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Nachhaltig gärtnern – aber wie?

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Was hinter naturnahem Gärtnern, Permakultur und biodynamischen Ansätzen steckt
Wer sich mit nachhaltigem Gärtnern beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe wie „naturnah“, „Permakultur“ oder „biodynamisch“. Oft werden sie synonym verwendet, tatsächlich stehen sie jedoch für unterschiedliche Konzepte mit eigener Geschichte und eigenen Prinzipien.
 

Wir möchten deshalb etwas genauer hinschauen: Wofür stehen diese Ansätze eigentlich? Wo überschneiden sie sich – und wo unterscheiden sie sich?
 

Naturnahes Gärtnern: Ökologische Funktionen im Mittelpunkt
Das naturnahe Gärtnern ist kein geschütztes Label und auch kein festes Regelwerk. Es ist vielmehr eine fachliche Leitidee. Dabei orientieren wir uns an natürlichen Lebensräumen und deren Funktionsweise.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können wir im Garten stabile Lebensgemeinschaften fördern?
Wichtige Bausteine sind zum Beispiel:
•    Standortgerechte, möglichst heimische, Pflanzen
•    ein vielfältiges Blühangebot über die Saison
•    Strukturen wie Hecken, Totholz oder offene Bodenstellen
•    geschlossene Nährstoffkreisläufe, etwa durch Kompost
Naturnah bedeutet dabei keineswegs „einfach wachsen lassen“. Ein naturnaher Garten ist bewusst gestaltet und braucht regelmäßige Pflege.


Permakultur: Gestaltung mit ethischem Fundament
Der Begriff Permakultur geht auf die Australier Bill Mollison und David Holmgren zurück, die das Konzept in den 1970er-Jahren entwickelt haben. Permakultur versteht sich als ganzheitliches Planungssystem für Lebensräume.
Im Zentrum stehen drei ethische Grundsätze:
•    Sorge für die Erde (Earth Care) – Boden, Wasser und Biodiversität schützen
•    Sorge für den Menschen (People Care) – Bedürfnisse decken und Gemeinschaft stärken
•    Gerechtes Teilen (Fair Share) – Ressourcen maßvoll nutzen
Aus diesen Grundsätzen leiten sich konkrete Gestaltungsmethoden ab. Typisch sind etwa:
•    Mischkulturen statt Monokulturen
•    mehrjährige Pflanzen und dauerhafte Systeme
•    die Nutzung natürlicher Energieflüsse (z. B. Sonne oder Wasser)
•    eine möglichst effiziente Flächennutzung
Permakultur denkt immer vom Gesamtsystem her. Sie verbindet ökologische Gestaltung mit sozialen und gesellschaftlichen Fragen.
Wichtig zu wissen: Permakultur ist kein geschütztes Siegel und kein festgelegter Standard. Die konkrete Umsetzung kann sehr unterschiedlich aussehen, und wissenschaftliche Langzeitstudien sind bisher begrenzt. Sie ist daher weniger ein Rezept für maximale Erträge als ein ethisch fundierter Planungsrahmen.
 

Biodynamisch und biologisch: Was bedeutet das für den Hausgarten?
Der ökologische Landbau ist in der EU rechtlich geregelt. Er verzichtet auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und setzt auf Fruchtfolgen, organische Düngung und möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe. Viele dieser Prinzipien lassen sich auch im Hausgarten gut umsetzen.
Die biodynamische Landwirtschaft baut darauf auf, geht aber konzeptionell noch weiter. Sie geht auf Rudolf Steiner zurück, der 1924 entsprechende Impulse gab. Dabei wird ein landwirtschaftlicher Betrieb als möglichst geschlossener Organismus verstanden.
In der Praxis gehören dazu idealerweise:
•    eigene Tierhaltung zur Sicherung von Nährstoffkreisläufen
•    spezielle biodynamische Präparate
•    eine Orientierung an kosmischen und rhythmischen Zusammenhängen
Betriebe können nach den Richtlinien des Demeter-Verbands zertifiziert werden.


Für private Gärten ist dieses umfassende System allerdings nur begrenzt übertragbar. Relevant sind vor allem praktische Elemente wie Kompostwirtschaft, Fruchtfolgen oder Mischkulturen. Auch die Idee möglichst geschlossener Stoffkreisläufe sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel lassen sich im Hausgarten sinnvoll umsetzen – unabhängig von den weltanschaulichen Grundlagen der Biodynamik.
 

Welcher Ansatz macht für den eigenen Garten Sinn? 
Für den Hausgarten lässt sich aus allen Ansätzen etwas mitnehmen.
Humusaufbau durch Kompost, vielfältige Pflanzengesellschaften, strukturreiche Gärten oder Mischkulturen sind fachlich sinnvolle Maßnahmen – ganz unabhängig davon, welches Etikett man verwendet.
 

Am Ende gilt:
Entscheidend ist nicht der Begriff, sondern die konkrete Praxis. 
Wenn wir natürliche Prozesse unterstützen, Ressourcen schonen und Lebensräume schaffen, sind wir bereits auf einem guten Weg zu einem nachhaltigen Garten.
 

Weitere Tipps für euren Garten findet ihr wie immer in unseren Merkblättern und in unserer Rubrik „Gärtner wissen“.