein weiterer Entscheidungsgrund für die Art und die Größe der oberirdischen Sammler sollte die Einbindung in das Gartenbild sein, da zu große Wasserbehälter als störend empfunden werden können.
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Wasserflächen und Feuchtbereiche im Garten

Das von Dachflächen und anderen versiegelten Bereichen abfließende Wasser sollte nicht in die Kanalisation geleitet werden, auch wenn keine Verwendung geplant ist. Bei Hofflächen und breiten Wegen bietet sich eine Entwässerung in angrenzende Pflanzungen an, die so als Auffangbecken, Versickerungs- und Verdunstungsfläche wirksam sind. Besonders reizvoll wirken solche Areale, wenn sie als Feuchtbereiche gestaltet werden. Solche Flächen verändern ihr Aussehen nicht nur im Wechsel der Jahreszeiten, sondern auch durch die unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Darüber hinaus bieten sie Lebensraum für viele interessante Tier- und Pflanzenarten und sind ein belebendes Element für jeden Garten. Ein naturnah gestalteter Feuchtbereich dient daher nicht nur vielen Tieren als Tränke und Badestelle, sondern ist auch Standort für heimische Wasser- und Sumpfpflanzen und Aufenthaltsort für Wasserinsekten, Schnecken, Amphibien und eine Vielzahl anderer Tiere. Wie in der freien Landschaft gibt es auch im Garten für das Wasser verschiedene Erscheinungsformen. Neben dem traditionellen Gartenteich und größeren Feuchtbereichen sind gerade für kleine Gärten Steintröge als Wasserpflanzenbecken oder Quellsteine eine besonders reizvolle Alternative. Mit einer entsprechenden Bepflanzung können solche Wassergärten, unabhängig von ihrer Größe, eine Bereicherung für das gesamte Umfeld darstellen. Dabei ist es gerade bei kleinen Wasseroberflächen notwendig, regelmäßig auf den Wasserstand zu achten, da eine Reihe von Pflanzen auf die andauernde oder zeitweise Überstauung der Wurzeln angewiesen ist. Gegebenenfalls muss aufgefüllt werden, wobei es sinnvoll ist, hierzu das von Dach- oder Wegeflächen abfließende Wasser zur Nachspeisung zu verwenden. Zu berücksichtigen ist, dass die aufgefangene Menge größer sein kann, als die tatsächlich benötigte. Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass zu große Wassermengen keinen Schaden anrichten können. Um dies zu verhindern, ist ein Überlauf mit anschließender Versickerungsfläche von großem Vorteil.
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Empfehlenswerte Pflanzen für Wasserflächen im Hausgarten

Verwendete Abkürzungen: Flachwasser (FL), Feuchtbereich (FEU), Sumpfzone (SU), Wassertröge (WT)
Name Lateinischer Name Standortansprüche Höhe in cm Blütenfarbe Blütezeit
Blut-Weiderich Lythrum salicaria sonnig bis halbschattig, FL, WT 50 - 120 purpur VI-IX
Felberich Lysimachia vulgaris sonnig bis halbschattig, FEU 50 - 150 gelb VI-VIII
Fuchs-Segge Carex vulpina sonnig bis halbschattig, FEU, FL 30 - 80 grün V-VI
Gemeiner Schneeball Viburnum opulus sonnig bis halbschattig, FEU - 400 weiß V-VI
Herzlöffel Caldesia parnassiifolia sonnig bis halbschattig, FL 20 - 40 weiß VII-VIII
Korbweide Salix viminalis sonnig, FEU, SU 200 - 1000 gelb III-IV
Lungenenzian Gentiana pneumonanthe sonnig, FEU 30 - 40 blau VII-X
Mädesüß Filipendula ulmaria halbschattig, FEU - 150 gelb-weiß VI-VII
Märzbecher Leucojum vernum sonnig bis halbschattig, FEU - 20 weiß II-III
Mehlprimel Primula farinosa sonnig bis halbschattig, FEU, WT - 15 rosa IV-V
Pfeilkraut Sagittaria sagittifolia sonnig bis halbschattig, FL, WT 50 - 70 weiß VI-VII
Schachbrettblume Fritillaria meleagris sonnig, FEU 20 - 40 weiß, purpur IV-V
Sumpf-Blutauge Potentilla palustris sonnig, FL 20 - 40 rot V-VII
Sumpfcalla Calla palustris sonnig bis halbschattig, SU, WT 20 - 30 weiß VI-VII
Sumpfdotterblume Caltha palustris sonnig bis halbschattig, FEU, WT 15 - 50 gelb IV-V
Sumpfschafgarbe Achillea ptarmica halbschattig bis schattig, FEU 30 - 90 weiß VII-X
Sumpfvergissmeinicht Myosotis palustris sonnig, FEU, SU, WT 15 - 30 blau V-X
Sumpfweidenröschen Epilobium palustre sonnig bis halbschattig, FEU 15 - 50 rosa VII-IX
Tannenwedel Hippuris vulgaris sonnig, FL 30 - 40 unscheinbar VI-VIII
Wasserminze Mentha aquatica sonnig bis schattig, FL, WT 30 - 100 bläulich VII-VIII
Wasserschwertlilie Iris pseudacorus sonnig bis halbschattig, FL, WT 60 - 100 gelb V-VII
Wiesenschaumkraut Cardamine pratensis sonnig bis halbschattig, FEU, WT 15 - 30 lila-rosa IV-VI
Wolfsmilch Euphorbia palustris sonnig bis halbschattig, FEU 50 - 150 gelb V-VI
Wollgras Eriophorum angustifolium sonnig, FEU, WT 30 weiß IV-V
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© Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. (Mai 2000)