2021 – Gartentipp 23 – Es ist Mohn-Zeit

Knallrote Farbtupfer stechen beim Spazierengehen draußen in der Natur ins Auge. Es ist der Klatschmohn, der seine zarten und farbintensiven Blüten entfaltet. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie schwärmen für den Mohn in seiner ganzen Vielfalt.

Nun beginnt die Mohnblüte. Doch Mohn ist nicht gleich Mohn. Die große Fülle an Arten und Farben lässt die Pflanze vielfältig im Garten einsetzen.

Faszination Mohn

Unter den Mohn-Arten gibt es ein- und zweijährige sowie mehrjährige, ausdauernde krautige Pflanzen, die jedes Frühjahr neu austreiben. Typisch ist der weiße oder gelbliche Milchsaft, der in allen Pflanzenteilen vorkommt. Die meist weichen Blätter weisen oft starke Einbuchtungen auf und die Blütenstängel sind meist mit kleinen Borstenhaaren besetzt. Die typischen Samenkapseln beinhalten Unmengen an kleinen schwarzen Samen.

Das Besondere am Mohn ist sicherlich die Blüte. Sie steht einzeln und aufrecht auf ihren Stängeln bei zunächst hängender Blütenknospe. Erst noch ganz in der Blütenhülle aus zwei borstig behaarten Kelchblättern verpackt, erscheinen je nach Witterung, manchmal schon ab Ende Mai, erste große Blüten. Ganz zerknittert und zart wie Seidenpapier sind die Blütenblätter, bevor sie sich zu ihrer vollen Schönheit entfalten. Als wahrer Insektenmagnet werden viele Honig- und Wildbienen sowie andere Insekten angelockt. Wenn auch ohne Nektar bietet der Mohn jedoch ein reiches Pollenangebot. Dieser ist je nach Art grünschwarz oder blauschwarz gefärbt, was man ganz gut bei den fleißigen Pollensammlern erkennen kann. Die Mohnblüten liefern auch Baumaterial für die Brutzellen der Mohn-Mauerbiene oder dienen als Schafplatz für manche Schmalbiene.

Mohn im Garten

Einjährig bzw. zweijährig ist der Klatschmohn (Papaver rhoeas). Spezielle Sorten sind tiefrot, rosa oder gar weiß, haben eine spezielle Zeichnung. Andere sind gefüllt und heben sich damit von den Wildkräutern in der freien Landschaft ab. Gemeinsam jedoch ist die Unmenge an winzigen schwarzen Samen in einer Samenkapsel. Wo es ihm gefällt, samt er sich dann selbst aus und kann auch zum „Unkraut“ werden. Im Saatgut von Blühmischungen ist häufig Klatschmohn enthalten.

Der Türkischer Mohn (Papaver orientale), auch Garten-Mohn, Orientalischer Mohn oder Stauden-Mohn genannt, ist eine prachtvolle ausdauernde Pflanze, die jährlich aus dem Wurzelstock austreibt. Höhen von 70 bis 80 Zentimetern sind keine Seltenheit. Die Blüten in den Farben lachs- bis dunkelrot erreichen durchaus einen Durchmesser von 15 Zentimetern und zieren dadurch viele Gärten. Türkischer Mohn wird gelegentlich in Samentütchen angeboten. Staudengärtnereien und der Fachhandel bieten jedoch spezielle Jungpflanzen (Sorten) an, die vegetativ vermehrt wurden und so die sortentypischen Eigenschaften erhalten geblieben sind. In heißen Sommern ziehen die Pflanzen des Orientalischen Mohns oft ein und begeben sich in Sommerruhe, bevor sie im September meist wieder austreiben.

Kleiner bleibt der Island-Mohn (Papaver nudicaule), der nur eine Höhe von maximal 50 Zentimetern erreicht. Hier gibt es Züchtungen mit den Blütenfarben weiß, gelb und orange sowie rot. Große Hitze mag der Island-Mohn nicht, weshalb er durchaus auch an halbschattigen Stellen im Garten gut gedeiht, solange der Boden nicht zu nass ist.

Schön, aber verboten!

„Paeonienmohn“ (Papaver somniferum var.paeoniflorum) mit seinem prächtigen Wuchs und den graugrün oder blaugrün gefärbten Blättern, seiner intensiven Blütenfarbe und oft stark gefüllten Blüten findet man in vielen Gärten in den Nachbarländern. In Deutschland ist der Anbau von jeglichem Schlafmohn Papaver somniferum, wozu auch der Paeonienmohn gehört, nur mit einer Genehmigung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte – Bundesopiumstelle erlaubt.

Und dann gibt es noch anderen „Mohn“

Ebenfalls in die Familie der Mohngewächse gehört der Scheinmohn (Meconopsis). Etwas Besonderes ist hier die Farbe Blau wie beim Tibet-Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) oder dem großen Scheinmohn (Meconopsis grandis). Gelbe Blüten trägt Meconopsis cambrica, der Wald-Scheinmohn.

Strahlend Goldgelb oder tief Orange leuchten die Blüten des Kalifornischen Mohn oder Goldmohn (Eschscholzia). Wo es der kurzlebigen Pflanze gefällt samt sie aus und vagabundiert durch den Garten.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 22 – Blätter zeigen Blasen

Jetzt wenden sich immer häufiger aufgeregte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Die Veränderungen fallen besonders auf, da sie zusätzlich rot verfärbt sind.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Blattläuse bzw. Milben und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Johannisbeerblättern

Johannisbeerblasenlaus

An den Sträuchern roter Johannisbeersorten fallen die blasigen und rot gefärbten Aufwölbungen an den grünen Laubblättern besonders auf. Dreht man das Blatt um, so befinden sich auf der Blattunterseite häufig grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch die Saugtätigkeit der Läuse an den ganz jungen Blättern entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum vitaler Sträucher ist nicht eingeschränkt. Wiederholter Starkbefall, besonders bei jungen Pflanzen jedoch könnte zu Blattfall führen und somit die Pflanze schwächen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen deshalb bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger. Deshalb sind die Schädlinge oft schon gefressen, bevor die roten Schädigungen auffallen. Die Läuse können auch auf ihre Sommerwirte, das sind andere krautige Pflanzen gewandert sein. Im Herbst kommen sie dann zurück an die Johannisbeere, wo die Johannisbeerblasenlaus an den Trieben Eier ablegt, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Pfirsichblättern

Kräuselkrankheit an Pfirsich

Viele Pfirsich- und vor allem Nektarinenbäume zeigen nun stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, haben eine fleischfarbige bis dunkelrote Farbe und brechen leicht. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit, einer Pilzkrankheit. Starker Befall über Jahre hinweg und die dadurch geringere Fotosyntheseleistung schwächt die Pflanze. Auch die Früchte können daher zeitweise nicht mehr richtig ernährt werden und fallen zum Teil auch ab. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Bei feuchter Witterung werden die Pilzsporen zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Nur denkt man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen und das Knospenschwellen ist sehr witterungsabhängig. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern. Ein Rückschnitt der Pflanze im Herbst verringert ebenfalls den Befallsdruck. Es zeigt sich, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig sind, während die weißfleischigen Pfirsichsorten ‘Benedicte‘ und ‘Fruteria‘ nicht so stark betroffen sind.

Pockenmilbe am Weinstock

Birnenpockenmilbe

Blasen an den Wein- und Birnenblättern

Auch an den Blättern des Weinstocks und der Birne können pockenartige, oft rötlich gefärbte Erhebungen auftreten. Bei beiden sind es Milben, die das Schadbild hervorrufen: die Rebenpockenmilbe und die Birnenpockenmilbe. Da sich mehrere Generationen im Jahr bilden, reduzieren Sie den nächsten Befall, wenn Sie die geschädigten Blätter schnell entfernen. Im Herbst wandern die kleinen Tiere zurück in die Knospen zum Überwintern. Bei starkem Milbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) rechtzeitig beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

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2021 – Gartentipp 21 – Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

Garten im Mai

Gemüse u. Sommerblumen

Die Beete im Gemüsegarten sind nun weitgehend bestückt. Da denkt kaum einer an Bienen und andere Insekten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen Möglichkeiten auf, wie Sie auf die Bedürfnisse verschiedener Tiere eingehen können.

Honig-Bienen, Wildbienenarten und andere Insekten sind wichtige Bestäuber und sichern somit die Obst- und Gemüseernte. Ein vielfältiger und gut geplanter Gemüsegarten kann ihnen viele Nahrungsquellen bieten.

Bunte Lückenfüller

Blütenmischung

Biene an Phacelia

Tomaten, Zucchini, Gurken und andere wärmeliebende Gemüsearten sitzen auf ihren Platz im Beet. Erste Salate und Radieschen werden schon geerntet. Da gibt es Lücken. Noch mehr Gemüse? Wer den Platz dafür nicht benötigt, pflanzt jetzt bunte Sommerblumen. Einjährige wie Zinnien, Astern, Schmuckkörbchen, Ringelblume, Löwenmäulchen und viele mehr bringen mit ihren bunten Blüten nicht nur Farbe in den Gemüsegarten, sie liefern auch Nahrung für viele Insekten. Entfernt man regelmäßig Verblühtes, bilden sich bis zum Frost stetig neue Blüten.

Größere Lücken können Sie mit einer Gründüngung einsäen. Nicht nur, dass der Bewuchs dem Boden gut tut, die Blüten bieten Nahrung. Gerne besuchen verschiedene Insekten die Blüten von Phacelia, dem Bienenfreund, und von Buchweizen. Beide Pflanzen sind mit keiner relevanten Gemüseart verwandt und eignen sich deshalb besonders gut als Zwischenfrucht. Die Ansaat eines Beetes oder eines Teilstückes mit einer einjährigen Blumenmischung ist ebenfalls denkbar. Im Handel finden Sie spezielle Mischungen für (Wild-)Bienen, Schmetterlinge und Singvögel mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielem mehr.

Gib den Beeten einen Rahmen

bunter Blütensaum ums Gemüsebeet

Monatserdbeeren

Beeteinfassung mit Ringelblume

Während früher Beete in vielen Gemüsegärten mit niedrigen Buchshecken umsäumt waren, sucht man jetzt nach Alternativen. Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich schnittverträgliche Kräuter, Stauden und Kleinsträucher wie beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Wie wäre eine Umrandung mit Monatserdbeeren? Neben der Nahrung für die Bienen über viele Wochen freuen wir uns über kleine, dafür leckere rote Früchtchen. Bunte Beet-Rahmen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

Kräuter gehören dazu

Hummel auf Oreganoblüte

Wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind unsere Kräuter. Mediterrane wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um ihr Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Minzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigen Platz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten.

Denken Sie bei der Kräuterernte immer auch an Bienen und andere Insekten. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht.

Nahrung für Nützlinge

Schwebfliege auf Goldmohn

Auch Gemüsepflanzen sind von Schädlingen nicht ganz verschont. Blattläuse können junges Gemüse schädigen. Mit verschiedenen Blütenpflanzen, die zwischen dem Gemüse sitzen und den verschiedenen Insekten Nahrung bieten, locken Sie auch Nützlinge an. So legen erwachsene Schweb- und Florfliegen ihre Eier zu den Blattlauskolonien und die gefräßigen Larven halten die Schädlinge in Schach.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 20 – Spaziergang durch den Garten

Schönes Wetter lädt ein, um durch den eigenen Garten zu Lustwandeln. Warum auch nicht? Fast täglich verändert sich das Bild. Ein naturnaher Garten ist das Bindeglied zwischen Natur und Mensch und trägt zur Biodiversität bei, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Aufmerksam beobachten wir den Jahresverlauf, erfreuen uns an immer anderen Blüten und Früchten und können aber zugleich auch Schadorganismen rechtzeitig erkennen.

Zahlreiche Beobachtungsfelder

Im Staudenbeet verblühen die letzten Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen und Frühsommerblüher beginnen ihre Blüten zu öffnen. Gräser und andere Stauden wachsen nun kräftig und überdecken so die gelbfärbenden und absterbenden Blätter der frühlingsblühenden Zwiebelblumen. Viele (Wild-)Bienen und andere Insekten tummeln sich um die Blüten, besonders von Korb-, Lippen– und Rachenblütlern. Auch die Rasenkräuter locken Bienen an.
Das Teichwasser hat sich etwas erwärmt und Seerosen sowie andere Teichpflanzen wachsen nun kräftig. Wasser ist immer ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. Suchen Sie die vielen Tiere, die sich im und am Wasser tummeln. Haben Sie die Bienen entdeckt, die eifrig Feuchtigkeit aufnehmen? Wenn nicht, sorgen Sie dafür, dass es Landeplätze für die Wasseraufnahme gibt.
Auch der Obstgarten ist einen Blick wert. Gibt es eine üppige Ernte bei Johannis- und Stachelbeeren? Haben die Erdbeeren zahlreiche weiße Blüten? Bei der Kirsche und bei anderen Baumobstarten zeigt es sich jetzt, ob eine ausreichende Befruchtung stattgefunden hat oder ein Überbehang gar ausgedünnt werden muss.
Im Gemüsegarten wachsen nun die wärmeliebenden Fruchtgemüse wie Tomate, Zucchini, Kürbis und Gurke, erste Radieschen und Kräuter sind zu ernten und auch Pflücksalate liefern täglich frische Blätter. Sie besitzen ein Grünspargelbeet? Noch bis Mitte Juni können Sie die kräftigen, knackigen Stangen ernten. Und bis dahin ebenso Rhabarber. Die zerkleinerten Blätter eignen sich als Mulchmaterial zwischen den Gemüsepflanzen oder auf den Baumscheiben.

Der Garten – ein Reich der Tiere

Viele unterschiedliche, blühende Pflanzen sind Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten. Wie viele verschiedene können Sie entdecken? So tummeln sich, diesmal später als in den letzten Jahren, schwarze, pelzig behaarte, große Mücken um die Blüten. Sie rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Es ist die Markusmücke, eine Haarmücke. Sie ist jedoch kein Schädling, sondern trägt zu Bestäubung von Obstblüten bei, da sich die Tiere von Honigtau, Pollen und Nektar ernähren.
Rote Blasen am Johannisbeerstrauch? Ursächlich ist die Johannisbeerblasenlaus, die auf der Unterseite der Blätter Pflanzensaft saugt und den optischen Schaden hervorruft. Drehen Sie befallene Blätter um und Sie werden den Schädling entdecken.

Warme Tage haben allgemein das Auftreten von Blattläusen begünstigt. Doch keine Panik. Beim Gartenrundgang, den Sie mehrmals die Woche unternehmen, streifen Sie die Schädlinge mit den Fingern ab und zerdrücken sie. Doch sehen Sie genau hin – schon bald finden Sie erste Nützlinge wie Marienkäfer, die über die Läuse herfallen. Manche Pflanzen werden besonders gerne von Blattläusen befallen. Sicherlich kennen Sie Ihre „Verdächtigen“, z.B. Rosen. Hier heißt es besonders aufmerksam zu sein, um einer Massenvermehrung vorzubeugen. Übrigens, sind Blattläuse willkommene Speisen für Singvögel wie Meisen, die ihre Jungen damit füttern. Schon deshalb schließt sich der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels aus. Auch verschiedene Räupchen, beispielsweise Frostspanner und inzwischen auch schon die Larven des Buchsbaumzünslers, werden von den Vögeln weggepickt. Hingegen verschmähen sie die in den Gespinsten geschützt fressenden Raupen der Gespinstmotten, die vor allem an Apfel und Pfaffenhütchen auftreten.
Interessant ist es auch zu beobachten, ob Wildbienen die Röhren von Stängeln im Bienenhotel oder die Bohrlöcher in Hölzern verschließen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 19 – Beliebtes Sommergemüse – Zucchini

Was wäre ein Sommer ohne Zucchini? Reiche Ernte, vielseitig verwendbar und kräftig im Wachstum macht der eigene Anbau auch „Garten-Neulingen“ Spaß. Nach den Eisheiligen finden wärmeliebende Fruchtgemüsearten ihren Platz im Freien, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auffallend große gelbe Blüten schmücken die Pflanzen, bevor sich die typischen Zucchinifrüchte bilden. Oft reichen schon ein oder zwei Pflanzen, um eine (kleine) Familie den Sommer über mit Zucchinifrüchten zu versorgen.

Zucchini im Garten

Zucchini sind kälteempfindlich und erhalten erst dann ihren Platz im Freien, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai. Sie brauchen einen lockeren, nährstoffreichen und humosen Gartenboden. Das Einarbeiten von Kompost und Hornmehl bei der Pflanzung ist sinnvoll. Während des Sommers braucht das Gemüse ausreichend Wasser. Um die Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren hat es sich bewährt mit Grasschnitt oder anderem frischen organischen Material zu Mulchen. Dies fördert außerdem das Bodenleben und garantiert die Nährstoffnachlieferung.

Die Zucchini-Vielfalt ist groß. Neben walzenförmigen Früchten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugelform. Während die meisten Zucchini kompakt und buschig wachsen, bildet die Kletterzucchini lange Triebe, die am Zaun oder an einem Pfahl angebunden werden. Für die meisten Zucchinisorten planen Sie etwa einen Quadratmeter je Pflanze ein. Einjährige Sommerblumen im Randbereich locken Insekten an und machen den Gemüsegarten bunt.

Gelb leuchten die großen Trichter-Blüten der Zucchini, in denen auch häufig Bienen zu finden sind. Weibliche Blüten besitzen gleich einen kleinen Fruchtansatz, während die männlichen auf dünnen Stielen sitzen. Oft bilden sich erst nur männliche Blüten, bevor später bei wärmeren Temperaturen verstärkt weibliche Blüten erscheinen. Lassen Sie jedoch immer auch wenige männliche Blüten stehen.

Zucchini auch ohne großen Garten

Das beliebte Fruchtgemüse lässt sich auch anbauen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Selbst im Hochbeet, Kistengarten oder großem Kübel wachsen die Pflanzen und bilden ihre Früchte. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße und nutzen Sie hochwertige Substrate. Es eignen sich besonders Sorten, die kleiner und kompakt bleiben. In Bayern wurden eine grüne und eine gelbe Sorte zum „Gemüse des Jahres 2021“ gekürt. Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes und der Initiative „Ihre RegionalGärtnerei“ bieten „Fred“ und Wilma“ exklusiv an. Beide Sorten haben einen kompakten Wuchs und auch die Früchte werden nicht allzu groß.

Zucchini kulinarisch

Gegen eine Schwemme an Zucchinifrüchten hilft am besten eine frühzeitige Ernte. Die optimale Fruchtgröße liegt bei etwa 12 bis 25 Zentimetern. So erntet man dann zwar vielleicht weniger an Masse, dafür aber nur schmackhafte und besonders zarte Früchte. Diese schmecken auch roh in dünnen Scheiben oder geraspelt im Salat. Gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt – leckere Rezepte mit Zucchini findet man schnell. Groß gewordene Früchte eignen sich auch noch für Suppen, Chutneys oder für Kuchen. Durch die härtere Schale der großen Früchte sind diese auch ein paar Tage länger haltbar.

Zucchini-Blüten, vorzugsweise männliche, können Sie braten, frittieren und füllen und werden so eine leckere Vorspeise.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie sowie Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 18 – Blütenmeer beim Wildobst – die Felsenbirne

Die kühlen Temperaturen der letzten Wochen haben die Vegetation verzögert. Doch können wir uns lange an den blühenden Frühjahrsblühern erfreuen. Auffallend weiße Blütenwolken zieren nun Parks und Hausgärten, Klein- und Vorgärten während noch Tulpen und Traubenhyazinthen üppige Farbkleckse zaubern. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den blütenreichen Strauch oder Kleinbaum vor.

Als eine „Vier-Jahreszeiten-Pflanze“ bietet die Felsenbirne (Amelanchier) zu jeder Zeit Attraktives: Blüte, Frucht, Herbstfärbung und Wuchsform. Zudem trägt dieses robuste Gehölz zur Biodiversität bei und bereichert einen naturnahen Garten.

Aus Blüten werden Früchte

Die Felsenbirne ziert mit auffällig weißen sternförmigen Blüten, die im April und Mai, meist in Trauben von fünf bis acht Einzelblüten endständig an den Zweigen sitzen. Die Blütenfülle sticht besonders hervor, weil die Blüten schon vor dem Laubaustrieb erscheinen. Dieser ist bronze- oder kupferfarben und leicht behaart, bevor sich dann die sattgrünen rundlichen Laubblätter bilden. Die Blüten sind selbstfruchtbar. Deshalb bringt auch ein einzelner Strauch im Garten Früchte hervor. Wie auch viele andere Rosengewächse ist die Felsenbirne ein Nährgehölz für (Wild-)Bienen und Hummeln.

Von Juni bis in den August hinein reifen schließlich erbsengroße runde Früchte. Zunächst sind sie hellrot und färben sich bis zu Reife blauschwarz mit bläulicher Bereifung. Vollreif schmecken sie süß, ein bisschen wie Heidelbeeren. Die Früchte reifen jedoch nicht alle gleichzeitig und müssen daher immer wieder durchgepflückt werden. Deswegen eignen sich sie sich wunderbar als ständige Naschfrucht zum Rohverzehr oder im Müsli, aber auch als Kompott, Mus oder in Mischung als Fruchtaufstrich. Wer die kleinen Früchte lieber trocknet, verwendet sie als Korinthenersatz. Doch auch Vögel, vor allem Amseln, lieben die „schnabelgerechten“ Früchte. Wo die gefiederten Tiere jedoch anderes Obst bevorzugen, trocknen die Früchte sogar am Strauch ein und können dann als „Trockenfrüchte“ gepflückt werden.

Größere Früchte bringen spezielle Fruchtsorten wie ‘Prince William‘, ‘Northline‘, ‘Smoky‘ und ‘Ballerina‘ hervor, die zudem kompakter wachsen. Als „Wildobst“ sind in gut sortierten Baumschulen erhältlich.

Attraktiv das ganze Jahr

Weiße Blüten im Frühjahr, süße Früchte im Sommer – der Herbst bietet ein weiteres Highlight: Goldgelb, orangerot bis scharlachrot leuchten die Blätter schon von weitem: Indian Summer im eigenen Garten! Schließlich laublos im Winter erkennt man den Wuchscharakter der Pflanze. Entweder wächst die Felsenbirne als locker aufgebauter vielstämmiger Strauch oder als kleinkroniger Baum mit gut verzweigten, dünnen Ästen.

Die Felsenbirne passt in viele Gärten, denn mit dem Standort ist sie recht genügsam. Während trockene Böden toleriert werden, eignen sich dauerfeuchte und verdichtete Böden nicht. Ein sonniger Platz bringt mehr Fruchtertrag als im Halbschatten. Fröste schaden der Pflanze in der Regel nicht und selbst die Blüten erleben kaum Spätfrostschäden.

Die Felsenbirne ist pflegeleicht. Durch gelegentliches Auslichten (Herausschneiden der ältesten Triebe) wird die Pflanze verjüngt. So fördert man das Wachstum und den Blütenansatz. Zu hohe Äste lassen sich durch Ableiten im Wuchs reduzieren.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 17 – Rhabarber – fruchtiges Saison-Gemüse

Auf dem Wochenmarkt und in den Lebensmittelgeschäften liegen nun die saftigen Rhabarberstangen – ein Zeichen von Frühling. Da steigt die Lust auf Kuchen mit frischen Früchten. Rhabarber schmeckt nach Obst und wird auch wie Obst verwendet und trotzdem ist der Rhabarber Rheum rhabarbarum ein Gemüse, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rhabarber wird oft als Kompott, als Fruchtgrütze, als Kuchenbelag und zur Herstellung von Fruchtaufstrichen verwendet. Beliebt ist sein Saft auch bei Getränken z. B. als Schorle oder Limonade.

Rhabarberernte

Geerntet werden nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Auf Schneiden verzichtet man besser, da das verbleibende Stängelstück oft zu Faulen beginnt. Bei jedem Erntegang entfernt man etwa fünf Stiele je Pflanze. Die Anzahl ist von der Pflanzengröße abhängig. Doch bleiben besser noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel, damit die Stängel knackig und frisch bleiben. Die zerkleinerten Blätter können auf den Kompost, oder aber auch als Mulchmaterial auf Beet oder unter Sträuchern verteilt werden.

Die Rhabarberernte im Garten beginnt meist im Mai. Warme Tage und ausreichend Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Verzögern kalte Temperaturen die Ernte, so kann man auch im Garten die Ernte verfrühen. Ganz klassisch geht das mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Schon ab Februar könnte man diese Maßnahmen durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte fristgerecht. Dies ist nach dem 24. Juni. Dann braucht die Pflanze die Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr wieder üppig und mit starken Stangen auszutreiben.

Rhabarber im Garten

Die zu den Knöterichgewächsen gehörende ausdauernde Pflanze ist eine Staude. Sie besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Im Herbst ziehen die Blätter des Rhabarbers ein. Nach einer Ruhepause treibt die Pflanze bei steigenden Temperaturen wieder aus. Sie benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt.

Rhabarber ist ein sehr einfach zu kultivierendes und robustes Gemüse, wenn einige Regeln beachtet werden. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, werden undurchlässige und staunasse Böden nicht vertragen. Die beste Zeit einer Pflanzung oder das Teilen vorhandener Rhabarberstauden ist im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Jedes Pflanzstück hat ein Gewicht von mindestens 500 Gramm sowie wenigstens eine Knospe. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein. Für eine Familie reichen zwei bis vier Pflanzen.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 16 – Streuobstwiesen – jetzt genießen

Auf Streuobstwiesen blühen je nach Region jetzt und demnächst die großen markanten Obstbäume, unterschiedlich in Alter und Struktur. Ein Spaziergang zu diesen Biotopen lohnt jetzt – gerade in Corona-Zeiten – besonders, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Streuobstwiesen – artenreiche Biotope

Unter Streuobst verstehen wir einen großkronigen Baumbestand verschiedener Obstarten und -sorten mit unterschiedlichem Alter, Pflegezustand, Pflanzabständen und Unternutzung. Überwiegend handelt es sich um kräuterreiche Wiesen, die den Wert des Biotopes und die Biodiversität erhöhen. Hier dürfen auch alte vergreiste Baumveteranen stehen, in deren Baumhöhlen und dichterer Verzweigung Vögel Schutz suchen und brüten. Liebhaber bringen zusätzliche Nisthilfen für Vögel ein und legen Stein- und Totholzhaufen für Igel oder Reptilien an.

Da Streuobstwiesen nicht gedüngt und nur ein-bis zweimal im Jahr gemäht werden, entstehen über die Jahre artenreiche Flächen mit speziellen Gräsern, Kräutern und Blumen.

Streuobstwiesen – vielfacher Nutzen

Große Obstbäume spenden Schatten, binden Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Durch extensive und biologische Bewirtschaftung werden Boden und Grundwasser geschont, außerdem Nützlinge gefördert und vielen Tieren Lebensraum gewährt. Jetzt zur imposanten Blüte dieser landschaftsprägenden, von Weitem sichtbaren Obstbäume nutzen Honig- und Wildbienen diese wichtige Nahrungsquelle. Durch ihre wertvolle Bestäubung sorgen sie für guten Obstertrag.

Wenngleich viele Apfel- und Birnensorten nur teilweise als Tafelobst verwendet werden, so lassen sich aus diesen Früchten besondere, charaktervolle Verarbeitungsprodukte herstellen. Naturtrübe Direktsäfte aus ungespritzten Streuobstsorten sind ebenso einzigartig wie Obstweine, Edelbrände oder Trockenobst. Neben Kernobst stehen oft auch Walnüsse, Pflaumen, Zwetschgen und Kirschen auf Obstwiesen.

Schönheiten in der Natur genießen

Normalerweise werden Ende April/Anfang Mai viele Aktionen inklusive Führungen zur Obstbaumblüte veranstaltet. Diese finden coronabedingt nicht statt. Sie können jedoch, in diesen von Abstandsregeln geprägten Zeiten, Ausflüge mit der Familie in die Natur unternehmen. Die imposante rosafarben bis weiße Blüte der unterschiedlichen Obstsortenbäume, das satte Grün der Wiesen mit verschiedenen Blumen und Kräutern laden zum Erkunden ein. Beobachten Sie auch Vögel, die jetzt Raupen von den Zweigen und Blättern picken, um ihre Jungen zu füttern und lauschen Sie dem Vogelgezwitscher. Auf Streuobstlehrpfaden finden Sie auch viele Hinweise auf Infotafeln.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie, Marco Drechsel © LWG und Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 15 – Urban Gardening – Genussoasen in der Stadt

(Teil-)Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Kräutern liegt im Trend – auch in der Stadt. Eigene Grundstücke, Gemeinschaftsgärten oder öffentliche Flächen werden genutzt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen auf, wie vielfältig Gärtnern in der Stadt sein kann, um diese grüner und „essbarer“ zu machen.

Wo Beton und Asphalt die Oberhand haben, sind Pflanzen wichtig. Sie produzieren den für uns wichtigen Sauerstoff und kühlen die Sommerhitze etwas ab. Manche liefern uns auch noch wertvolle Nahrungsmittel.

Gärtnern in der Stadt – zu unserem Wohl

Gerade in den letzten Jahren haben sich die städtischen Bereiche stark gewandelt. Öffentliches und privates Grün tritt stärker in den Focus und wird vielfältiger. Der Wunsch nach „Landleben“ in der Großstadt wird größer.

Balkone, Terrassen und Stadt-Gärten entwickeln sich zu grünen Oasen. Verschiedene Gefäße und Beeten sind bestückt mit kleinen Obstgehölzen, verschiedenem Gemüse und bunten Blumen. Sie werden gehegt und gepflegt, tragen zum Wohlbefinden bei, wenn man beobachtet, wie sich die Pflanzen entwickeln und wie sie auch Insekten erfreuen.

Direkt am Haus oder in der näheren Umgebung können Sie eigenes Obst und Gemüse ziehen. So haben Sie Einfluss auf die jeweiligen Arten und Sorten, vor allem aber auch auf die Bewirtschaftung und Pflege. Biologisches und naturnahes Gärtnern bringt gesunde und regionale Lebensmittel hervor. Durch das eigene Kultivieren lernen wir wieder, was „saisonal“ bedeutet. Lebensmittel, selbst mit optischen Fehlern, werden wertgeschätzt, denn Gemüse oder Obst braucht Pflege und Zeit bis zur Ernte.

Initiativen und Privatpersonen bestücken Hinterhöfe und öffentliche Flächen mit Kunststoffkisten, Paletten, Hochbeeten, großen Töpfen und anderen Gefäßen, um blühendes und fruchtendes Grün mitten in der Stadt zu haben. Gemeinsames Gärtnern fördert auch die Gemeinschaft. Verschiedene Generationen kommen wieder ins Gespräch, Menschen unterschiedlicher Herkunft tauschen sich über die Pflege der Pflanzen aus und manche kochen und genießen gemeinsam ihre Ernte.

Blühende Pflanzen locken unterschiedliche Insekten an. Bienen, aber auch einige Nützlinge, fühlen sich wohl, wenn Kräuter blühen oder andere Pflanzen, vor allem mit ungefüllten bunten Blüten, zwischen den Gemüsen wachsen.

Urban Gardening Demonstrationsgärten in Bayern

„Lust auf Gemüse in der Stadt“: unter diesem Motto soll den Menschen in den Ballungsräumen die Freude am Gärtnern auch auf kleinsten Flächen im städtischen Raum vermittelt werden. In jedem Regierungsbezirk gibt es künftig einen Demonstrationsgarten. Dort finden Sie Hinweise zu den verschiedensten Anbaumethoden vom Hochbeet über den Kistengarten bis hin zum Anbau von Gemüse und Kräutern an der Wand. Das Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim wird von der Bayerischen Gartenakademie gemeinsam mit dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Vor allem Familien und junge Erwachsene, die sich mit den Themen Saisonalität und Regionalität beschäftigen, erhalten Anregungen und Beispiele für den Anbau gesunder Lebensmittel, auch als Beitrag zur Wiederbelegung unserer Stadtnatur. Auch Kurzseminare vor Ort sind geplant, um den Austausch und Wissenstransfer zur fördern.

Link zu den Urban Gardening-Seite der LWG: https://www.lwg.bayern.de/urban-gardening/index.php

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 14 – Kisten-Kartoffeln oder „tolle Knolle“ im Kübel

Normalerweise wachsen Kartoffeln auf dem Acker oder im Gartenboden. Doch auch in einem Kübel oder einer Kiste kann man das Knollengemüse anpflanzen. Wie das geht und was zu beachten ist, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Kartoffeln – ein gesundes und vielseitig verwendbares Gemüse. Mit einfachen Tricks ist die Ernte auf Balkon, Terrasse oder im Innenhof möglich.

Vorbereitungen treffen

Zunächst benötigen Sie ein passendes Gefäß. Kübel, Plastikeimer, Kisten oder Säcke sollten mindestens 15 Liter oder besser noch mehr fassen. Als Kartoffelpflanztopf, Kartoffelpflanzturm oder Kartoffelsack werden geeignete Gefäße im Handel angeboten. Hier wachsen dann kleine Mengen der schmackhaften Knollen heran. Zu empfehlen sind große, dunkelwandige Kunststoffgefäße, weil sie sich schnell erwärmen. In der prallen Sonne dürfen sie aber nicht stehen, da sonst die Pflanzenwurzeln an der aufgeheizten Topfwand Schaden nehmen. Staunässe schädigt ebenfalls. Durch Löcher im Boden kann das Wasser ablaufen.

Verwenden Sie Saatkartoffeln zum Pflanzen. Sie eignen sich besser als Speisekartoffeln. Sie sind sortenrein, weniger krankheitsanfällig und wuchsfreudiger. Probieren Sie doch auch blaue oder rote Kartoffeln oder regionale Spezialitäten.

Und los geht‘s

Zunächst kommt eine Drainageschicht aus Tonscherben, Kies oder Blähton von etwa fünf Zentimeter in das Gefäß. Anschließend füllen Sie eine Erdschicht von 15 Zentimeter auf. Verwenden Sie dafür am besten ein nährstoffreiches Substrat, zum Beispiel hochwertige Kübelpflanzen- oder Blumenerde. Legen Sie nun die Pflanzkartoffeln ein und bedecken sie mit weiteren fünf Zentimeter Erde. Dann wird angegossen. Für einen Zehn-Liter-Eimer benötigt man etwa drei bis vier Knollen. Von Vorteil sind Kartoffeln, die an einem hellen Platz schon etwas vorgekeimt sind und kleine Austriebe besitzen. Sie wachsen dann zügig weiter.

Pflegemaßnahmen während des Wachstums

Spitzen die ersten Kartoffeltriebe etwa fünf Zentimeter aus der Erde, füllen Sie Erde seitlich bei, bis kein Grün mehr zu sehen ist. Diesen Vorgang wird wiederholt, bis die Erde den Gefäßrand erreicht. So fördern Sie die Knollenbildung.

Anders als in den Beeten trocknen die durstigen Kartoffelpflanzen in den Gefäßen schnell aus. Gießen Sie deshalb regelmäßig, besonders bei warmem, trockenem Wetter. Zuviel Nässe jedoch fördert Pilzkrankheiten; das gilt es zu vermeiden.

Gibt es nochmal frostige Nächte, schützen Sie die Kartoffeltöpfe mit Vlies, damit das Laub nicht erfriert. Sollten Sie Kartoffelkäfer an den Pflanzen finden, dann heißt es: Absammeln.

Kartoffelernte

Zu Zeit der Blütenbildung entwickeln sich die schmackhaften Knollen. Übrigens sind die entstehenden grünen Früchte giftig!

Nach 90 bis 100 Tagen können Sie Frühkartoffeln ernten. Spätere Kartoffel-Sorten eigen sich auch für die Lagerung. Sie sind erst nach etwa 140 Tagen erntereif. Solange die Pflanzen grün sind und wachsen, lagern die Knollen noch Stärke ein. Erst wenn das Laub verdorrt, wird es Zeit für die Ernte der Powerknollen. Dafür ziehen Sie die Pflanzen einfach heraus und graben am besten mit den Händen nach den Knollen, um diese nicht zu verletzen.

(Bilder: Christine Scherer sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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