2021 – Gartentipp 13 – Ostern mit frischen Kräutern

Im Frühling ist die Zeit des Erwachens der Natur. So liegt es nah, die Osterspeisen mit dem frischen Grün der Kräuter zu würzen. Die Fachleute der Bayerische Gartenakademie geben Tipps zu Kräutern, die auch jetzt schon im Garten zu finden sind.

Kräuter bieten im Frühling schon die ersten Vitamine gegen den Winterblues. Ein paar Pflanzen spitzen im Garten aus der Erde, andere bietet der Handel im Topf an.

Speisen mit Grün

Am Gründonnerstag gibt es traditionell Eierspeisen mit grünen Zutaten. Oft ist es Spinat. Junge Brennnesselblätter können diesen ersetzen oder anreichern. Für die „Grüne Soße“ finden die feingehackten Kräuter Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch Verwendung; anderenorts auch mit Dill und Zitronenmelisse.

Nutzen Sie auch für den Osterbrunch frische Kräuter. Als Garnierung eignen sich besonders Schnittlauch und Petersilie sowie Kresse. Diese können Sie noch ganz schnell auf der Fensterbank anziehen. Innerhalb einer Woche habe sie erntefähige Keimlinge. Kräuterbutter auf das Brot? Nutzen Sie Kräuter, die Ihnen zur Verfügung stehen. Junge Austriebe der Zitronenmelisse geben einen fruchtigen Frischeton. Auch Sauerampfer und überwinterte junge Borretschblätter sowie die ersten Schnittlauchhalme, Blätter der Wilden Rauke und der Pfefferminze kann man gut nutzen. Bärlauch, Zitronenmelisse und Oregano treiben üppig junges Grün. In kälteren Regionen können Sie Vlies auflegen. So regen Sie die Kräuter zum Wachsen an.

Wildkräuter im Garten? Viele bringen ebenfalls Würze in den Speiseplan. Gerade wenn sie jung aus der Erde kommen sind sie noch zart und schmackhaft. Dazu

gehören beispielsweise Knoblauchsrauke, Brennnessel und Giersch, deren junge Blätter in der Küche verwendet werden können. Dekorativ schmücken die Blüten von Gänseblümchen und Veilchen. Ganz nach dem Motto: iss dein „Unkraut“ einfach auf!

Würzige Ostergeschenke

Warum nicht mal zu Ostern Kräuter verschenken? In Gemüsegärtnereien, Gartencentern oder im Lebensmitteleinzelhandel finden Sie nun schon verschiedene Kräuter in Töpfen. Viele sind winterhart und können schon bald ins Freie gepflanzt werden, sei es im Kräuterbeet oder in ein Gefäß auf Balkon oder Terrasse. Achten Sie jedoch auf Frostschutz. Die Kräutertöpfe wurden im Gewächshaus angezogen und vertragen die Minustemperaturen nicht. Lediglich Basilikum braucht noch längere Zeit einen Platz auf einer hellen Fensterbank, denn er ist sehr kälteempfindlich.

Zu den beliebtesten und häufig genutzten Küchenkräutern gehören Schnittlauch und Petersilie. Von ihnen kann man fast nie genug haben. Sie lassen sich am besten frisch geerntet verwenden. Petersilie gibt es mit glatten oder krausen Blättern. Oftmals wurden die Pflänzchen eng gesät, so dass man sie büschelweise vereinzeln und mehrere Gefäße oder einen größeren Topf damit bestücken kann.

Kräuter würzen nicht nur unser Essen. Durch den Duft wirken Sie auch auf unser Gemüt und heben die Stimmung. Verschenken Sie Kräuter, die anregen und Lebens-Freude bereiten. Verschenken Sie würzige grüne Ostern.

(Bilder: Christine Scherer, Isolde Keil-Vierheilig sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 12 – Die Obsthecke im Garten

Obstspalier April

Kiwi am Spalier

Zäune, Mauern und Hecken grenzen Grundstücke und Gärten ab. Sie sorgen auch für Wohlbefinden und einen geschützten Raum. Warum nicht eine Hecke mit Mehrfachnutzen? Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps zu einer Obsthecke, die sich an vielen Orten realisieren lässt.
Thuja und Co. leiden unter dem Klimawandel. Da braucht es Alternativen. Sicher, eine Obsthecke ist nicht ganzjährig dicht, aber gerade in den Sommermonaten hält sie störende Einblicke ab und schenkt Geborgenheit im Garten. Die Früchte eignen sich dann auch noch zum Genießen.

Wenig Platz und reiche Ernte

Himbeerhecke

Heckenerziehung Johannisbeere

Besonders schmale und niedrigere Hecken lassen sich gut mit Spalier-Beerenobst verwirklichen. Him- und Brombeeren werden schon immer an Drahtrahmen fixiert und bilden eine klassische Naschhecke. Nicht ganz so bekannt ist, dass auch Stachel- und Johannisbeeren gut an einem Gerüst wachsen. Hierfür werden nur jeweils zwei bis drei junge Triebe an Drähten festgebunden, die aber sehr wüchsig sind und gute Fruchtqualitäten liefern.
Typisch für Drahtgerüste sind auch Kletterpflanzen wie die Kiwibeere und die Tafeltraube. Beide werden am Ende des Winters stark zurückgeschnitten und bilden über den Sommer neben wohlschmeckenden Früchten auch eine dichte grüne Laubwand. Durch den starken Wuchs eignen sich die Pflanzen auch zum Begrünen von Pergolen und Gitterelementen.
Ebenfalls nur auf maximal zwei Meter Höhe können Sie auch andere Obstspaliere halten. Sehr gut lässt sich eine schmale Abgrenzung mit Apfel- und Birnenspalieren gestalten. Allerdings gehören Spaliere zur Kür beim Obstbaumschnitt und erfordern ein sorgfältiges Pflegen im Jahresverlauf. Durch verschiedene Spalierformen sind sie tolle Gestaltungselemente.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Säulenäpfel

Spindelerziehung Johannisbeere

Höher als zwei Meter und trotzdem schmal wird das Säulenobst oder Ballerinabäume. Es sind vor allem spezielle Apfelsorten, die wirklich nur als schmale Säule mit dominierendem Stamm, an kurzen Seitentrieben ihre Früchte bilden. Durch die schmale Wuchsform können die Gehölze mit einem Abstand von 50 Zentimetern gepflanzt werden.
In eine breitere Heckenanlage können Sie auch Wildobststräucher mit einbeziehen: Schein- bzw. Zierquitte (Chaenomeles) und Schwarze Apfelbeere (Aronia) als niedrige Büsche. Als Großsträucher kommen Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Felsenbirne und Haselnuss sowie Wildpflaumen in Frage.

Allgemeine Informationen

Spalier mit Kernobst

Wo der Garten nicht an einer viel befahrenen Straße liegt, können Sie Obstgehölze als nutzbringendes Einfriedungsgehölz verwenden. Niedrige Obsthecken eignen sich besonders für kleine Gärten, z.B. bei einem Reihenhaus, denn jeder Platz wird gut genutzt. Beachten Sie bei der Heckenanlage die Vorschriften. So gelten in Bayern allgemein folgende Abstände: bei einer maximalen Höhe von zwei Metern beträgt der Pflanzabstand 0,5 Meter zur Grenze. Bei Höhen darüber bleiben Sie zur Grundstücksgrenze mindestens zwei Meter entfernt. Erkundigen Sie sich vorsorglich bei Ihrer Gemeindeverwaltung.
Verwenden Sie bei der Anlage der Spalieranlage haltbares langlebiges Material (beispielsweise verzinktes Material oder Edelstahl). Ihre Pflanzen sollen mehrere Jahre daran wachsen können. Holz verrottet oft innerhalb weniger Vegetationsperioden, gerade dann wenn es mit Erde in Verbindung kommt.
Da Obstgehölze nicht vollkommen blickdicht einfrieden, können auch nur Teilstücke des Gartens mit damit umrahmt werden. Dies lockert die Gartengrenze auf.

Die Obsthecke – wertvoll auch für andere

Apfelspalier

Stachelbeerhecke

Zu unterschiedliche Zeiten schmücken sich die Obstgehölze mit schönen Blüten. Manche sind klein und eher unscheinbar wie bei Stachel- und Johannisbeere, andere dagegen besitzen auffallende große Blüten. Apfelbäume erscheinen dann im weiß-leicht rosafarbenem Blütenmeer. Die Blüten der Obstgehölze sind wahre Bienenmagnete, denn dort finden Bienen und andere Insekten Nahrung durch Pollen und Nektar. Gleichzeitig nützt es auch uns, denn durch eine gute Bestäubung und Befruchtung steigert sich die Erntemenge. Ernten wir nicht alles ab, z.B. bei einer Wildobsthecke, dann freuen sich auch Vögel über die saftigen Früchte.

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 11 – Tomaten selbst anziehen

Wir träumen von saftigen, fruchtigen und nicht nur roten Tomaten aus dem eigenen Garten. „Jetzt ist die Zeit zum Aussäen, damit der Traum der Tomatenvielfalt wahr wird“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Möchte man spezielle Tomatensorten, so bleibt nur die Selbstaussaat. Bis zur Pflanzung im Mai sollen sich kräftige Jungpflanzen entwickeln. Deshalb ist einiges zu beachten.

Aussaat erst Mitte März

Ungeduldige haben schon ausgesät. Doch die Freude hält sich oft in Grenzen, denn die Pflänzchen sind weich, dünn und hochgeschossen. Dies ist die Folge von zu früher Aussaat, denn Januar und Februar bieten selbst am Fensterbrett noch kein ausreichendes Lichtangebot. Das Ziel sollten jedoch kräftige und kompakte Pflänzchen sein. Das Aussäen erfolgt Mitte bis Ende März. Durch gute Lichtverhältnisse wachsen nun starke Pflanzen heran, die je nach Witterungsverhältnissen ab Mitte Mai ins Freie gepflanzt werden. Kleinere und kompaktere Pflanzen wachsen oft besser an und holen mögliche Wuchsdefizite schnell nach.

Das brauche ich für die Aussaat

Neben den gewählten Tomatensorten benötigt man Aussaatgefäße und ein spezielles Anzuchtsubstrat. Aussaatgefäße können sehr unterschiedlich sein. Es eignen sich flache Kisten, Blumentöpfe, Joghurtbecher, Multitopfplatten , Gemüseschalen und vieles mehr. Wichtig sind Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bliebt die Erde grundsätzlich weniger nass, bilden sich stärkere Wurzeln. Nutzen Sie spezielle Aussaaterden. Sie sind nährstoffarm, feinkrümelig, luftig und besitzen weitere gute Voraussetzungen für die jungen Keimlinge. Ganz wichtig sind Etiketten. Besonders bei der Aussaat mehrerer Tomatensorten ist eine sorgfältige Beschriftung wichtig, da beispielsweise nicht alle Sorten ausgegeizt werden müssen oder sie sehr unterschiedlich vom Wuchs sind. Außerdem lässt sich dann die einzelne Sorte besser beurteilen.

So geht die Aussaat

Füllen Sie das Substrat in die Aussaatgefäße bis knapp unter den Rand. Dann legen Sie die Samen einzeln ab und drücken sie leicht an bevor sie mit etwas Erde abgedeckt werden. Dann gießen Sie vorsichtig, aber durchdringend mit einem feinen Wasserstrahl. Jetzt kann das Samenkorn quellen. Tomaten besitzen relativ große Samen. Entweder legen Sie das Samenkorn einzeln in Töpfchen oder auch mehrere Samen in ein größeres Gefäß. Wichtig ist ausreichender Platz beim Keimen. Später pikiert man dann die jungen Pflänzchen in einen kleinen Topf.
Tomaten möchten es von Beginn an kuschelig warm. Optimal zur Keimung sind Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Ist die Saat aufgegangen, dienen leicht abgesenkte Temperaturen um 16 bis 18 Grad Celsius dazu, dass sich kurze und kräftige Jungpflanzen entwickeln können.
Licht ist zum Wachsen ganz wichtig. Nach der Keimung, sobald sich grüne Blättchen bilden, benötigen die Pflänzchen einen hellen Platz am Fenster. Mangelndes Licht führt zu dünnen und langen Trieben. Stellen Sie die Pflanzen eventuell auch auf eine Erhöhung und lassen Sie die Gardine weg. Sind die jungen Pflanzen pikiert und bereits gut angewachsen, können sie tagsüber bei warmen Temperaturen und vor praller Sonne geschützt auch ins Freie.
Haben Sie den Aussaatzeitpunkt verpasst oder fehlen die geeigneten Aussaatbedingungen, können Sie im Mai immer noch gesunde und kräftige Pflanzen beim Gärtner kaufen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 10 – Winterschäden

Beim Frühjahrsputz im Garten fallen nun die Auswirkungen der sehr frostigen und zum Teil sehr sonnigen Woche im Februar auf. Dank des rechtzeitigen Schneefalls zeigen Stauden und Zwiebelblumen kaum Schäden. Dass immergrüne Gehölze jedoch besonders gelitten haben, erfahren die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon.

Auch im Klimawandel sind frostige Temperaturen möglich. In der Gesamtsumme war jedoch der Februar zu warm, auch wenn die Temperaturen zeitweise im zweistelligen Minusbereich lagen. Dann gab es Temperatursprünge von über 30 Grad, sodass fast warme 20 Grad Celsius erreicht wurden.

Erkennbare Schäden an Pflanzen

Schaut man sich im Garten oder auch in der Umgebung um, so erkennt man nun verbräunte Pflanzen. Oft sind es nicht ganze Pflanzen, sondern Teile wie einzelne Blätter oder junge Austriebe. Manchmal sind auch nur einseitige Schäden erkennbar oder der Schaden tritt an oberen Pflanzenteilen auf. Es sind vor allem immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja, Liguster, Heckenmyrthe (Lonicera nitida). Auch der sonst in Weinbaugebieten und an geschützten Standorten kälteverträgliche ausgepflanzte Rosmarin zeigt deutlich braune Verfärbungen und Frostschäden. Pflanzen in Kästen und vor allem kleineren Gefäßen sehen oft ebenfalls erfroren aus.

Ligusterhecke

Liguster lebt

Doch beispielsweise bei Liguster sieht der Schaden schlimmer aus als er ist. Er hat die Blätter verloren und die Triebe sind bräunlich verfärbt. Kratzt man aber mit dem Daumen an der der Rinde, so ist der Zweig noch grün.

angetriebene Rosen

Mancherorts hatten die Rosen schon angetrieben. Der starke Frost hat dies wieder zunichte gemacht und es sind sogar ganze Triebe erfroren. Schneiden Sie Rosen deshalb nicht zu früh. So können Sie frostgeschädigte Triebe entfernen und haben trotzdem noch genug Knospen für junge Austriebe.

Frosttrocknis

Pflanzenschäden durch Kälte? Meist nur indirekt, denn größtenteils sind vor allem immergrüne Pflanzen vertrocknet. Wie kann das sein? Durch die tiefen Temperaturen konnten die Pflanzen das Wasser nicht in die Blätter transportieren. Bei Pflanzen in Kästen oder Gefäßen war der gesamte Wurzelballen durchgefroren; eine Wasseraufnahme somit unmöglich. Bei größeren Gehölzen im Garten kam außer dem gefrorenen Holz auch noch Wassermangel im Boden dazu, obwohl der Boden heuer nicht durchgefroren war.

Betrachtet man die geschädigten Pflanzen erkennt man, dass der Standort eine wesentliche Rolle einnimmt. Geschützte Stellen, z.B. nahe der Hauswand, im halbschattigen Bereich, zeigen oft weniger Schäden. In offenen Lagen, mit Wind und Wintersonne, ist die Schädigung meist größer. Bei Gehölzen an Straßen oder Gehwegen können die Auswirkungen größer sein oder sich auch in den nächsten Wochen noch zeigen, wenn Streusalz eingesetzt wurde.

Schnee schützt

Noch rechtzeitig vor den eisigen Temperaturen fiel Schnee, selbst in milden Gegenden, wo Schnee kaum noch gekannt wird. Schnee legt sich schützend wie ein Teppich über die Erde und die Pflanzen. Niedrige Zwiebelblumen wie Winterling, Schneeglöckchen und Krokus zeigen keinen Schaden und sie blühen einfach weiter. Selbst Feldsalat auf dem Beet hat die Kältewelle unbeschadet überstanden. Unter der Schneedecke war der Boden gar nicht durchgefroren.

Und dann…..

Schneiden Sie geschädigte Pflanzenteile zurück. Eine leichte Düngung erleichtert den Pflanzen mit den Schädigungen zurechtzukommen. Nutzen Sie die Chance bei Totalverlust und verändern Sie den Garten mit Neuem.

Auch in Zukunft wird es längere frostige Phasen im Winter geben, die oft nur sehr lokal zu Schäden führen. Wässern Sie bei offenem Boden gelegentlich im Herbst und Winter Ihre Immergrünen vor allem vor Frostphasen, um Frosttrocknis vorzubeugen. Bei Obstbäumen hilft das Weißeln der Stämme oder das Umbinden mit Tannengrün bzw. Jute oder Vlies. Dann erwärmt sich der Stamm bei starker Sonneneinstrahlung nicht so stark und der Saftfluss wird verzögert. Starke Fröste könnten sonst zu Stammrissen führen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 09 – Start in den Frühling – auf in die Gärtnerei!

Der meteorologische Frühling beginnt am 1. März. Das Wetter zeigt sich frühlinghaft sonnig und mild und zieht uns hinaus ins Freie. Da kommen die Lockerungen im Lockdown genau richtig. Gärtnereien, Baumschulen, Blumenläden und Gartencenter dürfen öffnen. Und wir holen uns den Frühling nach Hause, freuen sich sie Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Es ist Zeit, Balkon und Terrasse zu schmücken, um zuversichtlich in die nächsten Wochen zu gehen. Je üppiger die Bepflanzung, umso mehr Freude bereiten uns die Pflanzen. Insekten werden durch die Blüten angelockt.

Bunte Blüten im Kasten

Primeln, Ranunkeln, Anemonen, Tausendschön, Vergissmeinnicht und Hornveilchen verbreiten gute Laune. Sie strecken gemeinsam mit den vielen blühenden Zwiebelblumen wie Traubenhyazinthen, Tulpen, Narzissen und Hyazinthen ihre farbenfrohen Blüten in die Sonne. Das Angebot ist nun sehr vielfältig. Kombiniert mit frühlingsblühenden Stauden sind Balkon, Terrasse und Eingangsbereich über Wochen bunt geschmückt.

Wer es individuell mag, dem sind bei der Suche nach Gefäßen keine Grenzen gesetzt, solange es Möglichkeiten des Wasserabflusses gibt. Bei Nässe sterben die Wurzeln ab. Wichtig sind hochwertige Substrate, die Wasser und Nährstoffe speichern. Durch Lavasteinchen, Ziegelsplitt und andere strukturstabilisierende Zuschlagsstoffe bleiben die Erden luftig. Torffreie und torfreduzierte Substrate erfordern möglicherweise ein anderes Gießverhalten.

Sollten die Temperaturen nach einmal in den Minusbereich fallen, ist Schutz nötig. Ein Vlies oder auch einfach eine dünne Zeitungsauflage helfen bei wenigen Grad unter Null. Bei stärkerer Kälte räumen Sie die Gefäße besser kurzfristig ein.

Grünes Gemüse im Topf

Gemüseanbau im Kleinen, auf Balkon, Terrasse oder im Hinterhof, findet immer mehr Liebhaber. Eine Vliesauflage bei kalten Tagen und Nächten schützt die jungen Gemüsesetzlinge. Erste Salatpflanzen, vor allem der robuste Eichblattsalat, und Kohlrabi bekommen einen Platz im Balkonkasten oder in Kisten. Schnell noch ein paar Radiessamen in die Erde gedrückt. Auch kältetolerante Kräuter kommen an geschützte Stellen ins Freie. Das wärmeliebende Basilikum jedoch bleibt besser am Küchenfenster stehen.

Samen in die Erde

Im März beginnt die Aussaat verschiedener Fruchtgemüse. Für Chili und Paprika wird es schon richtig spät, denn sie haben eine lange Entwicklungsdauer. Die Tomaten-Aussaat erfolgt aber erst in der zweiten Hälfte des März. Dann wachsen die jungen Pflanzen kompakter. Verwenden Sie spezielle Aussaaterde. Diese ist nicht oder nur sehr wenig gedüngt und von der Struktur den Keimlingen angepasst. Auch wenn Wasser nötig ist, so gießen Sie nicht zu viel. Trauermückenlarven werden sonst gefördert und könnten die Wurzeln der Sämlinge schädigen.

Auf geht’s, hinaus geht’s

Nutzen Sie die Zeit und besuchen Sie Gartencenter, Gärtnereien und Baumschulen sowie Blumenläden, um das eigene Umfeld mit frühlingshafter Pflanzenfreude zu schmücken – sei es der Balkon, die Terrasse oder die Wohnung. Doch halten Sie Abstand beim Einkaufen.

Erfreuen Sie sich auch an den vielen Blüten und dem sprießenden Grün im Garten und bei Spaziergängen im Freien.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 08 – Schau nach den Kübelpflanzen

Bevor es im Garten nach der Kälte weitergeht, nutzen Sie die Zeit und kümmern sich um die überwinterten Kübelpflanzen, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Viele Wochen stehen die Pflanzen nun im Winterquartier, das oft nicht optimale Bedingungen bietet. Schadorganismen können sich entwickeln.

Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Winter fristen unsere mediterranen Kübelpflanzen ein Schattendasein. Wenig beachtet stehen sie irgendwo im Keller, der Garage oder einem anderen Ort, der keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bietet. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben jetzt lange, dünne und schwache Triebe aus. Diese haben oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und dann treten auch schon die ersten Schädlinge auf: Blattläuse, Wollläuse und Schildläuse. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder viele Blüten bringen sollen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Nun heißt es ran an die Pflanze, am besten gleich mit einer Schere. Vertrocknete Triebe werden weggeschnitten, lange stark eingekürzt. Sorgen Sie für Luft und Licht in der Pflanze. Aus den „Augen“ der verbleibenden Triebstücke entwickeln sich in den nächsten Wochen neue kräftige Zweige. Mit den Rückschnittmaßnahmen entfernen Sie gleichzeitig viele Schaderreger, die die ohnehin dünnen grünen Triebe noch mehr schwächen.

Manche Pflanzen haben sehr viele trockene Blätter entwickelt. Entfernen Sie auch diese. Oft sind sie sind nämlich mit Grauschimmelsporen, einem Schwächepilz, behaftet. Nun hat die Pflanze wieder Möglichkeiten frisch auszutreiben.

Kübelpflanzen – fit für den Sommer

Schmucklilien

Wandelröschen

Schon länger nicht umgetopft? Dann ist es jetzt Zeit. Gleichzeitig können Sie zu groß gewordene Horste z.B. der Schmucklilie (Agapanthus) oder des Indischen Blumenrohrs (Canna) teilen. Somit verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen z.B. Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie, wird der Wurzelballen von einem Teil alter Erde befreit und gegebenenfalls die Wurzeln etwas eingekürzt. Verwenden Sie zum Eintopfen neue Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei oder torfreduziert. Da die Pflanzen wieder mehrere Jahre im Topf wachsen sollen, enthalten Kübelpflanzenerden strukturstabile mineralische Anteile. Somit sackt das Substrat nicht stark zusammen. Auch ist es möglich, vorhandene Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen.

Bougainvillea

Ab Ende Februar stellen Sie die Pflanzen wieder heller und etwas wärmer. Langsam können Sie mit dem Gießen beginnen. Denken Sie daran, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. Haben Sie nicht umgetopft, können Sie in wenigen Wochen mit einer leichten Düngung beginnen, um den Pflanzen einen guten Start für den Sommer zu geben. Haben Sie ihre umgetopften Kübelpflanzen jedoch in neues Substrat gesetzt, sind Nährstoffe bereits enthalten. Dann düngen Sie erst in etwa sechs bis acht Wochen.

Sobald es die Witterung erlaubt, härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab und stellen diese bei milden Temperaturen – zunächst tagsüber – ins Freie an einen nicht zu sonnigen Platz. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser. Freuen Sie sich auf den Sommer auf Balkon und Terrasse, umgeben von blühenden Schönheiten.

Hier finden Sie eine Schnittanleitung für den Oleander. Auch im Frühjahr sind diese Schnittmaßnahmen noch möglich.

https://youtu.be/X56Ad4UCsIk

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Bayerische Gartenakademie © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 07 – Der Regenwurm

 

Kleines Tier ganz groß – der Regenwurm. Ihm wurde ein ganzer Tag des Jahres gewidmet: der 15. Februar ist internationaler Tag des Regenwurms. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Nützlichkeit, auch für den Garten, heraus.

Oft schenkt man dem Boden mit seinen Lebewesen kaum Aufmerksamkeit. Doch gerade da spielt sich wichtiges Leben ab. Ein Teil davon ist die Regenwurmpopulation.

Regenwurm, so wertvoll

Regenwürmer sind wichtige Bodenlebewesen. Durch ihre Grabtätigkeit verändern sie aktiv das Bodengefüge. Sie fressen organisches und mineralisches Material, was als wertvoller und stabiler Ton-Humus-Komplex ausgeschieden wird. Dieser ist auch bei stärkeren Regenfällen noch stabil und die Häufchen fallen nicht zusammen. Manche Regenwurmarten ziehen organisches Material wie Laubblätter, Erntereste oder Stroh auch in tiefere Bodenschichten ein, wo es sich schneller abbaut und Nährstoffe für die Pflanzen liefert. Regenwürmer bilden ein weitreichendes Röhrensystem im Boden. Dieser wird dadurch durchlüftet und die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln verbessert. Regenwasser versickert bis in tiefere Schichten und verhindert Bodenabschwemmung und Verschlämmung. Schwere Böden profitieren besonders von den Regenwürmern.

Regenwürmer sind fast das ganze Jahr im Boden aktiv. Optimal sind Bodentemperaturen zwischen 10 und 15 Grad, wie wir es im Frühjahr und Herbst haben. In dieser Zeit vermehren sich die zwittrigen Tiere durch Ei-Kokons. Wird es im Sommer zu heiß und trocken, verharren die Würmer zusammengerollt tief in der Erde. Auch im Winter gehen sie in eine Ruhephase, wenn die Bodentemperaturen sinken. Falls Sie den Gartenboden umgraben, tun Sie dies erst ganz spät im Jahr, um die Tiere zu schonen, die noch lange aktiv im Boden arbeiten.

Regenwurm ist nicht gleich Regenwurm

Wenn Sie Regenwürmer im Garten finden und anschauen, dann sind sie nicht immer gleich. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und auch im Garten leben bis zu 20 verschiedene Arten. Meist sind es fünf bis sieben. Grundsätzlich tragen geschlechtsreife erwachsene Tiere einen etwas dickeren andersfarbigen Gürtel. Dieser fehlt bei den Jungtieren. Auffallender sind die unterschiedlichen Farben. Dies gibt auch Hinweise auf den Lebensraum. Dunkel pigmentierte Arten leben nahe an der Bodenoberfläche und kommen auch nach oben ans Licht. Sie leben von der Streu, Mulch- und Humusauflage. Man nennt sie deshalb auch Streubewohner. Mineralbodenarten oder endogäische Arten sind ganz hell gefärbt. Diese Regenwürmer erscheinen so gut wie nie an der Oberfläche, machen jedoch viele vor allem horizontale Röhren bis in 60 Zentimeter Bodentiefe. Dann gibt es noch die Tiefgräber, deren vorderes Körperteil dunkel gefärbt ist. Sie ziehen organisches Material in ihre meist senkrechten Röhren hinein, die bis in den Unterboden reichen.

Regenwurm, auch mal lästig

Unermüdlich sorgen sie für gute Erde. Doch im Rasen machen Regenwürmer manchmal im Frühjahr Ärger, wenn sie ihre Ausscheidungen an die Erdoberfläche schieben. Schwerer und nasser Boden ist ein idealer Lebensraum für Regenwürmer und abgestorbene Rasengräser bieten ausreichend Nahrung. Im Vorfrühling sind die Regenwürmer schon aktiv, aber der Rasen wächst noch nicht. Dies kann dazu führen, dass die Rasengräser unter den Wurmkothaufen ersticken. Entstehen Kahlstellen, siedeln sich später oft unerwünschte Wildkräuter an. Bei trockenem Wetter können Sie die Häufchen problemlos zwischen den Rasengräsern verteilen. Bei stärkerer Beeinträchtigung durch die Kothäufchen ist besonderes Augenmerk auf die Rasenpflege während des Jahres zu legen.

Video der LFL: Regenwürmer – die unscheinbaren Helden des Bodens   https://www.youtube.com/watch?v=JjOphWrg1yU

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 06 – Gehölzschnitt – jetzt ist die optimale Zeit dafür!

Im laublosen Zustand lässt sich der Wuchs der Obst- und Ziergehölze gut erkennen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum der Spätwinter eine gute Zeit für den Baum- und Strauchschnitt ist.
Schnittmaßnahmen sind wichtige Pflegemaßnahmen für die Pflanzengesundheit. Sie halten die Gewächse vital und fördern den Austrieb.

Warum ein Gehölzschnitt?

Zier- und Beerenobststräucher bilden ohne Schnitt vergreiste, verkahlende Triebe, dichte Stöcke und weniger Blüten. Bei jährlichem Schnitt erfolgen die Eingriffe moderat. Das Gehölz behält eine günstige Struktur, üppige Blütenpracht und verbesserte Fruchtqualitäten.
Für einen locker aufgebauten Strauch lichtet man vor allem im Inneren aus. Dabei werden ältere, dicke, aber auch kranke, hoch geschossene und zu schwache Triebe direkt über dem Boden abgeschnitten. Zu lange, bogig überhängende Teile werden am besten über einer tiefer liegenden Verzweigung zurückgenommen. Generelles Einkürzen aller oder zu langer Triebe würde eine starke Neutriebbildung und eine dichte Verzweigung an den Strauchspitzen auslösen. Früchte mit guter Größe und Qualität erhält man beim Beerenobst, wenn die Sträucher noch vor der Blüte gut ausgelichtet sind, dafür jedoch kräftige ein- bis dreijährige Triebe besitzen.

Gehölzschnitt nicht früher

Viele Sträucher besitzen einen schönen Fruchtschmuck, der auch über den Winter an den Pflanzen verbleibt. Die oft farbigen Beeren zieren die kahlen Zweige. Die Früchte dienen aber auch den heimischen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle in der kargen Zeit. In einem Naturgarten findet man häufig mehrere fruchtragende Gehölze.
Größere Schnittwunden an Bäumen können Eintrittspforten für Pilze und Bakterien (z.B. Obstbaumkrebs, Bakterienbrand, Rotpustelkrankheit). Findet der Schnitt bereits von November bis Januar statt, steigt die Befallsgefahr, da die Wunden über den Winter, also mehrere Monate, nicht heilen. Auch Frost wirkt auf die Wunden ein und kann diese stärker schädigen. Zudem können der Knospen nahe der Schnittstelle erfrieren oder austrocknen. Bei späteren Schnittzeitpunkten stehen die Gehölze bereits „im Saft“ und können Infektionen besser abwehren.
Nur wenige Ziersträucher benötigen einen stärkeren Schnitt. Hierbei werden im März die letztjährigen Triebe, die noch Blütenreste enthalten, auf einen Stummel mit drei bis fünf Augen zurückgenommen. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Sommerflieder, Blauraute, Bartblume und Zwergspiere.

Gehölzschnitt nicht zu spät

Große Schnitteingriffe an Bäumen, Sträucher und vor allem Hecken dürfen nach dem 28. Februar nicht mehr durchgeführt werden. Dies gilt für das „auf Stock setzen“ sowie das komplette Entfernen der Pflanzen. Das Auslichten, der fachgerechte Rückschnitt oder der Formschnittschnitt sind hingegen erlaubt. In diesem Fall sollten Sie Hecken und Ziersträucher bis Mitte März schneiden, bevor Vögel ihre Nester bauen. Sie werden sonst auf der Suche nach Nistmöglichkeiten oder beim Nestbau in Hecken, Bäumen und Sträuchern gestört.
Sie wollen veredeln? Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt für das Schneiden der Edelreiser gekommen, da bald der Saftanstieg und Austrieb der Gehölze erfolgt.

(Bilder: Christine Scherer, Hubert Siegler sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 05 – Wir warten auf das Frühjahr – Gartenarbeiten im Februar

Noch mitten im Winter können wir den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown uns immer noch fest in Griff hat, wünschen wir uns Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar.
Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Der Garten im Februar

Viburnum bodnantense

Chimonanthus praecox

Nicht überall ist es grau und trist. Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense ‘Dawn‘ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdecken Sie in Ihrem Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.
Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn können Sie nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Brauchen Sie Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis auf.

Wenn es das Wetter zulässt……

Bei trockener Witterung und die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen können Sie mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneiden sie bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneiden Sie wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen Sie immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduzieren Sie den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison.
Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, können Sie jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.
Beginnen Sie langsam den Rückschnitt von Stauden und Gräsern, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Sie jedoch Schnitt-Material in Reichweite liegen, das eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.
Schützen Sie Immergrüne vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder ähnlichem. Gießen Sie bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.
Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt

Und was sonst noch?

Begutachten Sie Ihre Kübelpflanzen und achten Sie auf Schädlinge. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.
Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.
Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden.
Nutzen Sie außerdem die ruhige Zeit, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern, um sich Ideen für die neue Saison zu holen. Machen Sie den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten und besorgen Sie sich das Saatgut.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 04 – Die Stechpalme – zauberhaft den ganzen Winter

Erinnern Sie sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den derben grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

Porträt der Stechpalme

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche. In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugute kommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

Stechpalmen im Garten

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort ist stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden. Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) können Sie an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten bzw. Sorten besitzen glattrandiges Laub.

Wünschen Sie üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann bedenken Sie beim Einkaufen der Pflanzen, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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