2022 – Gartentipp 11 – Rechtzeitig Wildkräuter in Zaum halten

Endlich werden auch die Nachttemperaturen wärmer und der Boden taut nun überall auf. Doch mit den ersten warmen Tagen beginnt auch das Wachstum unerwünschter Beikräuter. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie empfehlen diese schnell einzudämmen.

Nicht selten hört man: „Ein Garten? – Sooo viel Arbeit.“ Dann ist es oft das ungezügelte Wachstum verschiedener Unkräuter, das das Werkeln im Garten zur „Arbeit“ macht. So manchem wird dann die Gartenpflege lästig oder sogar zu viel.

 

Verschiedene Verbreitungsstrategien

Viele Unkräuter sind immer noch grün, obwohl es teilweise kräftigere Kahlfröste gab. Dazu gehören sogar solche, die normalerweise etwas empfindlicher sind, wie etwa das Gemeine Kreuzkraut und natürlich die ganz robusten wie Vogel-Sternmiere, einjährige Rispe und Ehrenpreis-Arten. Weil ihnen die niedrigeren Temperaturen wenig schaden, wachsen Wildkräuter sogar im milden Wintern weiter und säen sich sehr zeitig im Frühjahr wieder aus. Es bilden sich im Beet ganze Teppiche. Wie alle Samenkräuter entwickeln sie unzählige Samen, deren Keimfähigkeit sogar über Jahre bestehen bleibt. Unterschätzen Sie also ihre Ausdauer und Ausbreitungsfreudigkeit nicht! Entsorgen Sie deshalb blühende Exemplare besser in der Biotonne. Noch nicht blühende Polster kann man eventuell nach dem Ausreißen als Mulchmaterial liegen lassen, wenn der Boden trocken ist und es einige Zeit nicht regnet.

Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke, Schachtelhalm oder Winde sind ganz gemein: im Frühjahr noch kaum zu sehen, aber im Untergrund oft schon ein dichtes Geflecht gebildet. Sobald es wärmer wird, treibt das Grün rasch aus dem Boden. Bestes Werkzeug ist die Grabgabel: Versuchen Sie beim Graben so vorzugehen, dass die Wurzeln möglichst ganz bleiben. Diese Wildkräuter sind so regenerationsfähig, dass jedes kleine Wurzelteilchen wieder zu wachsen beginnt. Das ist natürlich eine mühselige Prozedur, weil Sie den Vorgang nach zwei bis drei Wochen wiederholen sollten. Bleiben Sie allerdings beharrlich, bekommen Sie auch das hartnäckigste Wildkraut in den Griff. Die ausgegrabenen Wurzeln kommen dann in die Biotonne und nicht auf den Kompost. Dort würden sie sonst munter weiterwachsen.

 

Die etwas andere Wildkrautbekämpfung

Iss dein Unkraut auf! Manche Kräuter wie die Rosetten des Behaarten Schaumkrautes und der Knoblauchsrauke eignen sich vor allem im jungen Zustand als Grünwürze für Salate. Die schönsten sammelt man vor dem Jäten extra ein und verwendet sie in der Küche bei Salaten, in einem würzigen Schmand-Dipp oder auch für Kräuterbutter. Das schmeckt dann schon nach Frühling.

 

Andere Wildkräuter sind weniger aggressiv und bringen jede Menge Biodiversität in den Garten. Sie dulden wir bzw. lassen sie auch mal blühen, zur Freude fürs Auge und für die Insekten. Dazu gehören zum Beispiel die Echte Kamille, Schlitzblättriger Storchschnabel, Klatschmohn, Acker-Stiefmütterchen, Sommer-Adonisröschen, Kornblumen, Kornrade, Frauenspiegel oder Acker-Rittersporn. Durch einjährige Blumenmischungen kommen dann Sommerblumen wie Ringelblumen, Phazelia, Schmuckkörbchen (Cosmea) oder Gretchen im Busch/Jungfer im Grünen (Nigella) hinzu, die sich gerne im ganzen Garten ausbreiten. Sie samen zwar fleißig aus, durch ihre langsame Entwicklung hat man sie gut im Griff, falls sie an unerwünschtem Ort aufkeimen. Notfalls kann man solche Sämlinge in möglichst jungem Zustand auch sehr leicht ausstechen und an andere Stellen setzen, wo sie mit ihren bunten Blüten erfreuen.

 

Spektrum Grün – Gärtnern neu erleben!
Am Samstag, den 26. März 2022, laden die Gartenbau-Studierenden der Staatlichen Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau von 9 bis 15.30 Uhr in Veitshöchheim dazu ein, die Vielseitigkeit des Gärtnerns neu zu erleben. Interessierte und Garten-Begeisterte haben die Möglichkeit, an je einem Workshop am Vormittag und am Nachmittag teilzunehmen.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 10 – Jungpflanzen – selbst anziehen oder kaufen?

Im zeitigen Frühjahr steigt die Lust aufs Gärtnern. Häufig stellt man sich die Frage, ob man selbst aussät oder gleich Jungpflanzen kauft. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Die Selbstaussaat ermöglicht ein breites Sortenspektrum. Der Jungpflanzenkauf erspart jedoch so manche Enttäuschung.

 

Aussaat auf der Fensterbank für Pflanzung in den Garten

Aussaaten im Januar und oft auch noch im Februar führen zu langen, dünnen und weichen Trieben. Die Tage sind nicht nur kurz, sondern oft auch trüb und grau. Durch den Lichtmangel, häufig kombiniert mit hohen Zimmertemperaturen entwickeln sich vergeilte Pflänzchen.

Lediglich Paprika und Chili, Artischocke, Aubergine und andere mit einer sehr lange Anzuchtphase werden schon im Februar ausgesät. Für die meisten Pflanzen reicht jedoch eine Anzucht im März und auch noch im April. Durch das große Lichtangebot entwickeln sich kräftige Sämlinge. Meist erfolgt das Auspflanzen im Freien sowieso erst nach den Eisheiligen, Mitte Mai.

Die Tomatenaussaat beginnt ab Mitte März. Anzuchttemperaturen von etwa 22 Grad Celsius sowie später um die 16 Grad Celsius kombiniert mit den länger werdenden Tagen sind optimale Voraussetzungen für kurze und kräftige Pflanzen. Im Laufe des Sommers holen sie Tomatenpflanzen in Wuchs und Entwicklung ein, die früher gesät wurden.

Bei Zucchini und Kürbis hat man noch länger Zeit: Hier sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten, also Anfang bis Mitte April. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier reichen zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen ins Beet. Auch für die verschiedenen Sommerblumen eignen sich März und April für die Aussaat und Voranzucht auf der Fensterbank.

Die länger werdenden Tage mit den höheren Lichtintensitäten sind optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Anzucht aus Samen. Passt dann noch die Temperatur, keimen und wachsen die Sämlinge zügig. Zu kühle Temperaturen verzögern das Keimen und es besteht die Gefahr von Fäulnis. Auf den Samenpäckchen finden Sie genauere Hinweise für die Anzuchtdauer und den Zeitpunkt für das Auspflanzen.

Fruchtgemüse benötigen zum Keimen Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Nach dem Pikieren (Vereinzeln) oder wenn die Pflänzchen eine Höhe von etwa zwei Zentimetern erreicht haben, verringert man auf 16 bis 20 Grad Celsius. Bleibt es zu warm an der Fensterbank, wachsen die Jungpflanzen lang und dünn. So kann man sie bei warmem Wetter tagsüber nach draußen stellen, jedoch nicht in die pralle Sonne. Dann wachsen sie kompakter.

Fällt die Anzuchttemperatur bei Sellerie, Kohlrabi, Blumenkohl oder Frühkohl unter 14 Grad Celsius reagieren sie mit Schossen, das heißt sie bilden vorzeitig Blütenstände aus. Salate dagegen benötigen zum Keimen Temperaturen unter 16 Grad Celsius.

Durch eigenes Aussäen kann man in der Sortenvielfalt schwelgen und Raritäten ausprobieren. Den Vorlieben sind keine Grenzen gesetzt. Beim Kauf von fertigen Jungpflanzen beschränkt man sich auf das vorhandene Angebot der Gartenfachbetriebes.

 

Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Können Sie den Sämlingen keine optimalen Bedingungen für die Entwicklung bieten, überwiegen die Vorteile, kräftige und gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. In geheizten Glashäusern kann der Fachmann Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren.

Gekaufte kräftige Salatjungpflanzen für die erste, frühe Kultur, Paprika und Auberginen mit langer Entwicklungsdauer oder zusätzliche Tomatenpflanzen mit sichtbarem Entwicklungsvorsprung gegenüber der eigenen Anzucht hat bestimmt noch keiner bereuen müssen. Außerdem wachsen die vom Profigärtner in Erdpresstöpfen gezogenen Jungpflanzen gut an.

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 9 – Blühender Frühlingsgarten

Wie schön sich doch ein Garten zeigt, wenn schon bald im Jahr erste Blüten zu sehen sind. Nun blühen schon verschiedene Gehölze und wenn Sie jetzt den Frühjahrsputz durchführen und vertrocknete Stängel und altes Laub entfernen, kommen plötzlich viele Blüten zum Vorschein, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein bisschen wie Faschingskonfetti im Garten oder Willkommensgruß für den meteorologischen Frühling: kleine Blüten lassen den Garten aufleben.

 

Gehölze gehören zu den frühen

Jetzt zeigen sich die gelben, in dichten Büscheln sitzenden Blüten der Kornelkirsche (Cornus mas), einer Wildobstart. Als Großstrauch oder Kleinbaum kann die langsam wachsende Pflanze als Solitär stehen. Wenn sich die Insekten im Frühjahr über Nahrung freuen, können wir die roten Früchte im Spätsommer nutzen. Sinnvoll sind dann großfruchtige Sorten wie ‘Jolico‘ und ‘Kasanlaker‘. Die Wildform eignet sich für geschnittene Hecken in einem Naturgarten. Die Haselnussblüte ist meist schon beendet, dafür blühen nun schon erste Weiden mit ihren silbrigen Kätzchen.

Zwei duftende Vertreter findet man unter den Schneebällen. Duftschneeball (Viburnum farreri) und Winterschneeball Viburnum bodnantense ‘Dawn‘ sind die häufigsten Vertreter. Beim Duftschneeball erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs. Seine Blüten vertragen Fröste besser.

Intensiv fruchtig und zitronig riechen die weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Dieser recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Weitere Besonderheiten sind die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) sowie die Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum).

 

Bunte Blüten von Zwiebelblumen und Stauden

Die Klassiker unter den Winterblühern sind Geophythen, also Pflanzen mit unterirdischen Speicherorganen. Der gelbe Winterling (Eryanthis hyemalis), weiße Schneeglöckchen in Sorten (Galanthus) und Märzenbecher (Leucojum vernum) sowie bunte Krokusse blühen eifrig und bringen erste Farbe in den Garten. Weniger bekannt sind Frühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum). Sie bilden in wintermilden Gebieten dichte Teppiche in weiß- über pink bis violettfarbenen Tönen.

Schon in Vollblüte sind Christrose und auch bald Lenzrose. Bunt leuchten die Blüten der Garten-Teppich-Primel und Kissen-Primel (Primula x pruhoniciana und Primula juliae), die sich ganz nahe am Boden aus der Erde schieben. Je nach Sorte sind sie in verschiedenen Farben erhältlich (weiß, hellgelb, rosa und violett). Die polsterbildenden Primeln besitzen wintergrüne Blätter zwischen denen sich nun die bunten Farbkleckse zeigen. Die Primeln fühlen sich in der Sonne, vor allem aber unter lichten Gehölzen wohl.

 

Frühe Blüten: auch für Honigbiene und Co.

Einzelne Honigbienen fliegen an wärmeren Tagen aus. Sie benötigen die frühen Blüten mit deren Pollen und Nektar, um die erste Brut zu füttern. Es erscheinen auch bald die Königinnen den Dunklen Erdhummeln, die nach neuen Nistmöglichkeiten suchen. Ein naturnaher Garten bietet also auch in der kalten Jahreszeit wichtige Nahrungsquellen für Insekten. Genießen Sie sonnige Stunden, schlendern Sie durch den Garten und entdecken Sie den Frühling!

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 8 – Dahlien vorziehen

Dahlien sind beliebte Sommerblumen im Garten. Allerdings sind sie frostempfindlich und so müssen die Knollen jedes Jahr im Herbst ausgegraben und im Frühjahr wieder gepflanzt werden. Um den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung zu bieten, empfehlen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie das Vortreiben der Dahlien.

Wer die Möglichkeit zum Überwintern der Knollen hat, wird bei der Fülle der Dahliensorten seine Lieblingspflanzen finden. Momentan sind die Auswahl und das Angebot bei den Händlern noch groß.

 

Großes Dahlien-Sortiment

Lange Zeit galten Dahlien als Pflanzen der älteren Generation. Doch nun sind sie in Bauerngärten und auch im Stadtgarten wieder ein fester Bestandteil und präsentieren eine große Sortenvielfalt mit vielen unterschiedlichen Blütenformen und Farben. Kompakt wachsende Sorten eignen sich auch für Kübel und Balkonkästen. Die Blüten schmücken dann im Spätsommer und Herbst. Auch als Vasenschmuck eignen sich die recht lange haltbaren Blumen. Vor allem ungefüllt oder halbgefüllt blühende Sorten rücken in den Focus, da sie wahre Bienenmagnete sind und den Insekten Pollen und Nektar bieten.

 

Wachstumsvorsprung durch Vorziehen

Normalerweise werden die frostempfindlichen Knollen der Dahlien etwa Ende April, in kalten Regionen gar erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, in den Gartenboden gesteckt. Stärkere Fröste sollten dann nicht mehr zu erwarten sein. Die ersten grünen Spitzen schieben sich einige Wochen später aus dem Boden. Leider sind sie willkommenes Schneckenfutter und benötigen rechtzeitig Schutz.

Um das Ganze zu Umgehen und den Pflanzen Vorsprung zu bieten, eignet sich das Vorziehen ab Mitte Februar in Töpfen. Außerdem erfreut uns die Dahlienblüte schon ein paar Wochen früher im Sommer. Somit verlängern Sie die Blütezeit bis zum ersten Frost im Herbst. Möchten Sie die Dahlien auch den Sommer über in Gefäßen kultivieren, verwenden Sie gleich die richtige Topfgröße. Ansonsten benötigen Sie Blumenerde und eine Topfgröße in der die schrumpeligen Knollen gerade hineinpassen. Großes Knollengewirr können Sie auch teilen. Die verdickten Knollen weisen nach unten und der abgeschnittene Stängel nach oben. Die Knollen werden wenige Zentimeter mit Erde bedeckt. Dann gießen Sie den Topf und stellen ihn hell auf eine kühle Fensterbank, in ein frostfreies Frühbeet oder Gewächshaus. Bis zum Auspflanzen im Mai haben sich kräftige grüne Triebe entwickelt, die den Schnecken nicht mehr schmecken. Wenn Sie die Triebspitzen entfernen, bleiben die Pflanzen etwas kompakter und sie entwickeln gut verzweigte Triebe.

 

Ähnlich wie bei den Dahlien gelingt das Vorziehen auch bei Knollenbegonien. Die überwinterten Knollen zeigen schon kleine Austriebe. Legen Sie die Knollen in Töpfe mit frischem Balkonpflanzen- oder Kübelpflanzensubstrat, so dass nur maximal die Hälfte mit Erde bedeckt ist. Dann gießen Sie vorsichtig an und stellen die Pflanzentöpfe bei etwa 15 Grad Celsius auf. Sind die Tage im März und April mild, können Sie die Begonien-Töpfe im Freien langsam abhärten. Wie auch am späteren Standort bevorzugen Knollenbegonien einen halbschattigen bis schattigen Platz.

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 7 – Unser Gartenboden im Klimawandel

Der Klimawandel beeinflusst auch den Boden. Starkregenereignisse, Hitze- und Trockenperioden verändern die Struktur des Bodens, aber auch das Bodenleben. Selbst wenn uns 2021 ohne große Hitze in Erinnerung blieb, so war es doch seit den Aufzeichnungen das sechstwärmste Jahr. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps und Hinweise zur zeitgemäßen Bodenpflege im Garten.

Ein guter und gesunder Gartenboden ist die Grundlage für grünes Wachstum und erfolgreiche Ernten. Somit trägt der Boden einen wesentlichen Teil zur Biodiversität bei.

 

Internationaler Tag des Bodens

Dem Boden wird jährlich der 5. Dezember gewidmet, um auf seine Bedeutung hinzuweisen. Die Bayerische Gartenakademie als Beratungs- und Informationsstelle für Freizeitgärtner nimmt diesen Tag zum Anlass „Bodenthemen“ in den Fokus zu stellen. Die Bodenpflege ist ein wesentlicher Teil, gerade auch im Klimawandel.

 

Garten-Beobachtungen im Klimawandel

Auffallend sind ausgeprägte Sommer-Trockenphasen. In manchen Gegenden regnet es über Wochen (Monate) nicht. Oft kommen dann noch anhaltend hohe Temperaturen dazu. Der Boden verkrustet und bildet tiefe Risse. Anderenorts häufen sich Starkregenereignisse mit Überschwemmungen, wodurch Boden abgetragen wird und verschlämmt. Der Herbst dauert durch die milden Temperaturen viel länger. Somit findet auch zu dieser Jahreszeit noch ein erhöhter Humusabbau statt und Stickstoff wird freigesetzt. Trotz allgemeiner Erwärmung bleiben Spätfröste im Frühjahr nicht aus und verursachen immer wieder Ernteeinbußen bei verschiedenen Obstarten und Sorten.

 

Wichtige Bodenpflegemaßnahmen

Vermeiden Sie das Betreten des Bodens bei Nässe. Dies erhält die Bodenstruktur und der Boden verdichtet nicht. Besonders im Frühjahr ist darauf zu achten. Humus erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und sorgt für ein aktives Bodenleben. Erntereste, Kompostgaben und verschiedene Mulchmaterialien dienen dem Humusaufbau im Boden. Mulchen schützt vor hoher Verdunstung, sorgt für Vitalität im Boden und fördert die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen. Das Abdecken der Bodenoberfläche hält den Boden offenporig und somit aufnahmebereit für Regen und Gießwasser. Starkregen verschlämmt den Boden nicht, sondern wird, gepuffert durch organisches Material, vorsichtig in die Erde geleitet. Zum Mulchen eignen sich Miscanthushäcksel-Stroh, Grasschnitt, Erntereste, Gartenfaser, Schafwoll-Matten und anderes. Eine dickere Mulchschicht unterdrückt häufig auch Unkraut. Pflanzenbewuchs durch Kulturpflanzen oder Gründüngungspflanzen sorgen mit ihren Wurzeln für einen durchlüfteten Boden und verhindern das Auswaschen von wertvollen Nährstoffen (vor allem Stickstoff im Herbst). Graben Sie den Boden erst um, wenn er erkaltet ist und Frost angesagt wird. Das Spaten ist eventuell bei schweren Böden erforderlich; ansonsten genügt oberflächiges Einharken oder Rechen im Frühjahr zur Saatbeetvorbereitung.

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 6 – Kontrolle in Lager und Winterquartier

Letztes Obst und Gemüse liegt noch im Winterlager, frostempfindliche Kübelpflanzen stehen auf den Überwinterungsplätzen. Kontrolle, Aussortieren und Pflege sind jetzt wichtig, empfehlen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Nutzen Sie die Zeit und prüfen Sie die Lagerbestände und die Kübelpflanzen, bevor die Arbeiten im Garten wieder zunehmen.

 

Gesundheitskontrollen

Egal ob die Lagerung in feuchtem Sand, in einem Gewölbekeller oder in großen Kunststofftüten auf dem Balkon erfolgt, kontrollieren Sie regelmäßig gelagertes Gemüse (Möhren, Rote Rübe etc.) und Obst, meist Äpfel. Durch tiefe Temperaturen (ohne Frost) und eine Luftfeuchte um 90 Prozent ist die Verlustrate von Geschmacksstoffen, Vitaminen und anderen Faktoren am niedrigsten. Doch auch Krankheitserreger können sich ausbreiten. Zunächst an kleinen Verletzungen der Haut oder Schale beginnend überziehen Fäulnis- und Schimmelpilze bald den ganzen Fruchtkörper. Sortieren Sie die befallenen Lagerprodukte großzügig aus. Schnell greifen die Erreger sonst auf benachbarte Ware über. Am besten ist es, wenn Sie ihre Vorräte schnell verbrauchen.

Die Witterung im Sommer hat erheblichen Einfluss auf die Lagerfähigkeit. So treten beim Apfel heuer verstärkt Kernhausfäule, Schalen- und Fruchtbräune sowie verschiedene Fruchtfäulen auf. Auch beim Gemüse entstehen typische Lagerkrankheiten durch Pilze und Bakterien. Bei Möhren sind dies beispielsweise Graufäule Botrytis cinerea, Fäulepilz Chalaropsis thielavioides und Sclerotinia sclerotiorum. Ist dann die Luftfeuchte zu hoch, breiten sich die Schadorganismen besonders schnell auf das gesamte Lagergut aus.

Hinweis auf Gemüseblog: https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/gemueseblog/294128/index.php

 

Kübelpflanzen kontrollieren

Das Winterquartier ist aufgrund schlechter Bedingungen für Kübelpflanzen meist ein Härtetest. Oft entwickeln sich jetzt lange dünne Triebe. Sie sind meist hellgrün gefärbt, schwach und knicken um. Möglicherweise haben sich dort auch noch Schädlinge entwickelt. Das Auftreten von Blattläusen und Schildläusen ist keine Seltenheit. Hier hilft oft der jetzt nötige Rückschnitt. Entfernen Sie vergilbte oder angeschimmelte Pflanzenteile genauso wie abgefallene Blätter Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Pflanzenhygiene. Nach dem kräftigen Rückschnitt erhalten alle Pflanzen einen möglichst hellen Platz, der dann auch etwas wärmer sein darf. Temperaturen um 15 Grad sind optimal. Gelegentliche Wassergaben sind wichtig, um die Pflanze langsam zum Wachsen anzuregen, besonders dann, wenn sich kleine grüne Blätter bilden. Schon länger nicht mehr umgetopft? Auch das ist jetzt die richtige Zeit. Verwenden Sie torfreduziertes oder torffreies Kübelpflanzensubstrat. Sobald es die Witterung ab März erlaubt, härten Sie Ihre Kübelpflanzen ab und stellen diese bei milden Temperaturen – zunächst tagsüber – ins Freie an einen nicht zu sonnigen Platz. Zum einen wachsen die nun gut belichteten Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser.

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 5 – Japanwaldgras – das Gras für (fast) alle Fälle

Gräser liegen bei der Gartengestaltung im Trend. Vielleicht wurde gerade deshalb das noch weniger bekannte Gras die Staude des Jahres 2022. Das Japanwaldgras lässt sich auf vielfältige Weise in den Garten einfügen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Das mittelhohe Gras mit seinen langen, überhängenden und zarten Blättern bildet Graskissen, die nicht nur schön im Sommer sind, sondern auch im Herbst und Winter Struktur in den Garten bringen. Ein Platz im Halbschatten verträgt das Japanwaldgras besonders gut.

 

Japanwaldgras im Garten

Das Japanwaldgras (Hakonechloa macra) lässt sich in viele Gärten integrieren. Dort wächst es gut und ist langlebig, wenn der Standort stimmt. Es besitzt einen horstigen Wuchs und bildet kleine Ausläufer. Da es nicht von innen verkahlt, kann es sehr lange an einem Standort stehen. Ungünstig sind schwere und staunasse Böden. Trotzdem mag es keine zu trockenen Böden. Wobei es, wenn es gut eingewurzelt ist, auch trockene Phasen gut übersteht. Dies ist in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig. Der beste Platz ist im Halbschatten, da dort die Böden nicht so schnell austrocknen. Ansonsten lieber sonniger als zu schattig. Gelbe und panaschierte Sorten würden im Schatten mit der Zeit vergrünen. Im Vollschatten wächst selbst die Wildform mit seinen frisch grünen Blättern kaum. Achten Sie auf ausreichend Bodenfeuchte, besonders an sonnigen Standorten. Dann sind die Gräser ausreichend frosthart. Japanwaldgras blüht im Juli und August. Doch die Blüten ist eher unscheinbar.

Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr von April bis Juni. Bei späterem Pflanzen kann es sein, dass das Gras den Winter nicht überlebt. Man rechnet mit vier bis fünf Pflanzen pro Quadratmeter bei einer flächigen Pflanzung. Ansonsten ist der Pflanzabstand 40 Zentimeter. Übrigens Schnecken mögen die Grashalme nicht. Japanwaldgräser benötigen wenig Dünger, da sie sonst nicht standfest sind und sich auf den Boden legen. Nach dem Winter schneidet man die Gräser im Februar bis März auf zehn Zentimeter zurück.

 

Farbe beim Japanwaldgras

Beim Austrieb im Frühjahr (erst ab April) erscheinen hellgrüne, oft rötliche Halme. Bis zum Sommer bilden sich recht kompakte, aber trotzdem luftige platte Kugeln. Etwa im Oktober färben sich die Blätter ockerfarben bis orangebraun und bieten eine sehr attraktive Herbstfärbung. So bleiben die Graskissen dann bis zum Winterende, wenn das Gras seinen Rückschnitt bekommt.

Außer der Wildform von Hakonechloa macra mit seinen frischgrünen Halmen und Blättern, gibt es verschiedene Sorten. Gestreifte Blätter zeigen die Sorten ‘Albostriata‘ (weiß-grün) und ‘Aureola‘ (gelb-grün). Goldgelb strahlt ‘Allgold‘. Auch weitere Sorten sind im Angebot der Staudengärtner. Sie erreichen Höhen zwischen 40 und 100 Zentimetern.

 

Mit Japanwaldgras im Garten gestalten

Besonders gut passt das Japangras in moderne Gärten, wenn es nicht nur einzeln, sondern großflächig gepflanzt wird. Dann vermittelt es nicht nur Ruhe, sondern auch Großzügigkeit. Hakonechloa besitzt auch einen meditativen Charakter durch seine kissenbildende Wuchsform und beruhigt so bunte Staudenpflanzungen.

Durch den späten Austrieb eignet sich besonders eine Kombination mit frühlingsblühenden Zwiebelblumen wie Traubenhyazinthen, Narzissen und Zierlauch. Vergilben deren Blätter, so werden diese vom wachsenden Japanwaldgras überdeckt. Zusammen mit Blattschmuckpflanzen ergeben sich schöne Gartenbilder. So kann es kontrastreich sein mit Großblättrigen wie Funkie, Bergenie oder auch mit farbigem und dunklem Laub wie dem Schlangenbart oder blaublättrigen Funkien. Attraktiv ist aber auch eine Pflanzung Ton-in-Ton mit gleichfarbigen Blättern. Kombinationen mit buntblühenden Stauden sind ebenfalls denkbar und bringen Ruhe in den Blütenreigen. Durch den Wuchscharakter kaschiert das Gras Beetränder und schafft weiche Übergänge. Es lässt sich an den Teich oder Bachlauf pflanzen.

Das Japanwaldgras eignet sich sogar für große Kübel und Töpfe. Hier ist ein Platz in der Sonne nicht zu empfehlen. Zwingend ist ein halbschattiger Standort mit guter Wasserversorgung auf Balkon und Terrasse. Im Winter benötigen die Topfpflanzen Schutz vor Nässe und häufigem Durchfrieren.

Da fragt mancher nach Gras und Biodiversität? Zumindest bietet das Japanwaldgras Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten für allerlei Getier.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2022 – Gartentipp 4 – Schneckenjagd im Winter

Im Winter hält man sich mehr im Warmen auf. Der Garten scheint zu schlafen. Wer jedoch jetzt noch Gemüse erntet, wird sehen, was sich alles munter bewegt. Nacktschnecken verstecken sich unter Blättern und Gemüseresten oder in Bodenspalten und Fallobst, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein feuchtes Jahr und milde Winter sind ideale Bedingungen für Nacktschnecken. Leider schädigen die Tiere auch in der kalten Jahreszeit. Schneckenjagd – also auch jetzt!

 

Späte Gemüseernte

Zuckerhut und Chinakohl unter Vlies sowie Feldsalat sind typische Wintersalate, die auch jetzt noch ebenso frisch vom Beet geerntet werden können wie Mangold und Grünkohl. Doch leider findet man oft auch „Mitesser“. Wenige Zentimeter kleine dunkle Nacktschnecken sitzen teilweise mitten im Salat. Diese Jungtiere fühlen sich inmitten von saftigem Grün, schon angefaulten, verrottenden oder welken Pflanzenteilen wohl. Bei frostigen Temperaturen verkriechen sich die Schnecken, um bei wenigen Grad über Null schon wieder hervorzukommen und zu fressen.

 

Schnecken absammeln

Jetzt findet man kleine, schwarze, an den Flanken und an der Sohle hellbraune Tiere. Das sind die Jungtiere der Wegschnecken, die wir im Sommer übersehen haben, oder die inzwischen von außen zugewandert sind. Solche Winzlinge überstehen meistens auch kalte Winter. Wehret den Anfängen! Sind die Schnecken nun noch klein, entwickeln sie aber bei wärmeren Temperaturen steigenden Hunger. Außerdem werden sie schon bald geschlechtsreif und vermehren sich munter weiter. Gehen Sie deshalb auch jetzt schon gegen Schnecken vor. Leben in Ihrem Bekanntenkreis Laufenten, so sammeln Sie die schleimigen Gesellen in einem Schraubglas. Sie freuen sich über den Leckerbissen. Auch so manche Hühner fressen einzelne kleine Nacktschnecken sowie Schneckeneier.

Lässt man Hüllblätter von Salaten oder andere grüne Pflanzenteile auf den Beeten liegen, kann man die Tiere anlocken und gezielt absammeln. Unter der Pflanzenmasse wird es auch nicht so kalt, dass die Tiere gut geschützt sind und sich nicht tiefer in die Erde verkriechen. Auch Fallobst mögen die Schnecken gerne, weshalb sich auch dies zum Abfangen eignet.

 

Umgraben

Ganz ungünstig wäre frühzeitiges Umgraben gewesen. Es schafft wunderbare Erdspalten, die als ideale Eiablage und für die sichere Überwinterung junger Tiere dienen. Wird erst bei Frostbeginn umgegraben, findet keine Eiablage mehr statt. Die zahlreichen stecknadelgroßen, weißlichen Eier im Gelege sind besonders robust gegen Winterkälte. Sie gilt es, zu vernichten.

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 3 – Grün und krautig im Winter

Der Garten im Winter nur grau und braun? Keinesfalls! Erste Blüten erscheinen an Sträuchern; so manche Staude friert in der kalten Jahreszeit nicht zurück und bleibt auch über den Winter grün. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie laden Sie zu einem Rundgang durch Ihren Garten ein.

In milden Wintern ohne Schnee sieht mancher Garten richtig grün aus. Immergrüne Gehölze, grüne krautige Pflanzen und Gräser strukturieren den Garten. Raureif sieht dann besonders attraktiv aus.

 

Wintergrün ist nicht immergrün

Während es Gehölze mit wirklich immergrünen Nadeln oder Blättern gibt, ist es bei Stauden eher ungewöhnlich. Sie sind „wintergrün“ und verbleiben in normalen Wintern grün. Dies bedeutet oft auch einen Wachstumsvorsprung in der neuen Vegetationszeit. Starke Fröste ohne Schnee jedoch, sogenannte Kahlfröste, können die Pflanzenzellen stark schädigen. Dann werden auch die grünen Blätter braun und sterben ab. Im Frühjahr treiben die Stauden in der Regel wieder aus.

 

Auf geht’s zum Gartenspaziergang

Bei den wintergrünen Kräutern handelt es sich meist um Halbsträucher, die eine Zwischenstellung von Staude und Gehölz einnehmen. Currykraut, Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian mit ihren „nadligen“ oder grauen Blättern gehören zu dieser Gruppe.

Im eher schattigen Gartenbereich findet man die großen Bergenienblätter, die sich bei tiefen Temperaturen auch etwas rötlich verfärben. Christrosen und Nieswurz warten nicht nur mit Blüten im Winter auf, sie besitzen auch sattgrüne Laubblätter. Bei den Elfenblumen (Epimedium) gibt es Sorten, deren Laub nicht zurückfriert, sondern grün die Wintermonate überdauert. Auch Farne, wie der Hirschzungenfarn oder der Wurmfarn bleiben in milden Wintern kräftig grün.

Während viele wintergrüne Stauden oft derbe, ledrige und kräftige Blätter besitzen, gibt es auch solche mit weicherem Laub. Dazu gehört beispielsweise der veränderliche Storchschnabel (Geranium versicolor). Oder auch die verschiedenen Purpurglöckchen (Heuchera), die eine breite Palette an unterschiedlichen Blättern bieten: mit rotem, hellgrünem, bronzefarbigem und und silbrigem Laub und ganzrandigen, gewellten oder gezackten Rändern.

Zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr eine kräftige Blattrosette, bevor in der nächsten Vegetationszeit die Blüten erscheinen. Besonders imposant sind die grauen und filzigen Blattrosetten der Königskerze. Weitere Vertreter, die den Garten im Winter grün halten sind Freiland-Yucca und Brandkraut, die im Sommer mit Blüten aufwarten, die hoch über den Blättern stehen. „Grüne“ Gräser wie die Vogelfuß-Segge gestalten mit ihren schmalen Blättern, bringen Bewegung und Leichtigkeit in den Garten.

Nutzen Sie die Zeit für einen Gartenspaziergang. Entdecken Sie Ihre winterlichen grünen Gartenschätze. Bei frostigen Temperaturen zaubert der Raureif kleine Diamanten auf die grünen Pflanzen.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 1 – Noch mehr Nutzen für den Weihnachtsbaum

 

Nur wenige Wochen steht der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer und schenkt uns weihnachtliche Stimmung. Üppig geschmückt, mit leuchtenden Lichtern bestückt und leicht duftend bereitet er Freude. „Für die Grüngutabfuhr ist er meist zu schade“, bedauern die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und stellen weitere Nutzungsmöglichkeiten des alten Weihnachtsbaumes vor.

Ein Baum für nur wenige Tage im Jahr ist zu kostbar. Meist wird er nach Heilig-Drei-König aus der Wohnung verbannt. Im Garten, auf Balkon und Terrasse lässt er sich noch weiter nutzen, besonders dann, wenn es auch noch ein Bio-Baum ist.

 

Geeignete Weihnachtsbäume

Doch Achtung! Nicht jeder ausrangierte Weihnachtsbaum taugt für eine Weiternutzung. Ganz wichtig ist die Eigenschaft, dass er nicht nadelt. Bei trockenen und dürren Trieben fallen die Nadeln besonders schnell ab. Sehr lange dagegen haften die Nadeln der beliebten Nordmanntannen. Besonders frisch bleiben die Triebe, wenn der Baum schon während der Zeit im Zimmer mit ausreichend Wasser versorgt wurde. Schneiden Sie nun die dicht benadelten Zweige mit einer guten Schere in verschiedene Längen.

 

Nutzungsmöglichkeiten im Garten

Anhaltende Fröste treten in den letzten Jahren oft erst im Januar oder noch später auf. Dann bieten die abgeschnittenen Zweige des Weihnachtsbaumes Schutz. Kälte und Wintersonne können verschiedenen Pflanzen im Garten dann kaum noch schaden.

Rosen und besonders Hochstammrosen sind dankbar für einen Schutz vor Kälte, frostigem Wind und Wintersonne. Die abgeschnittenen Zweige werden wie ein dichtes Korsett um die Hochstammrose gebunden. So sind der Rosen-Stamm und die Triebe in der Krone geschützt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Veredlungsstelle, damit diese nicht erfriert. Eine solche Einkleidung kann auch ein sehr dekoratives und zugleich natürliches Element im winterlichen Garten sein.

Sind dann noch Nadelgehölz-Zweige übrig, decken Sie empfindliche Stauden, immergrüne Sträucher und auch Erdbeeren damit ab. Denn Kahlfröste ohne Schneeauflage können großen Schaden anrichten.

Bedeckungen mit Nadelgehölzzweigen haben den Vorteil, dass sie Kälteschutz und Schatten bieten. Somit wird ein frühzeitiges Austreiben der Pflanzen unterdrückt. Außerdem sind die Triebe luftdurchlässig und bieten Fäulnis keine Chance, im Gegensatz zu Abdeckungen mit Folie. Doch lassen Sie diesen natürlichen Schutz nicht zu lange, da sich vergeilte Jungtriebe bilden könnten. Nach der Zweit-Nutzung werden die Triebe im Frühling zerkleinert und über den Kompost oder die Biotonne entsorgt.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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