2021 – Gartentipp 49 – Höchste Zeit für Zwiebelblumen

Die Hauptpflanzzeit für frühlingsblühende Zwiebelblumen sind die Monate September und Oktober. Aber vielleicht kam man noch nicht zum Pflanzen, hat noch Restposten gekauft oder hat zu Nikolaus Blumenzwiebeln geschenkt bekommen. Dann ist es noch nicht zu spät, aber höchste Zeit, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Milde Temperaturen sorgen dafür, dass der Boden noch nicht gefroren ist. Gute Bedingungen, die Blumenzwiebeln zu pflanzen. Jeder Tag zählt, damit sich noch Wurzeln bilden können.

 

Schöne Blüten durch gute Zwiebelqualität

Tulpen, Narzissen und Krokusse zaubern den Frühling in den Garten. Im Frühsommer erscheinen die teilweise sehr großen Kugeln des Zierlauchs. Als Zwiebelpflanzen werden sie im Herbst gepflanzt, um dann im nächsten Jahr zu erblühen. Grundsätzlich müssen die Blumenzwiebeln noch fest, ohne Fraßschäden und nicht völlig vertrocknet sein. Zeigen sich kleine Triebspitzen oder weiße Wurzelansätze, so schadet dies nicht. Zwiebeln mit langen, brüchigen Wurzel- oder Triebauswüchsen oder gar schimmelige Zwiebeln pflanzen Sie jedoch nicht mehr. Der Pilzbefall schädigt die Zwiebeln in der Regel so stark, dass sie nicht zum Blühen kommen.

Auch sind gute Lagerbedingungen ausschlaggebend für den Blütenerfolg. Kühl, jedoch keinesfalls frostig, trocken und dunkel werden die Blumenzwiebeln aufbewahrt bis sie ihren Platz in der Erde bekommen.

 

Pflanztipps im Garten

Für das Pflanzen im Garten wird es höchste Zeit, da das Wurzelwachstum zwischen fünf und acht Grad Bodentemperatur am besten ist. Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: doppelte Pflanztiefe wie die Zwiebelhöhe, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Wichtig ist ein durchlässiger Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Besonders bei schweren Böden ist eine Drainageschicht aus grobem Sand oder Kies sinnvoll. Sind frostige Tage bzw. Nächte angesagt schützt eine Schicht aus Laubblättern auf den Pflanzstellen. Der Boden wird dadurch geschützt, hält länger warm und die Wurzeln können sich noch bilden.

 

Zwiebelblumen im Topf

Ist es draußen schon zu kalt? Wissen Sie noch nicht wo die Blumenzwiebeln ihren Platz im Garten bekommen sollen? Pflanzen Sie die Zwiebeln stattdessen in Töpfe mit mehr als 14 Zentimeter Durchmesser. Auf eine Drainageschicht von wenigen Zentimetern mit Kies, Blähton oder anderem Material füllen Sie eine Schicht lockere und durchlässige Blumenerde ein. Dann folgen die Zwiebeln. Der Pflanzabstand kann eng sein, lediglich die Wurzeln müssen genügend Raum haben. Für einen reichblühenden Frühling verwendet man die gleichen Arten oder Sorten, um elegante Harmonie zu zaubern. Verschiedene Zwiebelpflanzen bilden lustige und bunte Blumenbilder. Ein höheres Gefäß kann sogar mehrlagig mit Blumenzwiebeln belegt werden. Kleine Zwiebeln wie Krokusse, Traubenhyazinthen oder Schneeglöckchen kommen als letzte Pflanzen-Schicht bevor der Abschluss wieder mit Erde gemacht wird. Nun gießen Sie die Pflanzung an.

Für eine ausreichende Wurzelbildung benötigen die getopften Zwiebeln in den nächsten drei bis vier Wochen Temperaturen von acht bis etwa zehn Grad Celsius. Sollte es draußen zu kalt sein, eignen sich Plätze in der Garage, im Gartenhaus oder im Keller. Später kommen die Gefäße auch bei kalten Temperaturen ins Freie. Eine mehrwöchige Kühlphase (um null Grad) ist nötig und fördert die Blütenbildung. Es eignet sich eine geschützte Stelle mit Winterschutz auf dem Balkon oder der Topf wird in der Erde eingegraben.

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 48 – Blüten zur Weihnachtszeit

Blühende Zweige an Weihnachten sind ein schöner Brauch. Die Barbarazweige im Advent haben eine lange Tradition. „Holen Sie jetzt Zweige von Blütengehölzen in die Wohnung, dann können Sie am Heiligen Abend ein Blütenwunder erleben“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Blüten in der tristen Jahreszeit künden schon vom Frühling. Verschiedene Gartengehölze eignen sich zum Vortreiben in der Wohnung. Die leichten Fröste in den vergangenen Nächten sind gute Voraussetzungen. Nutzen Sie die Gelegenheit und schneiden Sie passende Gehölze.

 

Barbara-Zweige

Der Schnitt der „Barbara-Zweige“ erfolgt traditionell am 4. Dezember, dem Namenstag der Heiligen Barbara. Die bis Heilig Abend erscheinenden Blüten symbolisieren neues Leben in der dunklen Zeit und die Geburt Jesu.

Die Legende erzählt: Als sich die Heilige Barbara zum Christentum bekannte, widersetzte sie sich dem Willen ihres Vaters. Um sie wieder davon abzubringen, ließ er seine Tochter zunächst in einen Turm sperren. Als sie später in ein Gefängnis verlegt wurde, verfing sich auf dem Weg dorthin ein Kirschbaum-Zweig im Kleid der jungen Frau. Diesen stellte sie dann in ihren mit Wasser gefüllten Trinkbecher. Es erblühte der Zweig – es war der Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

 

Für Barbarazweige geeignete Gehölze

Üblicherweise werden die (jungen) Triebe frühblühender Kirschensorten verwendet, da diese in der Regel zuverlässig ihre weißen Blüten zu Weihnachten zeigen. Aber auch andere Obstgehölze sowie winter- und frühlingsblühende Ziergehölze können Sie im Garten schneiden. Es eignen sich japanische Zierquitten, Forsythien, aber auch Zierformen von Pflaume und Kirsche. Da winterblühende Gehölze wie Winterschneeball, Zaubernuss und Winterjasmin schon von selbst in wenigen Wochen draußen erblühen, lassen sich diese Zweige besonders gut antreiben. Achten Sie beim Schneiden auf die Knospen am Trieb: dickere, rundliche Knospen öffnen sich zu Blüten, dünne und spitze Knospen bilden Blätter.

Stehen sowieso Schnittmaßnahmen im winterlichen Garten an, z.B. Auslichten der Sträucher oder jährlicher Baumschnitt, finden abgeschnittene Triebe einen wunderbaren Platz in der warmen Wohnung. Übrigens können Sie über den ganzen Winter Zweige schneiden, die in kurzer Zeit ein Blütenmeer ins Zimmer zaubern.

 

Voraussetzungen für eine schöne Blüte

Gehölze in der freien Natur benötigen eine winterliche Ruhephase, um wieder auszutreiben und zu blühen. Vorangegangene Fröste sind deshalb gut, bevor Zweige für die Treiberei geschnitten werden. Sie sorgen dafür, dass die Knospen gleichmäßig erblühen. Notfalls legt man die Zweige über Nacht in die Gefriertruhe. Die „Barbarazweige“ wecken Sie mit einem Wärmebad aus dem Winterschlaf. Dazu legen Sie die Zweige für wenige Stunden in eine Wanne mit warmem Wasser um 35 Grad Celsius.

Anschließend schneiden Sie die dünnen Zweige mit einem scharfen Messer an. Der Anschnitt sollte so lang und schräg wie möglich sein, damit möglichst viel Wasser aufgenommen werden kann. Kräftigere Äste werden mit einem Hammer leicht angeklopft. Das spaltet die Holzfasern leicht auf. Unmittelbar danach stellen Sie die Zweige in handwarmes Wasser. Es ist sinnvoll, alle drei bis vier Tage das Wasser zu wechseln und die Vase zu reinigen. Bakterien könnten sonst die Leitungsbahnen verstopfen. Auch wenn die Lufttemperaturen zum Antreiben nicht zu kalt sein dürfen, wäre ein Platz neben der Heizung oder den Ofen denkbar ungünstig. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit trocknen die Blütenknospen häufig ein bevor sie ihre Blüten öffnen.

 

(Bilder: Bayerische Gartenakademie sowie Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 47 – Blühende Sterne für den Advent

 

Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima) schmücken mit ihren Blüten viele Wohnungen im Advent. Damit Sie auch über die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit hinaus Freude an der Pflanze haben, geben die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie wertvolle Tipps.

Für jeden Geschmack und Platzbedarf gibt es passende Exemplare: ob in rot, rosa oder weiß, ob Minipflanze oder Hochstämmchen. Beherzigt man beim Kauf und der Pflege der Weihnachtssterne einige Tipps, dann bleiben die Pflanzen über Wochen schön.

 

Einkaufen und Transportieren

Achten Sie auf vollständig und kräftig belaubte Exemplare. Hängen die Blätter oder sind sie sogar eingerollt, dann werden Sie keine lange Freude mit den Weihnachtssternen haben. Ein Teil der Blüten (Cyathien) sollte noch geschlossen sein. Diese sitzen fast unscheinbar im Inneren der bunten Hochblätter (Brakteen). Man spricht man von überblühten, überständigen Pflanzen, wenn die Blüten bereits zum Teil oder ganz abgefallen sind.

Weihnachtssterne reagieren empfindlich auf Zugluft und Kälte. Lassen Sie Sonderangebote, die in Supermarktketten bei kühlen Temperaturen auf dem Boden stehen oder auf Wochenmärkten im Freien verkauft werden, stehen. Die Pflanzen leben oft nicht lange. Auch schaden lange Transportzeiten in Dunkelheit und kühler Umgebung sowie die hohe Luftfeuchtigkeit in den Folienverpackungen. Fachgeschäfte verpacken die empfindlichen Weihnachtssterne rundum mit Papier, bevor der Kunde ins Freie tritt. Dann schnell nach Hause, damit die Pflanze in die warme Wohnung kommen.

 

Tipps für zuhause

 

Der Weihnachtsstern mag es gerne hell und warm. Er bevorzugt Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Auch hier gilt: keine Zugluft. Stellen Sie daher beim Lüften die Pflanze an einen anderen Ort. Der Wurzelballen benötigt stets leichte Feuchtigkeit. Ist die Erde zu nass, sterben Wurzeln ab und die Pflanze verliert Blätter. Achten Sie darauf, dass im Übertopf kein Wasser steht. Mit optimaler Pflege und guter Pflanzenqualität schmückt der Weihnachtstern auch noch nach den Feiertagen für lange Zeit.

Sie möchten Ausprobieren, ob der Weihnachtsstern wieder blüht? Nach dem Abblühen erfolgt ein leichter Rückschnitt. Ein sonniger Platz und immer wieder leichtes Düngen sorgt für kräftiges Wachstum während des Sommers. Ab Mitte Oktober verdunkelt man die Pflanzen für etwa 13 Stunden, indem über Nacht ein Karton darüber gestülpt wird. Rechtzeitig zu Weihnachten haben sich dann auch die grünen Hochblätter wieder gefärbt.

 

Wussten Sie,……

dass der Weihnachtsstern zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, deren Milchsaft Hautreizungen hervorrufen kann?

dass der Weihnachtsstern ursprünglich aus den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel- und Südamerikas kommt? Dort ist er ein immergrüner Strauch mit verholztem Stamm und spärlicher Verzweigung. Er kann Wuchshöhen bis zu vier Metern erreichen.

dass der Name „Poinsettie“, wie der Weihnachtsstern auch genannt wird, von Joel Roberts Poinsett kommt. An seinem Todestag, am 12. Dezember, werden deshalb traditionell in den USA besonders viele Weihnachtssterne verschenkt.

 

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 46 – Zeit für den Bodencheck

Die richtige Ernährung der Pflanzen sorgt für gutes Wachstum und Pflanzengesundheit. Um optimal zu düngen spielen die Nährstoffe im Gartenboden eine wichtige Rolle. Doch welche Nährstoffe sind schon im Boden vorhanden? Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie empfehlen eine Bodenprobe im Spätherbst.

Nur wer weiß, welche Nährstoffe im Gartenboden vorhanden sind, kann richtig düngen. Bei einer Untersuchung im Bodenlabor werden vorhandene Nährstoffgehalte und andere wichtige Eigenschaften des Bodens ermittelt.

 

Der Zeitpunkt

Eigentlich hat der Zeitpunkt der Probenahme keinen Einfluss auf die Ergebnisse, bis auf die Bestimmung pflanzenverfügbaren Stickstoffs. Sinnvoll ist jedoch die Zeit im Spätherbst oder zeitigem Frühjahr, wenn die Beete leergeräumt sind. Eine Bodenuntersuchung muss nicht jedes Jahr durchgeführt werden, da sich die Nährstoffgehalte wenig verändern. Im Gemüsegarten jedoch, wo einige nährstoffbedürftige Pflanzen stehen und daher auch gedüngt wird, ist eine Probenahme etwa alle fünf Jahre zu empfehlen. Sie kennen Ihre Bodenart nicht? Dann ist eine Untersuchung des Gartenbodens wichtig, ebenso vor einer Neuanlage des Gartens, um einen ersten Einblick in den Boden zu bekommen.

 

Das richtige Maß

Werden die Gartenflächen unterschiedlich genutzt und bewirtschaftet (Obstgarten, Gemüsegarten, Ziergarten, Rasen), benötigt man eine getrennte Beprobung. Hierfür nimmt man zehn bis 15 Einstiche einer einheitlich bewirtschafteten Fläche, in der Regel bis 20 bzw. 30 Zentimetern Tiefe bei Gemüsebeeten und Staudenflächen. Bei Rasenflächen genügen zehn Zentimeter, für Bäume und Obstgehölze ist eine Beprobung von 60 bis 90 Zentimeter sinnvoll. Bei Obst- und Gartenbauvereinen bzw. Siedlerverbänden oder anderen Stellen können oft Hilfsmittel geliehen werden. Wer keinen Bohrstock hat, verwendet für Tiefen bis 30 Zentimeter einen Spaten. Die gesammelte Erde zerkleinert man, mischt sie und verpackt 500 Gramm für das Bodenlabor.

 

Die Bodenuntersuchung

Die Standard-Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über Bodenart, Phosphat- und Kalium-Werte sowie den pH-Wert (Säuregehalt des Bodens). Oft lässt man Magnesium-Wert und Humusgehalt zusätzlich untersuchen. Der Humusgehalt zeigt an, wieviel organische Substanz sich im Boden befindet. Bei intensiver Nutzung baut sich Humus ab und setzt Nährstoffe frei, die den Pflanzen als Dünger dienen. In der Regel wird der Stickstoffgehalt im Boden nicht mit analysiert, da er sehr veränderlich ist. Mit einem Nitratschnelltest lassen sich die aktuellen Stickstoffwerte vor jeder Kulturpflanzung oder Aussaat auch vom Freizeitgärtner selbst ermitteln.

 

Der Nutzen einer Bodenprobe

Mit Hilfe der Bodenuntersuchungsergebnisse können Sie zielgerichtet Düngen. Oft zeigt sich nämlich, dass Volldünger nicht nötig sind. Eine wertvolle Grunddüngung erhalten Sie durch das Ausbringen des eigenen Kompostes. Außerdem fördert er ein aktives Bodenleben. Die Ergebnisse einer Bodenanalyse geben häufig auch Aufschluss, warum bestimmte Ernährungsstörungen wie Stippe oder Eisenmangel auftreten.

Die Bodenprobe ist ein wichtiger Check, um den eigenen Gartenboden kennenzulernen, damit bodenschonend und fachgerecht gehandelt werden kann.

 

Tag des Bodens

Der Boden ist ein wertvolles Gut und Ausgangspunkt allen Lebens auf der Erde. Alljährlich zum Internationalen Tag des Bodens (Weltbodentag 5. Dezember) bietet die Bayerische Gartenakademie schon seit vielen Jahren ein Seminar für Freizeitgärtner und Interessierte an. Am 3. Dezember 2021 ist es wieder soweit. Unter dem Thema „Bodenpflege im Klimawandel“ findet das Seminar. Auf der Homepage finden Sie weitere Hinweise in welchem Format das Seminar stattfinden wird. https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/veranstaltungen/212811/index.php

 

Möchten Sie weitere Details über die Bodenprobe und die Düngung erfahren, finden Sie wertvolle Hinweise in den Informationsschriften der Bayerischen Gartenakademie.

https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/081370/index.php

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/duengungsbrosch%C3%BCre_bericht_2.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=FNvp89b4Qt8

 

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 45 – Obst und Gemüse für den Winter lagern

Damit die Wintervorräte lange frisch bleiben, benötigen sie gute Lagerbedingungen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie die Obst- und Gemüseernte aufbewahren können.

Knackiges Obst und Gemüse während der kalten Jahreszeit liefert gesunde Frische. Wenn die Ernte aus dem Garten kommt, dann ist dies unschlagbar regional.

Erntegut einlagern

Für eine Lagerung über einen längeren Zeitraum eignet sich nur gesundes Herbst- und Wintergemüse sowie Äpfel ohne Verletzungen, Schimmel-, Faulstellen oder andere Schädigungen. Rote Bete, Möhren und andere Knollen- und Wurzelgemüse werden für eine bessere Haltbarkeit nicht gewaschen, sondern kommen mit leicht anhaftender Erde in Eimer, Kisten oder einen großen Plastiksack. Vorher wird das Grün abgedreht. Hat es geregnet, so warten Sie noch ein paar Tage mit dem Ernten, damit die Erde am Gemüse nicht zu feucht ist. Das beugt Schimmeln und Faulen vor. Bei Kernobst eignen sich spät reifende Sorten, die zu einer möglichst langen Lagerfähigkeit knapp reif gepflückt werden. Wenn die Schalenfarbe von grün nach gelb umfärbt ist der optimale Erntezeitpunkt. Für die Lagerung sortieren Sie das Erntegut sorgfältig aus. Beim Durchsehen des gelagerten Obstes und Gemüses alle paar Tage können Sie schnell reagieren und geschädigtes Lagergut entfernen, bevor anderes angesteckt wird.

Lagerbedingungen schaffen

Kühle und nicht zu trockene Lagerbedingungen sind nötig, um geerntetes Obst und Gemüse lang frisch zu halten. Lehm- und Erdkeller gibt es heute kaum mehr. Moderne Keller sind in der Regel zu warm und zu trocken. Nutzen Sie daher die kühlsten Möglichkeiten: Schuppen, Garage, schattige Balkone oder Kellerschächte. Lagerbehältnisse können mit gelochter Folie oder Zeitungspapier abgedeckt werden, um das Austrocknen des Erntegutes zu reduzieren. Wird es kalt und sinken die Außentemperaturen unter minus vier Grad schützen eine Decke, mehrere Lagen Zeitungspapier, Jutesäcke oder ähnliches noch eine Zeit lang. Zudem wirken diese luftdurchlässigen Materialien gegen rasche Temperaturschwankungen. Erdmieten werden wieder verstärkt genutzt. Dabei werden Boxen, größere Gefäße, ausrangierte Waschmaschinentrommeln oder ähnliches in den Boden eingegraben und mit Deckeln oder Gittern abgedeckt, was vor Mäusefraß schützt. Das Lagergut selbst bekommt eine Bedeckung aus trockenem Stroh zum Luftaustausch und eventuell trockene Erde oder trockenen Sand.

Gartenbeete lange nutzen

Kälteunempfindliche Gemüse lassen Sie am besten so lange wie möglich im Beet stehen. An milden Tagen wachsen die Pflanzen oft noch. Wintersalate, Wurzel- und Knollengemüse vertragen sogar leichte Fröste, die sich mit Vlies zuverlässig abhalten lassen. Grün- und Rosenkohl, Lauch und Feldsalat überdauern im Garten auch ohne Schutz.

Grundsätzliche Lagertipps

Lagern Sie Gemüse und Kartoffeln nicht zusammen mit Obst. Besonders Äpfel bilden das Reifegas Ethylen, was Kartoffeln austreiben und Gemüse schneller welken lässt. Übrigens werden Kartoffeln nicht unter fünf Grad Celsius gelagert, da sie sonst Stärke in Zucker umbauen. Wo möglich, werden späte Apfelsorten getrennt von den bereits eingelagerten früheren Äpfeln und Birnen aufbewahrt.

Wem nur relativ warme Räume zum Lagern bleiben, kann zum Aufbewahren große Plastiktüten verwenden. Diese verhindert ein schnelles Austrocknen und verzögert das Nachreifen. Wenige kleine Schlitze oder Löcher mit einer Stricknadel sorgen für den nötigen Luft- und Feuchtigkeitsaustausch.

Kontrollieren Sie alle paar Tage Ihr Vorratslager! Krankes und faules wird gleich aussortiert, um eine Ansteckung zu verhindern. Beugen Sie Mäusefraß vor, indem Sie Fallen stellen. Früher reifende Apfelsorten essen und verarbeiten Sie stets zuerst. Dann profitieren Sie im Frühjahr möglichst lange von den besser haltbaren Lagersorten. Bei Kernobst, Wurzel- und Knollengemüse empfiehlt es sich, zunächst kleinere Exemplare zu verwerten. Durch ein gewisses Schrumpfen zum Lagerungsende lassen sie sich vergleichsweise schwieriger schälen als große Ware.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 44 – Winterharte Kübelpflanzen in der kalten Jahreszeit

Frostempfindliche Kübelpflanzen stellen uns jedes Jahr im Spätherbst vor ein großes Problem: wohin mit der Pflanze? Alternativen sind winterharte Kübelpflanzen, die ganzjährig im Freien bleiben können. In kleinen Gärten, auf dem Balkon oder vor der Eingangstür pflanzt man Stauden, kleinbleibende Zier- und Obstgehölze in Gefäße. Bei den Fachleuten der Bayerischen Gartenakademie erhalten Sie Tipps, wie Sie den Topfgarten winterfest machen.

Pflanzen in Gefäßen sind mobil. Topfgärten lassen sich immer wieder umgestalten und bringen so wechselnde Anblicke. Mit frostbeständigen Gefäßen schafft man auch im Spätherbst und Winter einen dekorativen Ort.

Wasser marsch

Stauden und Gehölze sind in der Regel ausreichend frosthart. Die größte Gefahr im Winter stellt für die Pflanzen das Durchfrieren des Wurzelballens dar. Je nach Pflanzenart und Abhärtungsgrad überstehen die Wurzeln im Winter zwar Temperaturen zwischen minus fünf und minus 20 Grad Celsius, aber die Pflanzen leiden stark unter Frosttrocknis. Anders als in der Erde im Garten, wo der Boden langsam von oben nach unten friert, dringt der Frost bei Topfpflanzen von allen Seiten an die Wurzel heran. Problematisch ist dies vor allem für immergrüne Laub- und Nadelgehölze, die auch in der kalten Jahreszeit noch stets Wasser verdunsten. Die Wurzeln können das gefrorene Wasser im Gefäß nicht aufnehmen. Folglich sieht es im Frühjahr aus als seien die Pflanzen erfroren. Dabei sind sie vertrocknet. Gießen Sie daher vorsichtig an Tagen mit milden Temperaturen.

Pflanzen-Schutz

Erste Maßnahme, um die Pflanzen zu schützen ist das Rücken an die Hauswand oder unter eine Überdachung. Günstig ist auch eine Stelle, bei der die Pflanzen dem Regen und Schnee nicht direkt ausgesetzt sind. Das beugt einer möglichen Vernässung und somit dem Absterben der Wurzeln vor. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können, damit sich keine Staunässe bildet. Daher sollten Sie Untersetzer entfernen.

Mehr Schutz ist nötig, wenn es stärker frostig wird und bleibt. Als Schutz von unten bieten sich Styroporplatten an, auf die man die Gefäße stellt. Denken Sie an einen Wasserablauf. Die Töpfe und anderen Gefäße selbst bekommen einen Mantel aus Jutegewebe, Noppenfolie, Kokosmatten und ähnlichem. Kleinere Töpfe stellt man in ein größeres Gefäß, das mit Laub oder Rindenmulch ausgefüllt wird. Anschließend bieten Laub- oder Reisigabdeckungen Schutz von oben.

Drohen nach längeren Schönwetterperioden im zeitigen Frühjahr, wenn die Gehölze schon leicht ausgetrieben haben, noch einmal Spätfröste, sollten auch die oberirdischen Pflanzenteile geschützt werden. Schilfmatten, Jutesäcke oder alte Decken sind denkbar. Besonders geeignet ist Wintervlies, da es ausreichend dicht, aber trotzdem luftdurchlässig ist. Das Abdeckmaterial liegt besser nicht direkt auf den Pflanzenteilen, um mechanische Schäden an der Pflanze zu vermeiden und eine besserer Isolierwirkung zu erzielen. Einfache Gerüste aus Bambusstäben, Tomatenstäben etc. sorgen für Abstand.

Allgemeines

Beginnen Sie die Kälteschutzmaßnahmen nicht zu früh. Einzelne und leichte Fröste verkraften die Pflanzen problemlos ohne spezielle Schutzmaßnahmen. Erst bei dauerhaftem Frost wird „eingewintert“. Grundsätzlich lassen sich größere Gefäße besser überwintern als kleinere. Durch das größere Topfvolumen wird mehr Wasser vom Substrat gespeichert und der Pflanze zur Verfügung gestellt. Außerdem friert der Wurzelballen bei anhaltendem Frost nicht so schnell durch.

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2021 – Gartentipp 43 – Kompost im Garten: Dünger durch Recycling

Wird es herbstlich, werden Gemüsebeete geräumt, manches im Staudengarten zurückgeschnitten und das Laub fällt von den Bäumen. Doch wohin mit dem vielen organischen Material? Für Wertstoffhof und Biotonne zu schade, finden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und raten zum Kompostieren.

„Gold des Gärtners“ wird fertiger Kompost auch genannt, denn er ist wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Doch oft gibt es Unsicherheiten bezüglich des Pflanzenmaterials, das einen Komposthaufen füllt.

Gutes Kompostieren

Verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen setzen das organische Material zu gutem Humus um. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material. Eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen ist deshalb wichtig. Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt, feuchte Materialien nur in dünnen Schichten eingeräumt.

Kompostieren von giftigen Pflanzenteilen

Können giftige Pflanzenteile auf den Kompost? Hier herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur gibt Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Einige werden in unseren Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. Giftige Pflanzen verrotten nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werden.

Kompostieren von Laubblättern

Nicht überall kann Herbstlaub liegen bleiben. Auf Wegen und Rasen kommt es weg, genauso wie in Teichen. Falllaub eignet sich beispielsweise zum Mulchen von Staudenbeeten, Hecken, Baumscheiben und Gemüsebeeten ohne Bewuchs. Doch fällt zu viel an, kann es auch kompostiert werden. Vor allem schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Nusslaub wird besser zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Ganz einfach geht es mit dem Rasenmäher: das Laub wird einfach in den Auffangsack „gemäht“ und dann schichtweise mit anderem Material auf den Kompost gegeben.

Kompostieren von Unkräutern

Jäten Sie Samenunkräuter rechtzeitig bevor sie Blütenknospen angesetzt haben, können Sie getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann zwicken Sie entweder die Blütenstände ab oder entsorgen Sie die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.

Auch Wurzelunkräuter könnten auf den Komposthaufen. Allerdings müssen sie ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Jetzt im Herbst ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Für den Kompost ungeeignet

Doch nicht alles aus dem Garten eignet sich zum Kompostieren. Manche Schaderreger können auf dem Kompost im Garten überdauern, da die Rottetemperatur nicht ausreichend hoch ist. Mit der späteren Ausbringung von Kompost im Frühjahr besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren. Vom Kompostieren von Pflanzenteilen mit Maden, Kohlhernie, Welke- und Fäulniskrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die Stängel oder Wurzel schädigen, ist daher abzusehen. Nutzen Sie hierfür die Biotonne, Restmülltonne oder die Grüngutannahmestellen.

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2021 – Gartentipp 42 – Tagpfauenaugen im Sommer und Herbst

Schmetterlinge bezaubern mit ihrer flatterhaften Leichtigkeit. Jeder der sie sieht, antwortet mit einem Lächeln. In den letzten Wochen fielen die vielen Tagpfauenaugen auf, die bei den Herbstblühern nach Nahrung gesucht haben. „Haben Sie es auch bemerkt?“, fragen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Zu einem Herbstgarten gehören Gräser und verschiedene Astern. Auf diesen tummeln sich bei Sonnenschein unterschiedliche Insekten. Am auffallendsten sind Schmetterlinge, besonders das Tagpfauenauge, welches zu den schönsten Tagfalterarten zählt.

 

Das Tagpfauenauge – vom Spezialisten zum Generalisten

Schmetterlinge sind während ihrer Entwicklung regelrechte „Gestaltwandler“. Aus dem Ei entwickeln sich schwarze Raupen mit weißen Pünktchen. Auffallend sind die gefährlich aussehenden, bedornten Fortsätze auf dem ganzen Körper. Die Raupen findet man ausschließlich auf Brennnesselpflanzen, die die einzige Nahrungsquelle darstellen. Die Tiere leben zunächst gemeinschaftlich, bevor sie sich zur Verpuppung verteilen. Und dann schlüpfen die Falter: die Flügeloberseiten sind mit vier bunten Augen auf rostrotem Untergrund geschmückt, was die Tagpfauenaugen unverwechselbar macht. Während die Raupen auf Brennnessel spezialisiert sind, fliegen die Schmetterlinge auf bis zu 200 verschiedene Blütenpflanzen und schlürfen den Nektar. Beliebte Futterpflanzen neben Weiden oder Huflattich im Frühjahr und Schmetterlingsflieder im Sommer, sind im Herbst Astern- und Efeublüten.

Tagpfauenaugen überwintern als erwachsene Tiere in Dachböden, Kellern oder Garagen, natürlichen Höhlen und anderen geschützten Stellen. Von März bis Mai begeben sie sich auch Futtersuche und die Weibchen legen bis zu 400 Eier an junge Brennnesselblättern ab.

Das Tagpfauenauge -Wanderer und Klimagewinner

Einige Schmetterlinge zählen zu den Wanderfaltern. So auch das Tagpfauenauge. Allerdings legt es oft nur kurze Strecken zurück und „wandert“ gezielt in eine andere Region innerhalb des Verbreitungsgebietes. Warme Südwinde begünstigen einen größeren Wanderzug. Somit können auch neue Lebensräume erobert werden. In den meisten Gärten entdeckt man deshalb die schönen Falter.

Tagpfauenaugen sind Gewinner des Klimawandels. Früher gab es nur eine Generation im Jahr, bevor sich dann nur in den wärmsten Regionen Deutschlands eine weitere bildete. Durch die Erwärmung mit längeren Sommern bzw. milden Herbsten erscheinen inzwischen zwei Generationen im Jahr. Die erste entwickelt sich im Mai bis Juni und im Spätsommer gibt es eine zweite.

Gute Entwicklungsbedingungen 2021

Warum sind die Tagpfauenaugen in diesem Jahr so auffällig? Möglicherweise treffen gute Entwicklungsbedingungen aufeinander. Durch höhere Niederschlagsmengen, auch in den trockenen Gebieten der letzten Jahre, konnten sich die Brennnessel-Bestände gut entwickeln und somit ausreichend Nahrung für den Nachwuchs der Schmetterlinge liefern. Die zweite Generation hatte durch das sommerlich warme Wetter ab Mitte August gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Raupen. Und dann zeigte sich der Erfolg durch eine große Zahl von Tagpfauenaugen-Faltern in den Gärten und auf Blühstreifen. Sie begeben sich nun auf die Suche nach einem Winterquartier.

Schmetterlinge im Garten

Schmetterlinge sind bei allen beliebt. Um ihnen Lebensraum im Garten zu bieten reicht es nicht Futterpflanzen für die Falter zu bieten. Genauso wichtig ein ausreichendes Futterangebot für die Raupen. Ein sonniges „wildes Eck“ mit einigen Brennnesseln bietet Nahrung für die Raupen vieler Falter. Ein naturnah bewirtschafteter Garten bietet Vielfalt und Lebensraum für verschiedene Tiere.

 

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2021 – Gartentipp 41 – Sorte unbekannt? Apfeldetektive helfen!

Der Apfel gehört zum beliebtesten Obst. Kleine Baumformen sind in Hausgärten zu finden, große Bäume prägen Streuobstwiesen. Zur Zeit der Apfelernte werden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie vermehrt um Sortenauskünfte gebeten. Doch zum Bestimmen einer Apfelsorte gehört viel Spezialwissen.

Wissen Sie wie viele Apfelsorten es gibt? Äpfel aus dem Supermarkt, die für die Vermarktung angebaut werden, sind nur ein winziger Bruchteil der Sortenvielfalt. Gerade auf Streuobstwiesen oder in alten Gärten findet man typische regionale Sorten, deren Namen in Vergessenheit geraten ist.

 

Nur so ist eine Bestimmung überhaupt möglich

Über 1000 (!) Apfelsorten existieren in Bayern. Davon kristallisieren sich 20 bis 30 sehr häufig vorkommende Sorten und weitere 20 bis 30 oft vorkommende Sorten heraus, sodass sich dieSortenbestimmung schon stark einschränkt. Natürlich gibt es auch seltene Apfelschätze! Und dann wird es schwierig.

Zur Bestimmung benötigen Sie vier bis fünf einwandfreie, sortentypische und reife Früchte; also die Schönsten. Fallobst und vermadete Früchte reifen vorzeitig untypisch aus und sind ebenso unklar zu bestimmen wie sehr unreife Früchte, deren Geschmack, Färbung oder Fleischtextur noch nicht ausgeprägt sind.

Sortenmerkmale

Wichtige äußere Fruchteigenschaften sind Reifezeit, Fruchtgröße und Fruchtform, Stielform und-länge, Tiefe und Form von Stiel- und Kelchgrube,

Schalenbeschaffenheit, -farbe und -punkte (Lentizellen), sowie Schadsymptome wie Schorfflecken oder Stippe. „Innere Werte“ sind unter anderem Fruchtfleischfarbe und -beschaffenheit, Saftigkeit, Zucker-Säureverhältnis und Aroma (Würze), Form der Kerne und des Kernhauses.

Ergänzende Hinweise, um eine Sorte zu bestimmen sind außerdem Größe und Form des Blattes und des Baumes, Wuchsstärke und Triebwachstum sowie Verzweigung. Auch die Anfälligkeit gegenüber Schaderregern wie Schorf, Stippe und Mehltau können sortentypische Merkmale sein.

Da Fruchtbehang und Jahreswitterung die Obstqualität beeinflussen, ist es bei nicht eindeutig zu identifizierenden Sorten notwendig, die Sorten über mehrere Jahre zu beobachten und zu untersuchen.

Fachliteratur hilft bei der Selbstbestimmung

Unter Zuhilfenahme bebilderter Fachliteratur können Sie markante Sorten selbst bestimmen. Ein wichtiges Bestimmungsbuch ist „Farbatlas alte Obstsorten, von Walter Hartmann, ISBN 978-3-

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8001-0316-4. Der Obst- und Gartenbauverlag (www.gartenratgeber.de) hält in seinem online-Shop weitere Sortenbücher vor.

Im Internet finden sich unter Suchbegriffe wie „Apfelsortenbestimmung“ ebenfalls hilfreiche Literaturquellen, eine Sortenbestimmungs-App (Pomident 2020) oder auch Sortenbilder. Allerdings können auch nicht eindeutige, widersprüchliche oder sogar falsche Bilder nicht zielführend sein.

Pomologen – die Apfelkenner!

Keiner kennt Äpfel so gut wie Pomologen. Sie beschäftigen sich privat oder beruflich schon längere Zeit mit Streuobst und deren Sorten. In verschiedenen Verbänden und Vereinen haben sich die Experten zusammengeschlossen. Der Pomologen-Verein hat Ansprechpartner in allen Bundesländern, teilweise mit Regionalgruppen. Es gibt auch spezielle bayerische Pomologen-Gruppen. Bei regionalen Veranstaltungen können Sie Ihre unbekannten Früchte mitbringen und vorlegen. Jedes Jahr werden in vielen Bundesländern bei mehrtägigen Jahreskursen (Obst-) Baumwarte ausgebildet. Auch hier sind viele Apfeldetektive zu finden.

Eine weitere Anlaufstelle sind neben Fachleuten des Bund Naturschutz auch die Kreisfachberater/innen für Gartenkultur und Landespflege an Ihrem Landratsamt oder auch „alte Hasen“ – natürlich auch jüngere – in den örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen.

Möchten Sie die Früchte zur Bestimmung verschicken oder vorzeigen, so nehmen Sie Kontakt auf mit dem Adressaten auf, um Details zu den Fruchtproben, der Zusendung und etwaiger Kosten einer Sortenbestimmung abzusprechen.

Links zu den „Apfeldetektiven“ (Liste nicht vollständig):

www.pomologen-verein.de mit landes- und Regionalgruppen

www.gpo-bayern.de/ Bayerische Pomologengruppe

www.triesdorfer-baumwarte.de/

www.deutenkofener-baumwarte.de/

www.schlaraffenburger.de Baumwarte vom Bayerischen Untermain

www.ogv-oberfranken.de/ Baumwarte aus dem Bezirk Oberfranken

www.streuobst-bienen.de Baumwarte aus dem Raum Würzburg

 

(Bilder: Christine Scherer sowie Bayerische Gartenakademie © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2021 – Gartentipp 40 – Die Walnussfruchtfliege und andere Schädigungen der Walnuss

 

Nussbäume als große Hausbäume oder auf Streuobstwiesen sind beliebt. Bei der Walnuss, eigentlich eine sehr robuste Obstart, treten in diesem Jahr doch verstärkt Schäden auf, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

 

 

 

 

Schädling an der Walnuss – die Walnussfruchtfliege

Gesunde grüne Laubblätter und Nüsse mit schwarzer Schale? Das könnte auf die Walnussfruchtfliege hindeuten. Schon seit einigen Jahren vereinzelt bekannt, zeigt sich in diesem Jahr ein hoher Befall durch den Schädling. Im Unterschied zu anderen Krankheiten bleiben die Blätter des Walnussbaumes gesund, die Nusshülle schwärzt nicht komplett und der Kern wird nur teilweise beeinträchtigt. Bei gesunden Nüssen löst die Schale und gibt die Nuss frei. Anders bei Befall mit der Walnussfruchtfliege: hier bleiben die schwarzen Hüllen kleben oder lassen sich nur schwer lösen. Liegen die Nüsse noch frisch am Boden, findet man in den weichen, grünen oder schwarzen matschigen Hüllen oft mehrere weißliche Larven. Sie ernähren sich vom saftigen Fruchtfleisch, das dann matschig-schleimig verbräunt.

 

Nach dem Aufklauben befallener Nüsse mitsamt anhaftender Hülle werden die Kerne (mit Handschuhen!) herausgepuhlt. Dabei können die vorhandenen Larven in der Fruchthülle gesammelt und vernichtet oder Hühnern zum Fressen vorgesetzt werden. Eingesammelte befallene Früchte lassen sich auch anderweitig retten. In einem Korb oder Kübel mit Hochdruck-Dampfstrahler unter Rütteln der Gefäße werden die Nüsse abgestrahlt und die Hüllen entfernt. Die sauberen Nüsse werden anschließend getrocknet.

 

Die Larven der Walnussfruchtfliege verpuppen sich, wie bei der Kirschfruchtfliege, im Boden des Kronenbereichs der Bäume. Machen auch die Nachbarn mit, kann es sinnvoll sein ab Juli mindestens fünf bis sieben Gelbtafeln in der Baumkrone verteilt aufzuhängen, um zumindest einen Teil der Fliegen abzufangen. Das Auslegen von feinmaschigen Netzen oder Folien im Kronenbereich ab Juni verhindert das Aufwandern der geschlüpften Fliegen aus dem Boden. Hierfür wird der Unterbewuchs sehr kurz gemäht. Ebenso hilft eine Hühnerhaltung unter den Bäumen ab dem Frühsommer, die dann die Tönnchen-Puppen der Schädlinge aus dem Boden picken.

 

Braune Blätter der Walnuss

Zwei Krankheiten, die eine Braunfleckung auf den Blättern sowie teilweise schwarze Nüsse hervorrufen, treten in diesem Jahr massiv auf. Häufige und große Niederschlagsmengen haben die Schädigungen begünstigt. Es sind dies die Bakterienkrankheit Xanthomonas und Marssonina, eine Pilzkrankheit. Die Unterscheidung ist schwierig.

 

Was kann ich tun? Geschädigt Nüsse werden entsorgt. Die befallenen Laubblätter entfernen Sie ebenfalls. Es besteht aber auch die Möglichkeit die gerbstoffhaltigen und schwer verrottbaren Blätter gut zu zerkleinern und über den Kompost zu entsorgen. Der Anteil sollte aber maximal zehn Prozent betragen. Sind die Bäume sehr dicht gewachsen, sorgt ein Auslichtungsschnitt (im belaubten Zustand!) dafür, dass wieder mehr Luft und Licht an den Walnussbaum kommt und die Blätter schneller abtrocknen.

Die Sorten ‘Mars‘, ‘Wunder von Monrepos‘, ‘Geisenheim 139‘, ‘Lara‘ und ‘Franquette‘ gelten momentan als weniger anfällig gegen diese beiden Schaderreger und sind bei einer Neupflanzung vorzuziehen. Mit einer guter Pflege vor allem junger Walnussbäume bleiben die Pflanzen vital, wüchsig und robust.

 

 

(Bilder: Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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