2023 – Gartentipp 4 – Gehölze im winterlichen Garten – Winterschlaf und erstes Erwachen

Ein Garten im Winter ist keinesfalls leblos und unattraktiv. Jetzt zeigen sich die versteckten Schönheiten unserer Gehölze: markante Rindenstrukturen und individuelle Ausprägung der Knospen. „Es überrascht, dass einige Gehölze bereits ihren Blütenschmuck zeigen“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Bei einem Rundgang durch den Garten oder einen Park können Sie nun das erste Erwachen der Natur erleben. Bei milden Temperaturen suchen erste Bienen und Hummeln nach Nahrung.

Knospen und Rinde im Winter

Immer dicker werden die Knospen an Gehölzen, die noch im Winter oder Frühling blühen. Bei manchen lässt sich die Blüte schon erahnen. Knospen sind keineswegs einheitlich. Bei genauerem Hinsehen besitzt oft jede Pflanzengattung eine andere typische Form und Eigenart: kugelig, länglich, spitz, klebrig, schuppig, pelzig. In der laub- und blütenlosen Zeit lässt sich ein Gehölz oft über die Knospen bestimmen.

Fehlt das üppige Grün im Garten fallen farbige Rinden der Gehölze auf. Verschiedene Hartriegel präsentieren besonders an den einjährigen Trieben ihre Farbenpracht: Cornus alba ‘Spaethii‘ (dunkelrot), Cornus alba ‘Sibirica‘ (korallenrot), Cornus sanguinea ‘Winter Flame‘ (rötlich bis gelborange), Cornus stolonifera ‘Flaviramea‘ (hellgelbgrün). Strahlend weiße Rinde besitzt die Himalaya-Birke (Betula utilis) und wird damit ebenso zum Hingucker wie spezielle gefärbte Fächerahorne und die mahagonifarbene Rinde mit Korkleisten von Zier- und Tafelkirschen.

Winter-Blüten

Bei milden Temperaturen und Sonne summt und brummt es im Garten oft schon im Januar und Februar. Einige Gehölze zeigen ihre Blüten und locken Insekten an. Hummeln und sogar Honigbienen besuchen die gelben Blüten von Kornelkirsche (Cornus mas), die weißen bis zartrosa farbenen Blüten der Winter- oder Schneekirsche (Prunus subhirtella ’Autumnalis‘) und weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Letztere riechen intensiv fruchtig und zitronig. Der recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden, intensiv und zitronigen Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Eine weitere Besonderheit ist die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox), deren cremeweiße bis hellgelben Blüten ebenfalls stark duften.

Beim Duftschneeball (Viburnum farreri) erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen. Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs Viburnum bodnantense ‘Dawn‘. Seine Blüten vertragen Fröste besser.

„Wintergehölze“ hautnah

Möchten Sie die Gehölze live erleben? Nutzen Sie die Möglichkeit einer Führung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Bei dem Rundgang über das Gelände der LWG in Veitshöchheim lassen sich die Gehölze ganz ohne Blätterkleid in ihrer vollen Schönheit entdecken. Oft sind es kleinere Sträucher, die sich sehr gut für den eigenen Garten eignen und damit in der dunklen Jahreszeit für Stimmungsaufhellung sorgen. Die Gartenexpertin gibt viele praktische Hinweise.

„Winterschlaf und erstes Erwachen – Rinde, Knospen und Blüten von Gehölzen im Winter“ ist der Titel der öffentlichen Führung am 3. Februar 2023 um 15 Uhr. Sie dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 5 € pro Person. Das Entgelt wird vor Ort vom fachkundigen Gästeführer entgegengenommen. Da die Gruppengröße auf 25 Teilnehmer beschränkt ist, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung. Ohne vorherige Anmeldung kann keine Teilnahme garantiert werden. Weitere Informationen zur Führung und zur Anmeldung finden Sie unter: https://www.lwg.bayern.de/fuehrungen

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2023 – Gartentipp 3 – Apfel – beliebt und gesund

Der Apfel gehört zum meist gegessenen Obst. Aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit sind diese Früchte ganzjährig vorhanden. So liefern sie uns auch im Winter die nötigen Vitamine. Essen Sie Äpfel aus regionalem Anbau, werben die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Apfel-Sortenvielfalt ist groß, ebenso das Anbau-Gebiet in Deutschland. Und dann kommen noch Streuobstwiesen und Gärten hinzu, in denen die wertvollen Früchte reifen.

Tag des deutschen Apfels

Eigentlich ist der „Tag des deutschen Apfels“ am 11. Januar. Doch auch ein paar Tage später kann man dem beliebten Obst gedenken und in den Mittelpunkt stellen. Wenn im Winter Zitrusfrüchte die Obstauslagen dominieren, hat trotzdem der heimische Apfel seinen festen Platz. In Deutschland gibt es große Anbaubaugebiete, vor allem an der Niederelbe, am Bodensee, im Rheinland und in Sachsen, die für den Handel etwa 15 Hauptsorten produzieren. Ausgefallenere Sorten finden Sie bei Direktvermarktern und Hofläden in der Region, alte Sorten stammen oft von Streuobstwiesen.

Äpfel sind gesund, besonders wenn sie mit Schale verzehrt werden. Sie enthalten wenig Kalorien und viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine (verschiedene B, E, C), Mineralstoffe und Spurenelemente. Der hohe Pektingehalt ist gut für die Verdauung und senkt den Cholesterinspiegel.

Äpfel lassen sich vielfältig verwenden. Natürlich ist ein frischer Apfel roh verzehrt besonders wertvoll. Doch lassen sich die Früchte auch zu Kuchen, Kompott und Brei verarbeiten. Rezepte mit Apfel solo oder in Kombinationen finden Sie sehr viele. Vergessen wir nicht den Apfelsaft. Nutzen Sie vor allem regionale Säfte, z.B. von Streuobst-Initiativen und Anbauern vor Ort.

Mein eigener Apfel

In vielen Gärten findet man oft mindestens einen Apfelbaum. Es eignen sich vor allem robuste, problemlose Sorten mit gutem Geschmack. Während Hochstämme einen recht großen Platzbedarf haben, gibt es Erziehungsformen, die nur wenig Platz beanspruchen und sich deshalb auch für kleine Gärten eignen (z.B. Buschbaum oder Spindel). Zieht man einen Jungbaum als Spalier, so dient er als Hecke und Abgrenzung zum Nachbarn oder anderen Gartenräumen. Die Unterlage (Wurzelbereich) beeinflusst die Größe. Die Veredlung bestimmt die Sorte. Eine besondere, schlank und kompakt wachsende Baumform ist der Säulenapfel. Er bildet lediglich einen Haupttrieb mit sehr kurzen Fruchtholz-Spießen, an denen die Früchte hängen. Hier gibt es eine begrenzte Auswahl an speziellen Sorten, die diese Wuchseigenschaften haben. Ein Säulenapfel kann als Strukturelement im Garten stehen oder auch in einem sehr großen Topf (mindestens 20 Liter am Anfang) auf Balkon oder Terrasse.

Apfelfrüchte lagert man kühl und möglichst nicht mit anderem Obst und Gemüse zusammen. Regelmäßige Lagerkontrollen sind wichtig, um erkrankte Äpfel schnell auszusortieren und Ansteckung zu vermeiden.

 

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2023 – Gartentipp 2 – Grünes im Büro

Grün beruhigt und fördert Kreativität. Oft stehen deshalb auch Pflanzen in Büros und anderen Zimmern. Doch sie sind meist nicht die idealen Standorte für Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen einige Beispiele vor mit denen es trotzdem funktionieren kann.

Räume bieten oft nur sehr wenig Licht und im Winter schafft die trockene Heizungsluft zusätzlich Probleme. Viele Pflanzen leiden unter den schlechten Bedingungen. Doch manche kommen aber auch damit zurecht.

Viele Standorte für Pflanzen wenig geeignet

Pflanzen brauchen ein gewisses Maß an Licht, um Photosynthese betreiben zu können und dadurch gut zu wachsen. Was unser Auge als hell empfindet, kann für Pflanzen schon nicht mehr ausreichend sein. Lediglich spezielle Pflanzenleuchten bieten das optimale Farbspektrum. Trockene Luft und dann im Winter noch nahe an der Heizung, behagt vielen Pflanzen nicht. Schädlinge fühlen sich dafür umso wohler. Andererseits gibt es Fensterplätze in der Sonne ohne regelmäßigen Gießdienst. Im Gegenzug ist übermäßiges Gießen für Pflanzen tödlich. Zuviel an Wasser lässt die Wurzeln und somit schließlich die ganze Pflanze absterben. Kontrollieren Sie öfter Übertöpfe und Untersetzer.

Grüner Dschungel im Büro

Grün ist die Farbe des Wachstums und des Lebens, kraftvoll, anregend und lebendig, aber auch beruhigend und harmonisierend. Pflanzen bieten diese Farbe und in einem begrünten Büro können Ideen wachsen. Da wo es keine optimalen Lebensbedingungen gibt, weicht man auf robuste Pflanzen aus.

Zu den Pflanzen, die wenig Licht benötigen gehören Kolbenfaden (Aglaonema commutatum) und die Schusterpalme (Aspidistra elatior), ebenso Gummibaum (Ficus elastica), Geigenfeige (Ficus lyrata) und Bogenhanf (Sansevieria). Rankpflanzen wie Efeutute (Epipremnum aureum), gefleckte Efeutute (Scindapsus pictus) und kletternder Philodendron (Philodendron scandens) schaffen mit ihren Lianen sogar eine fast tropische Atmosphäre. Sie können auch als hängende Pflanzen fungieren. Wer etwas höhere Pflanzen für eine düsterere Ecke braucht, findet unter den Drachenbäumen (Dracaena fragrans, D. deremensis) robuste Exemplare.

Bedingt durch die fleischigen Blätter oder Pflanzenteilen, die auch Wasser speichern können, kommen Bogenhanf, Kakteen und Christusdorn (Euphorbia milii), Elefantenfuß (Beaucarnea)und sogar Phalaenopsis-Orchideen gut mit Büroluft zurecht. Und sie vertragen auch mal eine Zeit ohne Gießwasser.

Ganz robust ist die Grünlilie (Chlorophytum comosum). Sie gewöhnt sich an fast alles. Zwar wächst sie nur bei guten Bedingungen stark. Jedoch überlebt sie auch bei geringem Licht und wenig Wassergaben.

Ein begrüntes Büro wirkt lebendig. Mit der richtigen Pflanzenauswahl entsteht auch dort eine kleine Wohlfühl-Oase.

 

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2023 – Gartentipp 1 – Auf in das neue (Garten-)Jahr

In den letzten Jahren hat so mancher seine Lust am Gärtnern entdeckt. Nicht nur die Betätigung im Freien, auch die Teil-Selbstversorgung erfährt einen großen Aufwind. Nutzen Sie jetzt die Zeit für die Gartenplanung, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die ruhigere Zeit im Winter geeignet sich gut, um sich intensiv mit dem kommenden Gartenjahr zu beschäftigen. Dies macht Lust auf den Frühling und Sommer im Garten, auf Balkon oder Terrasse.

Gartenplanungen und Informationen finden

Im tristen und kalten Winter sehnt man sich nach erwachendem und frischem Grün, nach saftigem Obst und Gemüse. Doch eine gründliche Vorbereitung ist wichtig. Möchten Sie größere Umgestaltungen vornehmen? Denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an andere Lebewesen. Verwenden Sie Blühpflanzen, die Nahrung für Bienen oder andere Insekten sind. Eine gut durchdachte Staudenfläche ist pflegeleichter, farbenfroher und vor allem sinnvoller als eine Kiesfläche. Trockenmauern bieten Lebensräume wie auch kleinen Wasserstellen. Schwachwachsende Obstgehölze sowie Beerensträucher eignen sich auch für kleine Gärten und haben einen Mehrfachnutzen.

Oder geht es direkt um die Planung des Gemüsegartens? Da Gemüsekulturen recht kurzlebig sind, macht es Spaß zu experimentieren. Jedes Jahr gibt es neue Sorten und manchmal auch noch unbekannte Gemüsearten. Wer also Platz hat, sollte ruhig auch mal Neues ausprobieren. Planen Sie Gemüsearten- und -sorten, die im Garten guten Ertrag bringen und mit denen Sie sehr zufrieden sind ebenso mit ein. Schon bald kann es mit der Aussaat erster Gemüse beginnen. Achten Sie jedoch auf angegebene Pflegehinweise, damit es ein Erfolg wird.

Nutzen Sie die Zeit und schmökern Sie in Gartenzeitungen, in Gartenratgebern und anderen Zeitschriften. Wälzen Sie Gartenkataloge und suchen Sie Gartenseiten im Internet. Alles steht jetzt auf „Grün“. Lassen Sie sich inspirieren. Stöbern Sie nach Neuheiten, aber auch nach alten Sorten. Besonders bei Gemüse und Sommerblumen ist das Angebot sehr groß. In Gartencentern und im Gartenfachhandel können sich schon bald mit Saatgut und Pflanzen eindecken. Viele Firmen bieten einen Online-Verkauf an. Hier haben Sie die Möglichkeit sich rechtzeitig Samen und anderes Zubehör zu bestellen.

Saatgut sichten

Wer selbst Blumen oder Gemüse aussät, sammelt in wenigen Jahren oft viele verschiedene Samentütchen an. Ordnen Sie diese, bevor Sie neue kaufen. Schon eine Einteilung nach Blumen und Gemüse kann hilfreich sein. Wenn Sie dann noch Fruchtgemüse aussortieren, da diese meist den Hauptteil der eigenen Aussaat ausmachen, haben Sie schon etwas Überblick gewonnen. Nicht jedes Saatgut hat die gleiche Keimfähigkeit und Haltbarkeit. Hinweise geben die Aufdrucke auf den Samenpäckchen. Bei geöffneten Tütchen spielt die Lagerung eine große Rolle, um die Keimfähigkeit aufrechtzuerhalten. Wer ganz sichergehen will, kann die Keimfähigkeit durch eine Saatgutprobe prüfen. Dies macht aber nur Sinn, wenn viele Samen vorhanden sind, z.B. bei Möhren.

 

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2022 – Gartentipp 52 – So war das Gartenjahr 2022

Die Fachleute der Bayerische Gartenakademie berichten von einem milden Start ins Jahr 2022 und früher Obstblüte ohne nennenswerte Frosteinbußen. In vielen Teilen Bayerns herrschten lange Trockenphasen mit hoher Einstrahlung und Hitze, gefolgt von einem recht kalten September, mildem und feuchten Herbst sowie einem Kälteeinbruch im Advent mit anschließend milden Weihnachtstagen.

Jedes Jahr ist anders. Temperaturen und Niederschläge beeinflussen die Vegetation und die Arbeiten im Garten. Wetterextreme werden mehr und sind länger anhaltend, weshalb die Ereignisse länger in Erinnerung bleiben.

Der Obstgarten – Rückblick und Vorschau

2022 blühten die Obstgehölze und Reben wiederum deutlich früher und durch die Wärme war diese kurz und heftig. Außer an sehr ungünstigen Standorten gab es keine Frostschäden. Auch bei Streuobstbeständen war der Fruchtbehang vielfach gut mit Ausnahme alternanzbedingter Ertragsausfälle. Gemulchte Baumscheiben erwiesen sich in den Trockengebieten sowohl unter Streuobstbäumen als auch kleinkronigen Obstgehölzen und Beerensträucher als äußerst zweckmäßig.

Die trocken-heiße Witterung hat Spuren hinterlassen. Hitze und starke Sonneneinstrahlung verursachte braune Flecken auf Äpfeln und Beerenobst. An einzelnen Standorten gab es, noch vor der Pflückreife, starken Fruchtfall bei Äpfeln. Auch ist die Lagerfähigkeit von Kernobst oft nicht gut. Späte Apfelsorten blieben manchmal noch grün, das Fruchtfleisch wurde jedoch oft schneller weich oder gar mehlig. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Wettersituation negativ auf die Qualität der Blatt- und Blütenknospen auswirkt. Der kühle September setzte das Signal bereits die Winterruhe zu brechen. So schwollen schon im November und Dezember manche Blütenknospen von schwarzer Johannisbeere, Pfirsich, Mandel derart an, dass sie bei Frösten über Winter zerstört werden können.

Rückblick in den Gemüsegarten

Durch die milde Witterung im Frühjahr konnten wichtige Gemüse-Frühkulturen wie Salate, Radies, Kohlrabi schon bald geerntet werden, besonders dann, wenn sie im Frühbeet, Kleingewächshaus oder unter Vlies angebaut wurden. Im Trockensommer war im Gemüsegarten Mulchen besonders wichtig. Besonders gut eignet sich eine dünne Schicht mit Rasenschnitt oder gehäckselten Grünabfällen. Auch in diesem Jahr zeigte sich, dass im April gesäte Gemüsearten mit tiefen Wurzeln wie Pastinaken, Schwarzwurzel, Wurzelpetersilie, Mangold, Rote Bete und Möhren besser mit der Trockenheit zurechtkommen und vergleichsweise geringere Bewässerung benötigen.

Die wärmeliebenden Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen profitierten bei guter Wasserversorgung von der Wärme. Allerdings zeigten Fleisch- und Romatomaten eine verstärkte Blütenendfäule als Folge üppigen Wachstums bzw. zu starker Verdunstung, vor allem vor heißen Wänden. Auffallend war die Häufigkeit von Grünkragen in Folge von hoher Sonneneinstrahlung. Es betraf sehr viele Sorten, auch normal große Tomaten und manche kleinfruchtige. Kraut- und Braunfäule war aufgrund der Witterung in vielen Teilen Bayerns kein Problem. Pflanzt man Braunfäule-tolerante Tomatensorten wie ‘Resibella‘, ‘Primabella‘, ‘Philovita‘ lassen sie sich ohne Regenschutzüberdachung kultivieren. Da sich oft die Novembermonate immer wieder mit milden Temperaturen zeigen, können Salate, China- und Senfkohl, Zuckerhut und Radicchio, Spinat und Feldsalat im Juli und August gesät bzw. noch bis in den September für eine Herbsternte gepflanzt werden. Wärmeliebende Neuheiten wie Süßkartoffel und Edamame (Gemüsesoja) legen im Spätsommer an Wachstum gut zu.

Wichtige Schaderreger im Jahr 2022

Der weiße Belag des Echten Mehltaus trat als „Schönwetterpilz“ an verschiedenen Pflanzen verstärkt auf. Durch die länger anhaltende Hitze bzw. Trockenheit gab es wenig Schneckenfraß und die Kirschessigfliege schädigte nicht auffallend. Kirschen platzten kaum auf; der Befall an faulig-schimmligen Walnüssen war ebenfalls geringer als in den Vorjahren. Die Quitte erwies sich als Obstgewinner, hielt sie doch der Trockenheit gut Stand und lieferte hervorragende Früchte.

Da die Niederschläge nicht überall ausblieben, kam es hauptsächlich in Südbayern zu Feuerbrandinfektionen am Kernobst. Allerdings waren einige Verdachtsfälle auf Schäden durch Monilia-Spitzendürre, Mehltau oder Trockenheit zurückzuführen, vor allem wenn bereits andere Erreger die Jungtriebe geschädigt hatten.

Kraut- und Braunfäule war 2022 kein Problem. Dafür trat an heißen und trockenen Standorten vermehrt die Rostmilbe auf, die sonst oft nur in Gewächshäusern in Erscheinung tritt.

Im Herbst wurde es feucht

Rasend schnell verwandelten sich braune Gras- und Wiesenflächen auf Grund erheblicher Niederschläge im September in sattes Grün. So präsentierten sich Wiesen und Rasenflächen bis Dezember saftig grün wie im Mai. Ein letzter Rasenschnitt musste nochmals im November erfolgen, damit die Gräser nicht mit zu langen Halmen in den Winter gingen.

Jedoch erwachten auch die Beikräuter aus dem Dornröschenschlaf. So ist über Winter Jäten angesagt, um die Ausbreitung für das Folgejahr einzudämmen.

Der feuchte Herbst sorgte für eine ungünstige Holzausreife der Gehölze, die bei stärkeren Wintertemperaturen noch zu Schäden und Rissen an Stämmen und dickeren Ästen führen kann. Besonders wichtig war deshalb der Weißanstrich der Stämme (besonders bei Obst und empfindlicheren Ziergehölzen) bevor es Mitte Dezember sehr frostig wurde.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2022 – Gartentipp 51 – Gemüse zum Fest

Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Schlemmens. Mit verschiedenem Gemüse wird das Festmahl bunter und gesünder. Lagergemüse und Wintersalate bereichern das Menü. Zudem kommt es meist aus der Region und manchmal auch aus dem eigenen Garten, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Das Angebot an Wintergemüsen ist nun sehr groß. Für jeden Geschmack lassen sich Köstlichkeiten bereiten.

Knolliges Gemüse

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Sellerie, Möhre, Pastinake, Rote Bete haben alle gemeinsam, dass sie mehr oder weniger unter der Erde wachsen und sich gut über die kalte Jahreszeit lagern lassen. Süßkartoffeln vertragen keinen Frost. Auch die Lagertemperatur darf nicht zu kalt sein, sondern relativ warm bei 15 Grad (und etwas mehr). Die Kartoffel benötigt es kühler. Vier bis maximal zehn Grad sind hier optimal. Ist es zu warm, keimen die Knollen schnell. Sinken die Temperaturen jedoch zu stark (kälter als ein Grad), dann wandelt sich die Stärke in der Kartoffel zu Zucker um und die Kartoffeln schmecken unangenehm süß. Eine kalte Lagerung (um Null) vertragen die anderen Knollengemüse. Für sie eignen sich in den Wintermonaten auch der Balkon oder die Garage gut als Lagerplatz.

Frisch vom Beet

Einige Gemüsearten vertragen leichte Fröste recht gut und verbleiben deshalb möglichst lange auf dem Beet. Ein Vlies, gegebenenfalls auch mehrlagig, schützt vor zu tiefen Temperaturen. Eine Schneedecke isoliert außerdem. Lauch, Feldsalat, Radicchio, Zuckerhut, Rosenkohl, Grünkohl ernten Sie an besten erst nach Bedarf. Die äußeren Blätter von Radicchio und Zuckerhut sehen manchmal nicht mehr schön aus. Doch im Inneren erscheinen zarte Salatblätter. Sie lassen sich gut mit Feldsalat mischen. Mit Rosinen, Orangen und Mandelsplittern wird es festlich.

Weitere winterliche Leckereien

Beliebt in der kalten Jahreszeit ist die wärmende Kürbissuppe. Hokkaido, Butternut und Muskatkürbisse eignen sich besonders. Gerne werden Ingwer und Chili verwendet, um den Körper anzuregen. Doch auch etwas Zimt oder Kakao würzt die Suppe weihnachtlich.

Nicht immer gleich sichtbar an der Gemüsetheke: der Chicorée. Er braucht es dunkel, um seine helle Farbe zu behalten und nicht zu vergrünen. Deshalb lagert er oft in Körben mit Deckel. Heute sind die Chicoree-Spitzen durch Züchtung kaum noch bitter. Sie lassen sich dünsten und überbacken, aber auch roh als Salat verwenden; meist mit einer süße Komponente wie Orange, Apfel oder Birne.

Die vielen Kohl-Arten dürfen nicht vergessen werden: ganz klassisch das Rot- oder Blaukraut zum Braten bzw. Sauerkraut zur Bratwurst, zudem Wirsing, Rosen-, Grün- und Chinakohl oder zarter Spitzkohl. Die Kohlfamilie ist groß, schmackhaft und vielfältig.

Was gibt es bei Ihnen zum Fest? Kürbissuppe, Wirsinggemüse, Süßkartoffelpommes, Kartoffel-Sellerie-Stampf, glasierte Möhren, Pastinaken-Möhren-Quiche, winterliches Ofengemüse, Rote-Bete-Carpaccio und Feldsalat? Nutzen Sie die Inspiration aus den verschiedenen Medien und probieren Sie neue Zubereitungsarten und Rezepte aus. Egal was es ist: Hauptsache bunt und gesund. So wird es ein wahrer Festschmaus!

 

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2022 – Gartentipp 50 – Keine Holzasche für den Garten

Wenn es draußen dunkel und ungemütlich nass-kalt ist, genießen wir die Wärme in der Wohnung. Aufgrund steigender Preise für Heizöl, Gas und auch Strom wird wieder vermehrt auf das Heizen mit Holz gesetzt. Dabei fällt Asche an, doch wohin? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum sie von dem Ausbringen im Garten abraten.

Immer wieder wird das Streuen von Holzasche im Garten empfohlen. Doch unproblematisch ist das nicht, auch wenn sie von naturbelassenem Holz stammt.

Eigenschaften von Holzasche

Befürworter schätzen die Nährstoffe, die in der Asche enthalten sind, wie Calcium, Magnesium, Phosphor und vor allem viel Kalium. Der sehr hohe pH-Wert (11 bis 13) kann versauerte Böden neutralisieren. Außerdem bleibt alles im Naturkreislauf. Doch so einfach ist es nicht: Die Nährstoffe kommen teils in sehr hohen Mengen vor (z.B. Kalium) und daher besteht die Gefahr einer Überdosierung.

Asche enthält neben wertvollen Nährstoffen auch eine Menge Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Blei, Zink, Quecksilber, Chrom und Kupfer, auch in der Asche unbehandelter Bäume. Über viele Jahre hinweg haben die Bäume mehr oder weniger diese Stoffe aus der Luft und dem Boden aufgenommen, abhängig vom Standort. Bei der Verbrennung werden die anorganischen Teile der Stoffe nicht zerstört und man findet sie konzentriert in der Asche. Auch entstehen durch den Verbrennungsprozess neue Schadstoffe wie Chromate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Dioxine. Man kennt also die Schadstoffgehalte der eigenen Asche nicht.

Was rät die Bayerischen Gartenakademie?

Es gibt keine Empfehlung für Holzasche, auch nicht von naturbelassenem Holz aus dem Garten oder Wald. Kaum jemand kennt die enthaltenen Schadstoffe und die Vorbelastung des Gartenbodens. Holzasche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe in hohen Konzentrationen enthalten. Diese gelangen unweigerlich in den Boden, sodass man die unerwünschten Substanzen auch in Obst, Gemüse und anderen Pflanzen finden wird. Holzasche besitzt einen sehr hohen pH-Wert, meist zwischen 11 und 13. Böden, die schon einen pH-Wert von sieben und höher aufweisen, würden nur noch alkalischer werden. Dies fördert wiederum Mangelerscheinungen, da wichtige Spurennährstoffe, wie Eisen, im Boden festgehalten und von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können. Die feinen Bestandteile des Aschestaubs gefährden durch das Einatmen den Anwender. Zudem waschen sie sich bei Regenfällen schnell aus und gelangen dann ins Grundwasser.

Die private Verwertung von Holzaschen unterliegt dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Das besagt, dass keine schädlichen Bodenveränderungen erfolgen dürfen. Die Schadstoffe in der Asche werden zur Gefahr durch den Verzehr von Pflanzen und Früchten, an denen oberirdisch Aschepartikel haften oder die Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen haben.

Verteilen Sie deshalb keine Holzasche im Garten oder auf dem Kompost, auch nicht in kleinen Mengen! Entsorgen Sie Ihre erkaltete Holzasche über die Restmülltonne! Dazu lagern Sie die Asche erst in einem Blecheimer oder in einem anderen geeigneten nicht brennbaren Gefäß und auf einer nicht brennbaren Unterlage. Nach etwa 48 Stunden oder mehr ist die Asche ausreichend kalt und kann endgültig über die Restmülltonne entsorgt werden.

 

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2022 – Gartentipp 49 – Der Boden – unser wichtigstes Gut

Wir freuen uns über blühende Gärten und reiche Obst- und Gemüseernten. Die Grundlage dafür bildet der Boden, auf dem alles wächst. Der Weltbodentag, jährlich am 5. Dezember, rückt diese wertvolle Ressource in den Mittelpunkt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie wissen, dass Bodenpflege für eine fruchtbaren Boden wichtig ist.

Wenn es im Garten üppig grünt, blüht und fruchtet, gerät der Boden als Grundlage allen Pflanzenwachstums und damit des menschlichen Lebens oft aus dem Blick. Im Herbst und Winter rückt er sichtbar in den Vordergrund.

Der Tag des Bodens – Weltbodentag

Die Internationale Bodenkundliche Union ernannte 2002 den 5. Dezember zum Weltbodentag. Der Tag des Bodens findet jährlich statt. Dieser Aktionstag möchte die Bedeutsamkeit des Bodens, als wichtige natürliche Ressource fördern. An diesem Tag wird in Deutschland auch der „Boden des Jahres“ durch das „Kuratorium Boden des Jahres“ veröffentlicht: z.B. 2022 ist es der Tonboden (Pelosol), 2021 waren es der Lössboden, 2020 der Wattboden und 2017 der Gartenboden.

Der Boden-Schatz

Der Boden ist sehr komplex, auch wenn er nur ein dünner Teil der äußersten Erdkruste ist. Gewachsener Boden ist kein totes Material. Er ist ein lebendiges System mit vielen verschiedenen Eigenschaften, die sich gegenseitig beeinflussen. Ständig geschehen biologische, physikalische und chemische Prozesse. Ausgangsgestein, Witterung und Bodenlebewesen haben auf den Boden ebenso Einfluss wie abgestorbene Pflanzenteile, die den Humus bilden.

Nicht immer wird unser Boden pfleglich behandelt und manchmal zeigen Wachstumsstockungen Bodenprobleme auf. Dann ist eine langwierige Bodenbearbeitung und –pflege nötig, um wieder einen gesunden Bodenaufbau zu erhalten. Gut strukturierte, belebte Böden filtern und speichern Wasser und Nährstoffe, sie bieten den Pflanzenwurzeln Räume zum Durchwurzeln. Sie besitzen ein reiches Bodenleben, das den Boden fruchtbar macht und erhält.

Unser Gartenboden

Der Gartenboden entstand durch das gärtnerische Arbeiten der Menschen über einen langen Zeitraum. Der oft höhere Humusgehalt und eine reiche Durchsetzung mit Bodenlebewesen sind grundlegend für die Bodenfruchtbarkeit. Zur Pflege eines Gartenbodens und damit zum erfolgreichen Gärtnern gehören Bodenbearbeitung, aber auch (organische) Düngung, Gießen, Mulchen und Bepflanzung zum richtigen Zeitpunkt und im angemessenen Ausmaß. All dies fördert nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch das Bodenleben und somit die Ertragskraft insgesamt. Das Ziel des Freizeitgärtners sollte es sein, den Boden als wertvolle Ressource zu schützen und zu erhalten.

 

Das Bodenleben

Der Boden ist voller Leben. Es reicht von gut sichtbaren Regenwürmern über kleine Springschwänze (Collembolen) zu verschiedenen Mikroorganismen und auch Bakterien und Pilzen. Sie alle sind wichtig für einen fruchtbaren Boden. Als Beispiel Regenwürmer: Durch ihre Grabtätigkeit verändern sie aktiv das Bodengefüge. Sie fressen organisches und mineralisches Material, was als wertvoller und stabiler Ton-Humus-Komplex ausgeschieden wird und auch bei stärkeren Regenfällen noch stabil bleibt. Manche Regenwurmarten ziehen organisches Material wie Laubblätter, Erntereste oder Stroh in tiefere Bodenschichten ein, wo es sich schneller abbaut und Nährstoffe für die Pflanzen liefert. Durch das von Regenwürmern gebildete weitreichende Röhrensystem, wird der Boden durchlüftet und die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln verbessert. Regenwasser versickert bis in tiefere Schichten und verhindert Bodenabschwemmung und Verschlämmung. Vor allem schwere Böden profitieren von den Regenwürmern. Regenwürmer sind fast das ganze Jahr im Boden aktiv. Optimal sind Bodentemperaturen zwischen 10 und 15 Grad, wie wir sie im Frühjahr und Herbst vorfinden. In dieser Zeit vermehren sich die zwittrigen Tiere durch Eikokons. Wird es im Sommer zu heiß und trocken, verharren die Würmer zusammengerollt tief in der Erde. Auch im Winter gehen sie in eine Ruhephase, wenn die Bodentemperaturen sinken. Falls Sie den Gartenboden umgraben, tun Sie dies erst ganz spät im Jahr, um die Tiere zu schonen.

Das Falllaub im Garten

Fallen Blätter von Bäumen und Sträuchern, so können sie meist auch dort verbleiben. Sie bedecken den Boden und schützen ihn vor starker Kälte. Als dickere Schicht unterdrücken sie aufkeimende Unkräuter. Ein Zuviel an Blättern können Sie in dünnen Lagen zwischen den Pflanzen der Staudenbeete oder auf dem abgeräumten Gemüsegarten verteilen. Neben dem Winterschutz für Pflanzen sind Laubblätter auch Nahrung für Bodenlebewesen und Mikroorganismen. Diese zersetzen die Laubmasse und geben Nährstoffe frei, die von den Pflanzen in der nächsten Gartensaison genutzt werden.

Die Bodenprobe

Die richtige Ernährung der Pflanzen sorgt für gutes Wachstum und Pflanzengesundheit. Eine Bodenprobe in der kalten Jahreszeit, wenn die Beete leergeräumt sind, gibt Aufschluss, welche Nährstoffe im Boden vorhanden sind oder im nächsten Vegetationsjahr zugeführt werden sollen. Eine Bodenuntersuchung muss nicht jedes Jahr durchgeführt werden, da sich die Nährstoffgehalte wenig verändern. Im Gemüsegarten jedoch, wo einige nährstoffbedürftige Pflanzen stehen und zusätzlich gedüngt wird, ist eine Probenahme etwa alle fünf bis sieben Jahre zu empfehlen. Empfehlenswert ist die Bodenanalyse auch bei einer Neuanlage des Gartens. Die Bodenprobe ist ein wichtiger Check, um den eigenen Gartenboden kennenzulernen, damit bodenschonend und fachgerecht gehandelt werden kann.

Die Standard-Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über Bodenart, Phosphat- und Kalium-Werte sowie den pH-Wert (Säuregehalt des Bodens). Oft lässt man Magnesium-Wert und Humusgehalt zusätzlich untersuchen. Der Humusgehalt zeigt an, wieviel organische Substanz sich im Boden befindet. Bei intensiver Nutzung baut sich Humus ab und setzt Nährstoffe frei, die den Pflanzen als Dünger dienen. In der Regel wird der Stickstoffgehalt im Boden nicht mit analysiert, da er sehr veränderlich ist.

Hier finden Sie alles Wichtige zur Düngung:

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/duengungsbrosch%C3%BCre_bericht_2.pdf

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2022 – Gartentipp 48 – Mystische Pflanze in der vorweihnachtlichen Dekoration – die Mistel

Die grünen Zweige mit den weißen Beeren schmücken in der Advents- und Weihnachtszeit Türeingänge und Gestecke. In Großbritannien gibt es am 1. Dezember sogar einen Mistelzwei-Tag. „Kaum eine Pflanze ist so mystisch und so beliebt in der Weihnachtszeit wie die Mistel“, sagen die Experten der Bayerischen Gartenakademie, „doch sie bereitet teilweise auch Probleme“.

Bei Spaziergängen durch die Landschaft entdeckt man die Misteln an den Naturstandorten. Hoch oben in den Bäumen sitzend fallen sie auf: grüne kugelige Gebilde in den sonst kahlen Gehölzen.

Die Mistel – mystischer Sympathieträger

Der besondere Wuchs und die im Dezember reifenden Beeren machten die Mistel schon vor Jahrhunderten interessant. So ist sie Heilpflanze, soll Böses fernhalten und Glück bescheren. In der Advents- und Weihnachtszeit gilt die Pflanze mit ihren grünen Blättern auch heute noch als Zeichen des Friedens und des Glücks, wo doch sonst alles grau und trist erscheint. Häufig findet man die Mistel nun aufgehängt an Hauseingängen oder in anderen weihnachtlichen Dekorationen.

Die Mistel – botanische Besonderheit

Misteln sind sogenannte Halbschmarotzer. Mit Saugorganen (Haustorien) setzen sie sich am Gehölz fest und nehmen so Wasser und gelöste Nährsalze von der Wirtspflanze auf. Mit ihren grünen Blättern betreibt die wurzellose Mistel jedoch selbständig Fotosynthese.

Man unterschiedet die Misteln (Viscum) nach ihren Wirtsbäumen: Tannen-Mistel, Kiefern-Mistel und Laubholz-Mistel. Die bei uns häufigste Mistel ist die Laubholz-Mistel oder auch Weißbeerige Mistel (Viscum album), die als einzige reinweiße Beeren besitzt. Man findet sie auf Obstbäumen (vor allem Apfel und Birne), aber auch auf Weide, Pappel, Weißdorn, Hasel, Robinie, Birke, Hainbuche, Linde und Ahorn.

Die Mistel ist zweihäusig: sie besitzt getrennte männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen. Im März und April öffnen sich die unscheinbaren, gelben Blüten. Nach der Bestäubung, meist durch Fliegen, reifen bis zum Winter an den weiblichen Pflanzen die kugeligen und giftigen Beeren heran. Vögel fressen die Früchte gern und sorgen so für die Verbreitung. Entweder kleben Beeren(teile) am Schnabel und werden später am Wirtsbaum abgestreift oder die Tiere scheiden die unverdauten Samen aus, die aufgrund ihres umhüllenden klebrigen Schleims an den Ästen hängen bleiben. Bis sich eine imposantes kugelige Mistel-Pflanze im Baum entwickelt hat vergehen viele Jahre.

Zunächst bilden die Samen Haftscheiben, bevor sie nach weiteren Monaten in das Holz des Wirtsbaumes dringt. So bleibt die Mistel das erste Jahr meist unbeachtet am und im Baum. Erst nach einem oder zwei weiteren Jahren bricht die Mistel dann mit ihrem ersten Trieb und Blatt nach außen. Und auch dann wächst die Mistel sehr langsam und bildet jedes Jahr nur eine Verzweigung mit einem Blattpaar. Wer von seinem Baum „ernten“ möchte braucht also Geduld. Und um immer wieder ernten zu können pflückt man nicht alle Triebe weg, sondern immer nur wenige Verzweigungen.

Die Mistel – ein Problemfall?

Misteln treten immer häufiger auf. Gerade jetzt sieht man manche Bäume dicht mit den grünen Büschen besetzt. Möglicherweise sind es klimatische Veränderungen mit langen Trockenperioden, die die Wirtspflanzen schwächen und dadurch anfälliger für verschiedene Krankheiten und Schädlinge und auch für diese Halbschmarotzer machen.

In der Regel kommt ein gesunder und wüchsiger Baum gut mit dem Befall von einzelnen Misteln zurecht. Bei stärkerem Befall können die Äste brüchig werden und schließlich die Bäume absterben. Ebenso kann die Wüchsigkeit der Bäume reduziert sein, der Ertrag bei Obstbäumen sinken und schließlich ausbleiben. Auffallend ist die Verbreitung der Mistel auf vernachlässigten Obstbäumen und in wenig gepflegten Streuobstwiesen. Der Baumpflege ist also mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Da die Mistel sehr langsam wächst hilft auch schon das regelmäßige Wegschneiden und Abbrechen der Mistelteile beim Baumschnitt, um die Verbreitung und Vermehrung einzudämmen. Um jedoch die Mistel nachhaltig zu entfernen, müssen größere Schnittmaßnahmen ins gesunde Holz durchgeführt oder befallene Äste abgeschnitten werden.

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2022 – Gartentipp 47 – Adventszeit mit Naturmaterialien

Advent 2022 – in diesem Jahr dauert die besinnliche Zeit fast ganze vier Wochen. Man macht es sich gemütlich und dekoriert weihnachtlich. Im Garten oder bei Spaziergängen findet man viel, was sich für eine Dekoration mit Naturmaterialien eignet, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Aufgrund der letzten milden Herbstwochen bietet die Natur noch eine Menge Material für weihnachtliche Arrangements und Dekorationen. Lassen Sie sich inspirieren, wenn Sie allein oder mit der Familie draußen unterwegs sind.

Kränze für den Advent

Noch keinen Adventskranz? Ganz schnell geht es mit langen Efeuranken. Diese werden in großen (oder kleineren) Bögen immer wieder umeinander geschlungen. Je mehr Ranken verwendet werden, umso dicker wird der Kranz. Das Grundgerüst ist schnell fertig und kann nun z.B. mit Schleifen, Hagebutten, bunten Blättern, unterschiedlichen Zapfen und Kugeln geschmückt werden. Je kühler der Efeukranz steht, umso länger hält er frisch. Doch mit ein paar Handgriffen ist auch wieder ein neuer gebunden. Aufgrund der weichen Ranken lassen sich recht kleine und Türkränze formen. Auch Ranken von Wilder Clematis oder Wein lassen sich verwenden. Soll es aufwendiger sein, binden Sie einen „richtigen“ Kranz. Verwenden Sie verschiedene Immergrüne, benötigen sie nur wenig zusätzliche Dekoration, denn das Gebinde wirkt durch die unterschiedlichen Grüntöne und Benadelungen/Belaubung sehr lebendig. Besonders lange haltbar sind Eibe, Wacholder, Lebensbaum und Buchs. Und wer sagt, dass die Kerzen auf den Kranz gesteckt sein müssen? Dekorativ sind auch Kerzen, die innerhalb eines großen Kranzes stehen.

Einfache und schnelle Dekorationen im Advent

Ganz schnell und einfach lässt sich mit Zapfen dekorieren. Entdecken Sie die große Vielfalt: kleine Erlenzapfen bis zu sehr großen Kiefernzapfen. Besonderheiten sind sicherlich die Zapfen der Sumpfzypresse. Aber auch Lärche, Scheinzypresse und Douglasie besitzen schöne Zapfen. Echte Tannenzapfen findet man nicht, denn bevor sie zu Boden fallen haben sie sich in einzelne Schuppen gelöst. Zapfen können einzeln dekoriert werden, mit Gold besprüht, an Bändern oder Schnüren aufgehängt oder auch nur in einer großen Glasvase gesammelt werden. Kombiniert mit einer kleinen Lichterkette oder mit Glaskugeln, erstrahlt das Gefäß in weihnachtlichem Glanz.

Und es gibt noch mehr: Moos, Flechten, bizarre kahle Zweige besetzt mit Hagebutten oder Schlehen, Samenstände von Stauden und Clematis…… so vieles lässt sich für eine natürliche adventliche Dekoration verwenden. Mit Licht und Kugeln kombiniert wirkt es besonders festlich. Oder denken Sie an die Zieräpfel. Die Klein-Bäume oder Sträucher hängen besonders dieses Jahr voller Apfelfrüchtchen. Diese sind noch nicht durch Frost geschädigt und halten deshalb lange. Die Mini-Äpfel, die durch ihre Form und Farbe kleinen Christbaumkugeln ähneln, lassen sich sehr vielseitig verwenden. Ganz einfach geht es, wenn man Fruchtzweige schneidet und sie in eine Vase stellt. In Kombination mit dem Grün von Nadelgehölzen wie Eibe und Tanne kommen die Früchte besonders zur Geltung. Befinden sich noch Flechten am Ast der Zieräpfel unterstreicht dies die Natürlichkeit. Abgeschnittene Fruchtbüschel schmücken Kränze und Gestecke.

Scharfe Dekoration für Advent und Weihnachten

Weihnachtsschmuck mit getrockneten Chili-Früchten? Die sehr scharfe Sorte ‘Lila Luzy F1‘ trägt den Sommer über kleine Früchte in den Farben lila, gelb, orange und schließlich rot. Die etwa drei Zentimeter großen kompakten Früchte trocknen schon gut an der Pflanze ein oder man trocknet sie zum Zeitpunkt der Rotfärbung. Durch das intensive und anhaltende leuchtende Rot, auch anderer Chili-Sorten, erleben Weihnachtsdekorationen eine neue „Schärfe“.

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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