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Was Gärtnern mit dem Körper macht

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Die Gartensaison ist da: Beete werden gepflegt, Gemüse gepflanzt, Stauden gegossen. Viele verbringen jetzt jede freie Minute draußen. Und das lohnt sich nicht nur für die Pflanzen. Studien zeigen: Gartenarbeit wirkt nachweislich positiv auf Körper und Psyche.


Was dabei im Körper passiert, haben Forscher der Universität Wageningen gemessen: Sie setzten Teilnehmende zunächst gezielt unter Stress – und ließen sie danach entweder gärtnern oder lesen. Nach 30 Minuten war der Cortisolspiegel in der Gartengruppe deutlich stärker gesunken. Die Stimmung hatte sich vollständig erholt. In der Lesegruppe verschlechterte sie sich weiter. 


Gartenarbeit ist eine der wenigen Aktivitäten, bei denen Bewegung, frische Luft und ein sichtbarer Erfolg ganz natürlich zusammenkommen. Oft wird unterschätzt, was eine Stunde im Garten mit dem Körper machen kann.


Graben, gießen, jäten 
Sportmedizinisch zählt Gartenarbeit zur moderaten körperlichen Aktivität – vergleichbar mit zügigem Spazierengehen oder lockerem Radfahren. Wer drei- bis viermal pro Woche eine Stunde gärtnert, erfüllt damit also ganz nebenbei auch die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. 


Das sagt die Forschung
Einen der stärksten Belege liefert eine randomisierte Kontrollstudie der University of Colorado, die 2023 im Lancet Planetary Health veröffentlicht wurde. 291 Erwachsene wurden über eine Gartensaison begleitet – die eine Hälfte erhielt eine Parzelle in einem Gemeinschaftsgarten, die andere blieb auf der Warteliste. Das Ergebnis: Wer gärtnerte, bewegte sich täglich mehr – und berichtete gleichzeitig von deutlich weniger Stress und innerer Unruhe. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Menschen, die zu Beginn der Studie stark belastet waren.


Bloß keinen Stress
Lasst euch aber jetzt nicht davon verleiten, den „perfekten“ Garten herzurichten, denn damit arbeitet man gegen den angestrebten Effekt. Intensive Aufräumaktionen erzeugen unnötigen Aufwand statt Erholung und zerstören noch dazu wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Käfer oder Igel. Ein Garten muss nicht geschniegelt sein, um gepflegt zu wirken. Wer Strukturen wie Totholzecken und Blühinseln schafft, trägt zur Artenvielfalt bei und nimmt sich selbst den Druck, ständig hinterherarbeiten zu müssen.