2021 – Gartentipp 37 – Leuchtend rotes Wildobst – die Kornelkirsche

Jetzt leuchten die roten Früchte der Kornelkirsche schon von Weitem. Doch vielen ist das Wildobstgehölz mit seinen attraktiven Früchten nicht bekannt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wildobst punktet mehrfach: Optik, Nutzen und Robustheit. Blüte, Frucht und Herbstfärbung sind oft auffallend. Die Früchte lassen sich verwerten oder bieten Nahrung für verschiedene Tiere im Garten.

 

Erntezeit der Früchte

Leuchtend rot und glänzend hängen die Früchte der Kornelkirsche jetzt im September im Strauch. Sie erinnern von der Form her ein bisschen an Oliven. Auch besitzen sie wie diese einen

Kornelkirsche

länglichen harten Stein im Inneren. Erst korallenrot, färben sich die Früchte mit zunehmender Reife ins tiefe Dunkelrot. Sind sie schließlich ausgereift, fallen sie fast von selbst vom Strauch und haben einen angenehm süß-herben Geschmack. Vor der Vollreife und beim Rohgenuss besitzen die Früchte eine milde adstringierende Wirkung und ziehen das Gewebe der Mundschleimhaut leicht zusammen.

Es wird höchste Zeit für die Ernte, wenn erste Früchte fallen. Denn auch Vögel interessieren sich. Zur Arbeitserleichterung können Sie ein Vlies oder eine Folie unter dem Strauch auslegen und die Früchte abschütteln und einsammeln. Die Kirschessigfliege legt in die schon fast reifen Früchte ihre Eier ab. Bemerken Sie Befall, werden auch diese Früchte sorgfältig eingesammelt und fachgerecht entsorgt, um den Entwicklungskreislauf zu unterbrechen und die nächste Schädlingspopulation zu reduzieren.

Die herb-süßen Früchte können Sie roh als Naschobst genießen oder zu Fruchtaufstrichen, Saft und Likör verarbeiten. Gemischt mit Himbeeren, Birne oder Apfel wird der fruchtige Aufstrich milder.

 

Kornelkirsche als Wildobst im Garten

In einen naturnahen Garten passt Wildobst besonders gut. In kleinere Gärten sogar die Kornelkirsche Cornus mas. Zwei bis sechs Meter kann dieser langsam wachsende Strauch erreichen. Da er gut schnittverträglich ist, lässt er sich auf der gewünschten Endhöhe halten. Er liebt kalkhaltige Böden in der Sonne oder im Halbschatten. Trockenere Standorte und das Stadtklima verträgt der anspruchslose und robuste Strauch ebenfalls.

Was die Kornelkirsche besonders macht ist ihre frühe Blütezeit. Unter günstigen Bedingungen erscheinen die kleinen gelben Blütendolden schon im Februar, spätestens im März. So liefern sie – im Gegensatz zur steril blühenden Forsythie – erste Nahrung für Bienen und andere Insekten durch reichlich Nektar. Erst später entwickeln sich die satt grünen und glänzenden Laubblätter. Diese färben sich im Herbst leuchtend gelb. Die Kornelkirsche ist also zu allen Jahreszeiten schön.

Steht die Pflanze frei, so kann sie sich zu einem Großstrauch entwickeln, der durch das langsame Wachstum nur gelegentlich mal ausgelichtet wird. Hierfür eignen sich spezielle Fruchtsorten, wie ‘Kasanlaker‘ oder ‘Jolico‘, die größere Früchte hervorbringen. Allerdings benötigt man zur Befruchtung eine weitere Sorte oder die Wildform, die kleinere Früchte trägt. Die Wildform von Cornus mas lässt sich aufgrund der Schnittverträglichkeit gut als ein- bis zwei Meter hohe Hecke verwenden. Die Früchte hängen dann mehr im Inneren, am älteren Holz.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim sowie Bayerische Gartenakademie)

 

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 36 – Feldsalat – beliebt im Herbst und Winter

Sommergemüse haben ihren Dienst im Garten getan. Herbstliche Temperaturen sorgen dafür, dass die Kultur zu Ende geht und keine Ernte mehr zu erwarten ist. „Nun gibt es freie Plätze im Gemüsebeet“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und empfehlen Feldsalat als Nachfolgekultur.

Feldsalat ist mit seinem leicht nussigen Geschmack ein typischer Herbst- und Wintersalat. Schnell werden leere Plätze im Garten wieder begrünt, was auch noch dem Boden nützt.

 

Minisalate im Garten anbauen

Von jetzt an können Sie Feldsalat säen oder pflanzen. Während des ganzen Septembers können Sie noch aussäen, bevor es für die Keimung zu kalt wird. Die Aussaat erfolgt in der Regel in Reihen. Dann bleibt dazwischen Platz zum Hacken und Unkrautentfernen. Alternativ können Sie Feldsalat bis Mitte Oktober im Freiland und danach noch im Gewächshaus pflanzen. Dort ist in milden Wintern der Anbau sogar durchgängig bis ins Frühjahr möglich. Wird es draußen kalt, schützen Sie den Feldsalat im Beet und im Gewächshaus mit einer Vliesabdeckung. Somit stockt er nicht zu stark im Wachstum. Übrigens: Wer keinen Garten hat, kann Feldsalat auch problemlos im Blumenkasten anziehen.

Feldsalat wird in vielen Gärtnereien und manchen Gartencentern in Erdpresstöpfchen angeboten. Hierbei sind mehrere Samenkörner in einem gepressten Erdwürfel gekeimt. Wie auch bei anderem Salat setzen Sie die Presswürfel mit den Jungpflänzchen so ins Beet, dass nur etwa die Hälfte der Erdwürfel bedeckt ist. Die Salatpflänzchen liegen so auch während des Wachstums nicht auf der Erde auf. Dies beugt Fäulnis vor.

Sie möchten selbst in kleinen Töpfchen anziehen? Nehmen Sie eine Multitopfplatte mit drei Zentimeter Topfgröße (oder ähnliche Gefäße), füllen diese mit Aussaaterde und legen jeweils bis zu sieben Samen hinein. Drei Wochen später lassen sich die kleinen Pflanzenbüschel auspflanzen. Unschlagbar bei gepflanztem Feldsalat ist die schnelle und saubere Ernte. Mit einem Messer schneidet man die fertigen Salatbüschel einfach weg. Die Mini-Salate bleiben kompakt und fallen nicht auseinander. Erd- und Sandkörnchen im Salat sind auf ein Minimum reduziert, was Sie beim Waschen bemerken werden.

Beim Feldsalat dauert es von der Aussaat bis zur Ernte nicht sehr lange – bei milder Witterung nur wenige Wochen. Deshalb ist ein satzweiser Anbau ratsam. Dann können Sie regelmäßig ernten und werden nicht von Feldsalatmassen überhäuft. Selbst kleine Leerstellen im Gartenbeet können so genutzt werden. Eine Vliesauflage nach der Aussaat beschleunigt das Keimen.

Leider kann der Echte Mehltau Probleme bereiten und den Feldsalat schädigen. Achten Sie deshalb auf einen luftigen, nicht ganz vollsonnigen Standort und säen bzw. pflanzen Sie nicht zu dicht, damit eine schnelle Abtrocknung der Blätter gewährleistet ist. Kaufen Sie nur Saatgut mit toleranten Sorten.

 

Feldsalat im Herbst und Winter

Feldsalat besteht aus kleinen einzelnen Blattrosetten. Er eignet sich daher gut für Einzelpersonen oder für Mischungen mit anderen Salaten oder Salat-Gemüsen, denn es können auch nur wenige (und daher immer frische) Feldsalate geschnitten werden. Durch den Anbau ab Spätsommer und durch die kalte Jahreszeit hinweg sind die Blätter meist etwas härter als Kopfsalat. Auch schmecken sie meist kräftiger und lassen sich daher gut mit Nüssen, aber auch Apfel, Birne und Möhre kombinieren.

Bis zu Ernte tut der Feldsalat einen wichtigen Dienst für den Gartenboden. Noch vorhandener Stickstoff im Boden wird zum Wachstum der Pflanze genutzt und über den Winter nicht ausgewaschen. Feldsalat eignet sich deshalb auch als Gründüngung. Er bedeckt die Erde und verhindert Bodenerosion durch seine verzweigten Wurzeln. Feldsalat in Reihe gepflanzt ist pflegeleichter. Möchte man ihn gezielt als Gründüngung nutzen, ist auch eine breitwürfige Aussaat denkbar. Dann schneidet man zum Ernten immer wieder die größten Röschen heraus. Überwinterte Pflanzen blühen im Frühjahr und samen aus oder man sammelt die Samen für den nächsten Herbst.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2021 – Gartentipp 35 – Dunkle Beeren im Trend

Dunkle Beeren besitzen durch ihre Inhaltsstoffe einen hohen Gesundheitswert. Jetzt reifen viele dieser Früchte im Garten, die roh oder verarbeitet genutzt werden können, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Auch wenn manche recht herb schmecken, in Kombination mit milden Früchten wie Apfel, Birne und Zwetschge ergeben sie leckere Produkte.

Durch die Witterung in diesem Jahr reifen Brombeeren, Aronia, Holunder und Co. etwa ein bis zwei Wochen später als sonst.

 

Brombeeren

Die ersten blauschwarzen Früchte der Himbeer-Verwandten sind schon erntereif. Doch die dunkle Farbe allein sagt nichts über die Reife. Erst wenn sich die Beere ganz leicht, ohne zu reißen, von der Pflanze lösen lässt ist die schmackhafte Süße erreicht. Deshalb ist ein mehrmaliges Durchpflücken wichtig. Auch eine einzelne Pflanze liefert über mehrere Wochen ständig frische Früchte zum Naschen. Benötigt man für die Verwertung mehr Früchte, so lassen sie sich gut einfrieren.

Manche, vor allem ältere Brombeer-Sorten, besitzen teilweise sehr starke Stacheln, die das Ernten erschweren und deshalb nicht sonderlich beliebt sind. Doch längst auch sogenannte „dornenlose“, bei denen neuerer Sorten auch mit gutem Geschmack überzeugen. Es sind dies z.B. die frühreifende ‘Loch Tay‘ sowie ‘Loch Ness‘, ‘Asterina‘ und ‘Navaho‘. Alle bilden keine langen Ranken und lassen sich gut als Fächer am Spalier ziehen. Somit finden sie auch in einem kleineren Garten einen Platz.

 

Blaue Trauben

Ebenfalls an einem Spalier lassen sich Tafeltrauben ziehen. Mit einem kräftigen Schnitt im zeitigen Frühling, Pflegemaßnahmen während des Sommers und einer geeigneten Sorte lassen sich wohlschmeckende Trauben mit dunklen Beeren erzielen. Achten Sie auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Die bekannte Sorte ‘Muskat Bleu‘ zeigt selbst in Jahren mit hohem Befallsdruck kaum Schädigungen durch Echten und Falschen Mehltau. Außerdem ist sie allgemein sehr robust und eignet sich auch für Standorte, die kein Weinbauklima aufweisen. Eine blaue kernlose Alternative ist ‘Venus‘.

 

Wildobst mit dunklen Früchten

In kleineren Gärten oder sogar in großen Kübeln findet man die Schwarze Apfelbeere oder Aronia. Die Früchte besitzen ein hohes Maß an sekundären Inhaltsstoffen, wodurch oft von ihr als „Superfood“ gesprochen. Erntet man die kleinen, fast schwarzen, kugeligen Beeren zu früh schmecken sie nicht sehr ansprechend (fad, sauer). Da jedoch kein Pilzbefall auftritt, kann man die Früchte noch hängen lassen bis sie beginnen leicht einzutrocknen. Dann nimmt der Zuckergehalt zu. Ein Rohgenuss der herben Früchte ist möglich, doch oft werden die Früchte zur Verwendung zu Fruchtaufstrichen und Säften mit milden Obstarten gemischt. Getrocknet eignen sich die stark färbenden Früchte auch im Müsli.

In großen Dolden hängen die Früchte des Schwarzen Holunders am Großstrauch oder kleinem Baum. Doch die Beeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Vor allem als Saft oder Fruchtaufstrich finden sie Verwendung und in Mischung mit anderem Obst wird der Geschmack milder.

 

Ernte nicht ganz ungetrübt

Dunkle Früchte ziehen leider die Kirschessigfliege an und die Witterung tut das Übrige. Bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchte fühlt sich das Tier besonders wohl und schädigt durch die Eiablage sowie später durch den Larvenfraß reife und zunächst gesunde Früchte. Weitere Informationen im Umgang mit diesem Schädling finden Sie unter https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

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2021 – Gartentipp 34 – Leere Beete wieder grün – Gründüngung

So langsam endet der Sommer. Manche Gemüse sind abgeerntet und hinterlassen leere Beetflächen. „Doch der Boden sollte nicht kahl und unbedeckt bleiben“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Bewährt hat sich die Pflanzung bzw. Aussaat von Herbstsalaten, Spinat, Feldsalat und Radieschen. Für größere Flächen eignet sich aber auch die Einsaat einer Gründüngung, die im Herbst und Winter die Beete bedeckt.

 

Die Gründüngung bringt Vorteile

Die Pflanzen begrünen die Beete und verbessern gleichzeitig den Boden. Sie beschatten ihn, schützen vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Durch den Bewuchs unterdrücken sie außerdem das starke Auftreten verschiedener Unkräuter. Noch im Boden vorhandene Nährstoffe werden durch die Gründüngungspflanzen gebunden und vor Auswaschung bewahrt. Tiefwurzelnde Pflanzenarten bewirken langfristig eine tiefgründige Bodenlockerung. Mit einer Gründüngung können Sie zugleich Humusgehalt und Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Krümelstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern sowie Bodenleben fördern.

 

Gründüngung im Spätsommer und Herbst

Säen Sie noch Ende August oder Anfang September Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf, Ringelblumen und andere blühende Gründüngungsarten, so erfreuen sie uns bei einem langen und milden Herbst mit bunter Fröhlichkeit. Die Blüten sind zudem noch eine wichtige Nahrungsquelle in den letzten Monaten des Jahres für verschiedene Insekten.

Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee eignen sich ebenfalls zur Aussaat im September. Winterroggen, der besonders günstig für die Einsaat im Gemüsegarten ist, lässt sich sogar noch

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Anfang Oktober in den Boden bringen. Achten Sie im Gemüsegarten bei der Wahl der Grüneinsaat auf die Fruchtfolge. Verwenden Sie möglichst keinen Senf, Ölrettich und Raps, wenn Sie viel Kohl, Rettich oder Radies im Garten anbauen. Sie gehören zur selben Familie der Kreuzblütler.

Allgemein können winterharte Gründüngungspflanzen noch bis in den Oktober ausgesät werden. Sie bilden viel Grünmasse und teilweise verholzende Teile, die den Boden über den Winter schützen. Das Einarbeiten im Frühjahr ist dann jedoch oft schwierig. Die Pflanzenreste werden deshalb herausgerissen und kompostiert. Alternativ mähen Sie sie ab und graben die Flächen mit einem flach gehaltenen Spaten wenige Wochen vor der Beetnutzung um. Übrigens eignen sich Feldsalat, Winterportulak und Spinat auch als Gründünger. Säen Sie besser in Reihe und nicht breitwürfig, um noch Hacken und Jäten zu können. Je nach Bedarf können Sie Ihr Gemüse ernten. Nehmen Sie dazu immer wieder die größten Pflanzen, damit sie nicht zu dicht stehen. Der Rest wird im Frühjahr vom Beet entfernt oder flach eingearbeitet.

Frostempfindliche Gründüngungspflanzen, die durch die Kälte vertrocknet bzw. abgestorben sind, bleiben noch als Mulch auf dem Boden liegen. Pflanzenreste werden im Frühjahr eventuell abgerecht und kompostiert oder auch flach untergegraben.

Im Frühherbst arbeitet man Pflanzen grundsätzlich nicht ein. Die Verrottung setzt wertvolle Nährstoffe frei, die ausgewaschen werden könnten. Lediglich bei schweren Böden ist noch ein Umgraben im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens möglich. Oder man lässt die Gründüngung einfach bis zum Frühjahr stehen.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 33 – Nachwuchs durch Stecklinge

Lust auf eigene Nachzuchten? Neben der generativen Vermehrung durch Samen gibt es die vegetative durch grüne Pflanzenteile, die Stecklinge. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für das Anziehen neuer Pflanzen.

Jetzt im Sommer ist die Zeit günstig, um bestimmte Pflanzen durch Stecklinge zu vermehren, denn die jungen Triebe sind fest, aber noch nicht verholzt. Besonders lohnt es sich bei alten, unbekannten und außergewöhnlichen Sorten oder dann, wenn man viele Pflanzen braucht oder verschenken will.

 

Neue Pflanzen durch Stecklingsvermehrung

Mit dieser Methode können Sie eine Vielzahl von Beet- und Balkonblumen vermehren. Die Triebe von Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen und anderer Kübelpflanzen sind bis Mitte des Sommers ausgereift und nicht mehr weich. Ebenso können Sie mit vielen anderen verholzenden Gartenpflanzen verfahren. Beliebt bei uns und auch bei den Insekten sind duftende Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene und Minzen. Die jungen Nachzuchten eignen sich in einem schönen Topf auch als Geschenk für Gartenfreunde.

Auch aus Platzgründen ist die Stecklingsvermehrung sinnvoll. Gerade unsere klassischen Balkon- und Kübelpflanzen erreichen über den Sommer eine stattliche Größe. Diese sind aber frostempfindlich und benötigen einen Platz zum Überwintern. Doch der ist oft nicht vorhanden. Machen Sie jedoch Stecklinge von Ihren Lieblingspflanzen, sind die Zögling bis zum Herbst bewurzelt und lassen sich ohne großen Platzbedarf gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

 

So gehen Sie bei Stecklingen vor

Schneiden Sie nur Stecklinge von gesunden und kräftigen Mutterpflanzen. Dazu wählen Sie möglichst blüten- und knospenfreie Triebe mit drei bis vier Blattpaaren aus, die Sie mit einem sehr scharfen Messer unterhalb eines Blattpaares schneiden. Kleine Blättchen an der Blattachse kommen weg. Nun, Balkonblumen und andere stehen jetzt in voller Blütenpracht. Deshalb werden Sie kaum Triebe ohne Knospen und Blüten entdecken. Entfernen Sie vorsichtig die Blütenansätze, so dass der Stiel nicht verletzt wird. Blüten und Knospen verbrauchen für den Steckling zu viel Energie und können durch Faulen zum Krankheitsherd werden.

Als Vermehrungssubstrat eignet sich Aussaaterde, evtl. noch mit Sand gemischt, das in saubere Töpfe und Gefäße gefüllt wird. Stecken Sie den Steckling in die Mitte des Topfes und drücken Sie ihn an, so dass er Erdanschluss hat und nicht umfallen kann. Damit er nicht austrocknet, erfolgt gleich anschließend das Angießen und leichtes Abdecken mit Folie. So ein zarter Steckling sollte zwar hell stehen, aber grelle Sonne schadet ihm. Eine Schattierung mit einem Zwiebelnetz, einem dünnen Stoff oder einem dünnen Vlies ist deshalb sinnvoll. Auch ein heller Fensterplatz an der Nordseite eignet sich recht gut, dann ohne Schattierung. Eine tägliche Kontrolle ist nun nötig, um Pilzerkrankungen durch zu hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser zu vermeiden. Da kann man gleich kurz lüften und entstandene Schadstellen entfernen. Nach etwa zwei Wochen haben sich die ersten Wurzeln entwickelt.

Auch das Einstellen der Stecklinge in ein Glas mit Wasser funktioniert bei vielen Pflanzen gut. Außerdem können Sie dann gleich das Wurzelwachstum beobachten. Nach der Wurzelbildung kommen die Jungpflanzen dann in ein Gefäß mit Erde.

Während kälteempfindliche Pflanzen im Haus überwintern, können Gehölze wie Liguster, Lavendel und Buchs bis wenige Grad unter Null im Freien verbleiben. Ein Schutz mit Vlies ist aber sinnvoll.

 

Steckhölzer nicht mit Stecklingen verwechseln

Während Stecklinge im Sommer von krautigen Pflanzen gewonnen werden, eignen sich die diesjährigen Neutriebe von Zier- und Beerenobststräuchern für Steckhölzer. Diese Art der Vermehrung erfolgt meist erst im Herbst.

 

 

(Bilder: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 32 – Beeren haben’s heuer schwer

Obwohl wir mitten in der Beerensaison stecken und fleißig die bunten und gesunden Früchte ernten, ist heuer ist ein schwieriges Jahr für die Naschfrüchte, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Beerenobst hat Platz in jedem Garten und es ist doch ein gewisser Luxus Früchte direkt vom Strauch gleich auf den Tisch zu bekommen. Frischer geht es nicht.

 

Die besondere Beerensaison 2021

Starkregen und Hagel schädigten ab der Mitte der Erdbeersaison die empfindlichen Früchte. Durch explosionsartiges Auftreten von Fruchtfäulen und Grauschimmel war die Erdbeerernte rasch beendet. Sommerhimbeeren, und auch jetzt schon mancherorts die ersten Herbsthimbeeren, sind täglich zu ernten, um schimmeligen Früchten vorzubeugen. Während sich rote und schwarze Johannisbeeren relativ robust zeigen, findet man an den Stachelbeeren durch Sonnenbrand geschädigte und aufgeplatzte Früchte. Heidelbeerfrüchte zeigen noch keine Schäden. Sie werden öfter, am besten täglich durchgepflückt.

 

Kirschessigfliege im Anmarsch

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter und breitet sich seit Ende Juli stärker aus. Da sie neben Beeren auch andere weiche Früchte (z.B. Steinobst, Kiwi und Aronia, aber auch Mahonien und Schlehen) befällt, ist mit ihr den ganzen Herbst zu rechnen. Somit sind es ohne Schutzmaßnahmen schlechte Aussichten für Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder und Tafeltrauben. Bei Tafeltrauben hat sich das Einnetzen in Organzabeutel bewährt. Die feinmaschigen Netze dienen nicht nur dem Schutz vor der Kirschessigfliege, sondern auch vor Wespen und Vögeln. Größere Pflanzen können mit Spezial-Gemüsefliegennetzen umspannt werden, deren Maschengröße bei 0,8 mm liegt. Lediglich zur Ernte wird das sonst dicht geschlossene Netz kurz geöffnet. Ernten Sie das Obst ständig, in nur kurzen Abständen. Durch die Kirschessigfliege geschädigte Früchte entfernen Sie aus dem Bestand. Vom Kompostieren ist abzuraten. Hier finden Sie weiter Informationen: https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php

 

Erhöhter Pilzbefall

Neben Fruchtfäulen findet man in diesem Jahr vermehrt Pilzbefall an Beerenobst-Arten: Echter und Falscher Mehltau sowie Rostpilze. Bestandshygiene ist hier besonders empfehlenswert. Schneiden Sie befallene Blätter, Triebe und Früchte heraus und entsorgen Sie diese in der Biotonne und nicht über den eigenen Kompost.

Einige Liebhaber schwören auf Stärkungsmittel (Schachtelhalmbrühe, Komposttees) oder auf den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen. Doch dies muss vorbeugend erfolgen und zeigt bei hohem Befallsdruck mit extremer Witterung nicht immer den gewünschten Erfolg.

 

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler und Mareike Wurdack © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 31 – Kampf mit dem Unkraut

Durch die kräftigen Niederschläge der letzten Wochen sind im Freien alle Pflanzen üppig gewachsen; auch das „Unkraut“. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie die unerwünschten Kräuter bekämpfen und in Schach halten.

Pflanzen wachsen nicht „über Nacht“ zu einer Monsterpflanze oder zu einer Masseninvasion. Bei regelmäßigen Kontrollen im Garten erkennt man das Übel schnell und kann rechtzeitig reagieren. Ein Einsatz von Unkrautvernichtern (Herbiziden) wird nicht nötig.

Abflammen

Das Abflammen mit einem speziellen Gasbrenner eignet sich, wenn Sie unerwünschte Kräuter zwischen Fugen von Steinplatten oder in Einfahrten haben. Bei der richtigen Anwendung und Durchführung ist eine Bekämpfung erfolgreich. Bei dieser Methode werden die oberirischen Pflanzenteile durch die Hitze geschädigt. Die Pflanzenzelle platzt auf und die Pflanze verdorrt schließlich. Dabei reicht es aus nur relativ kurz über die Laubblätter zu gehen. Diese müssen nicht „abgefackelt“ und verkohlt werden, was unnötige Energie verbrauchen würde. Es reicht aus, das Pflanzengewebe zu zerstören. Dies passiert schon bei Temperaturen um 80 Grad Celsius. Die Pflanze vertrocknet und kann, z. B. am nächsten Tag, weggekehrt werden. Da nur die oberirischen Pflanzenteile kaputt gehen, wird die Maßnahme nach ein paar Wochen, wenn sich erneut grüne Blätter gebildet haben, wiederholt. Besonders erfolgreich ist die Methode des Abflammens bei kleinen und jungen Pflanzen mit trockenem Laub. Feuchte Blätter würden den Energieeinsatz stark erhöhen. Achten Sie jedoch auf den Bodenbelag. Manche Bodenplatten reagieren empfindlich auf Feuer oder Hitze.

Alternativ können Sie heißes Wasser verwenden, das ebenfalls die Pflanzenzellen zerstört.

Jäten

Pflanzen benötigen zu einem guten Wachstum ihre grünen Blätter als Kraftquelle. Diese heißt es stetig zu entfernen, um sie zu schwächen. Die wichtigste Maßnahme heißt deshalb: Jäten, jäten, jäten. Auf alle Fälle muss dies geschehen bevor die unerwünschten Kräuter Samen bilden und diese verbreiten. Nach Niederschlägen und bei feuchtem Boden lassen sich die Unkräuter besonders leicht aus dem Gartenboden oder auch zwischen den Pflasterfugen herausziehen, sodass auch die Wurzel mit entfernt werden kann. Unkrautstecher, „Jätefinger“, Messer und ähnliches sind gute Hilfsmittel, um Wildkräuter aus dem Staudenbeet zu entfernen. Im Gemüsegarten hat sich auch das Hacken bewährt.

Vorbeugende Maßnahmen

Pflanzen wachsen da, wo sie Platz haben und offenen Boden vorfinden. Sind jedoch die Beete dicht bewachsen, keimt zwischendrin fast nichts. Im Ziergartenbereich lässt sich dies gut durchführen. Am richtigen Standort entwickeln sich die Stauden kräftig und wachsen zusammen. Bodendecker bedecken bei gesundem Wuchs den Boden komplett. Bei Neupflanzungen, wenn noch nackter Boden sichtbar ist, hat es sich bewährt zwischen den Pflanzen immer wieder aufzuhacken und dünn zu mulchen (z.B. mit Grasschnitt), damit die Beikräuter wenig Licht zum Keimen bekommen. Dickere Laubschichten im Herbst auf Gemüsebeeten (z.B. Spargelbeet) unterdrücken ebenfalls einen Unkrautaufwuchs.

Kehren Sie immer wieder mal Ihre Plattenwege. Ein Besen mit harten Borsten kehrt kleine Keimlinge aus den Fugen einfach weg.

..… und so nicht!

In Kleingartenanlagen schon seit längerem verboten, kommt nun ein Anwendungsverbot für Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat (z.B. Roundup) für den privaten Gebrauch. Doch da wo es oft genutzt wurde, auf „gärtnerisch nicht genutzten Flächen“, war es sowieso schon verboten: nämlich in Garageneinfahrten, auf gepflasterten Wegen und Plätzen, an der Bordsteinkante. Die Anwendung von Essig oder Salz zur Unkrautbekämpfung ist dort ebenfalls nicht erlaubt.

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2021 – Gartentipp 30 – Trauer im Tomatenbeet

Der Schreck war groß – fast über Nacht bekamen die Tomatenpflanzen dunkelbraune und graue Flecken auf verschiedenen Pflanzenteilen. Lange Zeit war die Kraut- und Braunfäule in manchen Regionen kein Thema mehr. Doch in diesem Jahr hat sie schonungslos zugeschlagen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie haben es selbst erfahren.

Das Entsetzen und die Trauer sind groß. Auf eine große Tomatenernte werden in diesem Jahr viele verzichten müssen. Große Regenmengen sorgten für die starke Ausbreitung des Schadpilzes.

Die Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht. Die Krankheit tritt meist ab Mitte Juli bei feuchter, kühlerer Witterung und vor allem im Freiland auf. Befinden sich mit der gleichen Krankheit befallene Kartoffeln in der Nähe, sind diese oft schon früher erkrankt und infizieren dann die Tomate. Wiederkehrende (stärkere) Niederschläge, hohe Luftfeuchte sowie Temperaturen wenig über 20 Grad und nachts oft weit darunter, lassen die Blätter kaum abtrocken, so dass sich der Pilz schnell ausbreiten kann. Feuchte Böden ab Mai, verbunden mit Düngung, hat die Pflanzen schnell wachsen lassen, so dass sie recht weiches Gewebe gebildet haben. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.

Ältere Blättern zeigen zunächst graugrüne Flecken, die sich grau bis schwarz verfärben und ineinanderfließen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite ein grauweißer Pilzrasen. Auch die Stängel werden befallen. Diese bekommen braune Flecken und werden dort brüchig. Empfindlich für eine Infektion sind auch die Früchte. Es entstehen braune, etwas eingesunkene harte Flecken, die tief in das Fruchtfleisch gehen. Die Früchte sind nicht genießbar und sind zu entsorgen.

Die Phytophthora-toleranten Tomaten Sorten zeigen im Freien, selbst ohne Überdachung, kaum Krankheitsbefall. Beispiele: ‘Philovita F1‘, ‘Primabella‘, ‘Phantasia F1‘

Was tun bei Befall?

Sehen Sie erste Flecken auf den Blättern und ist die Aussicht auf trockeneres Wetter, so können Sie die befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen, mit der Hoffnung, dass es keine Neuinfektionen mehr gibt. Sind jedoch schon die Stiele der Tomaten mit dunkelbraunen Stellen übersät, so wird es mit der Tomatenernte nichts mehr werden und die Pflanzen sterben schnell ab. Entfernen Sie die ganzen Pflanzen sorgfältig und entsorgen Sie diese dann über die Biotonne. Gesunde grüne Tomatenfrüchte können noch nachreifen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben und schon von dunkel- auf hellgrün wechseln. Doch kontrollieren Sie täglich. Oft bemerkt man den Fruchtbefall mit Braunfäule erst nach ein paar Tagen.

Nutzen Sie die nun leeren Beete für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut und Feldsalat sowie Spinat, aber auch andere Salate, Kohlrabi und Radies. Problemlos können Sie Gründüngung einsäen. Oder benötigen Sie ein neues Erdbeerbeet?

Vorsorge für das nächste Jahr

Wir können noch nicht sagen, wie das Wetter im nächsten Frühjahr und Sommer sein wird. Wichtig für den erfolgreichen Tomatenanbau ist auf alle Fälle ein weiter Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern und ein konsequentes Ausgeizen, damit genügend Luft durchziehen kann und die Blätter möglichst trocken bleiben. Gießen Sie nur über den Boden und benetzen Sie die Blätter möglichst nicht. Besonders in Regionen, die öfter mit Niederschlägen rechnen, ist der Tomatenanbau unter einem Dach empfehlenswert. So bleiben die Pflanzen weitgehend trocken und es kann Wind durchziehen. Deshalb sollten auch die Seiten der Überdachungsvorrichtung offen bleiben, eventuell lediglich die Wetterseite geschlossen. Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln möglichst weit auseinander, denn oft sind erst die Blätter der Kartoffeln befallen, bevor die Pilzsporen die Tomaten infizieren. Die Tomatenstäbe werden mit Seifenlauge gewaschen und vorsorglich im nächsten Jahr ein anderes Beet gewählt.

Die Nutzung von Folienhauben ist ungünstig. Es bildet sich schnell Schwitzwasser, was wiederum Pilzinfektionen begünstigt.

Ist das Gewächshaus die bessere Alternative?

Da könnte man meinen, es sei besser die Tomaten in ein Kleingewächshaus zu pflanzen. Dies bietet guten Regenschutz, es kann früher gepflanzt werden und es ist eine zeitlich längere Ernte zu erwarten. Allerdings ist das Ganze abhängig von der Größe. Je kleiner das Gewächshaus, umso problematischer wird der Anbau. Steigen die Außentemperaturen, wird es im Inneren schnell zu heiß. Bei hoher Luftfeuchte besteht die Gefahr verschiedener anderer Pilzkrankheiten wie Grauschimmel, Samtfleckenkrankheit und andere. Manchmal ist der Fruchtansatz durch geringe Befruchtung nicht befriedigend. Lüften Sie so viel wie möglich und öffnen Sie Türen und Fenster, auch in der Nacht.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 29 – Urlaubsreif? – Ab in den Garten!

So langsam nähern wir uns den bayerischen Ferien. Auch wenn noch nicht alles so wie vorher ist, so hält der Alltag Einzug. Homeoffice und Kinderbetreuung bedeutete oft Stress. Homeschooling war anstrengend für Kinder und Eltern. „Es sind alle urlaubsreif“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und raten zur Erholung im Garten.

Grün entspannt. Der Garten wird zum Erholungs- und Urlaubsort und gleichzeitig zur Kreativwerkstatt für neue Ideen.

Grüne Gartenoasen

Plätze zum Toben, zum Entspannen, zum Beobachten, zum Ernten und Genießen – ein jeder Garten ist Ausdruck der Personen, die ihn bewohnen. Hier treffen sich Mensch und Natur. Je nach Zweck werden Gartenbereiche gestaltet; mal kleine Ecken für sich alleine und Flächen für ein Treffen mit Freunden. Unter Bäumen und mit Kletterpflanzen bewachsenen Pergolen finden sich schattige und ruhige Plätze zum Entspannen. Bepflanzungen mit mediterranen Kräutern verwöhnen mit Duft, locken Bienen und andere Insekten an. Der Wunsch nach Selbstversorgung mit eigenem Obst und

Gemüse steigt stetig. Es stehen sogar in kleinen Wohngärten Beerensträucher und Hochbeete mit Gemüse, die oft sehr üppige Ernten liefern. In einem Garten kommt nie Langeweile auf. Natürlich ist auch immer etwas zu tun: pflanzen, pflegen, ernten. Aber hier wird auch der Jahreslauf ganz bewusst wahrgenommen. Ein Garten beinhaltet mehrere Lebensbereiche mit unterschiedlichen Pflanzen. Gestaltungselemente wie Hecken, (Trocken-)Mauern trennen Gartenbereiche, bieten gleichzeitig vielen Tieren Lebensraum. Teiche oder auch kleinere Wasserstellen locken Libellen und andere Tiere an, die auf der Suche nach Wasser sind. Ein Blütenmeer im Sommer liefert blütenbesuchenden Insekten ein reiches Nahrungsangebot. Der Garten wird zur Oase für Mensch und Tier. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise durch Ihren Garten. Der Garten lässt sich ganz neu erleben und wird zum persönlichen Schatz und einer Kraftquelle. Vielleicht haben Sie neue Ideen bekommen und möchten Sie bald umsetzen. Machen Sie Pläne, aber genießen Sie die Zeit im üppigen „Grün und Bunt“ des Gartens.

Häng doch mal ab

Manche empfinden den Garten als Arbeit. Doch für passionierte Gärtner gehört ein gewisses Maß an Arbeit dazu, um ein Refugium für Mensch und Tier zu schaffen. Doch es muss auch Zeiten zum Entspannen und Genießen geben. Die Hängematte ist ein Symbol dafür. Nutzen Sie doch den internationalen Tag der Hängematte am 22. Juli, um bewusst den Garten zu genießen. Zupfen Sie kein Unkraut, ernten Sie keine Beeren und schneiden Sie kein Stauden zurück, sondern nehmen Sie sich ein Getränk und eine schöne Zeitschrift oder ein Buch mit an einen Lieblingsort, um dort zur Ruhe zu kommen. Lassen Sie den Blick über Ihr Gartenreich schweifen und freuen Sie sich daran, was Sie alles geschafft haben. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise durch Ihren Garten.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/279160/index.php

2021 – Gartentipp 28 – Heidelbeeren – blauer Genuss

Heidelbeeren sind wahre Genussfrüchte. Die Beliebtheit der gesunden Beeren hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Warum nicht auch im eigenen Garten anbauen? Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Bei wenig Kalorien enthalten Heidelbeeren Ballaststoffe, Vitamine und weitere wertvolle Inhaltsstoffe. Die blauen Beeren schmecken einfach gut und sind beliebt bei Alt und Jung.

Heidelbeere oder Blaubeere?

Ursprünglich wurden die niedrigen, wildwachsenden Waldheidelbeeren (Vaccinium myrtillus) als Heidelbeeren oder Blaubeeren bezeichnet. Beide Begriffe werden synonym und oft regional unterschiedlich eingesetzt. So auch bei den „Kulturheidelbeeren“ (Vaccinium corymbosum), die seit den 1930er Jahren von Nordamerika kommend, auch in Deutschland angebaut und weiter gezüchtet werden. Mit 1,20 bis 1,80 Metern Höhe sind Kulturheidelbeeren vom Wuchs deutlich größer als Waldheidelbeeren. Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Frucht selbst. Wer kennt nicht die blauverschmierten Kindergesichter nach dem Genuss von Waldheidelbeeren? Sie besitzen außer der blauen Fruchthaut auch ein blauschwarzes Fruchtfleisch, das Zähne und Mund färbt. Bei den Kulturheidelbeeren, deren Früchte größer sind, passiert das nicht. Hier ist lediglich die Fruchthaut blau und das Fruchtfleisch grünlich bis weiß. Trotzdem spricht man von Blaubeeren.

Kultur-Heidelbeeren im Garten

Heidelbeerblüte

Junge Früchte

Eigentlich sind sie Pflanzen für drei Jahreszeiten: glöckchenförmige cremeweiße Blüten im Frühjahr von Hummeln umschwärmt, blaue kugelige Früchte im Sommer und leuchtend rote Herbstfärbung. Was den Standort betrifft, so möchte die Kulturheidelbeere einen Platz an der Sonne in einem sauren Boden. Gelangen die Wurzeln in Erde mit einem pH-Wert von über 6, so färben sich die Laubblätter gelb und die Pflanze kümmert. Wo das Bodenmilieu nicht passt, hat es sich bewährt die Sträucher in große Kübel (Mörtelkübel) mit einem sauren Substrat (z.B. Rhododendronerde) zu pflanzen. Wichtig ist die Gabe sauerwirkender Dünger (z.B. Rhododendrondünger) und ausreichend Regenwasser. Staunässe darf jedoch keine entstehen, weshalb mehrere Abzugslöcher im Kübel mit Blähton als Drainage wichtig sind. Wie bei anderen Beerensträuchern beschränkt sich die Pflege auch das jährliche Entfernen einzelner älterer Triebe. Sinnvoll ist der Schutz vor Vogelfraß, denn die Früchte sind heiß begehrt. Empfehlenswert ist das rechtzeitige Schützen mit Gemüsefliegennetzen (Maschenweite 0,8 mm). Diese sind so fein, dass auch die gefürchtete Kirschessigfliege nicht durch die Maschen hindurchkommt. Die Maden können in feuchten und kühlen Jahren besonders die Früchte später reifender Sorten schädigen.

Die Qual der Sortenwahl

Bluecrop

Die Beeren an einem Strauch reifen unterschiedlich, weshalb immer wieder durchgepflückt wird. Pflanzen Sie jedoch mehrere Sorten, so können Sie über einen längeren Zeitraum ernten. Außerdem verbessert sich dadurch die Befruchtung und somit der Ertrag.

Von den frühen Sorten ‘Duke‘ und ‘Reka‘ kann man die ersten Früchte naschen, denn sie reifen je nach Region schon ab Mitte Juni. Vor der geschmackvollen und ertragreichen Heidelbeer-Sorte ‘Bluecrop‘ erntet man den ganzen Juli hindurch. Bevor dann die späten Sorten ‘Elizabeth‘ und ‘Darrow‘ im August und September folgen.

Immer wieder trifft man auf Neues und Besonderheiten. So trägt die Heidelbeere ‘Hortblue Petite‘® im Juni und September Früchte. Aufgrund ihres kompakten Wuchses und der Höhe von maximal einem Meter, lasst sie sich auch als niedrige Hecke pflanzen.

Kein Platz im Garten oder nur ein kleinerer Balkon? „Bazelberry“® ist hier die Lösung! Klein und kompakt bleibend, sind sie speziell für die Kultur in Gefäßen gedacht. Terrasse und Balkon werden mit winterharten Pflanzen verschönert, die Naschfrüchte liefern und im Herbst mit rötlicher Herbstfärbung erfreuen.

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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