2021 – Gartentipp 03 – Winterportulak – frisches Grün im Winter

Frisches vitaminreiches Grün auf dem Teller auch in der kalten Jahreszeit? Das geht mit dem Winterportulak. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das wenig bekannte Blattgemüse vor.
Während viele Wintergemüse wie Kohl und Möhren aus dem Lager kommen, werden die grünen Blätter des Winterportulak stets frisch geerntet. Noch frischer kommen sie aus dem eigenen Garten.

Ein Blattgemüse mit vielen Namen

Als Postelein, Kuba-Spinat und Tellerkraut tritt der Winterportulak ebenfalls in Erscheinung. Sein botanischer Name lautet Claytonia perfoliata (oder auch Montia perfoliata). Der Winterportulak gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Zum Namensvetter Sommer-Portulak, der ebenfalls als Blattgemüse verwendet werden kann, besteht übrigens keine Verwandtschaft.
Der Geschmack der Blätter ist eher etwas nussig und säuerlich. Sie lassen sich, ebenso wie die zerkleinerten dünnen Blattstiele, als Salat oder Komponente in Mischsalaten, beispielsweise mit Feldsalat verwenden. Aber auch pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. Salat gedünstet? Mit dem Kuba-Spinat ist es möglich. Er lässt sich dann wie richtiger Spinat verwerten. Und zu Smoothies können Sie das frische Grün ebenfalls beifügen.
Da es sich beim Winterportulak um ein Blattgemüse handelt, ist eine Lagerung nur kurzzeitig möglich. Frisch geschnittene Blätter bleiben nur wenige Tage im Kühlschrank frisch. Wer aber auf den Geschmack gekommen ist, schätzt künftig den eigenen Anbau im Garten – an Frische nicht zu übertreffen.

Winterportulak aus dem Garten

Die Anbaumöglichkeiten des Winterportulaks sind vielfältig: sei es im Gartenbeet, im Kleingewächshaus oder in Hochbeeten und größeren Gefäßen/Kisten. Voraussetzung ist ein feinkrümeliger Boden, denn die Samen sind sehr fein. Sie werden mit einem Reihenabstand von etwa 10 bis 20 und einer Reihentiefe von etwa einem halben Zentimeter gesät. Die Aussaat erfolgt im September und Anfang Oktober. Eine Einsaat im Gewächshaus ist noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Somit eignet sich der Winterportulak wunderbar als Nachnutzung auf freien Beeten. In Kombination mit Feldsalatanbau im Gewächshaus haben Sie über die kalte Jahreszeit hinweg stets frisches Grün.
Die Ernte beginnt, je nach Aussaat, ab November. Schneiden Sie die fächerförmigen Blättchen auf den langen Stielen etwa einen Zentimeter über der Erde ab. Schon bald treibt die Pflanze aus dem „Herz“ nach. Bis zu viermal ist eine Ernte vor der Blüte möglich.
Auch wenn der Winterportulak Kälte gut verträgt, decken Sie die Pflanzen bei Kahlfrösten besser mit Vlies ab. Bei stärkeren Minusgraden färben sich die Blätter rötlich und verhärten. Bei Temperaturen um fünf Grad beginnt erneutes Wachstum des Kuba-Spinates.
Ab März bilden sich Blüten. Dann heißt es schnell nochmals ernten oder Samen gewinnen. Lässt man die Samen reifen, säen sie sich leicht selbst aus. Dies könnte schnell zu einem unkontrollierten „Unkraut“ werden. Sie können die Samen aber auch gezielt ernten. Färben sich die ersten Samen dunkel, schneiden Sie die ganze Pflanze ab und hängen Sie diese luftig in einem Netzchen auf. Die Samen reifen nach und fallen in das feine Netz. So erhalten Sie eigenes Saatgut für den nächsten Herbst.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262882/index.php

2021 – Gartentipp 02 – Auf in ein neues Gartenjahr!

Im letzten Jahr hat so mancher seine Lust am Garten entdeckt. Nicht nur die Betätigung im Freien, auch die Teil-Selbstversorgung erfährt einen großen Aufwind. Nutzen Sie jetzt die Zeit für die Gartenplanung, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die freien Zeiten während des Lockdowns in der Corona-Pandemie sind gut geeignet, um sich intensiv mit dem kommenden Gartenjahr zu beschäftigen. Dies macht Lust auf den Frühling und Sommer im eigenen Garten.

Gartenplanungen und Informationen finden

Im tristen und kalten Winter sehnt man sich nach erwachendem und frischem Grün, nach saftigem Obst und Gemüse. Doch eine gründliche Vorbereitung ist wichtig. Möchten Sie größere Umgestaltungen vornehmen? Denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an andere Lebewesen. Verwenden Sie Blühpflanzen, die Nahrung für Bienen oder andere Insekten sind. Eine gut durchdachte Staudenfläche ist pflegeleichter, farbenfroher und vor allem sinnvoller als eine Kiesfläche. Trockenmauern bieten Lebensräume wie auch kleinen Wasserstellen. Schwachwachsende Obstgehölze sowie Beerensträucher eignen sich auch für kleine Gärten und haben einen Mehrfachnutzen.

Oder geht es direkt um die Planung des Gemüsegartens? Da Gemüsekulturen recht kurzlebig sind, macht es Spaß zu experimentieren. Jedes Jahr gibt es neue Sorten und manchmal auch noch unbekannte Gemüsearten. Wer also Platz hat, sollte ruhig auch mal Neues ausprobieren. Planen Sie Gemüsearten- und -sorten, die im Garten guten Ertrag bringen und mit denen Sie sehr zufrieden sind ebenso mit ein. Schon bald kann es mit der Aussaat erster Gemüse beginnen. Achten Sie jedoch auf angegebene Pflegehinweise, damit es ein Erfolg wird.

Nutzen Sie die Zeit und schmökern Sie in Gartenzeitungen, in Gartenratgebern und anderen Zeitschriften. Wälzen Sie Gartenkataloge und suchen Sie Gartenseiten im Internet. Alles steht jetzt auf „Grün“. Lassen Sie sich inspirieren. Stöbern Sie nach Neuheiten, aber auch nach alten Sorten. Besonders bei Gemüse und Sommerblumen ist das Angebot sehr groß. Wenn die Gartencenter und der Gartenfachhandel wieder öffnen, sind Sie gewappnet und können sich mit Saatgut und Pflanzen eindecken. Viele Firmen bieten einen Online-Verkauf an. Hier haben Sie die Möglichkeit sich rechtzeitig Samen und anderes Zubehör zu bestellen.

Saatgut sichten

Wer selbst Blumen oder Gemüse aussät, sammelt in wenigen Jahren oft viele verschiedene Samentütchen an. Ordnen Sie diese, bevor Sie neue kaufen. Schon eine Einteilung nach Blumen und Gemüse kann hilfreich sein. Wenn Sie dann noch Fruchtgemüse aussortieren, da diese meist den Hauptteil der eigenen Aussaat ausmachen, haben Sie schon etwas Überblick gewonnen. Nicht jedes Saatgut hat die gleiche Keimfähigkeit und Haltbarkeit. Hinweise geben die Aufdrucke auf den Samenpäckchen. Bei geöffneten Tütchen spielt die Lagerung eine große Rolle, um die Keimfähigkeit aufrechtzuerhalten. Wer ganz sichergehen will, kann die Keimfähigkeit durch eine Saatgutprobe prüfen. Dies macht aber nur Sinn, wenn viele Samen vorhanden sind, z.B. bei Möhren.

(Bilder: Christine Scherer sowie Sybille Fertsch © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262505/index.php

2021 – Gartentipp 01 – Der Glücksklee – kleiner grüner Glücksbringer

Silvesterfeiern fanden diesmal in ganz kleinem Rahmen oder virtuell statt. Vielleicht haben wir uns deshalb selbst ein bisschen Glück für das neue Jahr geschenkt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Glückspflanze vor.

Ein bisschen Grün in der tristen Zeit erfreut uns und mag es noch so unscheinbar sein, wie ein Töpfchen Glücksklee.

Ursprungsland Mexiko

Wer denkt, dass der Glücksklee mit dem heimischen Wiesen-Klee verwandt ist, irrt. Während man wirklich Glück braucht, um ein vierblättriges Kleeblatt in einer Wiese zu finden, trägt der Glücksklee immer vierteilige Blätter. Beim „Glücksklee“ handelt es sich meist um die Sauerklee-Art Oxalis tetraphylla, deren Ursprung in Mexiko liegt. Die viergeteilten Blätter wachsen an Stielen, bis zu 25 Zentimeter lang, und entspringen aus zwiebelähnlichen Rübchen. Die Blätter leuchten hellgrün und tragen deutliche braune Zonen. Am Abend schließen sich die Blätter wie Schirmchen. Während des Sommers bilden sich je nach Zuchtform meist rosa oder rote Blütenstände.

Glückskleepflege im Zimmer und im Freien

Damit die Pflanzen noch lange kräftig und kompakt bleiben, ist eine heller und kühler Standort ideal. Am besten liegen die Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius. Bei trockener und warmer Heizungsluft würden schnell weiche und sehr lange Blattstiele wachsen. Regelmäßige Wassergaben sind wichtig, jedoch sollte der Wurzelbereich nur mäßig feucht sein, um Fäulnis vorzubeugen.

Glücksklee kann uns mehrere Jahre erfreuen. Oxalis wird spätestens nach dem Frost im März in größere Töpfe mit durchlässiger Blumenerde gepflanzt und ins Freie gestellt. Ein halbschattiger Standort auf Balkon, Terrasse oder im Garten behagt der Pflanze. Achten Sie auf gleichmäßige Feuchtigkeit, denn austrocken dürfen die Pflanzen nicht. Bei ausreichender Bewässerung ist auch ein sonniger Platz möglich. Gelegentliche Düngegaben lassen die Pflanzen prächtig gedeihen. Überwintert wird dann ähnlich wie bei anderen Kübelpflanzen: frostfrei und hell. Bewährt hat es sich, getopfte Glückkleepflanzen Ende Oktober oder im November in einen kühlen Keller zu räumen und den Topf über Winter trocken zu halten. Das eingezogene trockene Laub wird Ende Februar entfernt. Stellen Sie die Pflanze nun hell, gießen und düngen Sie gelegentlich. Tipp: Sie können die Zwiebelchen von größeren Töpfen teilen. Außerdem können Sie eingezogene, kühl gestellte Töpfe etwa drei Wochen vor Silvester selbst zum Antreiben bringen.

Eine Alternative ist ein halbschattiger und geschützter Platz im Gartenboden. Dann werden die Knöllchen etwa fünf Zentimeter tief gesteckt und angegossen. Nach wenigen Wochen erscheinen die neuen Blätter und Blüten. Die Pflanze ist jedoch nicht zuverlässig winterhart. Deshalb braucht sie in der kalten Jahreszeit ausreichenden Kälteschutz. Bei starken Frösten kann sie erfrieren. Alternativ können Sie die Zwiebelchen aus dem Boden nehmen und den Ballen kühl und trocken überwintern.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie ein E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262334/index.php

2020 – Gartentipp 53 – So war das Gartenjahr 2020 – ein kleiner Rückblick

Küchengarten mit Beerenobst

2020, überschattet von der Corona-Pandemie, hat den Fokus wieder auf unsere nähere Umgebung gelegt. Der Garten war ein wichtiger Ort geworden für den Zeitvertreib, Naturbeobachtungen und teilweise Selbstversorgung. Die Fachleute am Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie konnten dies in den vielen Anfragen erfahren.
Der Garten als Ort der Selbstverwirklichung, aber auch ein Stück Natur – den Wetterbedingungen und Klimaveränderungen ausgesetzt.

Niederschläge

Trockenschäden an Kirsche

Trockenschäden

Nichts war so unterschiedlich verteilt wie der Regen, wie auch schon in den letzten Jahren. So gibt es, vor allem im Voralpengebiet, Regionen mit viel Feuchtigkeit und drohenden Überschwemmungen. Anderenorts entstehen tiefe Risse im Boden, wo man lange auf Regen wartet. Die mittlerweile jahrelange Trockenheit führt zu Trockenschäden bei verschiedenen Gehölzen, auch bei großen Laubbäumen, die vertrocknete Blattränder aufwiesen. Nadelgehölze sterben vor allem in Unter- und Mittelfranken reihenweise ab. Die standortgerechte Pflanzenauswahl und bedarfsorientiertes Gießen waren häufige Fragen. Durch den Klimawandel verstärkt sich die Niederschlagsproblematik und ein sinnvolles Wassermanagement ist gefragt.

Temperaturen

Rose – Frostschaden

Berostung am Apfel

Frost an Erdbeerblüten

Ein deutlicher Hinweis auf Klimaveränderungen sind Spätfröste, die teilweise große Schäden anrichten. Milde Wintertemperaturen führen zu einem frühen Austrieb der Gehölze. Der Saftfluss setzt ein und Blatt- und Blütenknospen entwickeln sich. Kalte Temperaturen, manchmal mit Frost, im März, April und auch noch im Mai haben in diesem Jahr wieder zu großen Schäden an den Blüten und jungen Früchten der Obstgehölze geführt. Dadurch war die Ernte reduziert oder ganz ausgefallen. Fruchtdeformationen waren nicht selten. Äpfel und Birnen zeigten besonders viele Berostungen durch die Kälte. Zu den empfindlichen Pflanzen gehören neben Pfirsich und Aprikose mittlerweile auch andere Steinobstarten, sowie Apfel, Kiwi und Wein. Kleine Obstgehölze können mit Vliesen vor den kalten Nächten geschützt werden.
Eine Hitzewelle mit Spitzentemperaturen über 40 Grad Celsius gab es nicht. Und auch die 30-Grad wurden nicht oft erreicht, so dass 2020 Hitze- und Verbrennungsschäden vor allem von weichem Beerenobst weitgehend ausblieben. Temperaturmäßig war der Sommer warm, jedoch nicht zu heiß. Viele Fruchtgemüse wie Tomate, Zucchini und Paprika konnten deshalb zügig wachsen und reifen.

Krankheiten und Schädlinge

Grüne Reiswanze Larve

Marmorierte Baumwanze Larve

Trockene und warme Sommer mögen Wanzen gerne. Vermehrt tauchten sie in manchen Gärten im Stadtbereich auf. Auch neue invasive Arten wurden gesichtet wie die Grüne Reiswanze oder die Marmorierte Baumwanze. Sie verursachen Saugschäden an verschiedenem Obst und Gemüse wie Apfel, Birne, Paprika, Bohne und Tomate.
Laue Sommernächte hatten wir kaum. Meist war es nachts recht kühl, wenn tagsüber die Temperaturen anstiegen. Folglich hatten wir schon bald im Jahr Probleme mit Echtem Mehltau an verschiedenen Pflanzen (Wein, Rose, Zucchini etc.), der die Blätter weiß überzog.
In trockenen Gegenden konnte man Tomaten wieder bis zum Oktober ernten. Selbst ohne Überdachung blieben die Pflanzen von der Kraut- und Braunfäule weitgehend verschont.

Was bringt uns 2021?

Der Garten bleibt weiterhin ein Stück Natur, das wir pflegen. Aber immer stärker werden wir uns mit den Klimaveränderungen beschäftigen müssen. Der Bodenpflege wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es wird nicht mehr in jedem Garten alles wachsen. Die Standorte geben immer mehr die Pflanzenauswahl vor. So können wir ressourcenschonend den Garten kultivieren und zur Biodiversität und Erhaltung unserer Gartenlandschaft beitragen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie ein E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262308/index.php

2020 – Gartentipp 52 – Rosen im Winter schützen

Die Rosenvielfalt ist riesengroß. Deshalb findet man auch in fast allen Gärten ein oder mehrere Exemplare. Eigentlich sind Rosen recht robust. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge, warum ein Winterschutz trotzdem sinnvoll sein kann.
Rosenschutz im Winter kann auch dekorativ sein. So mancher wird zum Verpackungskünstler, speziell bei Hochstammrosen. Übrigens lassen sich auch gut die Zweige des Weihnachtsbaumes verwenden. Fichtenreisig eignet sich jedoch nicht, denn die Nadeln fallen schnell ab.

Warum Rosen im Winter schützen?

Ältere, eingewachsene Strauch- und Beetrosen vor allem auch die robusten und wüchsigen Kleinstrauchrosen benötigen in wintermilden Gebieten in der Regel keinen Winterschutz mehr. Anders verhält es sich bei Neupflanzungen und Rosenhochstämmchen. „Winterschutz“ bedeutet Schutz im Winter. Das heißt, dass Schutzmaßnahmen nicht zu früh erfolgen sollten. Erst wenn eine längere Kälteperiode oder stärkere Fröste zu erwarten sind, werden die Pflanzen geschützt.
Schutz benötigt die empfindliche Veredlungsstelle. Bei einer fachgerechten Pflanzung der Rosen liegt die Veredlungsstelle etwa fünf bis acht Zentimeter unter der Erde und ist somit schon geschützt. Zusätzliches Anhäufeln mit Erde, aber auch mit Laub sowie Abdecken mit Nadelreisig ist möglich. Es schützt, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Verdunstung und Wintersonne. Das Anhäufeln der Rosen mit Erde als Winterschutz ist in den ersten Jahren zu empfehlen. Bei älteren, unempfindlichen Rosensorten reicht dann ein Abdecken mit Koniferenzweigen.
Ist die kalte Zeit im zeitigen Frühjahr vorbei, wird der erste Schutz entfernt, damit die Pflanzen nicht zu bald austreiben und Spätfröste Schäden anrichten. Das Nadelreisig bleibt aber für Kälteeinbrüche in Reichweite liegen.

Stammrosen mit Winterschutz

Komplizierter ist der Winterschutz bei Stammrosen. Die empfindliche Veredlungsstelle liegt nämlich in luftiger Höhe, direkt unterhalb der Krone. Die Verdickung am Stammfuß ist keine Veredlung und bleibt bei einer Pflanzung etwa zehn Zentimeter über der Erdoberfläche.
Als Winterschutz wird die Krone mit Vlies eingepackt, wobei das Vlies unterhalb der Veredelungsstelle zusammengebunden wird. Es eignet sich auch Jutegewebe oder anderes luftdurchlässige Material. Eventuell können im Kronenbereich zusätzlich Nadelzweige eingesteckt werden. Keinesfalls sollten Sie Folien verwenden, da diese keinen Luftaustausch zulassen und Fäulnis und Schimmel fördern. Oft sind die Kronen über den Sommer groß gewachsen, was eine optimale Verpackung verhindert. Ein leichter Rückschnitt zur Formgebung für ein einfacheres Einpacken der Krone ist möglich. Der richtige Rosenschnitt erfolgt wie bei anderen Rosen erst im Frühjahr.

(Bilder: Christine Scherer sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)
Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de.

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/261559/index.php

2020 – Gartentipp 51 – Obstbäume schützen oder: Warum sind Obststämme weiß?

Die Klimaveränderung macht auch vor unseren Gärten nicht halt. So konnten wir in den letzten Jahren nicht nur verstärkt Hitze- und Trockenschäden beobachten. Auch Winter- bzw. (Spät-)Frostschäden wurden häufiger beklagt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie wissen Rat.
Noch vor einigen Jahren selten, so sieht man jetzt häufiger Obstbäume in Gärten und sogar auf Streuobstwiesen, die einen weißen Stamm besitzen. Dieser wurde bewusst angestrichen.

Gründe für einen Weißanstrich

Ein weißer Anstrich bietet Schutz vor schädigender Wintersonne und zugleich vor Sonnenbrand im Sommer. Durch sonnige Tage im Spätwinter wird der Saftstrom in der Pflanze angeregt. Herrschen dann nachts frostige Temperaturen, und wird die Südseite des Stammes tagsüber von der Sonne beschienen und erwärmt, entstehen Spannungen unterhalb der Rinde bis ins Holz. Ein häufiger Wechsel von Gefrieren und Auftauen lässt die sogenannten Frostrisse ebenso entstehen wie längere Perioden mit tiefen Minusgraden in der Nacht. Die Rinde reißt meist an der sonnenzugewandten Seite senkrecht auf. Besonders betroffen sind Gehölze an sonnenexponierten Lagen wie beispielsweise einem Südhang mit viel Sonne und jüngere Stämme mit glatter Rinde.
Die weiße Farbe hingegen reflektiert Licht und verhindert, dass sich die dunklen Stämme der Gehölze stärker erwärmen. Der Saftstrom in die Knospen wird verzögert. Somit treiben die Knospen auch später aus. Dies wiederum beugt Knospen- und Blütenschäden durch Spätfröste vor, denn die milden Temperaturen in den letzten Wintern führten zu einem frühen Austrieb und vorzeitiger Blüte. Einsetzende Spätfroste zerstörten die Blüten und führten zu einem geringen Ertrag.
Bei Steinobst tritt Saftanstieg und Austrieb besonders früh ein. Da viele Arten und vor allem jüngere Bäume eine glatte Rinde besitzen, ist das Weißeln der Stämme von Aprikosen, Pfirsichen und auch Kirschen empfehlenswert, um Frostrissen vorzubeugen.

Einen Weißanstrich anbringen

Vor einem Anstrich benötigt es etwas Baumpflege. Lose Rindenstücke am Stamm und an dickeren Ästen werden mit einer Bürste abgeraspelt. Durch das Glätten erleichtert man sich das Auftragen des Anstriches. Gleichzeitig entfernt man auch mögliche Schaderreger, die an oder unter der Rinde sitzen.
Der Handel bietet verschiedene Produkte zum Anstreichen an. Achten Sie stets auf die Gebrauchsanweisung. Diese dient zum Schutz des Anwenders. Auch ist es möglich einen Weißanstrich aus Kalk und Tapetenkleister selbst herzustellen.
Wer nicht „malern“ möchte, kann über den Winter den Stamm mit Fichtenreisig, Jutesack oder Vlies einbinden, um Stammschäden durch Sonneneinstrahlung vorzubeugen.

Weißanstrich, auch für den Sommer

Typisch ist das Weißeln der Bäume für den Winter. Doch mit immer stärkerer Sonneneinstrahlung im Sommer erleiden die Gehölze zunehmend auch Schäden im Rindenbereich. Nachdem die Rinde gerissen oder das Kambiumgewebe darunter geschädigt ist, können sich verschiedene Pilzkrankheiten hier ansiedeln. Der somit im Laufe der Jahre vorgeschädigte Stamm kann zum Absterben des ganzen Baumes führen. Auch hier sind Bäume an heißen Sonnenhängen besonders gefährdet. Ein Weißanstrich im Sommer bietet Schutz.

(Bilder: Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/261433/index.php

2020 – Gartentipp 48 – Lagerfäulen beim Apfel

Die Zeit der Apfelernte ist vorbei. Die Früchte liegen im Lager. Dort werden sie stetig kontrolliert und verwertet. Doch immer wieder findet man faulige Äpfel. Momentan gibt es häufig Fragen zu Lagerfäulen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Witterungseinflüsse während des Jahres können ursächlich für unterschiedliche Pilzinfektionen an Apfelfrüchten sein. Sichtbar werden die Schäden oft erst bei der Lagerung.

Lagerfäulen mit unterschiedlichen Erregern

Viele Fruchtfäulen treten erst während der Lagerung auf. Optisch erkennt man sie meist nicht auf den Äpfeln. Jedoch sind verschiedene pilzliche Erreger, oft schon während des Wachstums und der Reife am Baum, auf die Früchte gelangt. Die Sporen haften dann unsichtbar an den Früchten. Im Laufe der Lagerung erscheinen dann erste Faulstellen, vor allem an Äpfeln mit verletzter Fruchthaut.
Eine typische Lagerfäule ist die Alternaria-Schwarzfäule. Hierbei entstehen große schwarze Faulstellen, die jedoch nicht tief in das Fruchtfleisch eindringen. Da die Krankheit im Lager nicht ansteckend ist, treten die schwarzen Früchte nur vereinzelt auf.
Ganz schwarz oder glänzend braun verfärben sich Früchte, die mit Monilia-Schwarzfäule befallen sind. Auch das Fruchtfleisch ist dunkel und lederartig zäh. Später bilden sich weiße Sporenlagertupfen auf der Schale. Die Krankheit ist ansteckend, weshalb befallene Früchte oft zusammenkleben.
Eine ebenfalls ansteckende Lagerfäule, die auch schnell auf gesunde Früchte übergreifen kann, ist die Penicillium-Fruchtfäule. Hier bilden sich zunächst wässrige, weiche hellbraune Flecken, die sich dann schnell vergrößern. Später bilden sich weiße und grünlich-blaue Pilzsporen. Das faulige Fruchtfleisch fällt zusammen und Fruchtsaft tritt aus. Botrytis-Fruchtfäule und Mucor-Köpfchenschimmel sind ebenfalls ansteckend.
Bei der Gloeosporium-Fruchtfäule oder auch Lentizellenfäule bilden sich oft mehrere rundliche braune Faulstellen mit wenigen Zentimetern Durchmesser um die Lentizellen, den Schalenpunkten auf der Fruchthaut. Die „Sporenpunkte“ können schwarz, weiß oder gar rosa gefärbt sein. Nach feuchten Sommern tritt diese Krankheit im Lager häufiger auf. Aufgrund des Geschmacks befallener Äpfel, nennt man die Krankheit auch „Bitterfäule“.

Den Lagerfäulen vorbeugen

Für die Vorratshaltung lagern Sie grundsätzlich bei der Ernte nur gesundes, makelloses und schadfreies Obst ein. An Wunden und geschädigten Stellen siedeln sich leicht pilzliche Erreger an, deren Sporen unsichtbar in Obstlager gelangen. Sorgen Sie für möglichst kühle, jedoch frostfreie Lagerbedingungen.
Für eine vorbeugende Bekämpfung der Lagerfäulen gehört auch die Baumhygiene. Sporen von Fruchtfäule-Erregern haften an Frucht- und Blütenmumien, die über den Winter am Baum hängen geblieben und stark eingetrocknet sind. Diese infizieren dann über die Blüte oder jungen Früchte bereits den neuen Behang, vor allem wenn Verletzungen am Obst entstehen. Entfernen Sie daher diese Frucht- und Blütenmumien beim Baumschnitt, sinnvollerweise vor dem Austrieb.
In Büscheln dicht hängende Äpfel sind durch Lagerfäulen gefährdet. Die Reibung aneinander verletzt die Fruchthaut und Pilzsporen können eindringen. Vereinzeln bzw. Ausdünnen überzähliger Früchte des Büschels bereits im Juni wirkt dieser Gefahr entgegen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/259200/index.php

2020 – Gartentipp 38 – Bunter Herbst in Gefäßen

Fruchtschmuck

Mauerpfeffer

Sommerblumen im Balkonkasten haben ihren Höhepunkt schon länger überschritten. Doch bis zum kalten Winter dauert es noch. „Mit einer neuen Bepflanzung von Töpfen und anderen Gefäßen können wir unsere Umgebung neu gestalten und den Herbst genießen“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und stellen eine kleine Auswahl vor.
Der Gartenfachhandel bietet nun eine Fülle an Pflanzen für Gefäße. Sie begeistern durch Blüten, bunte Blätter oder durch ihre Wuchsform. Es macht dann noch richtig Spaß auf Balkon oder Terrasse eine Tasse Kaffee zu genießen.

Blütenpflanzen

Cyclamen

Im Herbst ist die Blütezeit noch nicht vorbei, auch wenn die Blüten eine etwas untergeordnete Rolle spielen, da sie den Winter nicht überstehen. Chrysanthemen, reichblühende Astern vor allem in Weiß sowie rosa und lila Tönen, Braunelle und Günsel bleiben niedrig und zeigen attraktive Lippenblüten. Die Fette Henne darf nicht fehlen. An sonnigen Tagen werden die Blütendolden von vielen Insekten umschwirrt. Klassisch sind Stiefmütterchen und deren Verwandte. Immer häufiger sieht man Mini-Alpenveilchen, deren Blüten noch Temperaturen um den Gefrierpunkt überstehen.
Nach der Blüte erscheinen Früchte. Deshalb sind auch fruchttragende Pflanzen für eine Herbstbepflanzung gut geeignet. Die meist kugelige Form der Beeren bringt noch einmal einen neuen Aspekt in die Pflanzkombination. Oft sieht man deshalb Johanniskraut mit kugeligen Früchten auf aufrecht stehenden Stängeln. Die Schein- oder Rebhuhnbeere (Gaultheria procumbens) und die Topfmyrte (Pernettya mucronata) besitzen rote, rosa und manchmal weiße runde kleine Früchte.

Blattschmuckpflanzen

Heuchera rot

Blätter müssen nicht einfarbig und grün sein, sondern sind schon allein bunte Farbtupfer. So zeigen die vielen verschiedenen Sorten der Purpurglöckchen (Heuchera) rotlaubige, kupferfarbene, silbrige, grüne oder fast schwarze Blätter. Diese sind manchmal stark gekraust und mehrfarbig mit auffälligen, attraktiven Blattzeichnungen.
Silbergraue oder silbergrüne Blätter besitzen Silberblatt, Stacheldrahtpflanze und Heiligenkraut sowie Wollziest. Efeu und Mühlenbeckie besitzen einen hängenden Wuchs und umspielen das Pflanzgefäß. Die verschiedenen Mauerpfefferarten (Sedum) schmücken mit Blattformen und Farben sowie mit Blüten.

Gräser

Gräser bereichern das herbstliche Arrangement durch die filigrane Leichtigkeit. Sanft wehen die Halme im Wind. Bei Tau oder später bei Raureif sitzen die Tropfen wie Perlen in den Blütenständen. Andere besitzen farbige Halme. Die Gräser-Auswahl ist sehr groß, so dass nach Gefäßgröße entschieden werden kann. Besonders schön sind Lampenputzer- oder Federborstengras (Pennisetum), Rutenhirsen (Panicum), Seggen(Carex) oder niedriges Chinaschilf (Miscanthus).

 

Bepflanzung

Wolfsmilch

Die meisten Pflanzen wachsen jetzt nicht mehr sehr viel, sodass eine dichtere Pflanzung möglich ist. Besonders schön ist ein Wechsel zwischen hohen und niedrigen bzw. stehenden und hängenden Pflanzen. Blühendes steht mit Blattschmuck im Wechsel.
Achten Sie auf ein gutes Pflanzsubstrat. Dies sollte vor allem luftdurchlässig und daher mit strukturstabilen Materialien versetzt sein, z.B. Lavastückchen, gebrochene Tonkugeln. Im Herbst und Winter gibt es immer wieder stärkere Regenfälle und Wasser muss abfließen können, damit die Pflanzenwurzeln nicht verfaulen, wenn die Erde zu lange zu nass ist. Bei Trockenheit des Substrates darf das leichte Gießen nicht vergessen werden.

Beedabei auch im Herbst

Beedabei: ein Kunstprojekt , das die Bienen unterstützt. Gelbe Balkonkästen sind mit bienenfreundlichen Blütenpflanzen bestückt und dienen als Futterplätze für Bienen. Verschiedene regionale Gärtnereien bieten gezielt „Bienenpflanzen“ und die speziellen Kästen an. Ziel ist, dass sich die Kästen schließlich im ganzen europäischen, vor allem städtischen Raum verbreiten und damit die Bienen bei der Nahrungssuche unterstützen. Auch für den Herbst gibt es ein reichhaltiges Sortiment mit Pflanzen, die auch noch in der kälteren Jahreszeit Nahrung für Insekten bieten. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite https://beedabei.de/

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/254187/index.php

2020 – Gartentipp 37 – Frühlingsblühende Zwiebeln pflanzen

Tulpenvielfalt

Zwiebelblumen in der Wiese

Im Gartenfachhandel, den Gartencentern und selbst im Supermarkt liegen oder hängen nun eine Vielzahl Tüten, gefüllt mit Zwiebeln der beliebter Frühlingsblüher. „Im Herbst wird es schon Zeit für den Frühling“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und geben Tipps, damit Schneeglöckchen, Tulpen, Narzissen und Co. auch in Ihrem Garten gut gedeihen.

Gesunde Zwiebeln, eine gute Bodenvorbereitung und die richtige Pflanzung sorgen für ein üppiges Blütenmeer im kommenden Jahr.

Blumenzwiebeln einkaufen

Frühlingsblüher – Zwiebeln

Tulpenzwiebeln im Netz

Die Vielfalt frühlingsblühender Zwiebelblumen ist riesengroß. Vielfältige Arten und Sorten liegen und hängen in Tüten nun im Gartenfachhandel, in Gartencentern und sogar im Supermarkt. Auch im Internet wird man vor allem bei Spezialfirmen schnell fündig. Diese bieten oft auch besondere Zwiebelblumen an. Die Qualität der Blumenzwiebel entscheidet über den Erfolg im Frühjahr. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie beim Kauf dicke Zwiebeln. Diese bringen größere Blüten oder mehr Blütenstände hervor.

Tipps für die Pflanzung

Der September ist der optimale Pflanzmonat. Aber auch im Oktober und November ist es noch möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.

rote Tulpen

Tulpen lila-weiß

Freifläche mit Zwiebelblumen

Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: zweimal so tief pflanzen wie die Zwiebel hoch ist, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden sollte deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einbracht sowie die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder gar im Rasen wohl, wo manche auch verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder ab.

Leider mögen auch Wühlmäuse die Blumenzwiebeln. Wer Problem hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.

Bunter Jahresbeginn

Winterlinge

Frühlingsblüher – Krokus

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar Winterling und Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokus, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen Kugeln des Zierlauchs.

 

 

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie sowie Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/253170/index.php

2020 – Gartentipp 36 – Salate für die kalte Jahreszeit

Blattsalate im Herbst

In den letzten Jahren erlebten wir einen immer längeren Herbst, bevor kalte Temperaturen die Winterruhe brachten. „Das bietet in vielen Regionen die Möglichkeit auch jetzt noch Salate im Garten zu pflanzen, um später ernten zu können“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres Anbau- und Erntefenster, sodass ein Gemüsegarten lange Zeit grün da steht. Wir können fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden.

 

Letzte Salate pflanzen

Lollo rosso mit Reif

Herbstsalat

Entstehen nun auf den Beeten Lücken durch Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen, so lässt sich problemlos Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat pflanzen. Manche Gärtner bieten außerdem Chinakohl- und Zuckerhutpflanzen an. Durch warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Oft sind es nur wenige einzelne Nächte, die diese Maßnahme erfordern. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls noch möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.

Feldsalat

Feldsalat

Beliebt ist der Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Im September wird noch gesät: breitwürfig, besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. Viele Gärtnereien bieten mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen an. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus auch noch später. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen geeignet sind. Eine Vliesauflage bei strengem Frost im Winter schützt vor Schäden.

Spinat

Salate für Herbst und Winter

Als Nachkultur der Sommergemüse eignet sich auch Spinat. Das Aussäen in einer Reihe erleichtert das Hacken und Unkrautjäten. Alle drei bis fünf Zentimeter kommt ein Saatkorn in die Rille. Sind mehrere Reihen auf dem Beet, so beträgt der Reihenabstand mindestens 25 Zentimeter, damit die Pflanzen genügend Abstand zueinander haben. Dann hält man die Aussaat feucht bis die Keimblätter erscheinen. Falls das Saatgut schlecht keimt, kann es daran liegen, dass der Boden einen sehr hohen Humusanteil besitzt, was der Spinat nicht mag.

Weitere Gemüsearten für die Ernte im Spätherbst

Doch es gibt noch andere Gemüsearten, die nun leere Plätze im Beet einnehmen können. Schnellwachsend sind Radies, die mit Frühjahr- und Herbstsorten gesät werden. Gartenkresse und Salatrauke sind ebenfalls schnelle Lückenfüller. Durch die kühleren Tage und Nächte besteht jetzt die Chance Blätter ohne Löcher zu kultivieren. Verursacher war den Sommer über der Erdfloh, der sich bei heißer und trockener Witterung massiv vermehrt hatte.

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/253087/index.php