2021 – Gartentipp 33 – Nachwuchs durch Stecklinge

Lust auf eigene Nachzuchten? Neben der generativen Vermehrung durch Samen gibt es die vegetative durch grüne Pflanzenteile, die Stecklinge. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für das Anziehen neuer Pflanzen.

Jetzt im Sommer ist die Zeit günstig, um bestimmte Pflanzen durch Stecklinge zu vermehren, denn die jungen Triebe sind fest, aber noch nicht verholzt. Besonders lohnt es sich bei alten, unbekannten und außergewöhnlichen Sorten oder dann, wenn man viele Pflanzen braucht oder verschenken will.

 

Neue Pflanzen durch Stecklingsvermehrung

Mit dieser Methode können Sie eine Vielzahl von Beet- und Balkonblumen vermehren. Die Triebe von Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen und anderer Kübelpflanzen sind bis Mitte des Sommers ausgereift und nicht mehr weich. Ebenso können Sie mit vielen anderen verholzenden Gartenpflanzen verfahren. Beliebt bei uns und auch bei den Insekten sind duftende Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene und Minzen. Die jungen Nachzuchten eignen sich in einem schönen Topf auch als Geschenk für Gartenfreunde.

Auch aus Platzgründen ist die Stecklingsvermehrung sinnvoll. Gerade unsere klassischen Balkon- und Kübelpflanzen erreichen über den Sommer eine stattliche Größe. Diese sind aber frostempfindlich und benötigen einen Platz zum Überwintern. Doch der ist oft nicht vorhanden. Machen Sie jedoch Stecklinge von Ihren Lieblingspflanzen, sind die Zögling bis zum Herbst bewurzelt und lassen sich ohne großen Platzbedarf gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

 

So gehen Sie bei Stecklingen vor

Schneiden Sie nur Stecklinge von gesunden und kräftigen Mutterpflanzen. Dazu wählen Sie möglichst blüten- und knospenfreie Triebe mit drei bis vier Blattpaaren aus, die Sie mit einem sehr scharfen Messer unterhalb eines Blattpaares schneiden. Kleine Blättchen an der Blattachse kommen weg. Nun, Balkonblumen und andere stehen jetzt in voller Blütenpracht. Deshalb werden Sie kaum Triebe ohne Knospen und Blüten entdecken. Entfernen Sie vorsichtig die Blütenansätze, so dass der Stiel nicht verletzt wird. Blüten und Knospen verbrauchen für den Steckling zu viel Energie und können durch Faulen zum Krankheitsherd werden.

Als Vermehrungssubstrat eignet sich Aussaaterde, evtl. noch mit Sand gemischt, das in saubere Töpfe und Gefäße gefüllt wird. Stecken Sie den Steckling in die Mitte des Topfes und drücken Sie ihn an, so dass er Erdanschluss hat und nicht umfallen kann. Damit er nicht austrocknet, erfolgt gleich anschließend das Angießen und leichtes Abdecken mit Folie. So ein zarter Steckling sollte zwar hell stehen, aber grelle Sonne schadet ihm. Eine Schattierung mit einem Zwiebelnetz, einem dünnen Stoff oder einem dünnen Vlies ist deshalb sinnvoll. Auch ein heller Fensterplatz an der Nordseite eignet sich recht gut, dann ohne Schattierung. Eine tägliche Kontrolle ist nun nötig, um Pilzerkrankungen durch zu hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser zu vermeiden. Da kann man gleich kurz lüften und entstandene Schadstellen entfernen. Nach etwa zwei Wochen haben sich die ersten Wurzeln entwickelt.

Auch das Einstellen der Stecklinge in ein Glas mit Wasser funktioniert bei vielen Pflanzen gut. Außerdem können Sie dann gleich das Wurzelwachstum beobachten. Nach der Wurzelbildung kommen die Jungpflanzen dann in ein Gefäß mit Erde.

Während kälteempfindliche Pflanzen im Haus überwintern, können Gehölze wie Liguster, Lavendel und Buchs bis wenige Grad unter Null im Freien verbleiben. Ein Schutz mit Vlies ist aber sinnvoll.

 

Steckhölzer nicht mit Stecklingen verwechseln

Während Stecklinge im Sommer von krautigen Pflanzen gewonnen werden, eignen sich die diesjährigen Neutriebe von Zier- und Beerenobststräuchern für Steckhölzer. Diese Art der Vermehrung erfolgt meist erst im Herbst.

 

 

(Bilder: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 32 – Beeren haben’s heuer schwer

Obwohl wir mitten in der Beerensaison stecken und fleißig die bunten und gesunden Früchte ernten, ist heuer ist ein schwieriges Jahr für die Naschfrüchte, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Beerenobst hat Platz in jedem Garten und es ist doch ein gewisser Luxus Früchte direkt vom Strauch gleich auf den Tisch zu bekommen. Frischer geht es nicht.

 

Die besondere Beerensaison 2021

Starkregen und Hagel schädigten ab der Mitte der Erdbeersaison die empfindlichen Früchte. Durch explosionsartiges Auftreten von Fruchtfäulen und Grauschimmel war die Erdbeerernte rasch beendet. Sommerhimbeeren, und auch jetzt schon mancherorts die ersten Herbsthimbeeren, sind täglich zu ernten, um schimmeligen Früchten vorzubeugen. Während sich rote und schwarze Johannisbeeren relativ robust zeigen, findet man an den Stachelbeeren durch Sonnenbrand geschädigte und aufgeplatzte Früchte. Heidelbeerfrüchte zeigen noch keine Schäden. Sie werden öfter, am besten täglich durchgepflückt.

 

Kirschessigfliege im Anmarsch

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter und breitet sich seit Ende Juli stärker aus. Da sie neben Beeren auch andere weiche Früchte (z.B. Steinobst, Kiwi und Aronia, aber auch Mahonien und Schlehen) befällt, ist mit ihr den ganzen Herbst zu rechnen. Somit sind es ohne Schutzmaßnahmen schlechte Aussichten für Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder und Tafeltrauben. Bei Tafeltrauben hat sich das Einnetzen in Organzabeutel bewährt. Die feinmaschigen Netze dienen nicht nur dem Schutz vor der Kirschessigfliege, sondern auch vor Wespen und Vögeln. Größere Pflanzen können mit Spezial-Gemüsefliegennetzen umspannt werden, deren Maschengröße bei 0,8 mm liegt. Lediglich zur Ernte wird das sonst dicht geschlossene Netz kurz geöffnet. Ernten Sie das Obst ständig, in nur kurzen Abständen. Durch die Kirschessigfliege geschädigte Früchte entfernen Sie aus dem Bestand. Vom Kompostieren ist abzuraten. Hier finden Sie weiter Informationen: https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php

 

Erhöhter Pilzbefall

Neben Fruchtfäulen findet man in diesem Jahr vermehrt Pilzbefall an Beerenobst-Arten: Echter und Falscher Mehltau sowie Rostpilze. Bestandshygiene ist hier besonders empfehlenswert. Schneiden Sie befallene Blätter, Triebe und Früchte heraus und entsorgen Sie diese in der Biotonne und nicht über den eigenen Kompost.

Einige Liebhaber schwören auf Stärkungsmittel (Schachtelhalmbrühe, Komposttees) oder auf den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen. Doch dies muss vorbeugend erfolgen und zeigt bei hohem Befallsdruck mit extremer Witterung nicht immer den gewünschten Erfolg.

 

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler und Mareike Wurdack © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 31 – Kampf mit dem Unkraut

Durch die kräftigen Niederschläge der letzten Wochen sind im Freien alle Pflanzen üppig gewachsen; auch das „Unkraut“. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie die unerwünschten Kräuter bekämpfen und in Schach halten.

Pflanzen wachsen nicht „über Nacht“ zu einer Monsterpflanze oder zu einer Masseninvasion. Bei regelmäßigen Kontrollen im Garten erkennt man das Übel schnell und kann rechtzeitig reagieren. Ein Einsatz von Unkrautvernichtern (Herbiziden) wird nicht nötig.

Abflammen

Das Abflammen mit einem speziellen Gasbrenner eignet sich, wenn Sie unerwünschte Kräuter zwischen Fugen von Steinplatten oder in Einfahrten haben. Bei der richtigen Anwendung und Durchführung ist eine Bekämpfung erfolgreich. Bei dieser Methode werden die oberirischen Pflanzenteile durch die Hitze geschädigt. Die Pflanzenzelle platzt auf und die Pflanze verdorrt schließlich. Dabei reicht es aus nur relativ kurz über die Laubblätter zu gehen. Diese müssen nicht „abgefackelt“ und verkohlt werden, was unnötige Energie verbrauchen würde. Es reicht aus, das Pflanzengewebe zu zerstören. Dies passiert schon bei Temperaturen um 80 Grad Celsius. Die Pflanze vertrocknet und kann, z. B. am nächsten Tag, weggekehrt werden. Da nur die oberirischen Pflanzenteile kaputt gehen, wird die Maßnahme nach ein paar Wochen, wenn sich erneut grüne Blätter gebildet haben, wiederholt. Besonders erfolgreich ist die Methode des Abflammens bei kleinen und jungen Pflanzen mit trockenem Laub. Feuchte Blätter würden den Energieeinsatz stark erhöhen. Achten Sie jedoch auf den Bodenbelag. Manche Bodenplatten reagieren empfindlich auf Feuer oder Hitze.

Alternativ können Sie heißes Wasser verwenden, das ebenfalls die Pflanzenzellen zerstört.

Jäten

Pflanzen benötigen zu einem guten Wachstum ihre grünen Blätter als Kraftquelle. Diese heißt es stetig zu entfernen, um sie zu schwächen. Die wichtigste Maßnahme heißt deshalb: Jäten, jäten, jäten. Auf alle Fälle muss dies geschehen bevor die unerwünschten Kräuter Samen bilden und diese verbreiten. Nach Niederschlägen und bei feuchtem Boden lassen sich die Unkräuter besonders leicht aus dem Gartenboden oder auch zwischen den Pflasterfugen herausziehen, sodass auch die Wurzel mit entfernt werden kann. Unkrautstecher, „Jätefinger“, Messer und ähnliches sind gute Hilfsmittel, um Wildkräuter aus dem Staudenbeet zu entfernen. Im Gemüsegarten hat sich auch das Hacken bewährt.

Vorbeugende Maßnahmen

Pflanzen wachsen da, wo sie Platz haben und offenen Boden vorfinden. Sind jedoch die Beete dicht bewachsen, keimt zwischendrin fast nichts. Im Ziergartenbereich lässt sich dies gut durchführen. Am richtigen Standort entwickeln sich die Stauden kräftig und wachsen zusammen. Bodendecker bedecken bei gesundem Wuchs den Boden komplett. Bei Neupflanzungen, wenn noch nackter Boden sichtbar ist, hat es sich bewährt zwischen den Pflanzen immer wieder aufzuhacken und dünn zu mulchen (z.B. mit Grasschnitt), damit die Beikräuter wenig Licht zum Keimen bekommen. Dickere Laubschichten im Herbst auf Gemüsebeeten (z.B. Spargelbeet) unterdrücken ebenfalls einen Unkrautaufwuchs.

Kehren Sie immer wieder mal Ihre Plattenwege. Ein Besen mit harten Borsten kehrt kleine Keimlinge aus den Fugen einfach weg.

..… und so nicht!

In Kleingartenanlagen schon seit längerem verboten, kommt nun ein Anwendungsverbot für Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat (z.B. Roundup) für den privaten Gebrauch. Doch da wo es oft genutzt wurde, auf „gärtnerisch nicht genutzten Flächen“, war es sowieso schon verboten: nämlich in Garageneinfahrten, auf gepflasterten Wegen und Plätzen, an der Bordsteinkante. Die Anwendung von Essig oder Salz zur Unkrautbekämpfung ist dort ebenfalls nicht erlaubt.

(Bilder: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 30 – Trauer im Tomatenbeet

Der Schreck war groß – fast über Nacht bekamen die Tomatenpflanzen dunkelbraune und graue Flecken auf verschiedenen Pflanzenteilen. Lange Zeit war die Kraut- und Braunfäule in manchen Regionen kein Thema mehr. Doch in diesem Jahr hat sie schonungslos zugeschlagen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie haben es selbst erfahren.

Das Entsetzen und die Trauer sind groß. Auf eine große Tomatenernte werden in diesem Jahr viele verzichten müssen. Große Regenmengen sorgten für die starke Ausbreitung des Schadpilzes.

Die Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht. Die Krankheit tritt meist ab Mitte Juli bei feuchter, kühlerer Witterung und vor allem im Freiland auf. Befinden sich mit der gleichen Krankheit befallene Kartoffeln in der Nähe, sind diese oft schon früher erkrankt und infizieren dann die Tomate. Wiederkehrende (stärkere) Niederschläge, hohe Luftfeuchte sowie Temperaturen wenig über 20 Grad und nachts oft weit darunter, lassen die Blätter kaum abtrocken, so dass sich der Pilz schnell ausbreiten kann. Feuchte Böden ab Mai, verbunden mit Düngung, hat die Pflanzen schnell wachsen lassen, so dass sie recht weiches Gewebe gebildet haben. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.

Ältere Blättern zeigen zunächst graugrüne Flecken, die sich grau bis schwarz verfärben und ineinanderfließen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite ein grauweißer Pilzrasen. Auch die Stängel werden befallen. Diese bekommen braune Flecken und werden dort brüchig. Empfindlich für eine Infektion sind auch die Früchte. Es entstehen braune, etwas eingesunkene harte Flecken, die tief in das Fruchtfleisch gehen. Die Früchte sind nicht genießbar und sind zu entsorgen.

Die Phytophthora-toleranten Tomaten Sorten zeigen im Freien, selbst ohne Überdachung, kaum Krankheitsbefall. Beispiele: ‘Philovita F1‘, ‘Primabella‘, ‘Phantasia F1‘

Was tun bei Befall?

Sehen Sie erste Flecken auf den Blättern und ist die Aussicht auf trockeneres Wetter, so können Sie die befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen, mit der Hoffnung, dass es keine Neuinfektionen mehr gibt. Sind jedoch schon die Stiele der Tomaten mit dunkelbraunen Stellen übersät, so wird es mit der Tomatenernte nichts mehr werden und die Pflanzen sterben schnell ab. Entfernen Sie die ganzen Pflanzen sorgfältig und entsorgen Sie diese dann über die Biotonne. Gesunde grüne Tomatenfrüchte können noch nachreifen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben und schon von dunkel- auf hellgrün wechseln. Doch kontrollieren Sie täglich. Oft bemerkt man den Fruchtbefall mit Braunfäule erst nach ein paar Tagen.

Nutzen Sie die nun leeren Beete für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut und Feldsalat sowie Spinat, aber auch andere Salate, Kohlrabi und Radies. Problemlos können Sie Gründüngung einsäen. Oder benötigen Sie ein neues Erdbeerbeet?

Vorsorge für das nächste Jahr

Wir können noch nicht sagen, wie das Wetter im nächsten Frühjahr und Sommer sein wird. Wichtig für den erfolgreichen Tomatenanbau ist auf alle Fälle ein weiter Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern und ein konsequentes Ausgeizen, damit genügend Luft durchziehen kann und die Blätter möglichst trocken bleiben. Gießen Sie nur über den Boden und benetzen Sie die Blätter möglichst nicht. Besonders in Regionen, die öfter mit Niederschlägen rechnen, ist der Tomatenanbau unter einem Dach empfehlenswert. So bleiben die Pflanzen weitgehend trocken und es kann Wind durchziehen. Deshalb sollten auch die Seiten der Überdachungsvorrichtung offen bleiben, eventuell lediglich die Wetterseite geschlossen. Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln möglichst weit auseinander, denn oft sind erst die Blätter der Kartoffeln befallen, bevor die Pilzsporen die Tomaten infizieren. Die Tomatenstäbe werden mit Seifenlauge gewaschen und vorsorglich im nächsten Jahr ein anderes Beet gewählt.

Die Nutzung von Folienhauben ist ungünstig. Es bildet sich schnell Schwitzwasser, was wiederum Pilzinfektionen begünstigt.

Ist das Gewächshaus die bessere Alternative?

Da könnte man meinen, es sei besser die Tomaten in ein Kleingewächshaus zu pflanzen. Dies bietet guten Regenschutz, es kann früher gepflanzt werden und es ist eine zeitlich längere Ernte zu erwarten. Allerdings ist das Ganze abhängig von der Größe. Je kleiner das Gewächshaus, umso problematischer wird der Anbau. Steigen die Außentemperaturen, wird es im Inneren schnell zu heiß. Bei hoher Luftfeuchte besteht die Gefahr verschiedener anderer Pilzkrankheiten wie Grauschimmel, Samtfleckenkrankheit und andere. Manchmal ist der Fruchtansatz durch geringe Befruchtung nicht befriedigend. Lüften Sie so viel wie möglich und öffnen Sie Türen und Fenster, auch in der Nacht.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 29 – Urlaubsreif? – Ab in den Garten!

So langsam nähern wir uns den bayerischen Ferien. Auch wenn noch nicht alles so wie vorher ist, so hält der Alltag Einzug. Homeoffice und Kinderbetreuung bedeutete oft Stress. Homeschooling war anstrengend für Kinder und Eltern. „Es sind alle urlaubsreif“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und raten zur Erholung im Garten.

Grün entspannt. Der Garten wird zum Erholungs- und Urlaubsort und gleichzeitig zur Kreativwerkstatt für neue Ideen.

Grüne Gartenoasen

Plätze zum Toben, zum Entspannen, zum Beobachten, zum Ernten und Genießen – ein jeder Garten ist Ausdruck der Personen, die ihn bewohnen. Hier treffen sich Mensch und Natur. Je nach Zweck werden Gartenbereiche gestaltet; mal kleine Ecken für sich alleine und Flächen für ein Treffen mit Freunden. Unter Bäumen und mit Kletterpflanzen bewachsenen Pergolen finden sich schattige und ruhige Plätze zum Entspannen. Bepflanzungen mit mediterranen Kräutern verwöhnen mit Duft, locken Bienen und andere Insekten an. Der Wunsch nach Selbstversorgung mit eigenem Obst und

Gemüse steigt stetig. Es stehen sogar in kleinen Wohngärten Beerensträucher und Hochbeete mit Gemüse, die oft sehr üppige Ernten liefern. In einem Garten kommt nie Langeweile auf. Natürlich ist auch immer etwas zu tun: pflanzen, pflegen, ernten. Aber hier wird auch der Jahreslauf ganz bewusst wahrgenommen. Ein Garten beinhaltet mehrere Lebensbereiche mit unterschiedlichen Pflanzen. Gestaltungselemente wie Hecken, (Trocken-)Mauern trennen Gartenbereiche, bieten gleichzeitig vielen Tieren Lebensraum. Teiche oder auch kleinere Wasserstellen locken Libellen und andere Tiere an, die auf der Suche nach Wasser sind. Ein Blütenmeer im Sommer liefert blütenbesuchenden Insekten ein reiches Nahrungsangebot. Der Garten wird zur Oase für Mensch und Tier. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise durch Ihren Garten. Der Garten lässt sich ganz neu erleben und wird zum persönlichen Schatz und einer Kraftquelle. Vielleicht haben Sie neue Ideen bekommen und möchten Sie bald umsetzen. Machen Sie Pläne, aber genießen Sie die Zeit im üppigen „Grün und Bunt“ des Gartens.

Häng doch mal ab

Manche empfinden den Garten als Arbeit. Doch für passionierte Gärtner gehört ein gewisses Maß an Arbeit dazu, um ein Refugium für Mensch und Tier zu schaffen. Doch es muss auch Zeiten zum Entspannen und Genießen geben. Die Hängematte ist ein Symbol dafür. Nutzen Sie doch den internationalen Tag der Hängematte am 22. Juli, um bewusst den Garten zu genießen. Zupfen Sie kein Unkraut, ernten Sie keine Beeren und schneiden Sie kein Stauden zurück, sondern nehmen Sie sich ein Getränk und eine schöne Zeitschrift oder ein Buch mit an einen Lieblingsort, um dort zur Ruhe zu kommen. Lassen Sie den Blick über Ihr Gartenreich schweifen und freuen Sie sich daran, was Sie alles geschafft haben. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise durch Ihren Garten.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 28 – Heidelbeeren – blauer Genuss

Heidelbeeren sind wahre Genussfrüchte. Die Beliebtheit der gesunden Beeren hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Warum nicht auch im eigenen Garten anbauen? Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Bei wenig Kalorien enthalten Heidelbeeren Ballaststoffe, Vitamine und weitere wertvolle Inhaltsstoffe. Die blauen Beeren schmecken einfach gut und sind beliebt bei Alt und Jung.

Heidelbeere oder Blaubeere?

Ursprünglich wurden die niedrigen, wildwachsenden Waldheidelbeeren (Vaccinium myrtillus) als Heidelbeeren oder Blaubeeren bezeichnet. Beide Begriffe werden synonym und oft regional unterschiedlich eingesetzt. So auch bei den „Kulturheidelbeeren“ (Vaccinium corymbosum), die seit den 1930er Jahren von Nordamerika kommend, auch in Deutschland angebaut und weiter gezüchtet werden. Mit 1,20 bis 1,80 Metern Höhe sind Kulturheidelbeeren vom Wuchs deutlich größer als Waldheidelbeeren. Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Frucht selbst. Wer kennt nicht die blauverschmierten Kindergesichter nach dem Genuss von Waldheidelbeeren? Sie besitzen außer der blauen Fruchthaut auch ein blauschwarzes Fruchtfleisch, das Zähne und Mund färbt. Bei den Kulturheidelbeeren, deren Früchte größer sind, passiert das nicht. Hier ist lediglich die Fruchthaut blau und das Fruchtfleisch grünlich bis weiß. Trotzdem spricht man von Blaubeeren.

Kultur-Heidelbeeren im Garten

Heidelbeerblüte

Junge Früchte

Eigentlich sind sie Pflanzen für drei Jahreszeiten: glöckchenförmige cremeweiße Blüten im Frühjahr von Hummeln umschwärmt, blaue kugelige Früchte im Sommer und leuchtend rote Herbstfärbung. Was den Standort betrifft, so möchte die Kulturheidelbeere einen Platz an der Sonne in einem sauren Boden. Gelangen die Wurzeln in Erde mit einem pH-Wert von über 6, so färben sich die Laubblätter gelb und die Pflanze kümmert. Wo das Bodenmilieu nicht passt, hat es sich bewährt die Sträucher in große Kübel (Mörtelkübel) mit einem sauren Substrat (z.B. Rhododendronerde) zu pflanzen. Wichtig ist die Gabe sauerwirkender Dünger (z.B. Rhododendrondünger) und ausreichend Regenwasser. Staunässe darf jedoch keine entstehen, weshalb mehrere Abzugslöcher im Kübel mit Blähton als Drainage wichtig sind. Wie bei anderen Beerensträuchern beschränkt sich die Pflege auch das jährliche Entfernen einzelner älterer Triebe. Sinnvoll ist der Schutz vor Vogelfraß, denn die Früchte sind heiß begehrt. Empfehlenswert ist das rechtzeitige Schützen mit Gemüsefliegennetzen (Maschenweite 0,8 mm). Diese sind so fein, dass auch die gefürchtete Kirschessigfliege nicht durch die Maschen hindurchkommt. Die Maden können in feuchten und kühlen Jahren besonders die Früchte später reifender Sorten schädigen.

Die Qual der Sortenwahl

Bluecrop

Die Beeren an einem Strauch reifen unterschiedlich, weshalb immer wieder durchgepflückt wird. Pflanzen Sie jedoch mehrere Sorten, so können Sie über einen längeren Zeitraum ernten. Außerdem verbessert sich dadurch die Befruchtung und somit der Ertrag.

Von den frühen Sorten ‘Duke‘ und ‘Reka‘ kann man die ersten Früchte naschen, denn sie reifen je nach Region schon ab Mitte Juni. Vor der geschmackvollen und ertragreichen Heidelbeer-Sorte ‘Bluecrop‘ erntet man den ganzen Juli hindurch. Bevor dann die späten Sorten ‘Elizabeth‘ und ‘Darrow‘ im August und September folgen.

Immer wieder trifft man auf Neues und Besonderheiten. So trägt die Heidelbeere ‘Hortblue Petite‘® im Juni und September Früchte. Aufgrund ihres kompakten Wuchses und der Höhe von maximal einem Meter, lasst sie sich auch als niedrige Hecke pflanzen.

Kein Platz im Garten oder nur ein kleinerer Balkon? „Bazelberry“® ist hier die Lösung! Klein und kompakt bleibend, sind sie speziell für die Kultur in Gefäßen gedacht. Terrasse und Balkon werden mit winterharten Pflanzen verschönert, die Naschfrüchte liefern und im Herbst mit rötlicher Herbstfärbung erfreuen.

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 27 – Lavendel – der Traum vom Süden

Mit Lavendel verbindet man häufig große Felder im Süden Frankreichs oder in mediterranen Urlaubsorten. Aber auch in englischen Gärten gehört Lavendel dazu. Der lieblich würzige Duft erinnert stets an Sommer. „Die Pflanze fühlt sich besonders in den warmen und niederschlagsarmen Gegenden wohl“, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Lavendel mit seiner Blütezeit von Juni bis August ist als Gartenpflanze sehr beliebt. Am richtigen Standort ist der Halbstrauch pflegeleicht und erfreut uns und unterschiedliche Insekten über viele Jahre.

Lavendel-Vielfalt

Die Blütenfarbe des Lavendel ist nicht nur lila. Selbst dieses variiert von einem blassen Fliederton bis zu einer intensiv dunklen Blauviolett. Doch es gibt auch Sorten mit rosa oder weißen Blüten. Die Blütenstände selbst können sehr lang, schmal und locker sein oder auch kurz und kompakt. Und auch die mehr oder weniger grau-grünen Blätter zeigen verschiedene Formen und Ausprägungen.

Am bekanntesten ist sicherlich der Garten-Lavendel Lavandula angustifolia mit einer Vielzahl verschiedener Sorten. Diese zeigen nicht nur unterschiedliche Blütenfarben (verschiedene blau-lila Töne, weiß und rosa), sondern auch die Wuchshöhen, die zwischen 25 und 90 Zentimetern liegen. Besonders lange Blütenrispen besitzt der etwa zwei Wochen später blühende Provence-Lavendel Lavandula x intermedia, dessen Farbspektrum ebenfalls verschiedene blau/lila Farbtöne sowie weiß aufweist. Während die beiden vorher genannten Lavendel-Arten den Winter im Gartenbeet überstehen, müssen Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas) und Kanarischer Lavendel (Lavandula pinnata) frostfrei überwintert werden.

Lavendel im Garten

Lavendel liebt einen durchlässigen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. Zu viel Bodenfeuchte, vor allem im Winter verträgt er nicht. Deshalb ist ein gut dränierter Boden wichtig, dass sich keine Staunässe bilden kann. In Kiesbeeten fühlt er sich deshalb besonders wohl. Kombinationspflanzungen mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden, aber auch manchen Rosen sind möglich. Karge Böden verbessern die Winterhärte und intensivieren den Duft. Garten- und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, wobei ein Schutz vor intensiver Wintersonne mit Vlies oder Reisig, zumindest zeitweise ratsam ist. Jährlich geschnitten ist Lavendel auch als Beeteinfassung und blühender insektenfreundlicher Buchsersatz geeignet.

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern. Er zieht nicht wie eine Staude komplett ein, sondern es verbleiben oberirdisch holzige und krautige Pflanzenteile. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Pflanze stark, das heißt nur wenig über den verholzten Stellen, zurückgeschnitten. Nach der Blüte, oder auch zur Blütenernte schneiden Sie den Blütenstängel komplett und dabei ein bisschen tiefer ab.

Lavendel(blüten) füllen Duftsäckchen gegen Motten, wirken beruhigend auf uns. Sie lassen sich gut trocknen und damit auch lange Zeit verwenden und für Trockensträußchen und andere duftende Dinge nutzen. Die graulaubigen Zweige fügen sich zierlich in Wintergestecke ein.

Bis auf den Schopflavendel sind Lavendelpflanzen wahre Insektenmagnete. Gerne besuchen Bienen die Blüten und sammeln Pollen und Nektar. Da vor allem Zwergsorten des Lavendel auch in Gefäßen wachsen, verschönern sie auch Balkone und Terrassen. Sie lassen sich auch mit anderen mediterranen Kräutern oder trockenheitsverträglichen Stauden gut kombinieren und wandeln den „Blumenkasten“ in eine Insektenparadies.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 26 – Sauer macht lustig: ein bunter Teller mit Johannis- und Stachelbeeren

Jetzt reifen die Strauchbeeren, von denen vor allem Him- und Heidelbeeren an Beliebtheit gewonnen haben. Aber auch die vitaminreichen Johannis- und Stachelbeeren sind nicht zu verschmähen, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Es schmeckt nach Sommer, wenn man die fruchtigen Beeren frisch vom Strauch nascht. Dann ist es egal, ob diese im Garten ausgepflanzt sind oder in einem großen Gefäß auf Balkon und Terrasse stehen.

Frisch genascht

Vollreif sind auch Johannis- und Stachelbeeren, die länger am Strauch hängen können, milder. Frisch verzehrt kommen alle wertgebenden Inhaltsstoffe dieser „Superfruits“ voll dem Körper zugute. Die Beeren bereichern Fruchtsalate, Joghurt und Müsli mit ihren bunten Farben, ebenso wie verschiedene Kuchen. Tolle Fruchtaufstriche lassen sich ebenso erzielen. Pur eignet sich das feinfruchtige Johannisbeergelee bzw. -aufstrich auch für (Weihnachts-)Gebäcke oder Kuchen. Als säurereiches Obst mit feinen Aromen eignen sich Johannis- und Stachelbeeren für Mischungen mit süßeren Früchten wie Erdbeere, Himbeere, Kirsche bestens. Frieren Sie Püree ein, um im Spätsommer beispielsweise Stachelbeere mit Pflaume oder Mirabelle zu mischen.

Auf die Sorte kommt es an

Wichtig sind robuste Sorten, die vom Echten bzw. Amerikanischen Stachelbeermehltau verschont bleiben. Vor Vogelfraß und später auch vor der gefürchteten Kirschessigfliege schützen Insektenschutznetze, die sich leicht über die Sträucher verlegen lassen.

Empfehlenswerte Stachelbeersorten für den Hausgarten oder den Anbau im Kübel sind ‘Invicta‘ (gelbgrün) oder die roten ‘Rokula‘, ‘Remarka‘ und ‘Redeva‘.

Rote Johannisbeeren reifen ab Ende Juni (‘Jonkheer van Tets‘), Mitte Juli (‘Rolan‘ und ‘Rotet‘) und Ende Juli. Die langen Trauben der spät reifenden Sorte ‘Rovada‘ können sogar bis weit in den August am Strauch verbleiben. Schwarze Johannisbeeren werden vorwiegend verarbeitet. Hier haben sich die Sorten ‘Titania‘ und ‘Ometa‘ aufgrund günstiger Inhaltsstoffe bewährt. Wer die Früchte gerne roh nascht, greift vielleicht besser zu den großfruchtigen Sorten ‘Bona‘ oder ‘Big Ben‘, die schon ab Ende Juni reifen und mild schmecken, ohne den bei vielen Sorten strengen Beigeschmack. Gelegentlich findet man in Gärten von Johannisbeer-Liebhabern auch weiße und rosa Sorten. Meist handelt es sich um ‘Rose die Champagne‘, ‘Vit Jätte‘, ‚Blanka‘ und ‘Weiße Versailler‘.

Die große Sortenvielfalt bietet bei den als „sauer“ eingestuften Johannis- und Stachelbeeren durchaus positive Überraschungen. Und bei einer bunten Beerenschale greift man gerne zu, auch wenn es einem vielleicht manchmal das Gesicht zusammenzieht.

Beerenobst, auch für kleine Gärten

Beerensträucher benötigen nicht viel Raum und eignen sich daher auch für Gärten mit wenig Platz. Selbst in einem großen Kübel gedeihen sie einige Jahre auch auf Balkon und Terrasse. Urban Gardening beschränkt sich nicht auf Gemüse. Beerenobst lässt sich leicht integrieren. Da die Pflanzen in der Regel ausreichend winterhart sind, liefern sie über mehrere Jahre frische Früchtchen. Beerensträucher sind pflegeleicht, da sie oft nur gelegentlichen Auslichtungsschnitt sowie ausreichend Wasser, vor allem von der Blütezeit bis zur Ernte, benötigen.

Meist sind Johannis- und Stachelbeeren als Strauch zu sehen, doch die oft sehr stachligen Stachelbeeren lassen sich von einem Stämmchen leichter ernten. Auch ist es möglich, Fruchthecken mit wenigen Trieben zu ziehen. Diese eignen sich als „beerige“ Abgrenzung zu einem anderen Gartenteil oder zum Nachbarn.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 25 – Erdbeersommer

Die Erdbeerernte hat nun auch im Garten begonnen und täglich gibt es frischen Nachschub. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für den Anbau im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse, damit auch über einen längeren Zeitraum leckere rote Früchtchen geerntet werden können.

Erdbeeren gehören zum beliebtesten Saison-Obst bei Kindern und Erwachsenen. Sie haben wenig Kalorien und viele wertvolle Inhaltsstoffe. Allerdings lassen sich Erdbeeren schlecht lagern und sollten deshalb frisch genossen werden.

Gesunde Früchte

Als weiches und saftiges Obst sind Erdbeeren empfindlich gegenüber Schädigungen. Längere Feuchtigkeit durch Regen oder häufiges Gießen kann zu Grauschimmel (Botrytis) an den Früchten führen, besonders dann, wenn die Früchte auf der Erde aufliegen. Abhilfe schafft das rechtzeitige Mulchen ab der Blüte mit Stroh und ein ausreichend großer Pflanzabstand. Vorteilhaft sind Sorten, deren Blüten und Früchte sich über dem Laub entwickeln, da diese dann leichter abtrocknen. Allerdings kann es auch leichter zu Sonnenbrand kommen.

Erdbeeren sind schnell verderblich und eignen sich besonders für den Frischverzehr. Kleiner Tipp: Gehen Sie täglich mit zwei verschiedenen Schüsselchen in den Garten. In das eine Gefäß werden die gesunden Beeren gepflückt und in das andere die fauligen und schimmeligen Früchte abgelegt. Diese Pflanzenhygiene beugt einer Ansteckung gesunder Früchte vor.

Ernte über mehrere Wochen

Wer sich ein bisschen umschaut, stellt fest, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Erdbeersorten gibt. Meist sind es einmaltragende, mit den Reifezeiten früh (ab Ende Mai), mittel und spät (Juli). Diese werden dann oft beet- oder reihenweise im Garten angebaut. Durch geschickte Sortenwahl ist eine Ernte über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen möglich.

Wer seine Erdbeeren in Kästen, Kübeln oder anderen Gefäßen anpflanzt und nicht viel Platz hat, nutzt gerne mehrmalstragende (remontierende) Sorten, die immer wieder mittelgroße Früchte zum Naschen bringen. Monatserdbeeren tragen zwar sehr kleine, aber sehr aromatische „Walderdbeerchen“ den ganzen Sommer lang. Sie wachsen in kompakten Horsten und eignen sich daher auch im Garten als Beetumrahmung.  Auch zierende Erdbeersorten mit rosafarbenen oder roten Blüten sind bei voller Reife geschmackvoll. Sie bilden lange Ausläufer und schmücken Ampeln, Balkonkästen oder Hochbeete.

Leckere Erdbeeren

Sorte Snow White

Erdbeeren lassen sich vielfältig verwenden. Natürlich geht nichts über eine ausgereifte Frucht frisch genascht von der Pflanze. Sie eignet sich für‘s Müsli, den Obstsalat, als Kuchenbelag, aber auch für Fruchtaufstriche allein oder in Mischung mit z.B. Johannis- oder Himbeeren. Und wer die Früchte nicht sofort verwenden kann friert sie ein; am besten als Mus. Wie Pralinen sind Erdbeerfrüchte in Schokolade getaucht. Ein Sommergenuss ist aromatisiertes Wasser mit Erdbeeren und Minze oder eine Erdbeerbowle mit Freunden an einem lauen Sommerabend.

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 24 – Ein Lob auf den Garten

Der Garten grünt und blüht. Sogar in den sonst trockenen Gebieten Bayerns gibt es momentan ausreichend Regen, so dass sich alles sehr üppig entwickelt. „Der Garten wird zum Paradies“, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Der Juni zählt zu den schönsten Gartenmonaten. Sicherlich auch, da die Königin der Blumen, die Rose, jetzt ihre Blüten öffnet. Auch sonst ist der Garten voller Blüten und reich an vielfältigem Leben.

Gartentermine im Juni

Am zweiten Sonntag gibt es seit 1984 den „Tag des Gartens“. Dieser wurde auf Initiative des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V. ins Leben gerufen, um auf die Bedeutsamkeit des Gartens hinzuweisen. Auch der „Tag der offenen Gartentür“ wird in vielen Landkreisen Ende Juni veranstaltet. Hier besteht normalerweise die Möglichkeit verschiedene (Privat-)Gärten zu besuchen und sich Anregungen zu holen.

Der Garten als gestaltetes Stück Natur

Der Gärtner wird zum Gestalter. Auf einem begrenzten Raum können verschiedene Gestaltungselemente kombiniert und integriert werden: Staudenbeete, kleine oder größere Sträucher und Bäume, Naturstein-Mauern, Hecken, Wiesen, Totholz und Steinhaufen sowie Wasserstellen. In großen Gärten hat man scheinbar mehr Möglichkeiten, doch auch in kleinen Gärten ist Vielfalt möglich. Eine Gestaltungsvielfalt und eine standortgerechte vielfältige Pflanzung bietet wertvolle Lebensräume, aber auch Nahrung und Unterschlupf für verschiedene Tiere. Vögel und Insekten, Säugetiere und sogar Amphibien fühlen sich in einem naturnahen Garten wohl. Geschickte Pflanzkombinationen ermöglichen ein buntes Blüten- und Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr bis den späten Herbst hinein.

Der naturnahe Garten ist stets im Wandel. Nicht nur Jahreszeit verändern das Gartenbild, auch der Einfluss von Standort und Witterung auf die Pflanzenwelt lässt den Garten jedes Jahr anders wirken. Umsichtig Gärtnernde lernen von ihrem Garten und wissen, was dort gut gedeiht oder auch weniger gelingt.

Ein bisschen Selbstversorgung darf nicht fehlen. Eigenes Obst, Gemüse und Kräuter, direkt vom Garten in die Küche, oder gar sofort im Mund, erfreut nicht nur den Koch. Es ist an Frische nicht zu überbieten.

Der Garten für unsere Seele

Im Garten kann die Seele baumeln. Manch einer nimmt ein Buch zur Hand und setzt sich in den Schatten eines Baumes, um dem Alltag zu entfliehen. Andere betrachten des Wachstums der Pflanzen, beobachten Vögel oder Libellen am Teich. Gerade in Zeiten der Pandemie haben sehr viele den Wert eines Gartens kennengelernt. Der Garten wird Rückzugsort, er ist Treffpunkt von Mensch und Natur. Duftende Blüten und Kräuter regen unsere Sinne an, plätscherndes Wasser beruhigt.

Ein grüner Garten ist ein Therapieort. Einfache körperliche Tätigkeiten wie Unkrautjäten, Staudenrückschnitt und Pflege, das Gießen und Ernten der Gemüsepflanzen, all das lässt den Kopf frei werden und dient dem Stressabbau.

Nicht jeder hat die Möglichkeit eines Gartens. Aber auch Balkone und Höfe können mit einfachen Mitteln zu einem persönlichen Stück Grün werden. Auch hier sind Kombinationen von Zierpflanzen mit Gemüse möglich. Verschiedene Urban Gardening-Projekte geben Anregungen für das Umsetzen zuhause.

Fragen zum Garten?

Manchmal treten im Garten auch Probleme auf oder Sie benötigen Gartentipps und Informationen. Dann können Sie sich an das Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie wenden. Dieses hat voraussichtlich ab dem 21. Juni 2021 eine neue Telefonnummer. Sie können die Fachleute am Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr unter 0931 9801-3333 erreichen.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie, Christine Scherer sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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