Im Garten will man Natur erleben. Deshalb sollten auch Wege diesem Bedürfnis entsprechen.
Am besten gelingt dies, wenn sie mit Vernunft platziert, mit dem notwendigen Gespür für
das rechte Maß sorgfältig geplant, mit naturgemäßem Material gestaltet und solide gebaut
werden. Wege sind Zweckeinrichtungen und sollten im Garten nur dort angelegt werden, wo
sie eine Funktion erfüllen. Als begehbare Verbindung zwischen Wohnhaus und den wichtigsten
Punkten rahmen sie Flächen ein und gliedern den Gartenraum. Bei guter Gestaltung verzichtet
man auf eine übermäßige Versiegelung von aktiver Bodenoberfläche durch dichte Platten-,
Zement- und Asphaltbeläge. Wenn sich Wege natürlich und selbstverständlich in das
Gartenbild einfügen sollen, müssen einige Grundsätze bei Ihrer Anlage beachtet werden.
Inhalt
Vorüberlegungen
Belagsmaterialien
Verlegemuster
Bau eines Weges

Harmonisch eingebundener Gartenweg |

Geradlinige Wegeführung mit Plattenbelägen |

Geschwungene Wegeführung mit Pflasterbelägen |

Natursteinplatten mit bewachsenen Fugen |
Vorüberlegungen
Wegeführung:
Grundlage der Wegeführung ist die optimale Erschließung aller wichtigen
Gartenteile. Hierfür ist zu überlegen, welche Linienführung gewählt und
welcher Bereich mit Haupt- und Nebenwegen ausgestattet werden soll. Die Wege
können in der Breite und in der Linienführung variieren. Stärkere Abweichungen
von der Geraden müssen immer durch ein pflanzliches oder bauliches Objekt
begründet sein. Wege in Nutzgärten sind wegen den rechteckigen Gartenbeeten
stets geradlinig.
Dimensionierung: Die
Breite der Wege richtet sich nach der Art der Benutzung. Hauptwege, die ein
Nebeneinandergehen erlauben sollen, müssen etwa 120 cm, Nebenwege 60 bis 80
cm breit sein. Funktionsgerechte Eingangswege benötigen eine Breite von mindestens
180 cm.
Bodenversiegelung:
Da mit zunehmender Bautätigkeit immer mehr Flächen versiegelt werden,
sollten gerade im Garten versickerungsaktive Wegebeläge Verwendung finden. Bei
Belagsarten mit etwa 1 cm breiten Fugen können bereits über 50 % des
Niederschlagswasser zwischen den Steinen an Ort und Stelle versickern. Darüber
hinaus siedeln sich in diesen Fugen Moose, trittverträgliche Gräser und Kräuter
an. Diese bieten Ritzenbewohnern einen Lebensraum und erhöhen die Attraktivität
und die natürliche Einbindung des Weges in seine Umgebung.
Belagsmaterialien
Grundsätzlich ist zwischen Natur-
und Kunststeinmaterialien zu unterscheiden. Natursteine zeichnen sich durch
die Individualität der gewachsenen Strukturen aus. Neben gestalterischen
Auswahlkriterien ist besonders auf die Frosthärte der Natursteine zu achten.
Beton und andere Kunststeinmaterialien, wie beispielsweise Klinker, gibt es
praktisch in jeder Farbe, Oberfläche und Form.
Plattenbeläge: Natursteinplatten
werden spaltrau, gesägt oder mit veredelten Oberflächen in unterschiedlichen
Stärken angeboten. Im Handel sind rechteckige Platten mit einer Breite von 15
bis 45 cm und polygonale Platten in verschiedenartigen Formen und Größen
erhältlich. Gängige Maße für Kunststeinplatten sind Quadrate (Kantenlänge 20,
30, 40, oder 50 cm) oder Rechtecke (Kantenlänge 40/20 oder 40/60 cm) mit einer
Dicke von 4 - 8 cm.
Pflasterbeläge:
Pflasterbeläge sind die kleinstrukturierte Alternative zu den großflächigen
Plattenbelägen. Als Material stehen u. a. Naturstein, Beton und Klinker
zur Verfügung.
Besondere Steinformen:
Zur Gestaltung wasserdurchlässiger Beläge gibt es neben den bekannten
Rasengittersteinen eine Reihe spezieller Steinformen mit Öffnungen (z. B.
Lochklinker) oder festen Abstandshaltern, wie Rasenpflaster, um eine breite,
aber dennoch stabile Rasenfuge zu bekommen.
Verlegemuster
Großflächige Verlegemuster:
Je breiter und geradliniger ein Weg ist, desto größer können die Einzelsteine
sein. Insbesondere bei Hauptwegen mit einer Mindestbreite von 120 cm ist die
Verwendung von großformatigen Plattenbelägen angebracht.
Kleinflächige Verlegemuster:
Für eine geschwungene Führung schmaler Wege benötigt man kleinere Steine. Durch ein
kleineres Steinformat läßt sich ein gefälliger Randabschluss ohne störende seitliche
Verzahnung erreichen.
Versickerungsaktive Wegegestaltung:
Zu den wasserdurchlässigen Belägen zählt man Platten- und Pflasterbeläge, die mit einer
breiten Fuge (1 - 5 cm) verlegt werden, Rasengittersteine oder Beläge aus natürlichen,
wasserdurchlässigen Materialien wie Häckselmaterial oder Kies.
Bau eines Weges
Wegeverlauf, Abmessungen und Gefälle:
Vor Beginn der Erdarbeiten wird der Wegeverlauf, die Wegebreite und die spätere Höhe mit Hilfe
von Schnüren, Pflöcken oder Rundeisen ins Gelände übertragen. Wichtig ist die Beachtung der
Anschlusshöhen am Beginn und am Ende des Weges. Die Pflöcke sollten außerhalb des geplanten
Wegeverlaufes eingeschlagen werden, damit sie die späteren Arbeiten nicht behindern. Sie
markieren gleichzeitig die Aushubgrenze (Wegerand + 20 cm Arbeitsraum). Nicht nur bei
geschlossenen Plattenbelägen ist ein Seitengefälle von etwa 2 % (entspricht 2 cm pro Meter)
notwendig. Auch bei wasserdurchlässigen Wegebelägen kann bei Starkregen das anfallende
Niederschlagswasser nicht komplett versickern.
Erdarbeiten: Die Aushubtiefe
richtet sich nach dem Gesamtaufbau des Weges (festgelegte Wegehöhe abzüglich
Belagshöhe, Ausgleichs-, Trag- und Frostschutzschicht). Humoser Oberboden kann
für Pflanzflächen, der Rest für Geländemodellierungen verwendet werden. Die
entstandene Sohle wird so planiert, dass sie parallel zur späteren Wegedecke
verläuft.
Trag- und Frostschutzschicht:
Auf den vorbereiteten Untergrund wird als Drainage (Frostschutzschicht) und zur
Erhöhung der Stabilität (Tragschicht) ein Kies-Sand-Gemisch oder Schotter
(Körnung 0/32) in einer Höhe von etwa 25 cm aufgebracht. Um einen stabilen
Aufbau zu erhalten, ist es ratsam diese Schicht in zwei Arbeitsgängen
aufzubringen und jeweils mit einer Rüttelplatte sorgfältig zu verdichten.
Seitliche Begrenzung:
Durch eine seitliche Begrenzung wird verhindert, dass sich der Wegebelag bei
starker Belastung verschieben kann. Gartenwege benötigen in der Regel keine
feste Einfassung mit Kantensteinen. Bei Plattenbelägen wird die äußere
Plattenreihe auf ein etwa 5 cm breites Mörtelband gesetzt. Zur Befestigung
von Pflasterbelägen wird die äußere Steinreihe auf eine Betonschulter gesetzt.
Ausgleichsschicht:
Auf den verdichteten Aufbau wird eine 3 - 5 cm dicke Schicht aus Splitt
(Körnung 2/5) aufgeschüttet. Mit dieser Schicht werden leichte Unebenheiten
ausgeglichen und das Verlegen des Belages vereinfacht.
Verlegearbeiten:
Zum Verlegen von Platten und Pflastersteinen aus Beton wird die
Ausgleichsschicht mit einer Setzlatte geglättet. Hierzu legt man die Latte
beidseitig auf Eisenrohre. Diese werden in das Splittbett so eingemessen,
dass sie mit Ihrer Oberkante die Endhöhe der Ausgleichsschicht vorgeben.
Anschließend wird der Belag sorgfältig auf das ebene Splittbett verlegt. Bei
spaltrauen Natursteinbelägen wird die Ausgleichsschicht mit einer Maurerkelle
so modelliert, dass die einzeln aufgelegten Platten oder Pflastersteine ca.
1 cm über der gewünschten Wegehöhe liegen. Die Steine werden mit einem
Gummihammer mit gleichmäßig verteilten Schlägen in die richtige Höhe gebracht
und dabei die Lage, das Gefälle und die Höhe regelmäßig kontrolliert.
Einsanden:
Nach Beendigung der Verlegearbeiten werden die Zwischenräume von Betonplatten
mit Sand, die von Natursteinbelägen mit Splitt aufgefüllt. Um die Fugen
vollständig zu füllen wird das Material zweckmäßigerweise mit Wasser
eingeschlämmt. Dadurch erhöht sich die Stabilität des Belages. Ein Verfüllen
mit Mörtel ist nicht ratsam, da dieser bereits bei den ersten Frösten
auffriert.
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