2020 – Gartentipp 48 – Lagerfäulen beim Apfel

Die Zeit der Apfelernte ist vorbei. Die Früchte liegen im Lager. Dort werden sie stetig kontrolliert und verwertet. Doch immer wieder findet man faulige Äpfel. Momentan gibt es häufig Fragen zu Lagerfäulen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Witterungseinflüsse während des Jahres können ursächlich für unterschiedliche Pilzinfektionen an Apfelfrüchten sein. Sichtbar werden die Schäden oft erst bei der Lagerung.

Lagerfäulen mit unterschiedlichen Erregern

Viele Fruchtfäulen treten erst während der Lagerung auf. Optisch erkennt man sie meist nicht auf den Äpfeln. Jedoch sind verschiedene pilzliche Erreger, oft schon während des Wachstums und der Reife am Baum, auf die Früchte gelangt. Die Sporen haften dann unsichtbar an den Früchten. Im Laufe der Lagerung erscheinen dann erste Faulstellen, vor allem an Äpfeln mit verletzter Fruchthaut.
Eine typische Lagerfäule ist die Alternaria-Schwarzfäule. Hierbei entstehen große schwarze Faulstellen, die jedoch nicht tief in das Fruchtfleisch eindringen. Da die Krankheit im Lager nicht ansteckend ist, treten die schwarzen Früchte nur vereinzelt auf.
Ganz schwarz oder glänzend braun verfärben sich Früchte, die mit Monilia-Schwarzfäule befallen sind. Auch das Fruchtfleisch ist dunkel und lederartig zäh. Später bilden sich weiße Sporenlagertupfen auf der Schale. Die Krankheit ist ansteckend, weshalb befallene Früchte oft zusammenkleben.
Eine ebenfalls ansteckende Lagerfäule, die auch schnell auf gesunde Früchte übergreifen kann, ist die Penicillium-Fruchtfäule. Hier bilden sich zunächst wässrige, weiche hellbraune Flecken, die sich dann schnell vergrößern. Später bilden sich weiße und grünlich-blaue Pilzsporen. Das faulige Fruchtfleisch fällt zusammen und Fruchtsaft tritt aus. Botrytis-Fruchtfäule und Mucor-Köpfchenschimmel sind ebenfalls ansteckend.
Bei der Gloeosporium-Fruchtfäule oder auch Lentizellenfäule bilden sich oft mehrere rundliche braune Faulstellen mit wenigen Zentimetern Durchmesser um die Lentizellen, den Schalenpunkten auf der Fruchthaut. Die „Sporenpunkte“ können schwarz, weiß oder gar rosa gefärbt sein. Nach feuchten Sommern tritt diese Krankheit im Lager häufiger auf. Aufgrund des Geschmacks befallener Äpfel, nennt man die Krankheit auch „Bitterfäule“.

Den Lagerfäulen vorbeugen

Für die Vorratshaltung lagern Sie grundsätzlich bei der Ernte nur gesundes, makelloses und schadfreies Obst ein. An Wunden und geschädigten Stellen siedeln sich leicht pilzliche Erreger an, deren Sporen unsichtbar in Obstlager gelangen. Sorgen Sie für möglichst kühle, jedoch frostfreie Lagerbedingungen.
Für eine vorbeugende Bekämpfung der Lagerfäulen gehört auch die Baumhygiene. Sporen von Fruchtfäule-Erregern haften an Frucht- und Blütenmumien, die über den Winter am Baum hängen geblieben und stark eingetrocknet sind. Diese infizieren dann über die Blüte oder jungen Früchte bereits den neuen Behang, vor allem wenn Verletzungen am Obst entstehen. Entfernen Sie daher diese Frucht- und Blütenmumien beim Baumschnitt, sinnvollerweise vor dem Austrieb.
In Büscheln dicht hängende Äpfel sind durch Lagerfäulen gefährdet. Die Reibung aneinander verletzt die Fruchthaut und Pilzsporen können eindringen. Vereinzeln bzw. Ausdünnen überzähliger Früchte des Büschels bereits im Juni wirkt dieser Gefahr entgegen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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