2022 – Gartentipp 21 – Biodiversität – im Garten möglich

Ein naturnah bewirtschafteter Garten bietet eine große biologische Vielfalt. Es sollten sich alle wohlfühlen: Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Biodiversität im Garten umsetzbar ist.

Die Bedeutung der Artenvielfalt erkennt man auch daran, dass am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt (Biodiversität) stattfindet. Gehen Sie in den Garten und betrachten Sie ihn. Ist noch mehr Vielfalt möglich? Seien Sie mutig!

Was bedeutet Biodiversität im Garten?

Jeder redet von Biodiversität und meint damit die Vielfalt verschiedener Lebensgemeinschaften, Artenvielfalt und genetische Vielfalt. Abwechslung statt Monotonie ist das Motto. Beim Gemüse tragen vor allem die älteren, meist samenfesten Sorten, zur genetischen Artenvielfalt bei.

Ein vielfältiger Garten ist das ganze Jahr über attraktiv. Er erfreut uns ständig mit seiner Schönheit und er bietet Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl von Lebewesen. Auch über den Winter behält der Garten seinen Charme und ist voller Leben. Stauden und Gräser bleiben stehen, Laub liegt zwischen Stauden oder auf Beeten. Der Garten stellt keine leblose Wüste dar, es sei denn, wenn alles im Oktober abgeräumt wird.

So wird der Garten vielfältig

Bunte Blüten sind nicht nur schön, sie sind auch Nahrungsquelle für viele Insekten, wenn sie Pollen und Nektar bieten. Mit einer intelligenten Pflanzenauswahl hat man Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein (vom frühen Krokus bis zur späten Aster). Sowohl Stauden und Kräuter als auch verschiedene Zier – und Nutzgehölze und sogar einige Gemüsepflanzen bilden Blüten und ernähren die Insekten. Diese sind wichtig für eine gute Ernte, denn sie gewährleisten eine ausreichende Befruchtung. Viele einjährige Sommerblumen, die auch Lücken im Gemüsegarten füllen, blühen bis zum Frost. Bei Neupflanzungen achten Sie auf Sorten mit einfachen oder halbgefüllten Blüten. Oftmals bilden Sich nach dem Verblühen Samen, die wiederum für viele Vögel Nahrung sind.

Nicht nur Blüten zeichnen einen vielfältigen Garten aus. Jeder Freizeitgärtner kann unterschiedliche Lebensräume schaffen. Trockenmauern und Hecken sind ebenfalls wichtig für den Artenreichtum von Tieren. Manche Heckenpflanzen liefern Nahrung durch Blüten und Früchte. Haufen aus Totholz, Reisig oder Steinen bieten natürliche Nist-, Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten für Vögel, Igel, Eidechsen, verschiedene Käfer, Insekten und Co. Für Nistkästen, Wildbienenröhren und – hölzer sind die Tiere ebenfalls dankbar.

 

Vergessen Sie das Wasser nicht, sei es ein Teich oder auch nur eine kleine Wasserstelle. Gerade in heißen Sommern nutzen Vögel und Insekten das frische Nass. Außerdem bleiben die Tiere dann eher vom reifenden Obst fern. Selbst in kleinen Teichen siedeln sich bald Libellenlarven an.

Wenn auch „ein wildes Eck“ z. B. mit Brennnesseln als Nahrungsquelle für verschiedene Schmetterlingsraupen, nicht jedermanns Sache ist, lässt es sich in einem größeren Garten an einem etwas abseitsgelegenen Platz durchaus umsetzen. Je unterschiedlicher und bunter die Gartenräume gestaltet und je extensiver sie gepflegt werden, desto leichter bieten sie einen passenden Lebensraum mit entsprechendem Nahrungsangebot für Nützlinge. In einem Garten muss nicht alles vorhanden sein. Durch geschickte Pflanzenauswahl und das Einbinden verschiedener einzelner Elemente wie Wasserstelle oder Trockenmauer und einer kleinen Hecke als Abgrenzung erreichen Sie schon viel. Grundsätzlich gilt: verzichten Sie auf chemischen Pflanzenschutz! So kann sich ein biologisches Gleichgewicht besser einstellen.

Traditionell vielfältig: Tag der offenen Tür am 3. Juli 2022 in Bamberg

Der diesjährige Tag der offenen Tür der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) steht ganz im Zeichen der Biodiversität. Am Sonntag, den 3. Juli 2022 erhalten Sie von 9 bis 16 Uhr Einblicke in die Forschungsarbeit zu diesem Thema durch Vorführungen, Vorträge und direkte Beratungen am Standort Bamberg (Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg); manches ist auch im Garten umsetzbar. Technik und Pflanze, Zukunftsgärten und vieles mehr erwartet Sie an diesem Tag, bei dem sich auch weitere Einrichtungen mit vielfältigen Themen präsentieren. Lassen Sie sich überraschen! Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie demnächst auf der Internetseite der LWG. www.lwg.bayern.de

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/301905/index.php

2022 – Gartentipp 20 – Der Garten – Lebensraum für (Wild)Bienen

Im Garten summt und brummt es. Honigbienen und Wildbienen sind unterwegs und suchen nach Nahrung, aber auch nach geeigneten Brutplätzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps zur Gestaltung, um Lebensraum für Bienen und die „wilde Verwandtschaft“ zu sein.

Ein bienenfreundlicher Garten ist blütenreich und vielgestaltig und kann durchaus auch pflegeleicht sein. Zugleich ist er Erholungsraum für uns Menschen.

 

Ein Tag für die Biene

Viele Insekten sind wichtige Bestäuber für Wild- und Kulturpflanzen, die dann wiederum unseren Speiseplan bereichern. Bienen und Wildbienen sind deshalb wichtige Nutztiere, die die Ernte von Obst- und vieler Gemüsearten sowie anderer Nahrungsmittelpflanzen sichern. Grund genug, der Biene einen eigenen Tag zu widmen. So ist seit 2018 der 20. Mai Weltbienentag, ausgerufen durch die Vereinten Nationen. Es gibt auch weitere regionale und nationale Bienentage, um die Wichtigkeit der nützlichen Helfer herauszustellen.

 

Der blühende Bienengarten

Bienen benötigen Nektar als zuckerhaltigen Treibstoff sowie Pollen als Eiweißquelle und zur Aufzucht der Brut. Mit pollen- und nektarführenden Pflanzen locken Sie die Insekten in Ihren Garten. Die Honigbiene gehört zu den Generalisten. Sie ist also nicht wählerisch und findet ihre Nahrung an vielen geeigneten Blüten. Wildbienen sind oft jedoch Spezialisten und nutzen dann manchmal nur den Pollen einer Pflanzenfamilie oder Gattung. Daher kann man viele Wildbienenarten nur eine recht kurze Zeit im Garten beobachten.

Für eine vielfältige Bienenschar benötigen Sie einen vielfältigen Garten.

Honig-Bienen fliegen vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst, die verschiedenen Wildbienen sind zu unterschiedlichen Zeiten anzutreffen. Ein Garten sollte deshalb Blüten fast während des ganzen Jahres bieten. Mit geschickten Mischungen von Nutz- und Zierpflanzen lässt sich dies erreichen. Die Blüte im Obst- und Gemüsegarten kann mit Kräutern und Einjahresblumen verlängert werden. Oft grenzen Zier- und Erholungsgarten an, wo Stauden und Gehölze vorherrschen. Frühlingsblühende Zwiebelblumen sind erste Nahrungsquellen im Jahr. Überall im Garten können Schneeglöckchen, Winterling und Traubenhyazinthen verwendet werden.

 

Gestaltungselemente (nicht nur) für Bienen

Ein Garten ist für uns Erholungsraum, Freizeitbeschäftigung und dient manchmal auch zur (Teil-)Selbstversorgung. In einem vielfältigen Garten mit unterschiedlichem Blütenangebot können je nach Größe mehrere Gestaltungselemente Verwendung finden. Manche sind vielleicht schon vorhanden, die mit wenigen Maßnahmen zum Nistplatz oder Lebensraum für Bienen werden. Dazu gehören Hecken und Holzzäune, Wiesen und Blühsteifen, Mauern und Stufen, unbefestigte Wege und Wege, deren Zwischenräume bepflanzt sind oder Grün zugelassen wird. Selbst Totholz, ein „Sandarium“ oder nur ein Stückchen offener Boden lässt sich integrieren und wird Brutplatz für Wildbienen. Bienen benötigen Wasser, und dies nicht nur im Sommer. Ein Teich oder eine Schale mit Wasser bieten das lebenswichtige Nass.

Auch ein kleiner Garten oder Balkon kann mit wenigen Elementen und einer geschickten Bepflanzung zu einem Paradies für diese wichtigen Insekten werden. Und je mehr Lebensräume entstehen, umso besser ist die Vernetzung, was zur Erhaltung der Bienen- und Insektenvielfalt beiträgt.

 

Lust auf mehr? Die Fachleute der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben instituts- und fachübergreifend eine Broschüre erstellt, mit Tipps und Empfehlungen zur Gestaltung von Lebensräumen für (Wild)Bienen. Diese steht als Download kostenfrei (pdf) zur Verfügung.

https://www.lwg.bayern.de/bienen/bildung_beruf/297917/index.php

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/broschuere_bienengarten_bf.pdf

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/301905/index.php

2022 – Gartentipp 19 – Auffallende Insekten im Garten

Immer wieder wenden sich interessierte und auch besorgte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Was ist das für ein Tier? Schädigt es meine Pflanzen? Viele Insekten treten nur in bestimmten Zeiträumen verstärkt in Erscheinung.

Schwarze Fliegen, schillernde Käfer und große Wespen gehören zu den Tieren, die nun in den Gärten besonders auffallen. Gehen Sie aufmerksam durch Ihr grünes Paradies und entdecken Sie die vielfältige Insektenwelt.

 

Schwärme schwarzer Mücken

Pechschwarze, pelzig behaarte Mücken fliegen träge durch die Luft oder rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Es ist eine Haarmücke, auch als Märzfliege, Markushaarmücke oder Markusmücke bekannt, die von März bis Mai auftritt. Bei warmer Witterung treten die Tiere manchmal massenhaft auf, leben jedoch nur wenige Wochen. Die behaarten schwarzen Mücken wirken recht plump und lassen ihre Beine beim Fliegen oft hängen. Sie ernähren sich von Honigtau, Nektar und Pollen. Gleichzeitig tragen sie zur Bestäubung der Obstblüten bei und verbessern somit die Befruchtung bei vielen Fruchtgehölzen.

Die Weibchen legen bis zu hundert Eier gruppenweise in humose, leicht feuchte Böden. Die beinlosen raupenähnlichen und graubraunen Larven fressen den Sommer über verrottendes organisches Material. Nur bei Nahrungsmangel kann es eventuell vorkommen, dass die älteren Larven Wurzeln anfressen. Nach starken Regenperioden im Herbst treten die raupenähnlichen Tiere in Massen im Bereich von Steinplatten oder gelagerten Hölzern auf. Die Überwinterung erfolgt schließlich in Bodentiefen von etwa fünf bis zehn Zentimetern. Besonders groß sind die Larven der Gartenhaarmücke (etwa 16 Millimeter), weshalb sie auch auffallen.

 

Dicke Käfer in den Blüten

Große glänzende Käfer fallen besonders in den Blüten von Rosen, Apfel- und Quittenbäumen und anderen Rosengewächsen auf. Sie sitzen an warmen Tagen oft stundenlang in den Blüten und fressen Pollen oder ernähren sich von süßen Pflanzensäften. Meist ist es der Goldglänzende Rosenkäfer, dessen grün schillernder Chitinpanzer Aufmerksamkeit erregt. Er gehört wie der Maikäfer und Gartenlaubkäfer zu den Blatthornkäfern. Die Larven des Rosenkäfers (Engerlinge) findet man vor allem in Komposten, die auch mit holzigem Material gefüllt sind oder auch in Rindenmulch.

Etwas kleiner, schwarz mit kleinen weißen Flecken kommt der Trauer-Rosenkäfer daher. Auch diese Käfer ernähren sich von Pollen und verursachen ebenfalls keine Schäden.

 

Wespe, Wildbiene und Co.

Sitzt man ruhig im Garten, kann man es hören: das Abraspeln von Holz durch die große Wespenkönigin. Für den Aufbau ihres Nestes benötigt sie Cellulose. Dieses holt sie sich von abgestorbenem Holz oder auch unbehandelten Holzbrettern.

Schwarzblau und tief brummend, fliegt die Blauschwarze Holzbiene, die größte heimische Wildbienenart, durch Gärten in warmer Lage. Ihre Nachkommen entwickeln sich in kleinen Höhlen in altem und fast morschem Holz. Dies können neben abgestorbenen Baumstämmen auch Zaunpfähle, Holzbalken oder Lagerholz sein. Erkennbar sind die Brutplätze an den etwa ein Zentimeter großen Löchern. Mit den kräftigen Kauwerkzeugen produziert die Holzbiene regelrechte Späne.

Interessant ist es auch zu beobachten, ob Wildbienen die Röhren von Stängeln oder die Bohrlöcher in Hölzern verschließen. Manchmal findet man auch sehr ungewöhnliche Brutplätze. Haben Sie welche entdeckt?

Ähnlich pelzig wie eine Hummel, aber mit dem Schwirrflug einer Schwebfliege, erscheint der Wollschweber. Auffallend ist der lange Rüssel, der dem Aufsaugen von Nektar dient.

 

Entdeckungsreise durch den Garten

Welche Tiere können Sie in Ihrem Garten finden? Begeben Sie sich auf Entdeckungsreise. Vielleicht sind am Teich die ersten Libellen geschlüpft und die Larvenhäute hängen am Schilf oder anderen Blättern. Raupen (Schmetterlingslarven) an Brennnesseln? Dann mähen Sie diese nicht ab. Verschiedene Marienkäfer drehen ihre Runden auf der Suche nach Nahrung. Sie kennen die Insekten nicht? Verschiedene Apps können Ihnen Hilfestellung geben.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 18 – Urban Gardening: voll im Trend

Es geht wieder los! Sowohl im Gartenbeet wie in Kisten und anderen Gefäßen wird fleißig gegartelt. Gerade in Städten sind nutzbare Gartenflächen Mangelware und die Wartelisten für (Klein-)Gärten lang. Doch auch im städtischen Bereich gibt es Möglichkeiten, sich mit selbstgezogenem Gemüse und Obst zu versorgen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps rund ums Urban Gardening.

Egal ob privat auf dem eigenen Balkon oder in einem Gemeinschaftsgarten auf einer öffentlichen städtischen Fläche, Grün ist wichtig im Grau von Steinen und Beton. Kann dann noch geerntet und genascht werden, freut es umso mehr.

Lust auf Gemüse in der Stadt

Vor allem junge Leute (aber nicht nur!) beschäftigen sich vermehrt mit den Themen Regionalität und Saisonalität. Und auch durch die Klimadiskussion mit mehr Grün in der Stadt bietet Urban Gardening Lösungsansätze. In Gemeinschaftsgärten rücken zudem soziale Aspekte in den Focus. In Ballungsräumen wird Gärtnern möglich und ändert damit oft die Einstellung zu den erzeugten Lebensmitteln. Gleichzeitig wird die Natur in der Stadt wieder belebt, denn auch das Urban Gardening trägt zur Biodiversität bei.

Während des ganzen Jahres können Gemüsearten und Kräuter angebaut werden, ähnlich wie in einem Gartenbeet. Selbst Obst wie Beerensträucher oder kleinbleibende Obstgehölze können einige Jahre in Gefäßen wachsen und Früchte tragen. Viele essbare Blütenpflanzen locken Nützlinge an und bieten Insekten wertvolle Nahrungsquellen. Wichtig sind hochwertige strukturstabile Substrate und eine ausreichende Wasserversorgung, um den Pflanzen gute Wachstumsbedingungen zu bieten.

 

Vielfältige Anbaumöglichkeiten und -systeme

Urban Gardening ist nicht nur etwas für „Erdverbundene“. Während Kistengarten, Hochbeet und Pflanzturm mit Substraten gefüllt sind, gibt es auch Anbausysteme, bei denen Technikfreaks nicht zu kurz kommen. Hydroponik und Aquaponik kommen ohne Erde aus. FarmBot beispielsweise automatisiert die Arbeiten im Gemüse(hoch)beet.

Der Anbau von Kräutern und Gemüse kann in horizontalen wie vertikalen Systemen erfolgen. Achten Sie jedoch auf die Endgröße der Pflanzen und deren Wachstum. Nicht alles ist problemlos möglich. Je kleiner der vorhandene Platz für die Pflanze ist, umso mehr müssen Sie auf die Bewässerung achten.

 

Informationen und Anregungen

Lust auf Gärtnern in der Stadt? Durch ein Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim finden Sie in den bayerischen Regierungsbezirken Demonstrationsgärten zu Urban Gardening. Tiefergehende Informationen erhalten Sie in Führungen und Workshops. Aber Sie können auch die öffentlich zugänglichen Gärten selbst besuchen. Entdecken Sie die verschiedenen Anbausysteme und- methoden, erleben Sie die Vielfalt der Pflanzen und genießen Sie das Grün in der Stadt. Merkblätter zu den Anbaumethoden informieren rund ums Stadtgärtnern.

Links zum UG Projekt der LWG:

https://www.lwg.bayern.de/landespflege/urbanes_gruen/229859/index.php

https://www.lwg.bayern.de/urban-gardening/index.php

 

(Bilder:  Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 17 – Blattläuse bei sommerlichem Frühlingswetter

Es geht schon wieder los…… Die warmen und trockenen Tage waren ideale Bedingungen für die Entwicklung von Blattläusen.“ Kontrollieren Sie anfällige Pflanzen und vor allem junge Austriebe“, warnen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch die Saugtätigkeit der Blattläuse können Verkrüppelungen an den Blättern entstehen oder Krankheiten übertragen werden. Frühzeitiges Entfernen der Schädlinge beugt Pflanzenschäden vor.

 

Massenvermehrung der Blattläuse und deren Folgen

Im Frühjahr schlüpfen große weibliche Blattläuse aus den Wintereiern. Diese sogenannten „Stammmütter“ bringen täglich etwa fünf weibliche Jungtiere zur Welt, die wiederum ohne Befruchtung und durch Lebendgeburten eine Vielzahl an weiblichen Nachkommen gebären. Eine einzelne Blattlaus lebt nur wenige Wochen.

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft, den sie mit Hilfe von Stechborsten vor allem aus den zuckerhaltigen Leitungsbahnen von Blättern und zarten Trieben saugen. Folglich verkrüppeln und verfärben sich die zarten Triebspitzen und jungen Blätter, Knospen fallen ab. Bei starkem Befall schränken die Pflanzen ihr Wachstum ein. Durch die Saugtätigkeit besteht die Möglichkeit von Virenübertragung. Auf dem klebrigen „Honigtau“ – unverdauter Zucker aus den Pflanzensäften, den die Läuse ausscheiden – können sich Rußtaupilze ansiedeln, deren schwarzer Belag die Assimilationsleistung der Pflanze herabsetzt. Ameisen nutzen den Honigtau als Nahrung und bauen sich Blattlauskolonien auf, die sie beschützen.

Blasige und rot gefärbte Aufwölbungen fallen jetzt an den grünen Blättern der roten Johannisbeeren auf. Es sind grünliche Johannisbeerblasenläuse, die an den Blattunterseiten sitzen. Das Saugen des Pflanzensaftes begünstigt das Entstehen von Aufwölbungen und Verfärbungen. In der Regel stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum der Sträucher ist nicht eingeschränkt. Starkbefall jedoch könnte zu Blattfall führen. Kontrollieren Sie umgehend Ihre Pflanzen und zerdrücken Sie einfach die Läuse oder entfernen Sie die befallenen Blättchen.

 

Vorbeugen und Gegenmaßnahmen

Weiche Pflanzenzellen sind für Blattläuse besonders attraktiv. Dies ist oft nach der Überwinterung von Kübelpflanzen und Sommerpflanzen der Fall oder wenn die Pflanzen viel gedüngt wurden und dementsprechend stark wachsen. Aber es gibt auch Pflanzen, deren Saft ansonsten grundsätzlich sehr schmeckt. So sind es neben den roten Johannisbeeren oft auch die jungen Austriebe von Rosen, Obstgehölzen oder verschiedener Heckenkirschen, an denen die dicken Blattläuse sitzen. Jetzt sieht man vor allem fleißige Meisen, die an den Trieben herumturnen und nach Läusen suchen, um damit ihre Jungen zu füttern. Gestalten Sie außerdem einen vielfältigen Garten mit einfach blühenden Pflanzen und Bienenweiden. Dort fühlen sich auch Nützlinge wohl, die die Blattläuse in Schach halten, z.B. Marienkäfer, Schwebfliege und Florfliege. Sie legen ihre Eier direkt in Blattlauskolonien ab.

Damit es gar nicht erst zu einer Massenvermehrung kommt, kontrollieren Sie frühzeitig und regelmäßig Ihre gefährdeten Pflanzen. Beseitigen Sie sofort die Läuse durch Zerdrücken oder Abschneiden befallener Triebe. Bei einem starken Befall hat es sich vor allem bei großen Pflanzen wie Obstbäumen bewährt die Läusekolonien mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen. Ein kräftiger Regen hat die gleiche Wirkung. Nützlinge haben dann wieder mehr Chancen die Blattläuse zu bekämpfen.

 

Blattlaus-Vielfalt

Es gibt etwa 3000 Blattlaus-Arten, allein schon in Mitteleuropa 850. Manche Blattlausarten haben einen großen Wirtspflanzenkreis, wie beispielsweise Pfirsichblattlaus, Hopfenblattlaus, Zitronen- und Bohnenblattlaus. Andere Blattlausarten sind wirtsspezifisch z. B. Johannisbeerblasenlaus, die nur auf der roten Johannisbeere auftritt und schädigt.

 

(Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 16 – Pflanz- und Pflegetipps für Blumenzwiebeln

Tulpen und Traubenhyazinthen als winterharte frühlingsblühende Zwiebelblumen stehen in voller Blüte, während Narzissen oft schon ihre Schönheit verloren haben. Sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Dahlien und Gladiolen sind nicht winterhart und werden deshalb Ende April in den Gartenboden gepflanzt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Während sich die Blätter der Frühlingsblüher gelb verfärben, wird es Zeit Sommerblumenzwiebeln in den Gartenboden zu setzen. Diese sind nicht winterhart und werden daher jedes Jahr neu gepflanzt, oft mit frostfreier Überwinterung.

 

Der richtige Standort

Wie auch die frühlingsblühenden Zwiebelpflanzen benötigen die Sommerblühenden wie Dahlie, Gladiole, Freesie und Montbretie durchlässige Böden in sonniger Lage. Da diese Blütenpflanzen stark wachsen und innerhalb kurzer Zeit zur Blüte kommen sollen, brauchen sie auch ausreichend Nährstoffe. Auf schweren Böden empfiehlt es sich den Boden tief zu lockern und mit Kies oder Schotter eine Drainageschicht einzubringen, um Nässe vorzubeugen. Auf sandigen, aber auch auf lehmigen Böden, sollten Sie den Wachstumsstart erleichtern, indem Sie die Erde im Pflanzloch mit einer großzügigen Gabe Blumen- oder Pflanzerde verbessern. Das Vermischen der Erde im Pflanzloch mit Kompost oder etwas organischem Dünger liefert Nährstoffe.

 

So pflanze ich die Sommerblüher richtig

Nicht selten sehen Wurzelknollen und Zwiebeln oft wie undefinierbare Erdklumpen aus. Kaum vorzustellen, dass daraus eine schöne blühende Pflanze wachsen kann. Sie können jedoch nicht beliebig in die Erde gelegt werden. Zwiebeln kommen immer mit der Spitze nach oben in die Erde. Bei den Wurzelknollen wird es schon schwieriger. Vielleicht entdecken Sie eine kleine Triebspitze oder Wurzelreste vom vergangenen Jahr, woran Sie sich orientieren können. Meist liegt die Pflanztiefe bei fünf bis zehn Zentimetern bzw. sollten etwa fünf Zentimeter der Knolle oder Zwiebel mit Erde bedeckt sein. Sollte doch noch Frost kommen, so liegen die Speicherorgane geschützt unter der Erdoberfläche. Haben sich schon grüne Triebe gebildet hilft das Abdecken mit Vlies.

 

Pflege von Tulpen, Narzissen und Co. nach der Blüte

Die Blütenblätter der Frühlingsblüher trocknen nach der Blüte ein und fallen häufig ab. Gelegentlich bleiben sie an den Laubblättern kleben. Allerdings können sie zu faulen beginnen, wenn es viel regnet. Ein großzügiges Entfernen ist daher sinnvoll. Schneiden Sie die Blütenstängel ab, denn so verbrauchen die Pflanzen keine Kraft für die Samenbildung. Die Laubblätter jedoch verbleiben an der Pflanze bis sie ganz gelb oder gar braun eintrocknen. Grüne Laubblätter sind die Kraftquellen der Pflanze, mit deren Hilfe Reservestoffe in die Zwiebel eingelagert werden. Dies fördert das Wachstum der Knollen und die Blütenbildung im nächsten Jahr.

Wenn das gelbe Laub in der Pflanzung stört, kann man die abgeblühten Zwiebelblumen auch komplett aus dem Boden nehmen und an einem schattigen Ort einziehen lassen. Setzt man sie in ein Kistchen mit wenig Erde, trocknen die Zwiebeln nicht aus. Sind die Blätter schließlich komplett dürr, kann man die Zwiebeln an einem trockenen kühlen Ort bis zum Herbst in luftigen Säckchen lagern, bevor sie im September bis November wieder ihren Platz im Garten bekommen.

(Bilder:  Isolde Keil-Vierheilig sowie Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2022 – Gartentipp 15 – In den Garten – fertig, los!

Schon wieder einer der kuriosen Feiertage: am 14. April ist „Tag des Gärtnerns“. Möglicherweise wahllos terminiert, doch passend für das Frühjahr, finden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gerade nach dem Wintereinbruch mit Schnee und frostigen Temperaturen Anfang April zieht es uns in den Garten. Es ist Zeit für restliche Schnittarbeiten, Beetvorbereitungen sowie Aussaaten und Pflanzungen.

Tag des Gärtnerns

Seit 2008 feiert man am 14. April in den USA den Tag des Gärtnerns. Im Frühjahr fallen viele Arbeiten an, die den Garten auf die Saison vorbereiten. Seien es nun Freizeitgärtnernde, welche die Gartenarbeit als Hobby und Freizeitgestaltung sehen, wo Ausgleich und Spaß beim Gärtnern wichtiger ist als der Ertrag. Auch für den Gartenbauprofi spielt das Frühjahr eine wichtige Rolle, da hier oft schon die Grundlage für eine erfolgreiche Ernte gelegt wird, vor allem im Obst- und Gemüsebau.

Im Nutzgarten werden Pflanzen für die Ernährung angebaut. Hier stehen Obst, Gemüse, Kräuter und gelegentlich auch ein Gewächshaus. Im Ziergarten ist der ästhetische Aspekt wichtiger. Die Pflanzen dienen zur Gestaltung des Gartens. In vielen Privatgärten sind die Übergänge fließend oder ganz aufgehoben, gerade auch deshalb, weil die Gärten kleiner werden. Nutzen und Ästhetik werden zusammengeführt. Beispielsweise stehen Beerenobststämmchen oder Säulenbäume mit ihrem aufstrebenden Wuchs inmitten blühender niedriger Stauden und buntstieliger Mangold wird zur Blattschmuckpflanze.

Wer keinen Garten besitzt, kann auf dem Balkon oder im Hinterhof gärtnern. Urban Gardening erlebt einen großen Zuspruch. Städtische Räume werden grün und dienen auch zur Produktion von Nahrungsmitteln. Nicht nur durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine mit den vielfältigen Auswirkungen rücken den Anbau eigenen Obstes und Gemüses in den Fokus. Das Gärtnern betrachten viele auch als „Erdung“, als Ausgleich zur hektischen und schnelllebigen Zeit. Beim Gärtnern lernt man, dass es Geduld braucht bis aus einem Samenkorn Ernte zu erwarten ist, dass Jahreszeit, Boden, Temperatur, Wasser und viele andere Dinge die Pflanze beeinflussen. Stetig lernt man mehr über die Beziehungen zwischen Pflanze und Umwelt und lässt dies in die Arbeit des Gärtnerns einfließen. Man erlebt die Jahreszeiten zudem bewusster.

 

Auf geht’s in den Garten!

Für einen Anbauplan wird es nun höchste Zeit. Die ersten Beete werden mit verschiedenen Salaten und Kohlrabi bepflanzt, Möhren und Radieschen gesät. Mitte Mai kommen dann die vielen kälteempfindlichen Fruchtgemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini und Bohnen dazu. Nutzen Sie den Rat von Fachleuten, wenn Sie unsicher bei der Pflanzenwahl sind. Besuchen Sie den Gartenfachhandel oder Gartencenter. Erhalten Sie Tipps für den Garten bei den öffentlichen Führungen der LWG (https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/fuehrungen/index.php), besuchen Sie die Urban Gardening Schaugärten (https://www.lwg.bayern.de/urban-gardening/index.php).

Wie wäre es mit einem Osterspaziergang durch den eigenen Garten? Strahlende Frühlingsfarben durch blühende Narzissen, erste Tulpen, Traubenhyazinthen, die Blüten des Pfirsichs und der Zierkirschen sorgen für eine fröhliche Stimmung. Was summt und fliegt denn da? Unterschiedliche Wildbienenarten, Honigbienen, Schmetterlinge (Tagpfauenauge, Zitronenfalter) besuchen die verschiedenen Blüten, und so manche Vögel bauen ihre Nester und ziehen schon die ersten Jungen auf. Möchten Sie Ihren Garten bienenfreundlich gestalten? In der neuen Broschüre der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau finden Sie hilfreiche Tipps https://www.lwg.bayern.de/bienen/bildung_beruf/297917/index.php

(Bilder:  Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 14 – Möhren – Gesundes Orange

Karotten, Möhren oder Gelbe Rüben rücken zur Osterzeit verstärkt in den Focus, gelten sie doch als Hasenfutter schlechthin. Doch auch für die menschliche Ernährung sind sie sehr wertvoll. Umso schöner ist es dann, wenn sie im eigenen Garten wachsen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Möhren sind populär und das Sortiment ist vielfältig in Form und Farbe. Sie lassen sich im Gartenbeet, aber auch in Kisten oder anderen tiefen Gefäßen anbauen.

Eigener Feiertag

Auch wenn es nicht ganz klar ist, wie der 4. April zum Internationalen Tag der Karotte wurde, so ist es sinnvoll diesen in das Frühjahr zu legen. Es gibt sie noch als Lagergemüse und es ist Zeit für die eigene Aussaat der Möhren. Der Feiertag geht wohl auf den Schweden Fredrik Fredricsson zurück. Seit 2003 feiert man den „Tag der Karotte“ in mehreren Ländern.

Karotten-Vielfalt

In Deutschland werden vor allem lange, schlanke und orangefarbene Möhren im Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Doch wer selbst sät und erntet, erkennt schnell, dass das Angebot weit vielfältiger ist. So gibt es kleine runde Sorten oder mittelgroße (bis zehn Zentimeter), kompakte mit konischer Wurzelform. Diese eignen sich auch für Böden, die nicht so tiefgründig und locker sind. Orange ist der Klassiker, doch das Farbspektrum reicht von weiß über gelb bis hin zu dunklem Violett (mit orangefarbener Mitte). Karotten sind ein gesunder Snack zum Rohverzehr, manche Sorten eignen sich auch als Lagermöhren über den Winter. Während Frühmöhren zum Frischverzehr etwa 70 bis 90 Tage benötigen, erntet man späte Sorten zum Einlagern erst nach mehr als 200 Tagen. In milden Wintern können die Rüben sogar im Beet bleiben und nach Bedarf geerntet werden.

Möhren im Garten

Schön geformte und lange Möhren erzielt man auf tiefgründigen und steinfreien Böden mit einem höheren Sandanteil. Bei stark lehm- und tonhaltigen, verdichteten Böden teilt sich der Rübenkörper häufig und sie werden „beinig“. Trotzdem muss man auf die eigene Karottenernte unter diesen Bedingungen nicht verzichten: Probieren Sie die Dammkultur. Errichten Sie gut 20 Zentimeter hohe Dämme, die mit Brettern abgestützt werden. Eventuell mischen Sie Sand mit in die Gartenerde, um eine bessere Durchlässigkeit zu gewährleisten.

Die Möhren-Aussaat erfolgt meist von April bis Juni, manchmal auch schon ab März. Nach dem Angießen, sorgt das Abdecken mit einem Vlies für ein gleichmäßiges Keimen und dient als Kälteschutz in den ersten Frühlingswochen. Für die Aussaat bei trockener und warmer Witterung, bleibt der Boden unter dem Vlies länger feucht. Empfehlenswert ist eine Reihensaat mit Abstand der Reihen von etwa 25 Zentimetern. So kann der Boden dazwischen gelockert und Unkräuter entfernt werden. In eine Rille von ein bis drei Zentimetern Tiefe werden die kleinen Samenkörner in wenigen Millimetern Abstand gesät. Damit man noch weiß, wo die Reihe verläuft, eignen sich Radieschen als Markiersaat etwa alle zehn Zentimeter, die schneller keimen als die feinen Karotten. Damit sich schöne und dicke Möhren bilden können, zieht man einen Teil der zarten Jungmöhrchen heraus, wenn das feine Laub eine Höhe von wenigen Zentimetern erreicht hat. Schließlich stehen auf dem laufenden Meter noch 40 bis 50 Pflänzchen, die nun ausreichend Platz zum Wachsen haben.

Das gesunde Wurzelgemüse lässt sich auch gut in Kisten, gefüllt mit lockerem Substrat, anbauen und hat deshalb beim Urban Gardening einen festen Platz. Wer mit Kindern gärtnert, verwendet die Möhren ebenfalls häufig, da schon bald im Jahr mit der Aussaat begonnen werden kann. Zum anderen sind sie ein wohlschmeckendes und süßes Nasch- und Snackgemüse.

Möhren gehören zu den Doldenblütlern. Hat man das Ernten einzelner Exemplare vergessen, so treiben sie im nächsten Frühjahr durch und bilden zierliche weiße Blütchen in einer Dolde, ähnlich der wilden Verwandten. Unterschiedlichste Insekten tummeln sich daran und freuen sich über das Pollen- und Nektarangebot. Später bilden sich Samen, die sie im nächsten Jahr wieder säen können, wenn die Sorte samenfest ist.

(Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 13 – Mit Vliesen schützen

Salate und Kohlrabi, Radies und Möhren gehören zu den ersten Gemüsearten im Garten, die gepflanzt bzw. direkt ins Beet gesät werden. Das Abdecken mit Vlies erleichtert den Start, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Vlies dient zum Schutz vor Kälte und eignet sich zum Verfrühen oder Verlängern der Gemüseernte. Es lässt sich bei Gemüsearten, aber auch bei verschiedenen kleinwüchsigen Obstarten einsetzen.

 

Wichtiges Hilfsmittel im Garten

Vliese sind wie Lochfolien eine Flachabdeckung auf dem Beet. Sie schützen vor kalter Witterung – besonders in Frostnächten. Tagsüber wird die in den Boden eingestrahlte Sonnenenergie gespeichert. Auf diese Weise erwärmt sich der Boden und die bodennahe Luftschicht. Vlies ist ein dünnes Kunststoffgewebe und daher oft nicht gerne gesehen, aber es bringt doch viele Vorteile mit sich. Und bei richtiger Anwendung und Lagerung hält ein Vlies mehrere Jahre.

Vliese sind spinnwebenartig verwobene Kunststofffäden mit einem sehr geringen Eigengewicht (z. B. 17 g/m² oder dicker mit 30 g/m²). Vlies lässt flächig ausreichend Wasser und Luft durch. Die Lichtdurchlässigkeit ist jedoch geringer als bei Folien. Bei starker Abkühlung der Luft bildet sich durch die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit eine dünne Eisschicht direkt unter dem Vlies. Diese verhindert die Abstrahlung von Bodenwärme schützt dadurch die Pflanzen noch bei minus fünf Grad Celsius Außentemperatur. Vliese werden in Gartencentern, in den Gartenabteilungen der Baumärkte oder über das Internet angeboten.

 

Vliese im Gemüsebeet

Achten Sie auf die Abmessungen von mindestens 1,80 Meter Breite, damit Sie auch ganze Beete bedecken können. Gleich nach der Aussaat oder der Pflanzung wird das Gewebe locker aufgelegt. Anschließend fixiert man es am Rand mit Stangen oder Steinen auf der Erde, damit es nicht wegweht. Außerdem kann so das schützende Material leicht entfernt bzw. aufgedeckt werden, wenn Pflegemaßnahmen wie Hacken oder Unkrautentfernen nötig werden. Dabei kann die Auflage nachgelockert werden, um die wachsenden Pflanzen nicht zu drücken. Bleiben die Tage und Nächte mild und steigen die Temperaturen, entfernen Sie spätestens Mitte Mai das Vlies vom Beet. Sonst wird es den Pflanzen darunter zu warm und sie schießen auf bzw. werden sehr weich. Das Abnehmen des Vlieses sollte möglichst an einem trüben und regnerischen sowie windstillen Tag geschehen, damit die Pflanzen keine Blattflecken durch Sonnenbrand erleiden. Vorsichtshalber bleibt das Vlies noch einige Zeit in Griffnähe, um die Pflanzen ganz schnell bei angesagten Frostnächten zu schützen.

 

Vliese auch beim Obst

Der Klimawandel lässt viele Obstgehölze früher austreiben. Fröste können dann größere Schäden anrichten. Vlies lässt sich auch als Schutzmaterial über kleinwüchsige Obstgehölze legen. Wäscheklammern fixieren das Gewebe am und über dem Gehölz. So manch einer konnte mit diesen einfachen Möglichkeiten seine Ernte vor (Spät-)Frost retten. Vlies eignet sich als besonders gutes Schutzmaterial bei Spalierobst. Leicht lässt es sich an den Spalierdrähten befestigen. Die jungen Austriebe von Tafeltrauben und Kiwibeeren sind so vor schädigenden Spätfrösten gut geschützt. Achten Sie darauf das Schutzmaterial nur kurzzeitig zu nutzen, um die Pflanze nicht zu „verweichlichen“. Außerdem benötigen Blüten Insekten zur Bestäubung und sollten deshalb nicht tagelang abgedeckt werden.

Wer jetzt das Vlies über Erdbeerpflanzen legt, fördert das Wachstum und verfrüht die Ernte. Während der Blütezeit wird es, zumindest tagsüber, entfernt, um eine ausreichende Bestäubung und Befruchtung zu gewährleisten. Bienen und andere Insekten freuen sich über das reiche Angebot von Pollen und Nektar. Bei Frostnächten ist der Schutz durch Vlies besonders wichtig, da die Blüten erfrieren würden. Das zeigt sich durch die Schwarzfärbung der Blütenmitte. Hier entwickeln sich keine Früchte mehr. Durch die Vliesauflage können Frühsorten schließlich bis zu sieben Tage früher geerntet werden.

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Bayerische Gartenakademie © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 12 – Rhabarber antreiben

Rhabarber läutet in vielen Gärten die Erntesaison ab Ende April/Anfang Mai ein. Als Kompott, Kuchenbelag, Fruchtaufstrich und vor allem als Saft in Getränken wird das fruchtige Gemüse wieder beliebter. Mit einigen Tricks lassen sich die Stiele schon bald ernten, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wie Spargel ist Rhabarber ein typisches Saisongemüse, das es nur bestimmte Zeit gibt. Bereits um den 24. Juni endet die Ernte der beiden Gemüsearten schon wieder. Umso mehr freut es dann Rhabarber-Liebhaber, wenn das Ernten schon zwei bis drei Wochen früher beginnt.

 

Früher zur Rhabarberernte

Bedingt durch die kalten Nachttemperaturen spitzen jetzt erst langsam die dicken Blattknospen aus dem Boden. Damit sie zügig weiterwachsen können, gibt es Möglichkeiten sie zu schützen. Ganz klassisch sind spezielle glockenförmige Treibtöpfe aus Ton. Sie überzeugen nicht nur durch ihre Funktionalität, sondern auch durch ihre Optik. Diese sind relativ teuer, jedoch hochwertig und dekorieren den Garten. Günstigere Alternativen sind große Tontöpfe, Weidenkörbe oder sogar Mörtelkübel.

Unter den Hauben wärmt die Frühjahrssonne Boden und Luft auf, was ein schnelles Wachstum fördert. Bei Bodentrockenheit vor dem Abdecken der Rhabarberstaude ist das Gießen (mit warmem Wasser) nötig. Lüften Sie die Hauben jedoch regelmäßig, damit es darunter nicht zu heiß und zu feucht wird. Durch den Lichtmangel bilden sich zarte und geschmacklich milde Stiele. Je nach Temperatur sind die ersten Stangen nach zwei bis vier Wochen erntefähig. Dabei drehen Sie einige kräftige Stiele ab. Das Abschneiden würde zu Eintrittspforten von Schaderregern führen. Für weitere Stangenernten benötigen Sie die Schutzhauben nicht mehr; es sei denn, die Temperaturen sind noch kalt oder es drohen Nachtfröste. Da erweisen sich die Treibhilfen als guten Kälteschutz.

Der frühzeitigere Beginn und somit eine längere Erntezeit bedeutet für den Rhabarber einen großen Kraftakt und schwächt die Pflanze. Wenden Sie die Treibmethode deshalb nicht jedes Jahr an. Bei mehreren Pflanzen im Garten, können Sie das Vortreiben abwechselnd vornehmen.

 

Rhabarber nach der Ernte

Rhabarber ist eine Staude. Das heißt, er treibt im Frühjahr aus, wächst den Sommer über und zieht im Herbst wieder ein. In den kräftigen Rhizomen (Wurzeln) lagert er Reservestoffe ein, um im nächsten Jahr wieder kräftig austreiben zu können. Damit aber ausreichend Kraft gesammelt werden kann, muss der Pflanze grüne Triebteile belassen werden. Endet im Juni die Ernte, bleibt dem Rhabarber noch genügend Zeit durch die Assimilation der großen Blätter Reservestoffe zu bilden. Bilden sich die imposanten Blüten, so schwächen diese die Staude. Allerdings tummeln sich dort auch viele Insekten, so dass eine einzelne durchaus stehen bleiben kann. Weitere entfernen Sie besser, um die Ernte im nächsten Jahr nicht zu schwächen. Mulchen, düngen und gelegentliches Wässern bei Trockenheit im Sommer stärkt die Pflanze zusätzlich.

Nach dem Ernteende im Juni bilden sich oft noch besonders schöne starke Stangen. Vereinzelt können Sie diese noch verwenden z. B. als Kuchenbelag oder für gemischte Fruchtaufstriche. Die Behauptung, dass sich der Oxalsäure-Gehalt während des Sommers stark erhöhen würde, konnte nicht nachgewiesen werden. Im Spätsommer vergilben die großen Rhabarberblätter. Sie färben sich braun und trocknen ein. Entweder entsorgt man sie über den Kompost oder lässt sie als Mulchschicht und Schutz auf dem Boden liegen, sofern sie keine Blattflecken aufweisen.

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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