Den Gemüsegarten winterfest machen und für Ernten in der kalten Jahreszeit vorsorgen
Auch wenn die Gartensaison sich dem Ende zuneigt, muss noch längst keine Ruhe in den Beeten einkehren. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Bodenfruchtbarkeit erhalten und selbst im Winter frisches Gemüse ernten. Wir empfehlen euch, die Flächen möglichst lange mit Kulturen zu belegen und frühzeitig an die Winterernte zu denken.
Entscheidend ist, dass das Wintergemüse schon vor der kalten Jahreszeit ausreichend Substanz aufbauen kann. Im Winter wächst es wegen der kurzen Tage nur noch langsam oder gar nicht mehr. Deshalb sollten die Pflanzen rechtzeitig gesät oder gepflanzt werden.
Beete sorgfältig vorbereiten
Abgeerntete Beete sollten nicht sofort umgegraben werden. Eine möglichst lange Bodenbedeckung schützt nämlich vor Auswaschung und Erosion. Für frühzeitig freie Flächen eignet sich eine Grüneinsaat. Sie nimmt Nährstoffe auf, schützt den Boden und kann den Winter über stehenbleiben.
Vor der neuen Aussaat werden Pflanzenreste und Unkraut entfernt. Wichtig ist eine feinkrümelige, nicht verschlämmte Saat- oder Pflanzfläche. Bei ungenutzten Beeten schützt eine Mulchabdeckung den Boden. Auch die Fruchtfolge sollte berücksichtigt werden. Gemüsearten aus derselben Pflanzenfamilie sollten nicht jedes Jahr am gleichen Standort stehen. Ein gut vorbereitetes Beet ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche Winterernte. Wer den Boden bedeckt hält, schützt nicht nur die Bodenstruktur, sondern schafft auch gute Startbedingungen für die nächste Kultur.
Diese Kulturen eignen sich für die Winterernte
Für die Ernte im Spätherbst und Winter kommen zahlreiche robuste Gemüsearten infrage. Dazu zählen unter anderem:
Feldsalat und Schnittsalate
Endivien und Winterportulak
Spinat
Auch Radieschen, Winterzwiebeln und Knoblauch können abhängig von Standort und Witterung noch im Herbst ausgesät beziehungsweise gesteckt werden. Feldsalat lässt sich bis etwa Mitte September für eine Ernte im Winter säen. Im ungeheizten Gewächshaus oder Frühbeet ist je nach Standort auch eine spätere Kultur möglich. Wer Jungpflanzen verwendet, kann freiwerdende Flächen nach den Sommerkulturen schnell wieder nutzen. Eine durchdachte Kombination aus Haupt-, Vor- und Nachkulturen ermöglicht so eine lange Nutzung der Beete.
Schutz vor Nässe und Frost
Im Winter ist nicht allein die Kälte problematisch. Zu hohe Feuchtigkeit kann Pilzkrankheiten fördern, weswegen empfindliche Kulturen vor Nässe geschützt werden sollten. Frühbeete, Mini-Tunnel, Vliese oder ein ungeheiztes Gewächshaus bieten Schutz vor Starkregen und verlängern die Erntezeit. Verfrühungsvlies kann bei drohenden Frostnächten die Temperatur zwischen den Pflanzen um mehrere Grad erhöhen. Es sollte jedoch regelmäßig gelüftet werden, damit die Pflanzen abtrocknen können.
Der zentrale limitierende Faktor im Winter ist und bleibt das geringe Sonnenlicht. Sinkt die Tageslänge im Spätherbst unter etwa zehn Stunden, wachsen viele Pflanzen nur noch eingeschränkt. Spätsommer und Frühherbst müssen daher genutzt werden, damit die Kulturen rechtzeitig genügend Pflanzensubstanz aufbauen.
Ernten bei frostfreiem Wetter
Wintergemüse kann meist nach und nach direkt aus dem Beet geerntet werden. Geerntet wird bevorzugt an frostfreien Tagen, wenn die Pflanzen aufgetaut sind. Bei gefrorenen Blättern besteht Bruchgefahr. Spinat und andere Blattgemüse sollten vorsichtig geschnitten werden, damit die Pflanzen möglichst lange weiterwachsen. Wer jetzt Beete schützt, geeignete Kulturen auswählt und rechtzeitig vorsorgt, kann noch lange frisches Gemüse aus eigener Ernte genießen.