2022 – Gartentipp 39 – Frostspanner – Schäden durch Raupenfraß vorbeugen

Der Frostspanner, eine unscheinbare Raupe mit großem Hunger, kann im schlimmsten Fall Obstbäume, aber auch Ziergehölze kahl fressen. Eine vorbeugende Maßnahme sind Leimringe, die bei richtiger Anwendung gegen den Schädling wirken, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Hatten Sie diesen Fraßschaden im Frühjahr, lässt sich nun vorab im Herbst für das nächste Jahr vorbeugen. Beginnen die kalten Nächte, dann wird es Zeit etwas gegen die künftigen Raupen des Kleinen und Großen Frostspanners zu unternehmen.

Der Frostspanner

Anzeichen für den Befall durch den Frostspanner fallen im Frühjahr (April bis Mai) auf. Laubblätter sind ganz bis auf die Rippen oder zumindest aber löchrig zerfressen, oft in Verbindung mit angefressenen Jungfrüchten. Die jungen Blätter und Knospen der Kirschbäume, Zierkirschen und anderen Arten aus der „Prunus“-Familie gehören zu den Leibspeisen der Frostspanner. Doch sie sind nicht wählerisch und fressen auch an anderen Obst- und Ziergehölzen. Man unterscheidet den Großen und den Kleinen Frostspanner. Die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners sind variabel in Brauntönen gemustert. Beide bewegen sich mit dem typischen Katzenbuckel fort. Nach dem großen Fressen im Frühjahr seilen sich die Raupen ab und verpuppen sich etwa zehn Zentimeter tief in der Erde. Etwa bis Mitte September haben sich die Puppen dann in erwachsene Falter verwandelt – flugfähige Männchen und flugunfähige Weibchen.

Leimringe können Frostspannerweibchen stoppen

Bei starkem Frühlingsbefall durch Frostspanner können Sie vorbeugen. Rechtzeitig, wenn im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten, meist im Oktober, werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen, gräulichen unscheinbaren Kleinfaltern und anschließend die Eiablage.

Achten Sie außer auf den Zeitpunkt, auf das richtige Anlegen der Barriere. Sehr borkige Rinde, vor allem älterer Bäume, wird vor dem Anbringen des Leimringes geglättet, den man dann mit Schnüren oder Draht am oberen und unteren Ende festzurrt. So können die weiblichen Falter nicht darunter durchkrabbeln. Auch Baumpfähle, die bis zur Krone reichen, bekommen ebenfalls einen Klebering, um auch hier das Aufwandern zu verhindern. Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit, ob Sie trockenen Leim erneuern müssen oder ob Blätter anhaften, die als Brücken dienen können.

Entfernen Sie den Leimring spätestens Anfang März! Sonst verenden dort mehr nützliche Insekten als Schädlinge. Leider können Vögel auf dem Leim anhaftende Insekten als Futterquelle nutzen und sich dabei ihre Schnäbel verkleben. Und trotzdem sind Leimringe eine giftfreie, somit umweltfreundliche und dabei sehr effektive Maßnahme bei fachgerechter Anwendung. Denn selbst mit Biomitteln kann eine größere Baumkrone mit einer Rückenspritze im Frühjahr nur äußerst aufwendig und unzureichend behandelt werden.

Bitte beachten Sie: Leimringe helfen NICHT gegen den „Wurm im Apfel“, den Apfelwickler. Außerdem sollten sie über Sommer nicht gegen Ameisen angelegt werden.

Erfahrungen aus dem Garten

Wenn Sie Leimringe nach einem Frühjahrsbefall zwei Jahre nacheinander konsequent, d.h. rechtzeitig und richtig einsetzen, werden Raupenbefall und Schaden nur noch minimal sein. Dann kann durchaus wieder eine längere Pause von mehreren Jahren ohne diese „Barriere“ eingelegt werden.

Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten. Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Früher wurde empfohlen die Leimringe schon Anfang September anzulegen. Doch durch den Klimawandel hat sich das verändert. So treten die kalten Nächte oft erst im Laufe des Oktober auf.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2022 – Gartentipp 38 – Es ist Apfelzeit!

Die Apfelernte ist in vollem Gange – im Garten und in den Obstbaubetrieben. Äpfel sind gesund und schmecken frisch oder verarbeitet. Die Vielfalt ist riesig, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. So findet man sicher mehrere Lieblingssorten.

„Zeit der deutschen Äpfel – natürlich von nebenan“ heißt das Motto am 24. September 2022. Die Fachgruppe Obstbau und die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) sowie verschiedene weitere Verbände, Obstbaubetriebe und der Lebensmitteleinzelhandel setzen den in Deutschland geernteten Apfel in Szene.

Apfel – beliebtes und gesundes Obst

Vieles spricht dafür, den Apfel regelmäßig in die Ernährung zu integrieren. Kalorien- und fettarm, ballaststoffreich und viele Vitamine machen ihn zu einem wertvollen Obst. Er eignet sich zum Rohverzehr als Snack sowie verarbeitet als Kuchen, Mus, Saft, zu süßen und herzhaften Gerichten und vielem mehr. Äpfel haben eine sehr große Bedeutung in der gesamten Obstbranche. Doch die Früchte kommen nicht nur aus der Region. Darum möchten die deutschen Obstbauern mit der Aktion „Zeit der deutschen Äpfel – natürlich von nebenan“ auf ihre Situation aufmerksam machen und den Apfel „geerntet in Deutschland“ in den Focus rücken. Der Anbau von Äpfeln in Deutschland schützt das Klima und die Umwelt, fördert die eigene Gesundheit und unterstützt die regionalen Obstbauern, die Qualitätsprodukte aus der Natur liefern.

Riesige Sortenvielfalt

Jeder mag andere Äpfel. Das Aroma ist abhängig von der Sorte, aber auch dem Erntezeitpunkt und der Lagerung sowie den klimatischen Faktoren während des Wachstums. Die Apfelsaison beginnt schon im Sommer mit einigen Frühsorten. Doch nach und nach kommen andere Sorten aus der neuen Ernte in den Verkauf. Testen Sie die Apfelvielfalt und finden Sie Ihre Favoriten! Manch einer möchte säuerliche Äpfel wie ‘Elstar‘ und ‘Boskoop‘, ein anderer liebt die Süße von ‘Gala‘ und ‘Fuji‘. Probieren Sie doch auch in Deutschland geerntete Sorten, die Sie noch nicht kennen. Während im Lebensmitteleinzelhandel die Sortenvielfalt nicht ganz so groß ist, bieten Direktvermarkter oft ein sehr breites Apfelsortiment.

Apfelsorten für den Anbau im Garten und für die Streuobstwiese

Immer wieder wird nach Sorten gefragt, die man im Lebensmitteleinzelhandel findet. Doch für den Freizeitgärtner gibt es viele andere sehr schmackhafte Sorten, die man vielleicht noch im Direktverkauf eines Hofladens findet. Auf sehr anfällige oder im Anbau schwierige Sorten aus dem Erwerbsanbau wie ‚Golden Delicious‘, ‚Gala‘, ‚Gloster‘, ‚Jonagold‘, ‚Elstar‘, ‚Braeburn‘ und andere sollte man im Hausgarten bzw. Streuobstanbau verzichten! Beziehen Sie dafür robuste regionale Sorten mit ein.
https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/089942/index.php (Haus- und Kleingarten)
Streuobstwiesen liefern einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität. Es sind wichtige Biotope. Oft werden hier regional-typische Apfelsorten angepflanzt und erhalten.
https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/145189/index.php (Streuobst)
Sie haben eine Streuobstwiese oder interessieren sich dafür? Dann nutzen Sie die Chance bei der Veranstaltung der Bayerischen Gartenakademie „Streuobst aktuell“ dabei zu sein.
https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/veranstaltungen/306414/index.php (Streuobst aktuell)

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2022 – Gartentipp 37 – Genussvolle Tafeltrauben

Die Weinlese ist in vollem Gange, auch in diesem Jahr durch die anhaltende Trockenheit und Wärme wieder etwas früher. Auch in Bayerns Gärten ist es Zeit für die Ernte wohlschmeckender Früchte, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Tafeltrauben locken jetzt mit Süße und Saftigkeit.

Während in den Weinbergen Keltertrauben für die Weinbereitung geerntet werden, eignen sich die robusten Tafeltrauben vor allem für den Frischverzehr. Mit den richtigen Sorten wird die Ernte aus dem Garten ein Genuss.

 

Keltertraube und Tafeltraube

Keltertrauben aus denen Weine hergestellt werden, besitzen im Verhältnis zu ihrer Beerengröße einen hohen Kernanteil. Die Trauben selbst sind sehr kompakt. Oft sind die Sorten anfällig für Echten und Falschen Mehltau (Oidium und Peronospora), zwei typische Pilz-Krankheiten. Von Tafeltrauben gibt es sogenannte PIWI-Sorten, die eine Widerstandsfähigkeit dagegen besitzen. Sie bleiben bei richtiger Pflege (Schnitt, Laubarbeiten den Sommer über) und optimalem Standort (luftig und sonnig) weitestgehend gesund. Der Fruchtstand der Tafeltrauben ist locker aufgebaut, trocknet deshalb schneller ab.

Traubenernte über einige Wochen hinweg

Bei mehreren Sorten im Garten können Sie frische Trauben über einen langen Zeitraum genießen. Kombinationen mit frühen und mittelspäten bis späten Sorten machen das möglich. Wer mehr Platz hat, kann auch noch mit den Farben der Früchte variieren. Es gibt jedoch auch Sorten, die lange am Rebstock hängen bleiben und somit über einen weiten Zeitraum geerntet werden.

Alle nachfolgend angegebenen Reifezeiten der Sorten beziehen sich auf den Anbau im Weinbauklima und auf ein durchschnittliches Jahr. In anderen Gegenden und bei Wetterextremen kann die Ernte durchaus um zwei Wochen variieren. Durch die warme bis heiße Witterung und die teilweise geringen Niederschlagsmengen beginnt die Ernte der Trauben in diesem Jahr schon früher.

Von ‘Birstaler Muskat‘ und ‘Muskat Bleu‘ können Sie über einen langen Zeitraum ernten. Schon ab Ende August schmecken die mittelgroßen ersten Beeren. Bis in den September hinein und noch länger, lassen sie sich ernten und werden immer süßer. Weitere Sorten mit Muskatton sind ‘Palatina‘ und ‘Garant‘, deren Reife oft erst Mitte September beginnt. ‘Fanny‘ eignet sich wegen der Reifezeit Ende September bis Mitte Oktober nur für den Anbau im Weinbauklima oder an besonders geschützten Standorten. Außer ‘Muskat Bleu‘ besitzt ‘Ontario‘ ebenfalls blaue Beeren, die ab Mitte September reifen.

Wären da nicht die Kerne…..

Während Keltertrauben einen sehr hohen Kernanteil im Gegensatz zu ihrem Fruchtgehalt besitzen, liegt das Verhältnis bei den Tafeltrauben zugunsten des Fruchtfleisches. Doch es gibt auch „kernlose“ Sorten. Ganz ohne Kerne sind sie trotzdem nicht. Die verkümmerten Samenanlagen spürt man nicht mehr. Die einzelnen Beeren an der Traube sind kleiner als bei Sorten mit Kernen.

Empfehlenswerte ist die grün-gelb reifende kernlose Sorte ‘New York‘ oder ‘Lakemont‘ mit der Reifezeit Mitte bis Ende September. Die etwas kleineren Beeren werden von Kindern gerne gegessen. Sie schmecken süß und sehr mild. Die Frosthärte der Sorte ist gut, jedoch kann bei ungünstigem Wetter durchaus Mehltau auftreten. Ebenfalls kernlos und mit gleicher Reifezeit ist ‘Romulus‘. Die Sorte wächst stark, bringt hohe Erträge und große Trauben. Die blauen mittelgroßen Beeren der kernlosen Tafeltraube ‘Venus‘ schmecken ein bisschen nach Erdbeere. Die sehr robuste Pflanze selbst wächst stark und eignet sich deshalb gut für die Begrünung einer Pergola. Die rosafarbenen Beeren von ‘Vanessa‘ schmecken fruchtig süß und reifen ab Anfang September.

Schutz vor Ernte-Konkurrenz

Heimische Tafeltrauben und vor allem die Trauben aus dem eigenen Garten können durchaus qualitativ mit den Trauben aus dem Ausland konkurrieren. Trauben sind ein typisches Naschobst, denn die Beeren genießt man in der Regel gleich roh. Doch auch Vögel und Wespen lieben die saftigen und süßen Früchte. Ein feinmaschiges Gewebe, z. B. Gemüsefliegennetze oder Organzasäckchen, schützt die Trauben zuverlässig. Vielleicht netzen Sie auch nur einen Teil der Trauben ein und lassen gezielt den Tieren etwas von den süßen Früchten. Sie sind nicht nur auf der Suche nach Süßem, sondern auch nach Feuchtigkeit, besonders in trockenen Jahren. Leider gibt es auch die gefürchtete Kirschessigfliege, die besonders dann schädigt, wenn die Früchte ihre Reife erlangen. Organzabeutel bieten auch hier ausreichend Schutz. Durch das sehr feinmaschige Gewebe perlt sogar Wasser ab, was dann gleichzeitig noch vor Befall mit Grauschimmel schützt.

 

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2022 – Gartentipp 36 – Salate für die kalte Jahreszeit

Auch wenn man bei der Hitze und Trockenheit noch gar nicht an den Winter denken mag, so ist es an der Zeit vorzusorgen. In den letzten Jahren erlebten wir einen immer längeren Herbst, was in vielen Regionen die Möglichkeit bietet, auch jetzt noch Salate im Garten zu pflanzen. Dann kann in der kalten Jahreszeit geerntet werden, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres, vor allem längeres Anbau- und Erntefenster, sodass ein Gemüsegarten bis in den Winter grün bepflanzt ist. Wir können so fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden.

Jetzt noch Salate pflanzen

Beim Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen wie Gurke, Zucchini oder Tomate, entstehen Lücken, die sich nun problemlos mit Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat bepflanzen lassen. Manchmal findet man auch Chinakohl- und Zuckerhutpflanzen im Angebot. Durch anhaltende warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind zudem kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie später bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Oft sind es dann nur wenige einzelne Nächte, die diese Maßnahme erfordern. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls noch möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.

Spinat

Auch Spinat eignet sich als Nachkultur der Sommergemüse. Empfehlenswert ist auch hier das Aussäen in einer Reihe, um das Hacken und Unkrautjäten zu erleichtern. Alle drei bis fünf Zentimeter kommt ein Saatkorn in die Rille. Bei mehreren Reihen auf dem Beet, beträgt der Reihenabstand mindestens 25 Zentimeter, damit die Pflanzen genügend Abstand zueinander haben. Bis zum Erscheinen der Keimblätter hält man die Aussaat feucht. Falls das Saatgut schlecht keimt, kann es daran liegen, dass der Boden einen sehr hohen Humusanteil besitzt, was der Spinat nicht mag.

Feldsalat

Besonders beliebt ist Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Säen Sie im September entweder breitwürfig, oder besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat zunächst in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. In vielen Gärtnereien können Sie mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen erwerben. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus oft auch noch im November. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann je nach Aussaat- bzw. Pflanztermin im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass sich auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen eignen. Sollte es strengen Frost im Winter geben, schützt eine Vliesauflage vor Schäden.

Auch das ist jetzt noch möglich

Es gibt weitere Gemüsearten, die nun leere Plätze im Beet einnehmen können. Schnelle Lückenfüller sind Gartenkresse und Salatrauke, aber auch Frühjahr- und Herbstsorten von Radies. Bedingt durch die kühler werdenden Tage und Nächte besteht nun auch die Chance, dass die Blätter ohne Löcher bleiben. Den Sommer über wurden die Blätter vom Erdfloh massiv zerfressen, da er sich bei trockener und heißer Witterung stark vermehrt.

 

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2022 – Gartentipp 35 – Rostmilben an Tomaten

Es ist Hoch-Erntezeit bei den Tomaten. Täglich reifen rote, gelbe oder gestreiften Früchte und bereichern unsere Mahlzeiten. Doch wer sich die Pflanzen genauer anschaut, kann manchmal braunfleckige Blätter entdecken. Auch im Schaugarten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim können die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie dies beobachten.

Braune Flecken an den Tomatenblättern können Anzeichen der Kraut- und Braunfäule sein, wenn die Witterung recht feucht ist. Bei Hitze und Trockenheit fühlen sich Rostmilben sehr wohl.

Schädigungen der Tomate durch die Rostmilbe

Aufgrund der heißen und trockenen Witterung hatte die Kraut- und Braunfäule, eine Pilzkrankheit, keine Chance sich an den Tomatenpflanzen auszubreiten. Doch trotzdem treten ähnliche Schäden auf – verursacht durch die Rostmilbe. Oft fällt auf, dass zunächst einzelne Blattteile vergilben und später vertrocknen, zumeist vom Stielansatz her. Auch beginnt dann die „Berostung“ der Stängel und Triebe. Grundsätzlich färben sich alle befallenen Pflanzenteile zunächst bronze bis rostrot und vertrocknen schließlich. Werden junge Früchte befallen, so verkorkt die Schale und reißt später auf.  Ein sehr starker Befall kann auch zum Absterben der ganzen Pflanze führen.

Tierischer Schädling an der Tomate

Bei einer Größe von nur 0,16 mm lassen sich Tomatenrostmilben (Aculops lycopersici) nur mit einer guten Lupe oder unter dem Mikroskop erkennen. Es sind freilebende Gallmilben, deren Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier bei warmen Temperaturen über 25 Grad Celsius nur fünf bis sieben Tage dauert. So konnten sich die Milben in den letzten Wochen sehr rasch vermehren. Die Rostmilben verursachen durch ihre Saugtätigkeit zunächst eine bronzefarbene Reifschicht über den Stängeln, später über die Blätter und bei sehr starkem Befall auch über den unreifen Früchten. Betrachten Sie also nun genau Ihre Tomatenpflanzen, wenn diese nicht mehr ganz gesund aussehen und Veränderungen auftreten. Besonders stark ist der Befall, wo von morgens bis zum Abend die Sonne vom Himmel brennt und den Tomatenpflanzen der Hitzestress zusetzt. Pflanzen im lichten Schatten zeigen kaum oder gar keine Schäden.

In weniger heißen und trockenen Jahren tritt der Befall in der Regel nur unter einem Dach oder im Kleingewächshaus auf.

Rostmilbe – und dann?

Gegen die Rostmilbe gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten. Es ist möglich bei Beginn, befallene Pflanzen und Pflanzenteile zu entfernen, um eine weitere Schädigung zu verlangsamen. Die Tiere können jedoch trotzdem durch Wind, vor allem aber durch die Kleidung bei Pflege- und Erntearbeiten an der Tomatenpflanze auf andere Pflanzen übertragen werden. Neben den Tomaten gehören andere Nachtschattengewächse zu den Wirtspflanzen. Es sind beispielsweise Kartoffeln, Petunien, Andenbeere und Engelstrompete. Da die Milbe als Ei überwintert, sollten befallene Pflanzenteile nicht im Hausgarten verbleiben. Achten Sie deshalb auch im Herbst beim Überwintern von Engelstrompete oder Andenbeere auf einen möglichen Befall mit der Rostmilbe. Im Zweifelsfall entsorgen Sie besser die Pflanze, um damit einem Tomatenbefall in der nächsten Vegetationsperiode vorzubeugen.

 

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2022 – Gartentipp 34 – Trockenheit, Hitze oder Feuerbrand?

In letzter Zeit mehren sich die Anfragen zu trockenen Ästen oder Astpartien besonders an Quitte und Apfel. 2022 wird wieder ein Feuerbrandjahr in Bayern, befürchten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Das Feuerbrandbakterium führt zu absterbenden Ästen. Doch nicht alles was jetzt vertrocknet, ist die gefürchtete Krankheit. Hitze und Trockenheit, Echter Mehltau und Spitzendürre können ebenfalls ursächlich sein.

Feuerbrand-Merkmale

Bei der Feuerbrandkrankheit verfärben sich die Triebe dunkelbraun bis schwarz und sterben schließlich ab. Es können sowohl blühende als auch Laubtriebe, einschließlich Wasserschosser, betroffen sein. Zunächst welken die Blätter, die Blüten und die Triebe. Sie vertrocknen in Verlauf der Infektion, die dürren Blätter bleiben an den Astpartien hängen und sehen wie „verbrannt“ aus. Die Ausbreitung des Erregers geschieht meist recht schnell. Junge, noch krautige Triebspitzen krümmen sich oft hakenförmig nach unten. Selten findet man bei feucht-warmer Witterung Bakterienschleim-Tröpfchen aus den erkrankten Stellen austreten. Diese Tröpfchen sind zunächst milchig weiß, verbräunen, trocknen ein und können bei Regen abgewaschen werden.

Der Feuerbranderreger ist ein Bakterium: Erwinia amylovora. Auch wenn der Wirtskreis sehr groß ist, beschränkt es sich doch auf Kernobst und nahe Verwandte. Besonders betroffen sind Quitte, Apfel und Birne sowie deren Zierformen, Weiß- und Rotdorn, Feuerdorn, Vogelbeere und Mehlbeere, Zwergmispel und Felsenbirne. Kirschen, Zwetschgen und Beerenobst werden nicht infiziert.

Meldepflicht beim Feuerbrand

Haben Sie keine Angst vor der Meldepflicht. Wenden Sie sich im Verdachtsfall entweder an die zuständige Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege an den Landratsämtern oder an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz, Lange Point 10, 85354 Freising, phytobakteriologie@lfl.bayern.de. Hier ist auch ein kostenfreier Test möglich. Die Feuerbrand-Krankheit kommt in Bayern bereits fast überall vor. Trotzdem ist es für die Pflanzenschutz-Beratung weiterhin wichtig, einen Überblick über die aktuelle Feuerbrandsituation in den einzelnen Regionen zu bekommen. Um erwerbsmäßige (Obst-)Anlagen zu schützen und ein Übergreifen zu verhindern sind besonders auch die Besitzer von Gärten und Streuobstwiesen angehalten, ihre Kernobstbestände regelmäßig zu kontrollieren.

Feuerbrand und dann?

Besprechen Sie die Vorgehensweise mit Ihrer Kreisfachberatung! Es gibt keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Feuerbrandbekämpfung. Möglich sind nur Schnitt- und Rodemaßnahmen. Sehr stark befallene Bäume werden in der Regel gerodet, um den Infektionsdruck herabzusetzen. Schwach befallene Bäume können manchmal durch Pflegemaßnahmen (Rückschnitt, gute Wasser und Nährstoffversorgung, Ruhigstellen des Wachstums) erhalten werden. Besonders ältere Apfel- oder Birnbäume scheinen den Feuerbrandbefall gut zu überstehen. Geringer Schnittgutanfall kann über den Restmüll entsorgt werden, größere Mengen gut abgedeckt an eine Müllverbrennungsanlage geliefert. Vom Häckseln von Schnittgut und der Kompostierung ist abzuraten, da sich der Erreger ausbreiten kann. Desinfizieren Sie Ihre Schnittwerkzeuge (Säge, Schere,…), um eine Ansteckung zu vermeiden z.B. mit 70 %igem Alkohol.

Liste der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege in Bayern

Verwechslungsmöglichkeiten mit dem Feuerbrand

Gerade bei der anhaltenden Hitze und Trockenheit dörren einzelne Triebe oder ganze Pflanzen regelrecht dahin. Manchmal werfen sie das Laub jetzt schon ab, um sich zu schützen. Oft beginnt es mit hellbraunen Verfärbungen auf einzelnen Blättern, bevor dann der Trieb eintrocknet. Echter Mehltau, der in diesem Jahr verstärkt auftritt, führt ebenfalls häufig auch zu eingetrockneten Triebspitzen. Ursächlich für welkende, verbräunte und vertrocknete Blüten und Triebe können neben dem Feuerbrand auch andere bakterielle oder pilzliche Welkekrankheiten (z. B. Pseudomonas syringae, Monilia) Erreger sein. Ebenso kommen tierische Schädlinge (z.B. Birnentriebwespe) und andere Einflüsse (Spät-Frost, Hitzestress) in Frage. Die genaue Diagnose ist nur durch spezielle Testverfahren im Labor möglich.

 

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2022 – Gartentipp 33 – Ein Garten voller Düfte

Ein Garten berührt alle Sinne. Besonders in der warmen Jahreszeit werden Gärten zu wahren Duftoasen, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Nicht nur Blüten riechen, auch Blätter und Früchte verströmen einen charakteristischen Duft.

Begeben Sie sich doch auf Entdeckungsreise durch Ihren Garten. Finden Sie wohlriechende Düfte von verschiedenen Obst- und Gemüsearten sowie den Einjahresblumen, Stauden und Gehölzen.

 

Duftgeranien – ein Genuss für die Sinne

Duftgeranien sind wahre Liebhaberpflanzen, die nach jährlicher Überwinterung oft viele Jahre ihre Besitzer*innen erfreuen. Die Blüte ist oft unspektakulär und weniger auffällig als bei den bekannten Balkongeranien. Das Besondere liegt im Duft der Blätter. Bei intensivem Sonnenlicht oder beim Berühren der Blätter verbreiten sie einen angenehmen Duft. Quelle des Wohlgeruchs sind feine Härchen auf der Blattunterseite, an deren Spitzen Duftdrüsen gefüllt mit ätherischen Ölen sitzen. Zerreibt man die Blättchen zwischen den Fingern werden die Öle freigesetzt. Das Duftspektrum reicht dabei von fruchtigen Aromen wie Apfel, Orange oder Zitrone bis hin zu würzigen Zimt-, Ingwer- oder Muskattönen und frischer Minze.

Fast so variantenreich wie die Duftrichtungen sind die Wuchsformen der Duftgeranien. Es gibt zierliche und stark wachsende Arten, solche, die aufrecht, hängend oder polsterartig wachsen. Die kleinen, einfachen Blüten in Weiß, karminrot oder Rosatönen geben den Laublättern einen zusätzlichen Charme. Duftpelargonien sind gleichzeitig Blattschmuckpflanzen durch die unterschiedlichen Strukturen der Laubblätter. Durch ihre Vielfältigkeit beginnt gelegentlich auch eine Sammlerleidenschaft. Übrigens riechen auch die Blätter von vielen Storchschnabel-Sorten, den mehrjährigen Stauden mit dem botanischen Artnamen Geranium.

Minzen-Sommer

Wer denkt „Minze ist Minze“, der irrt und hat sich noch nicht in Gärten, im Gartenfachhandel oder gar bei Minzen-Fans umgesehen. Schon allein das Aussehen zeigt Unterschiede auf. Einige Arten wachsen sehr kompakt und bleiben klein, während andere sehr üppig wachsen und sich stark ausbreiten. Manche besitzen haarige Blätter, während andere fast glatt sind. Die Blattfarben variieren von hellgrün, über dunkelgrün bis hin zu lila-grün und sogar zweifarbig mit weiß oder gelb. Die Ananasminze besitzt einen weißen Rand an den Blättern und die Ingwerminze zeigt gelbe Sprenkel im grünen Laub. Und die Blattgrößen und Formen sind ebenfalls sehr individuell. So besitzt die Krause Minze stark gekräuselt-wellige Blätter.

Klassisch ist die scharfe Pfefferminze, die gerne für Tee verwendet wird. Mild und fruchtig dagegen sind die „Obstminzen“: Ananasminze, Erdbeerminze, Orangenminze, Bananenminze, Ingwerminze, Apfelminze und andere. Wer gerne „After Eight“ mag, wird an der Schokominze seine Freude haben. Die Blätter dieser Pflanzen können Sie gut dosiert in fruchtigen Obstsalaten verwenden oder als frischen Zusatz zu Getränken. Bei der Hugo Cocktail- oder Mojito-Minze ist der Verwendungszweck schon klar. Probieren Sie verschiedene Verwendungsmöglichkeiten aus. Stark riechende und schmeckende Arten nutzen Sie besser in kleinen Mengen. Schon wenige Blätter einer Minze werden zusammen mit frischen Früchten zu einem leckeren, aromatisierten Wasser – ein wahrer Frischekick an heißen Sommertagen.

Duftende Zierpflanzen

Nur eine ganz kleine Auswahl können wir erwähnen: Der Name sagt schon, dass die Vanilleblume mit ihren tief lilablauen Blüten nach Vanille duftet und dabei verschiedene Insekten anlockt. Vor allem die Blätter verströmen ihr Aroma, wenn man an Ananas-Salbei und Zitronenverbene reibt. Wohlriechende Düfte erlebt man bei sonnigem Wetter auch im Staudenbeet. Außerdem sind viele der folgenden Pflanzen äußerst pflegeleicht und sogar einigermaßen trockenheitsverträglich. Solche Duftpflanzen sind Katzenminze (Nepeta), Bergminze (Calamintha) und Duftnessel (Agastache) bei denen die Blätter duften. Blütenduft kann man bei Nelken (Dianthus), verschiedenen Taglilien (Hemerocallis citrina und H. flava), Nachtviole und Yucca erleben. Letztere riechen vor allem am Abend und in der Nacht wie auch die Nachtkerze (Oenothera). Nicht zu vergessen sind verschiedene Rosen, Lavendel und die silberlaubige Blauraute (Perovskia). Weitere duftende Gehölze sind Geißblatt, Sommerflieder (Buddleja) sowie Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) und kleinblättriger Pfeifenstrauch (Ph. microphyllus).

Duft im Gemüsegarten

Sagen Sie nicht, dass Gemüse nicht riecht. Kennen Sie den typischen Geruch frisch geernteter Gurken oder den würzigen Geruch sonnengereifte Tomaten? Natürlich gehören die vielen Kräuter zu den Duftpflanzen dazu. Selbst wenn nicht alle verwendet werden, so beeinflussen sie doch unsere Sinne und machen gute Laune: diverse Minzen und Thymiane, Oregano, Basilikum, Bohnenkraut, Salbei, Rucola, Schnittlauch, Fenchel und Dill, Curry- und Olivenkraut und viele, viele mehr. Übrigens besitzen die meisten von ihnen Lippen- oder Doldenblüten und bieten Nahrung für Biene und Co.

Immer der Nase nach

Welche Düfte gibt es in Ihrem Garten? Gehen Sie auf Entdeckertour und erleben Sie Ihren Garten neu. Sicherlich gibt es auch sehr unspektakuläre Gerüche. Doch Sie werden auch verschiedenste Dufterlebnisse haben, die nicht zu erwarten waren. Genießen Sie die Sommerzeit!

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 32 – Mein Garten ist ein Schlaraffenland

Bei ausreichender Wasserversorgung der Pflanzen bietet der Garten nun eine Fülle an reifem Gemüse und Obst. „In den Sommerwochen ist Schlemmen angesagt“, schwärmen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Erntekörbe sind schnell mit leckeren Köstlichkeiten gefüllt. Bunte Blüten schmücken Beete und Vasen.

Aber nur ein vielfältiger Garten bietet eine solche Üppigkeit. Menschen und Tiere fühlen sich wohl im heimischen Schlaraffenland und genießen die warmen Sommertage.

Üppige Gemüseernte

Für stets junges Gemüse ist regelmäßiges Durchpflücken wichtig. Dann legt die Pflanze ständig neue Blüten und schließlich Früchte an. Beispiele sind Zucchini und Bohnen. Zucchini lässt man besser nicht zu groß werden. Besonders zart sind die Früchte bei einer Ernte von 20 bis 25 Zentimetern. So lassen sie sich auch roh, z.B. geraspelt oder dünn gehobelt, verwenden. Auch bei Bohnen wartet man nicht zu lange mit der Ernte. Sonst werden sie zäh und setzen Samenkörner an. Dies tritt bei hohen Temperaturen besonders häufig auf.

Ausreifen hingegen müssen Tomaten. Dann schmecken sie am besten, haben ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und ihr typisches Aroma. Orange, rot, schwarz oder gelb liegen die Tomaten verzehrfertig im Erntekorb. So unterschiedlich die Farben, so verschieden sind Geschmack, Form und Größe. Dattelförmig, rund oder gebuchtet, winzig klein bis handgroß präsentieren sich die Tomatensorten. Ähnlich vielfältig zeigen sich Paprika-Früchte: spitz, blockig, klein oder faustgroß, in den Farben gelb, orange, rot, braun oder violett. Grün sind sie zunächst alle und färben mit zunehmender Reife um. Ausgereift schmeckt Paprika, vor allem auch die kleinen Früchte der Snack-Paprika, besonders süß. Grün geerntet schmeckt Paprika oft etwas „grasig“ und leicht bitter. Haben Sie Bratpaprika („Pimentos de Padron“) angebaut? Ernten Sie die jungen Früchte bis maximal fünf Zentimeter Größe! Wartet man zu lange, dann bilden sie verstärkt Schärfe. Übrigens nennt man die Bratpaprika nicht ohne Grund auch „Überraschungspaprika“ oder „Roulette-Paprika“, denn die Schärfe variiert von Frucht zu Frucht.

Doch der Gemüsegarten bietet noch mehr: Gurken, Auberginen und Mangold können stetig geerntet werden. Frühkartoffeln kommen aus dem Boden, wenn das Laub abstirbt. In diesem Sommer wachsen sogar (Mini-)Melonen in den Beeten. Erste saftige Früchte sind nun reif und überraschen mit fruchtiger Süße.

Ernten im Obstgarten

Viele Obstarten reifen im Sommer: saftige Pfirsiche, Aprikosen, (Früh-)Zwetschgen und süße Mirabellen. Hier bemerken wir immer wieder Schäden durch Wespen, besonders auch in diesem trockenen Jahr. Die Tiere suchen weniger den Zucker in den Früchten als die Feuchtigkeit, weshalb sie auch unreife Äpfel und Birnen anfressen. Wasserschalen für die Insekten schaffen oft etwas Abhilfe. Neben den Johannisbeeren läuft schon einige Zeit die Ernte von Heidelbeeren sowie den leckeren Herbsthimbeeren und Brombeeren. Pflücken Sie alle zwei Tage die köstlichen Früchte. Erntet man nicht rechtzeitig, fallen die Beeren ab oder werden von der Kirschessigfliege geschädigt.

Wohin mit dem reichen Erntesegen?

Am besten ist das sofortige Genießen des frischen Obst und Gemüses. Doch manchmal ist es so viel, dass ein Sofortverzehr nicht möglich ist. Bei vielen Gerichten kann man in Gemüse schwelgen. Ein Verzicht auf Fleisch fällt nicht schwer; sei es Gazpacho, Ofen- oder Grillgemüse, bunte Salate oder Smoothies. Kuchen, Chutneys und Aufstriche schmecken herzhaft mit Gemüse oder süß mit Obst. Frisches Erntegut kann oft auch eingefroren und später weiter genutzt und verwertet werden. Kräuter lassen sich durch Trocknen, Tiefgefrieren und als Kräutersalze konservieren. Verschenken Sie Freude und teilen Sie Ihr üppiges Erntegut mit Freunden und Nachbarn.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2022 – Gartentipp 31 – Pflanzen, die der Hitze trotzen

Hochsommerliche Temperaturen, wochenlang ohne (nennenswerten) Niederschlag und kein Regen in Sicht. Durch die anhaltende Trockenheit sind viele Pflanzen dürr statt vital grün. Sehr trostlos sieht es in manchen Regionen Bayern aus. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie nennen Ihnen ein paar Pflanzen, die sich auch jetzt noch schön in den Gärten präsentieren.

Derzeit stöhnen viele Gärtner über das ständige Gießen, um Pflanzen am Leben zu erhalten. Doch es gibt auch Ausnahmen-Pflanzen, die selbst vierwöchige Trockenphasen ohne Bewässerung überstehen, zumindest wenn sie schon älter und eingewachsen sind.

Manche Stauden vertragen trockene Phasen

Stauden sind meist pflegeleichte Pflanzen, die einmal gepflanzt, viele Jahre Freude bereiten. Sie bieten eine große Vielfalt und strukturieren selbst den winterlichen Garten. Stehen sie am richtigen Standort, bilden sie im Laufe der Jahre größere Horste. Einige von ihnen kommen auch mit sommerlicher Trockenheit gut zurecht, sodass häufiges Gießen unterbleiben kann. Charakteristisch für diese Pflanzen sind sehr geschlitzte, derbe oder auch graulaubige Blätter. Arten mit verdickten Rhizomen und kräftigen Wurzeln können ebenfalls mehr Trockenheit überstehen.

Zu den hitzeverträglichsten gehören beispielsweise Schafgarbe (Achillea), Katzenminze (Nepeta), Kugeldistel (Echinops) und Edeldistel/Mannstreu (Eryngium), Storchschnabel (Geranium), Herbstastern, Fetthennen (Sedum) und Wollziest (Stachys), Zier-Salbei (Salvia), Königskerze (Verbascum), Spornblume (Centranthus ruber), Hauswurz (Sempervivum) sowie verschiedene Gräser. Robust und trockenheitsverträglich sind auch die Halbsträucher wie Bartblume (Caryopteris), Blauraute (Perovskia) und Lavendel. Mediterrane Kräuter wie Oregano, Rosmarin, Thymian und Salbei kommen während des Sommers oft ohne Zusatzbewässerung aus, wenn sie im Garten ausgepflanzt sind. Neben Optik bieten sie auch kulinarischen Nutzen. Die Blüten trockenheitsverträglicher Stauden sind oft wahre Bienen- und Insektenmagnete. So sorgen Sie zugleich für eine große Biodiversität in Ihrem Garten.

Gemüsearten, die mit weniger Wasser auskommen

Gemüse sind Hochleistungspflanzen, die innerhalb kurzer Zeit Erträge bringen müssen. Regelmäßiges Gießen ist deshalb wichtig. Einige Arten jedoch kommen auch mit trockenen Sommern recht gut zurecht. Dies sind vor allem Sägemüse bzw. Gemüsearten mit einer Pfahlwurzel, die schon im April oder Mai ihren Platz im Beet erhalten haben. Dazu gehören Pastinaken, Rote Bete, Wurzelpetersilie, Schwarzwurzeln, Möhren und Mangold. Wenige Wochen ohne zusätzliches Gießen sind möglich. Das Mulchen der Gemüsebeete mit Grasschnitt, Stroh oder Ernteresten schützt den Boden vor verstärktem Austrocknen und Verkrusten.

Ganz ohne Wasser geht es nicht

Urbanes Gärtnern mit Pflanzen in Gefäßen liegt im Trend. Jedoch begrenzen ein Topf oder ein anderes Pflanzgefäß das Erdvolumen und somit auch den Wurzelballen. Je größer ein Pflanzgefäß umso größer ist das Erdvolumen und somit auch die Speicherfähigkeit von Wasser. Regelmäßiges Gießen bei Hitze und Trockenheit ist lebenswichtig, denn die Pflanzen sind abhängig von Wasser und Nährstoffen, die Sie ihnen geben. Dunkle Töpfe können sich sehr stark erwärmen. Somit besteht die Gefahr, dass die Wurzeln im Topfrandbereich durch die hohen Temperaturen absterben. Es ist hilfreich, niedrigere bepflanzte Gefäße davor zu stellen oder anderweitig zu schattieren, um eine gleichmäßigerer Temperaturführung bzw. Wasseraufnahme zu gewährleisten.

Bei langen Trockenphasen tut auch robusten Pflanzen Wasser gut, um zu überleben. Dann wässern Sie besser einmal kräftig, jedoch auf wenige Stunden verteilt, als täglich die Pflanzen mit wenig Wasser zu überbrausen. Es ist wichtig, dass die Feuchtigkeit den Wurzelballen erreicht und durchdringt. Dies erfolgt durch langsames, sanftes Brausen – jedoch nicht über den Pflanzenbestand, sondern direkt in Bodennähe. Bei offenem Boden schützt das Mulchen mit organischer Substanz vor Verdunstung und starker Bodenerwärmung.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

 

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2022 – Gartentipp 30 – Zwetschge und Co.

Die blaue Zeit beginnt! Die Früchte frühreifender Zwetschgen-Sorten können Sie schon im Sommer genießen und den Gaumen mit angenehmer Süße verwöhnen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das wertvolle Obst vor, dessen Ernte mit geschickter Sortenwahl bis in den Herbst hinein andauert.

Je nach Sorte eignen sich Zwetschgen und Co. für verschiedene Verwertungsarten. Neben leckeren, saftigen Kuchen ist am besten aber der Frischverzehr! Im Spätsommer und Frühherbst ist die Zeit des blauen Genusses.

Pflaume und Zwetsch(g)e

Die gemeinsame Art „Pflaume“ (Prunus domestica) unterteilt sich in unterschiedliche Unterarten: Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und Reneklode (oft werden Pflaume und Zwetschge als Synonym verwendet.). Vor allem in Franken hat die Zwetschge nicht nur in den Erwerbsbetrieben eine lange Anbautradition. Auf Streuobstwiesen und in Gärten findet man malerische Großbäume und kleine Baumformen mit schmackhaften Sorten.

Die Zwetschge, je nach Region auch Zwetsche, Zwetschke oder Quetsche genannt, zeichnet sich durch eine ovale bis längliche, festfleischige Frucht aus. Die blauen bis blauvioletten, manchmal auch gelben Früchte lösen sich meist gut vom Stein. Dieser ist flach abgeplattet. Je nach Sorte besitzen sie ein festes, gelbes, süßes, aber auch säurehaltiges, aromatisches Fruchtfleisch. Gerne verzehrt man die Früchte roh, aber verwendet sie auch zur Verarbeitung zu Kuchen, Fruchtaufstrich und Kompott. Größere Erntemengen können Sie versaften oder zu Schnaps brennen lassen.

Zwetschgenbäume sind recht genügsam. Nicht zu trockene, humusreiche sowie warme und windgeschützte Standorte sagen ihnen am besten zu. Kalkhaltige Böden werden toleriert. Um lange Zeit die leckeren Früchte ernten zu können, hat es sich bei ausreichendem Platzangebot bewährt mehrere Sorten zu pflanzen. Während beispielsweise ‘Katinka‘ schon im Juli reift muss man für die Ernte der ‘Hauszwetschge‘ meist bis September warten. Weitere empfehlenswerte Zwetschgensorten finden Sie in der Sortenliste der Bayerischen Gartenakademie. https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/090033/index.php

Was ist dann der Unterschied zur Pflaume? Der Stein der Pflaume ist rundlicher, wie auch die gesamte Frucht selbst. Das Fruchtfleisch ist weicher, wodurch sich die Pflaume nur kurz lagern lässt. Oft enthalten die Früchte sehr viel Saft, so dass die Verwendung für Kuchen nicht optimal ist. Den blauen bis violettfarbenen Pflaumen von der runden Form ähnlich sind grünliche Renekloden, die schlecht vom Stein lösen, sowie die kirschgroßen, gelben und zuckersüßen Mirabellen. Sonnenseits bilden die aromatischen Früchtchen rote Bäckchen. Übrigens sind auch die Früchte der Blutpflaume sowie verschiedene Wildpflaumen genießbar. Durch ihren höheren Säuregehalt passen sie gut zu den süßen Verwandten.

Zwetschgen und Co. gut für die Biodiversität

Zahlreiche Insekten nutzen das vielfältige Nahrungsangebot dieser reich und schon früh blühenden Pflaumenarten. Ihre Blüten besitzen viel Pollen und Nektar und sind deshalb während der Blütezeit nicht nur für die Honigbiene interessant. Große Baumexemplare bieten Brutplätze für zahlreiche Vogelarten. Abgefallene Früchte dienen als leckere Mahlzeiten für unterschiedliche Tiere.

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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